bauwerksvergewaltigung

23.01.2006



hi,.

ich lese jetzt schon geraume zeit in diesem forum.rum..

immer wieder die selben fragen nach außenisolierung(dampfsperre, styropor...) geschoßdeckenaufbauideen, daß sich mir der magen umdreht, alle wollen es billig, einfach und do-it-yourself.

was am ende bleibt, ist ein vermurkster wohngebäudebestand, der nachfolgenden genationen als er das locker um die hälfte billiger bringen kannbeispiel dumm-ignoranten verhaltens dienen wird.

aber dann ist es wieder mal zu spät.

ich erscheine auf vielen potentiellen baustellen, berate, berechne und preiskalkuliere mit möglichen kunden, der mitfinanzierende schwiegervater jedoch kennt dann einen Baumarkt seines vertrauens (was ein in sich trauriges wortgebilde),der das locker um die hälfte billiger bringen kann...die alte schiene

mein auftragsbuch ist leer und ich mache dieses jahr wieder das, was ich nicht mehr wollte, aber da rollt der rubel ....schade um unsere geschichte...



bauwerksvergewaltigung



huch, da sind mir aber einige zeilen durcheinandergerutscht, w.d.a.s. ser sinn kommt schon rüber, meine ich...diskussion erwünscht..



Das Problem ist Uns auch bekannt!



Leider gibt es für diesen Straftatbestand keine handhabe, außer man redet sich den Mund fusselig;-)

Ab wem erzähle ich das, Sie kennen ja die Problematik:-o

Was beraten, berechnen, kalkulieren und preiskalkulieren Sie für mögliche Kunden den eigendlich?



Fragende Grüße



na, was wohl



hi,

na was plant man durch? außenwände und geschossdecken, na ja, bleiben wir beim einfachsten, der Geschossdecke zwischen bewohnten zimmern.

ich sage ihnen ( den bauherren- und damendeppen): so und nur so gehts: lehm...(erspare mir bitte die erklärung)

am ende knallen sie isofloc da rein, "ist doch öko-pur"...

alles klar?...

tschuldigt meinen abwertenden stil, aber...aua...



na was wohl



kleine ergänzung: schwiegervadder weiß, das gibts billiger, perlite....fragen?....



so und nur so gehts...



mit den Argumenten werden Sie bei den "den bauherren- und damendeppen" keinen Blumentopf gewinnen!

Und Planung geht für meine Begriffe ein wenig weiter als nur Außenwände und Geschossdecken!Wir planen auch, aber wir machen das nicht für Tante Ema...

Gegen Iso... ist ja nichts einzuwenden, wenn es dem Bauteil angemessen!

Schwiegerväter kann man auch knacken, aber Ihrer scheint ja schon alles geplant und in trockene Tücher gepackt zu haben!
Sowas hat man doch mit ner Tasse Kaffee schnell rausgefunden, dass der nur ne Lau Beratung ham will!

Ging es um was zu verkaufen, oder um eine reine Beratung für ein bestimmtes Bauteil im Hause der Bauherrenschaft?



re. so und nur so gehts



also: eshandelt sich nicht um meinen schwiegervater, ist die naheliegende virtuelle person..argumente???

im kern bleibt das nicht wegzudisskutierende problem: die (vielleicht nicht auf den ersten blick) schönen und erhaltenswerten, geschichtsträchtigen(mag sein kleine, arme, auchmal traurige geschichten erzählende)gebäude werden irreversibel vermurkst.

ich möchte hier insbesondere auf die forumsanfragen verweisen, diese zeigen m.E. ein besonderes augenmerk auf ein gesteigertes interesse an alten gebäuden und trotzdem...



Warum denn in die Luft gehen ...



... greife lieber zu sinnvoller Resignation!

Natürlich ist es frustrierend, wenn vernünftige und altbewährte Baukonstruktionen durch bio - öko - natur und gesetzes traumatisierte Baumärktler uder Handwerker, die so was schon immer so gemacht haben - den Bach runter gehen!
zum Kotzen, Frust, Nerven ...
ein Freund sag dann immer!
Die Zeit wird es zeigen - vor allem dem Bauherrn - dass es NICHT richtig war!
(allerdings kommen die dann selten zu einem zurück - aus Scham??)

Andererseits werde ich nie irgendwelche Kompromisse eingehen und dem Bauherrn etwas "unsinniges" anraten!

Wenns lange regnet werden sie alle naß!

also: Warten, bis die Einsicht kommt!

mfg

FK



Warum so ein Frust?



wenn die Beratung für allte bewährte Bauweisen nicht fruchtet, gibs doch nach einigen Jahren wieder Bedarf. Mein Vorschlag, gute Beratung und Visitenkarte hinterlassen. Wenn es später zu Problemen kommt wird Depp sich vielleicht erinnern. Nebenbei, das mit der Beratung ist ja auch ein immer so eine Sache. Hatte einen Holzgutachter/Zimmermann/Sachverständigen und so weiter (eine Person) bei mir, und ...meine verfaulten Schwellbalken wollte der rauskloppen und alles mit Beton ausgießen, äh? Grüsse Kai



