Gefälle, herstellen

25.06.2005



Sandsteintreppe wurde wegen Ausblühungen versiegelt - Wasser läuft nicht mehr ab und bleibt stehen - Glatteisgefahr im Winter - was nun tun??????



Gefälle herstellen,



entweder durch Abschleifen der Trittstufen oder Neuversetzen mit Gefälle. Die Versiegelung dürfte ohnehin ein Risiko für den Steinerhalt sein, da dennoch eindringendes Wasser durch die Mörtelfugen über kurz oder lang zur Schalenbildung und Abplatzung führen wird. Sie behindert ja die Austrocknung.

Maßnahmenkosten wären abzuwägen mit Unfall- und Haftungsrisiko.

Oder: Nach jedem Winterregen Wasser "abkehren".





Tja, Recht hat er der Konrad Fischer. Manchmal bleibt das Wasser auch stehen, selbst wenn die Stufen rau sind und Gefälle haben. Ich würde nochmal prüfen, ob es wirklich das Gefälle ist, oder die Tatsache, das durch die Imprägnierung die Wasseraufnahme verhindert wird und die Feuchtigkeit zwischen Schuh und Stein wie ein Gleitfilm wirkt.

Fragen Sie Ihren Steinmetz vor Ort; Er könnte die Stufen per STOCKEN wieder aufrauhen und somit den "Film" etwas unterbrechen.



Sandsteintreppe wurde versiegelt - Wasser bleibt stehen - Glatteisgefahr?



Hallo liebe "Ratgeber" -

herzlichen Dank für die Antworten - sie haben mir wirklich sehr geholfen - mittlerweile hat der Hersteller des Imprägnierungsmittels versichert, dass die Imprägnierung das Verdunsten von Wasserdampf nicht behindert - in sofern bleibt mir wohl nur übrig, im Winter das Wasser entsprechend häufig abzuwischen !

Nochmals vielen Dank - auf Sie ist Verlass !!!!



Versiegelung, Imprägnierung



Sehr geehrter Herr Grünwald, bitte merken Sie sich meine email Adresse in Ihrer Bauakte. Mich würde in 5 Jahren interessieren, wie Ihre Treppe aussieht. (Ausblühungen, Schmutz, Frostschäden)

Mit welchem Produkt wurde eigentlich "versiegelt"?

Interessiert mich rein fachlich, keinesfalls polemisch. Gruß aus dem Siegerland



Mir fiel da grad was ein ...



Danke auch an Sie, Herr Grünwald für die netten Dankesworte.

Als Steinmetz, der diese Mittel auch verkauft und fallbezogen anwendet, muß ich aus Erfahrung sagen:

Wenn Sie einen kapillaren Stein haben, der viel Wasser saugt (wie Ihrer), dann gibt er dieses Wasser auch schnell wieder ab. Sogar bei mäßiger Wintersonne.
Warum ist das so? Weil die Kapillaren frei sind!

Wenn Jemand ein Mittel auf den Stein bringt, das das Wasser nicht in den Stein geht, dann muß er ja irgendwas verschließen oder so verengen, daß die ehemalige "Wasserentsorgungskapillare Autobahn" nun nicht mehr so frei ist wie vorher.

Jetzt ist es aber so, daß der Stein zwar von oben geschützt ist, aber die restlichen 4-5 Mantelflächen lassen noch Wasser in diesen Sandstein eindringen. Dieses Wasser will wohin?

Als "Wasserdampf" natürlich nach oben. Und was finden wir oben vor:
Eine "Wasserentsorgungskapillare Autobahn", die ganz sorgfältig verbarrikadiert wurde.

Jetzt sagen Sie: Hey das ist Dampf, das zischt da nur so dran vorbei, an dem Chemieengpass.

Hier denke ich liegt das Problem:

Die Menge Wasser ist geblieben. Nur die Form hat sich verändert. Während bei freier Autobahn noch größere Moelkularstrukturen Platz zum schnellen Entweichen hatten, dann müssen das jetzt ganz kleine Strukturen sein, die viel, viel Zeit haben um den Weg an "die frische Luft" zu finden.

In der zwischenzeit haben wir immer wieder erbarmungslosen Frost, dann wieder Sonne und nachts wieder Frost.

Das Wasser dehnt sich aus. Der Weg ist verspeert. Druck erzeugt Gegendruck, einer ist stärker, der Stein gibt nicht nach, das Wasser auch nicht, weil das Wasser sagt: Hey Stein Du hast doch Platz da draußen.....

Der Klügere gibt nach, ....... Doch der Stein war dumm und platzt.


Warum schreibe ich das so?
Weil ich gerade keine schlauen Berechnungen zur Hand habe, die sowieso keiner versteht. Mit mir eingeschlossen.


Aber soweit die Erfahrungen hunderter Restauratoren.

Wenn jemand anderer Meinung ist, dann bin ich um Aufklärung froh!

Ach ja, es gibt da immer noch Unterschiede von Sandstein zu Sandstein. Weiterhin auch noch die Wahrscheinlichkeitsrechnung, aber so gewisse Erfahrungen hat man doch gemacht.

Und mir fällt noch ein! Die Ausblühungen, also das Enstehen von kristallisierten Salzen, erhöht den Druck im Stein. Solange diese Ursache für die Ausblühung nicht beseitigt ist, ist die Gefahr der Steinzerstörung noch viel größer.

Hoffe, Sie kommen mit dem unabhängigen Rat zurecht.

Nett gemeinte Grüße aus dem Oberen Siegtal.



und nochmal ich



... der Druck der Salzbildung ist im Sommer genauso wie im Winter. Also haben Sie jetzt 2 ganzjährige Medien, die ständig gegen die "Versiegelung" oder "Imprägnierung", je nachdem welches Mittel verwendet wurde, haben.