Gefache streichen oder verputzen

22.09.2014



Ich versuche gerade auf die Antworten bzw. eingestellten Kommentare zu antworten, das geht aber irgendwie nicht. Ich hab schon verstanden was Florian Kurz gemeint hat. Die Lehmkissen deshalb, weil kaum Regen hinkommt, ich mit Lehmputz sehr gut zurecht komme und mir der Berater von der Baywa ganz explizit gesagt hat, dass das möglich sei. Sonst hätte ich mich auf das Wagnis "Lederhose und Laptop :-)" nicht eingelassen.
Die Steine liegen ca. 1 cm. hinter der Holzkannte, um die Frage eben auch noch beantworten zu können.
Sorry, aber ich hatte definitiv NICHT vor, mir Arbeit doppelt und dreifach zu machen



Hallo Günter



Dein Beitrag ist im Archiv verschwunden,das passiert automatisch nach 30 Tagen ,dann kann man nicht mehr antworten,ist zwar schade ,wird aber seinen Grund haben.

Grüße Martin



Hey Günther



leider kann ich die Antworten auch nicht sehen, bis auf die gerade eben.
Vielleicht wurde dass ja schon gesagt, bzw. hast du es bemerkt, Silikatfarben auf Lehmputz sind völlig ungeeignet.Was auf den Lehmoberflächen halten kann sind Kalkfarben.
Die Kalkfarben bekommen Risse und du meinst sie wären zu fett/dick aufgetragen?
Das kann ein Grund sein. Weiterhin kann es sein, das der Kalk verbrennt. Also zu trockener Untergrund, zuviel Sonne, zuviel Wind.
Hier ein paar kleine Hinweise für Kalkfarben auf Lehmputzen im Außenbereich:
- Sumpfkalke verwenden, die mehrere Jahre alt sind.
- Lehmoberflächen mit Kalkmilch/Kalksinterwasser grundieren.
- Kalkfarbe ca. 1:6 (Sumpfkalk/Wasser) gründlich anrühren und die Farbe noch einmal durch ein feines Haushaltssieb durchsieben. Zudem solltes du etwas Kasein (max 5%) hinzugeben, wegen der Wasserbeständigkeit)
- Gefache damit 5-7mal Streichen und dazwischen immer warten, bis die Farbe leicht angezogen aber nicht völlig durchgetrocknet ist.
- Gefache vor direkter Sonneneinstrahlung und Wind schützen. Umso länger die Farbe trocknen kann, umso besser bindet sie ab. Geht der Trocknungsprozess zu schnell verbrennt der Kalk und bildet symetrische Risse und löst sich vom Untergrund.

Alles in allem finde ich eine Variante von Kalkfarbe auf Lehmputz im Außenbereich sehr gewagt bzw. sehr wartungsintensiv. Aber leider die einzige zuträgliche Methode deine Lehmgefache vor Witterung zu schützen. Je nach Bewitterungssituation muss man da ab und zu wieder nachbessern.

Gruß Emzet



Gefache Fehler/falsch oder blinder Idealismus



Erst mal danke an Florian Kurz für seinen treffenden Kommentar, an Emzet für die hilfreiche Beschreibung aber auch kritischer Anmerkung bezüglich Lehm und Außenwand, etc.
Nun, ich habe beschlossen, dass ich es mit Kalkkaseinfarbe tun werde.
Da das Gerüst mit gehörr, kann ich es in fünf bis zehn Jahren eben wieder aufstellen.
Und - das Gerüst muss nun so langsam aber sicher wieder weg (Nachbar hat sich schon entsprechend geäußert). Deshalb werde ich die die schnellere aber auch etwas gewagtere Variante des streichens wählen.
Für das nächste mal (auf der Hofinnenseite) weiß ich, dass ich von vorneherein Kalkputz verwenden werde und schon deshalb sind die Kommentare (Kritik) für mich wichtig = Lernwert.
An dieser Stelle einmal eine Anmerkung von mir bezüglich Fachwerksanierung im Hobbybereich:
Ist es nicht so, dass Fachwerkhäuser nur von Idealisten (gerne auch Spinner genannt) gekauft und saniert werden? Wie viele dieser anmutenden, schönen und romatischen Häuser würden der Abrissbirne zum Opfer fallen wenn nicht Spinner wie ich und andere diese Häuser liebevoll aufbereiten würden.
Solche Aktivitäten sind auch ein nicht unerheblicher Beitrag zur Erhaltung und Wiederaufbelebung traditioneller Handwerkskunst?
Ist es nicht auch so, dass durch diese "Spinner" (ich habe kein Problem damit, als solcher bezeichnet zu werden, da ich es hier im Dorf bereits bin ;-)) überhaupt diese Geschäfts- und Fachrichtungen wieder aufleben können?
Ich habe schon immer (bin seit 1999 in diesem Forum mit ner kurzen Unterbrechung) gewundert, mit welchem Sachverstand in dieser Gruppe geholfen wurde.
Dafür einen herzlichen Dank an alle (Spinner, Fachleute und Experten) die Antworten.
Kleiner Scherz am Rande:
Gäbe es uns Spinner nicht, gäbe es dieses Forum nicht gemäß dem Motto: Hier werden sie geholfen.
Bleibt bitte weiter so Idealistisch.
Mit herzlichsten Grüßen
Günter Kreuzpaintner



Das ist aber nett geschrieben



Da ich selber mein Hobby zum Beruf gemacht habe, zähle ich mich zu den Megaspinnern...doch wer zuletzt lacht, lacht am besten. Hier einige Impressionen, die den Anfangs als Spinner bezeichneten, zum Helden des Dorfes gemacht hat, denn alle (z.T. auch echt alten Hausgefüge) Häuser im alten Ortskern, sind derart verschandelt, dass man sich die nicht mal durch ne Schweißerbrille anschauen kann.
Leider hats mit den Impressionen nicht so geklappt. Hier ein Bild nach der Restaurierung des Fachwerks. Flechtwerk mit Lehmbewurf und Ziegelausfachungen. Der Lehm und die Ziegel an der Traufwand sind mittlerweile mit einem trocken gelöschten Kalkspatzenmörtel verputzt. Der Giebel bleibt backsteinsichtig.



Megaspinner



unter sich ,Tolle Arbeit MZ!

Ich hab ja auch schon damit geliebäugelt Fachwerksanierung professionell zu betreiben aber mit 43 noch mal inne Lehre?

Grüße Martin



Danke



Soetwas kann man heutzutage leider nicht in einem Lehrberuf vermittelt bekommen. Weder bei einer Lehre noch bei einer Meisterausbildung, geschweige denn in einem Studium bekommt man heute alte handwerkliche Techniken und deren Sinn vermittelt. Grundlagen bekommt man nach dieser Tortur durch Aufbaustudiengängen etc. wie z.B. Restaurator im Handwerk, Techniker für Baudenkmalpflege oder Masterstudiengängen für Bauwerkserhaltung oder Denkmalpflege. Aber alles nur Grundlagen. Ich hab mittlerweile 20 Jahre Berufserfahrungen (mit entsprechender Grundlage) mit Altbauerhaltung und in meinem Bereich auch schon viel falsch gemacht. Die Sanierung die du hier siehst ist auf Low-Budget-Ebene. Natürlich habe ich hier viel selber gemacht...aber Fachwerkrestaurierung über ein Fachseminar eingestielt, Materialien (Backsteine) wiederverwendet. Lehm aus der Lehmkuhle geholt und aufbereitet, Kalk selber gelöscht (trocken und sumpfen) etc. etc.