Gefache

28.09.2003



Liebe Gesprächspartner und -partnerinnen! Mein Haus ist 1980 als Neubau fertig gestellt worden. Der Architket hat die Vorderfront als FAchwerkkonstruktion gestaltet, allerdings jedoch ohne besondere statische Funktion. Es nimmt ledilich die Fenster und die KS-Steine der Gefache auf. Das Fachwerk hat also "nur" ästhetische Funktion.
Fas Problem: Die KS-Steine der Gefache sind mit einer Silikonmasse mit dem Holz verbunden worden. Alle Balken sind in 20 Jahren morsch geworden. Das in die Steine eingedrungene Wasser ist offensichtlich nicht wieder auf dem gleichen Weg ausgetreten.
Ich muss nun die faulen und morschen Balken erneuern lassen. Frage; Wie fülle ich die Gefache aus. Ein Vorschalg lautet: 20cm Styropor-Platten + Putz auf ein Gitter aufgragen. Der Putz tritt erhaben aus dem Gefach aus. Die Methode erfülle die Anforderungen der Wärmedämmung und sei unverwüstlich ... ... .... Ich bin Laie und ein gebranntes Kind. Was ist zu tun?





Weil die Frage immer wieder aufkommt, zum Merken ein Gedicht: Holz und DICHT verträgt sich NICHT. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Holz statische Funktion hat oder nur zum Anschauen da ist: Wenn es nicht mehr atmen kann, geht es kaputt. Also Finger weg von allen Dichtmassen und Kunststoffen. Mit Styropor kommen Sie vom Regen in die Traufe. Mauern Sie die Gefache mit Lehmsteinen aus (keine Grünlinge) oder auch Ziegelsteine oder Liapor, mit Kalk- oder Lemmörtel, obendrauf dann einen reinen Kalkputz (kein Zement). Die "Abdichtung" zwischen Holz und Steinen erfolgt mittels Dreikantleisten. Und wenn der Putz erhaben austritt, trítt das Wasser schnelle ein - also lieber bündig putzen oder nur leicht kissenartig vorgewölbt.
Gruß gf



Ihre Antwort vom 28.9.03



Lieber Herr Flegel,
für die schnelle Antwort sei Ihnen zunächst sehr gedankt. Die "Lösung", die ich Ihnen nannte, stammt von einem "Restaurator", der mit einem Zimmermann zusammen arbeitet und über "Jahrzehnte lange" Erfahrung verfügt etc.. Natürlich ziehe ich den jetzt in Zweifel. Ich wäre auch froh, wenn ich als Laie (natürlich habe ich keine zwei linken Hände) Gefachauskleidungen unterschiedlchster Art einsehen könnte. Gibt es vielleicht irgendwelche Links dazu?
Nochmals Dank also! Ein Fiasko das beschriebene möchte ich nicht noch einmal erleben.
Gruß
Friedhelm Schell



ach Du liebe Güte *diehändeüberdemkopfzusammenschlag*



Hallo Herr Schell, ich muss Herrn Flegel Recht geben. Auch wir hatten einen Architekten, der die Gefache mit Ytong ausmauern wollte. Was so um mich herum geschieht, ist wirklich traurig, vor allem, wenn sich Ihr Restaurator auch noch Restaurator nennt. Eigentlich gehört er verklagt. Wenn das Wasser, das in die Gefache eintritt, ungehindert wieder abgegeben werden kann, dann ist das kein Problem. Das Problem liegt daran, dass, wenn man die Gefache dichtschmiert - oder mit Styropor zumacht, dann kann das Wasser nicht mehr nach draußen und das Holz gammelt wieder. Lehm ist eigentlich das Beste für Holz, denn es nimmt die Feuchtigkeit auf und gibt sie gleichmäßig wieder ab. Ytong wäre wie ein Schwamm, würde die Feuchtigkeit aufsaugen und bei sich lassen. Styropor kann nichts aufnehmen, das Wasser lagert dann zwischen Holz und Styropor - und fault schön brav vor sich hin. Vielleicht können Sie sich an den hessenpark (www.hessenpark.de) oder Herrn Schillberg, der auch ein sehr interessantes Buch über Fachwerksanierungen geschrieben hat - bei der Firma Tex-Bis Naturbaustoffe wenden. Grüße Annette





Hallo Herr Schell, klicken Sie mal in www.amazon.de auf Bücher und Suche Fachwerk - da finden Sie eine ganze Reihe schöner und auch preiswerter Bücher, um sich das Grundwissen anzueigenen (z.Zt. ein Sonderangebot - zwei Standardwerke für zusammen 67 €). Wenn Sie sich etwas anschauen wollen, dann fragen Sie mal Fachwerker wie U. Mühle hier im Forum, wo es zur Zeit Sanierungsbaustellen gibt. Eine andere Möglichkeit wären die Freilichtmuseen in Deutschland, die vielfach alte Häuser in alter Technik wieder aufbauen. Oder fragen Sie ab und zu mal im Forum - vielleicht öffnet ja einer der Teilnehmer gerne mal sein Haus/seine Baustelle für Sie. Und nehmen Sie Ihren "Restaurator" mit. Recht hat er in einem Punkt: Styropor ist wirklich unverwüstlich. Das überdauert jedes Haus um Jahrtausende ...
Gruß Günter Flegel



Fachwerkgefache und kein Ende



Liebe Leute,
für mich ist die Rückmeldung ein echtes Erlebnis. Ihnen allen sei noch einmal herzlich gedankt. Auf alle Fälle werde ich jetzt mal nichts überstürzen und die Herrschaften, die meine Fassade erneuern möchten, mit www.fachwerk.de bekannt machen. Noch einmal Gruß und Dank erst einmal.
Friedhelm Schell