Gefache verputzen

23.05.2014 Redhouse



Hallo Zusammen,

wir sind dabei unser Fachwerkhaus zu sanieren und möchten in diesem Zuge das innenliegende Gefache Verputzen (Das Gefache im Haus).
Das Gefache besteht aus einer Lehm/Stroh-Kombination und ich möchte sehr gerne einen Lehm-oder mineralischen Putz auf das Gefache auftragen.

Wie gehe ich das am besten an? Welche Wege führen nach Rom?

Vielen Dank. Ich freue mich schon auf eure Antworten bzw. Anregungen.

Mit freundlichen Grüßen

Euer Christian



Ohne Probleme....



....und auch teilweise für Laien mit einem gut aufgesumpften Lehmfeinputz von Conluto und incl. einem Feinputzgewebe ausführbar.



Hallo,



wenn du Interesse hast solltest du dich auf meiner Seite mal umsehen , und vielleicht eins meiner Angebote annehmen, ich bin gern bereit die auf deiner Baustelle genau das zu zeigen und zu vermitteln was du benötigst um dann allein weiter zu machen. also vielleicht auf bald
MfG Ralf die Lehmschwalbe.



Lehmputz



Hallo, Christin,

ich habe neulich angefangen, mit Lehmputz zu arbeiten, und dabei den beim Rückbau angefallenen Lehm wiederverwendet.
Es geht unglaublich einfach, macht Spass und wenn das Ergebnis nicht überzeugt, kann man das Ganze einfach nass machen und neu strukturieren.
Die Verbindung zum Untergrund war kein Problem, nass machen und mit Schwung draufwerfen, abziehen, fertig. Man kann auch noch filzen.

Seitdem arbeite ich- wenn es geht- nur noch mit dem "angefallenen Abfall".

Probiers einfach mal aus, vor allem, wenn Du noch alten Lehm rumliegen hast.


Viel Spass



ein kleiner Tipp



Viele greifen heute auf die sehr teuren Lehmputze zurück, die sehr fein strukturiert sind, feiner Sand, Damit ist immer eine Rissgefahr verbunden und Atmungsaktivität ist durch Zusatzstoffe eingeschränkt. Besser und billiger ist gemahlener Lehm und sich den Sand aus der Grube kommen lassen, Probefläche putzen und dann kanns los gehen. Ihr werdet Euch wundern, was Ihr für Geld spart und noch so manches dazu gelernt habt.
Mit freundlichem Gruß
M. Schmidt



Lehmputz wiederverwerten



Lehmbaustoffe werden heute im Handel und Baumarkt richtig teuer vermarktet, bestehen aber nur aus Ton und Sand und sind in vielen alten, zu sanierenden Häusern reichlich vorhanden.
Um den Lehmbau und -verputz kostengünstig zu machen, kann man, wenn vorhanden, alten Lehm wieder nutzen. Auch der alte Lehmoberputz lässt sich so wiederverwerten. Hier wurde oft mit Spreu, was aus dem Getreideanbau übrig war, gearbeitet.
Der alte Lehm muss nicht entsorgt werden und neue Lehmaustoffe gekauft und transportiert werden.
Die Wärmedämmeigenschaften sind, auch unter Zuhilfenahme von Schilfmatten, Holzfasern, Stroh u.a. recht gut, sehr gut auch das Diffusionsvermögen.
Einfach den alten Lehm wieder in Wasser anlösen.....

Holger Heerdegen, Tischlerei u. Restaurierungswerkstatt



@ Vorredner



Ich muss jetzt mal eine Lanze brechen, für die Lehmprodukthersteller.
Zumindest für wenige, denn auch da gibt es sehr Unterschiede in den Qualitätsansprüchen und den beimengungen.
Da muss ich einigen Vorrednern hier recht geben.

Doch sämtliche Auffassungen, rückgebauten Lehm ohne große Vorkenntnisse und auch betrachtungen einfach wiedereinzusetzen, ist eine enorme Gratwanderung.
Habe selbst vor vielen jahren sehr negative Erfahrungen machen dürfen, obwohl ich Sachkenntnis zu dieser Zeit schon besessen hatte.

