Gefache Sanierung - Alternative zu Dreiecksleisten zur Stabilisierung

01.06.2016 Markus Tauber



Hallo in die Runde,
es stellt sich mir folgendes Problem: Die Ausfachungen eines Fachwerkhauses sollen stabiliesiert werden, hiebei können die herkömmlichen Dreiecksleisten nicht verwendet werden, ohne die Gefache komplett zu entfernen, da zum Holzfachwerk hin nur variierende Randfugenbreiten zur Verfügung stehen. Im Durchschnitt sind die Fugen breit genug (2cm) um am Rand eine Dreiecksleiste anzubringen, alleredings verjüngen sich die Fugen auch und die Steine reichen bis ans Holz heran. Hier kann nicht mit einer Dreiecksleiste gearbeitet werden.
Tja was tun um die bestehenden Ausfachungen bestmöglichst mit Lehmbewurf in einem ersten Schritt von innen zu stabilisieren?

Bestand:
Es handelt sich um ein Fachwerkhaus von 1870 ohne Denkmalschutzauflagen. Folgender Wandaufbau liegt vor:
Fachwerkwand 15cm; Ausfachung - Granitbruch + Kalkmörtel; Kalkinnenputz ist abgeschlagen, die Fugen sind ca. 2cm ausgekratzt; die Ausfachungen sollen mit Lehmverputz ausgebessert und stabilisiert werden; es soll eine 4 cm starke Holzweichfaserplatte zur Innendämmung angebracht werden.


Vielen Dank,

Markus



Dreiecksleisten



nachträglich in das Gefach einbringen ist quasi unmöglich ohne das Gefach neu zu Mauern.
die Dreiecksleiste sitzt ja in der Mitte des Balkens und die Steine bekommen , bestenfalls eine Nut und werden Formschlüssig mit der Dreiecksleiste vermauert . eine Dreiecksleiste von innen Vor das Gefach zu schrauben hat nicht den gewünschten Effekt.

Wackeln denn die Gefache ?
Greets Flakes



Gefachausmauerung



Wenn keine Dreiecksleisten eingesetzt wurden dann gab es eine andere Art der Sicherung: Die Balken wurden an den Innenseiten ausgespänt, also eine Nut eingeschnitten. Beim Ausmauern konnte sich so ein Mörtelschloß bilden- das setzt aber ordentlichen, festen hydraulischen Mörtel voraus. Wenn so etwas aus finanziellen Gründen nicht eingesetzt wurde brechen die Mörtelnasen einfach weg. Ich habe schon gesehen das die Mauerscheiben im Gefach später mit Holzkeilen festgeklemmt wurden. Beim Aufbau des Putzes könnte eine durchgehende beiderseitige Putzarmierung für den nötigen Halt sorgen. Das Armierungsgewebe kann man zusätzlich am Holz antackern.
Sonst sehe ich nur eine ordentliche Lösung: die wackelnden Gefache ausbauen und erneuern.



Gefache stabilisieren ohne Dreiecksleiste



Ich denke ich muß nochmal den Wandaufbau konkretisieren:
Vorgesehen ist auf der Innenseite einen 4cm Holzweichfaserplatte aufzubringen; als Putzoberflächen innen Armierungsgewebe, Lehmunterputz und Kalkoberputz; Außen soll der vorhandene Zementputz entfernt werden und das Gefach, nachdem es von der Innenseite stabilisiert wurde, Flächenbündig mit den Fachwerkbalken mit Kalkputz verputzt werden. (Die Balken sollen außen nicht überputzt werden.)

Liegt so durch die Innendämmung und das Gewebe auf der Dämmung genügend Halt für das Gefache vor, auch ohne Dreiecksleiste?
vor allem aber Folgende Frage:
Ist mit der Gefahr einer starken Durchfeuchtung der Wand von außen zu rechnen (da keine Dreiecksleisten verwendet wurden und das Gefache nur stabilisiert wurde) und sich so ein Spalt zwischen Gefach und Balken ergeben wird?

Ich denke von innen ist der Aufbau stabil aber von außen ergeben sich Probleme? Ist das so?
Welche Möglichkeiten bieten sich mir wenn ich das Gefache stabilisieren will -> also keine Dreiecksleisten verwenden kann und von außen die Balken nicht überputzen will?


Danke für eure Ratschläge

Markus



Innendämmung



Wenn der vorhandene Innenputz (mit Zementputz arbeitet innen niemand)fest und eben ist sollte er dranbleiben, Fehlstellen kann man ausbessern.
Keinen Materialmix beim Putz, entweder nur auf Kalkbasis oder nur Lehm. Was möglich ist: Lehmoberputz auf Kalkunterputz.
Wie außen bei Sichtfachwerk zu verfahren ist hängt von der Bewitterung und vom aktuellen Zustand ab.
Innendämmung bei Sichtfachwerk sollte mit einer Wandheizung kombiniert werden.