Fröhliches Weiterjammern



Hallo Jürgen,
sicher hast du grundsätzlich Recht mit der allgemein praktizierten Bauwerksvergewaltigung. Nur so, wie du dich hier outest, liegt es nahe, dass deine Ansprache den Bauherrendeppen gegenüber entsprechend ausfällt. Damit wirst du keinen Blumenstrauss = keine Kunden gewinnen. Wenn ich das als Baufrauendeppin näher betrachte, habe ich eine Reihe von Angeboten erhalten, die einfach nur zum Kopf schütteln waren. Da wurde konkret darauf verzichtet, die Wünsche des potentiellen Auftraggebers zu berücksichtigen. Heißt im Umkehrschluss, dass für den Grossteil der Ausführenden Bauherren, die nach alter Väter Sitte tätig werden wollen, Spinner sind und von nix ne Ahnung haben. Was hier fehlt, ist Verständnis und Vertrauen.

Und nur mal so am Rande: Dass Geiz geil ist, wird dem Michel tagtäglich vorgeführt. Wer sagt ihm denn mit entsprechender Marktmacht, dass sich Nachhaltigkeit zu einem späteren Termin auszahlen wird?? Dazu bedarf es einer heute unattraktiven Form von Liebe, nämlich der zu altem Bestand und alter Handswerkskunst. Und die wenigsten Menschen, die diese Liebe empfinden, sind mit Reichtümern gesegnet, so weit ich das beurteilen kann. Also heisst es auch da rechnen und nur die unumgänglichen Dienstleistungen in Anspruch nehmen.

Dass deine Auftragsbücher leer sind, ist bedauerlich. Nur hilft es, sich zu verbiegen, indem du das tust, was du nach eigenem Bekunden seit Jahren nicht mehr tun wolltest? Wenn du eine Vision - die des Bauwerkserhalts - hast, dann suche andere Wege und lebe die Vision.

Gruß, Karin



im prinzip ja, aber



im prinzip verstehe ich den frust durchaus, bitte aber auch den schwarzen peter nicht nur bauherrendeppen zuzuschieben (zähle selbst dazu). ich musste leider die Erfahrung machen, dass sobald ich einen genehmigungspflichtigen umbau/nutzungsänderung vorhabe ich alle guten vorsätze betreffs erhaltung des (nicht denkmalsgeschützten) gebäudes vergessen kann. die x-verschiedenen anforderungen wie Brand-Schall-Wärmeschutz (insbesondere bei MFH) sind nun eben nicht mehr wirklich leicht nachträglich zu realisieren ohne auf "moderne" materialen/methoden zurückzugreifen. Inzwischen denke ich öfter dass es sinnvoller wäre das ganze Gebäude abzureisen bzw. vollständig zu Entkernen und neu zu bauen als zu versuchen die mit der Baugenehmigung verbundenen Auflagen im Altbau umzusetzen (da man es ja anscheinend nur falsch machen kann - auch ohne baumarkt!). fazit: so bauen wie altbewährt (vorausgesetzt man findet die entsprechenden handwerker) und natürlich ohne baugenehmigung.......
naja, jedenfalls bin ich aus genau der anderen richtung frustriert, wobei mein problem vor allen in der erfüllung der gesetzl. auflagen liegt :-(((
grüsse,
robert



Energieerhaltungssatz



Dachog. Da gab es mal in Heilbronn einen, der fand Mitte des 19. Jahrhunderts heraus, daß in einem geschlossenem System, eine Energieform zwar in eine andere umgewandelt werden kann, aber keine Energie hinzugeführt oder abgeführt werden kann. Es ist dies ein Naturgesetz. Wenn nun soviele Baustoffe produziert werden, um Energie in den Wohnstätten zu halten, wo kommt denn diese Produktionsenergie her und wo geht sie hin. Genau in den Gewinn der Produzenten, ist ja auch Energie, oder? Julius Robert von Mayer hieß das Kerlchen. Das Politiker sich mit der objektiven Realität schwer tun ist bekannt, nicht jeder kann 2+1 im Kopf ausrechnen. Vielleicht ändert sich nun bald etwas. Der Dämmwahnsinn ist gelebte Physik. Mfg ut de Oltmark.



Julius Robert von Mayer



hat gesagt, dass dei Gewinne der Unternehmer in den Energieerhaltungssatz eingehen? Völlig neue Dimensionen!?!
Bei der ganzen Diskussion wird mal wieder vergessen, dass wir in den 200 Jahre alten Häusern nicht mehr leben wie vor 200 Jahren. Abgesehen davon waren so einige gebäudebedingte Krankheiten in diesen Zeiten gar nicht so selten. Und Schimmelpilz gab es auch schon vor 1000 Jahren und nicht erst seid wir versuchen unsere Häuser so zu bauen, dass wir den Energieverbrauch auch gegenüber unseren Kindern verantworten können.
Wenn ich also mit einem Schwiegervater diskutieren muss oder will, muss ich ihm auch zeitgemäße Lösungen anbieten und natürlich verständlich machen können. Ansonsten werde ich ihn nicht von seinem Beton und der Mineralwolletrip herunter holen können. Es geht!