Ich verweise jetzt einmal nur darauf, dass ab diesem Jahr Lehmputze und auch Baustoffe zertifiziert seinb müssen.
Dazu verweise ich zusätzlich auf die gültigen Lehmbauregeln, die man wirklich als Grundlage seines Tuns den Kunden gegenüber beherzigen sollte.

Zusätzlich sollten all diejenigen, die hier mit einer totalen Neutralität auftrumpfen, Recycling-Lehm sei die beste Alternative, dann auch ganz einfach die Gewährleistungsforderungen mit übernehmen, wenn es zu Mängeln oder Schadbildern kommt.

Lehmbau ist Gott sei Dank ein Fachberuf, der in der Handwerkerordnung als Bauhauptberuf eintragungspflichtig ist.
Also für Kundschaft zwar kein Freibrief, aber für viele in dieser Betätigung mittlerweile ein Muss.


@ Der Hausdoktor

Ihre Aussage zu den angeblich sehr teuren Lehmputzen und den zu fein strukturierten Zuschlagstoffen bzw. Sieblienien, die zu Rissbildungen führen sollen, sind ganz einfach eine Aussage, die jeglicher Grundlsage entbehren.

In einem stimme ich ihnen zu, dass es zwischen den verschiedensten Herstellern, auch sehr große Unterschiede gibt und dabei auch die von ihnen angesprochenen Probleme auftreten bzw. auftreten können.

Ich weiß zwar nicht, woher sie ihre Beurteilungen heraus ableiten, aber sicherlich aus ihren Begutachtungen.

Es kommt aber auch noch auf Verarbeitungstechniken mit an und die Sachkenntnis der verschiedensten Untergrundvorbereitungen, dass keine Rissbildungen auftreten.

Ihre Betrachtung ist aus meiner Sichtweise, sind also völlig unbegründet und haltlos.


Hilft aber leider jetzt dem Fragesteller nicht so ganz weiter.
Objektivität ist wichtig, aber fachliche Kompetenz ebenfalls.



@ Herr Mühle



Zitat des Themenstarters:"...und ich möchte sehr gerne einen Lehm-oder mineralischen Putz auf das Gefache auftragen..:"

Hallo, Herr Mühle,

ich habe bei den von mir mit "altem" recycletem Lehmputz ganz gute Erfahrungen gemacht. Ja, die Oberfläche ist nicht 100% glatt und weist auch ein paar kleine Risse auf. Diese stören mich nicht und im Zweifelsfall würde ich dann noch einmal drüberfilzen oder eine fein gesiebte Schicht aufbringen.
Für den Feld- Wald- und Wiesenbauherrn, der etwas selbst in die Hand nehmen will und vor allem Substanz erhalten möchte, halte ich diese Art von Putz für ideal, auch ohne ein Zertifikat für den Baustoff. Ich denke, dass unsere Altvorderen mehr Erfahrung mit dem Material Lehm hatten als diejenigen, die heute ein Zertifikat ausstellen.
Was und wie wird denn dabei überhaupt zertifiziert?

Sie hatten mich per eMail angeschrieben und auf Probleme verwiesen, die mit dieser Art Wiederverwendung passieren können, und in Ihrer Antwort Ähnliches angedeutet:"..Habe selbst vor vielen jahren sehr negative Erfahrungen machen dürfen, obwohl ich Sachkenntnis zu dieser Zeit schon besessen hatte...."

Dann mal Butter bei die Fische: Was für Probleme können auftauchen, wenn man was nicht beachtet?



Frieden



Ich hatte mit dem Herrn auch so meinen Disput, ich find es schade und möchte dies hier ausdrücken. Ein Forum ist eine Plattform auf der man sich austauschen sollte, siehe Forumsregeln, und Hakelein sind für mich kein Austausch.
Ich setze, wenn es möglich ist, auch ab und zu alten Lehm wieder ein. Wenn wir die Augen aufmachen, werden wir feststellen, an wie vielen Stellen in zerfallenen Wänden er auf uns wartet. Dies ist für mich Nachhaltigkeit im doppelten Sinn. Manchmal muß er "nachgebessert" werden, meist ist er zu fett für unsere heutigen Vorstellungen, aber am Ende ist er auch nicht älter, als der der heute mit viel Energieaufwand aus der Grube gefördert wird.
Mit freundlichem Gruß
M. Schmidt



COOL ;o)



"...am Ende ist er auch nicht älter, als der der heute mit viel Energieaufwand aus der Grube gefördert wird..."

MADE MY DAY



Recyclen von Altlehm



ist anstrengend aber befriedigend :)
Im Zuge des Rückbaus einzelner Wände und Deckenbereiche sind bei mir 3 BigBags Stroh-Lehm-Putzgemisch angefallen. Ich habe einfach mal probehalber versucht, was man mit den Resten denn so anfangen kann.
Die Vorbereitung für die Verarbeitung ist schweißtreibend...zerkleinern der größeren Lehmbrocken und Lehm-stroh-deckenstücke in Handarbeit macht gute Oberarmmuskulatur mit etwas Gefühl für Zeit und Wassermengen, wird es aber von Mörtelkübel zu Mörtelkübel einfacher ;)
Aber dann:
Ausbessern von größeren Fehlstellen im Lehmputz - völlig unproblematisch. Das alte Stroh verbindet sich mit seiner feinen Struktur super mit der Altstruktur des Putzes und wirkt fast wie eine Armierung.
Ausflicken des alten Lehmbodens über der Lehmwickeldecke prima....
Es passt einfach gut zueinander - die noch vorhandenen Lehmstrukturen sind ja schließlich aus dem gleichen Baujahr und der identischen Grube .

Feinere Arbeiten oder Oberputz sind damit allerdings nicht gut herstellbar. Aufgrund des hohen Anteils gröberer Materialien ( kleine Steinchen, Stroh ) ist eine ebene Fläche nicht so gut hinzubekommen. Das Gemisch ist auch recht fett und reißt daher doch etwas mehr. Im Unterputz halt kein Problem.
Zum Wegwerfen find ichs definitiv zu schade.
Ich kann allerdings völlig verstehen, dass Profis nicht gerne damit arbeiten. Seehr arbeitsaufwändig und den Anforderungen der meisten Bauherren bezüglich ansehnlicher Oberflächen auch kaum genügend ;)

Für den Oberputz werde ich mich dann auch an selbstgemischtem Lehmputz versuchen. Ich hab halt Zeit und kann auf meiner eigenen Baustelle mit meinen Fehlern dann auch gut leben.
Nur Mut, Lehm ist glücklicherweise ausgesprochen geduldig.
anna



Nicht Maschinengängig



Altlehm wiederverwerten geht, allerdings nur in Handarbeit. Für die Putzmaschine ist der in der Regel aufgrund der Stroh- und Steinanteile nicht geeignet. Und man sollte alles an Farben, Tapeten, "Fremdputz" (Gips, Kalk...) vorher raussortieren. Ebenso als Putzträger verwendetes Langstroh.

Allerdings muss ich sagen dass ich den alten Lehm nur als Mörtel zum Mauern und zum Ausbessern von Löchern verwendet habe. Die komplette Wand habe ich dann mit gekauftem Lehmputz gemacht weil der von der Verarbeitung her schöner war und ich eh nicht ausreichende Mengen an altem Lehm gehabt hätte.



Hin oder her



@ M. Schmidt

...vieles hat mit Gewährleistungen auch zuz tun und das sollten sie doch am besten mit wissen.
Und zeitaufwendige Proben, Analysen oder Test's, wer will diese Zeit der Kundschaft noch mit tragen?
Realistische Fakten sollten schon mit ausschlaggebend sein.

Und mit hohem Energieaufwand produziert bzw. gefördert?
Woher haben sie denn diesen Fakt.
Meistens hat es was mit Lobby zu tun.

Wenn ein Selbstbauherr rückgebauten Lehm verwenden möchte, ist es doch sein gutes Recht.
Nur wenn ich oder meine Kollegen zur fachlichen Unterstützung gebetebn werden, sollte man schon Vor- und Nachteile kritisch ansprechen und auf Eventualitäten hinweisen.
Entscheiden, wie oder was, wird eh immer der Bauherr.

Nachfrage an den Hausdoktor:
Womit und wobei hatten sie denn einen Disput mit mir?
Nur weil ich sie mal angerufen hatte, damit wir mal sachlich als Fachleute uns zum Thema austauschten?