Füllungen für Gefache

24.03.2007 Beppi


Hallo,

Wir haben die Gefache in unserem Haus weitgehend mit Heraklith + Kalkputz und dahinter Wärmedämmung (Flax) gefüllt, so wie es z.B. Heraklith und Fraunhofer empfehlen.
Der Handwerker möchte aber das gleiche an der Straßenfassade nicht machen, weil "Da muss nur ein Besoffener dagegentreten, dann habt Ihr ein Loch in der Wand."
Da Heraklith + Putz nur ca. 4cm dick sind, und wir von Besenwirtschaften umgeben sind, ist das tatsächlich nicht von der Hand zu weisen.
Gibt es Möglichkeiten, diesen Aufbau haltbarer, fester zu machen? Welche anderen Aufbauarten kann man wählen.
Es handelt sich nur um ca. 4m Fassade im Erdgeschoss.
Lehm ist den Aufwand nicht wert für die kleine Fläche (unser Handwerker müsste ihn 50km entfernt holen und sich in Lehmbau unterweisen lassen), also hat er Ziegel vorgeschlagen. Ist das in Ordnung?
Innenwände (wo keine Temperaturunterschiede und daher kein Kondenswasser auftreten) haben wir mit Porenbeton gefüllt.

Viele Grüße,
Frank



na ich bin da skeptisch ...



... mit Ihrem Aufbau der FW-Wände - auch wenn das
"Heraklith und Fraunhofer empfehlen..."
zahlen die dann auch die entstandenen Bauschäden?

Wenn das mal gut geht???!!!!

Warum nicht klassisch-modern mit Lehmsteinen und dann Kalkputz drauf????

Und das mit dem Porenbeton ...

Wenn Ziegen dann nicht porosierte vollsteine mit Lehmmörtel oder Luftkalkmörtel vermauert - keinen Zement!

FK



Füllungen für Gefache



Ich rate Ihnen an der Straßenfassade auch zu Ziegeln, entweder verputzt oder als Sichtmauerwerk. So ist Ihre Fassade resistenter gegen Pinkelbrüder. Thermische und hygrische Probleme sollten mit einer diffusionsoffenen Innendämmung zu lösen sein.

Viele Grüße
Georg Böttcher





Zu FK: NICHT porosierte Ziegel sind nach meinen Recherchen diffusionsdicht (m>10) und haben daher im Fachwerk nichts zu suchen. Ich nehme an dies war ein Tippfehler und sie meinten porosierte Ziegel.

Verwirrend ist aber (für mich), dass der allseits geschmähte Porenbeton (genauso wie Poroton) mit m=5 ähnlich diffusionsoffen ist wie Holzweichfaserplatten.
Weiss jemand, wo ich Daten über die Kapillarität der verschiedenen Materialien finde?

Ich bin Wissenschaftler und verlasse mich lieber auf Daten als auf das Bauchgefühl der Altvorderen (die zahlen Bauschäden im Zweifelsfall nämlich auch nicht!).

Viele Grüße,
Frank Berauer



da haben Sie recht ...



.... dass die Altvorderen auch nicht zahlen ...
das muss ich Ihnen zugestehen.
Allerdings werden Sie mit dem Satz: verlasse mich lieber auf Daten als auf das Bauchgefühl der Altvorderen wahrscheinlich auf den Bauch fallen, denn die machten es nicht mit "Gefühl" sondern mit Erfahrung von Generationen und nicht mit diener Hand voll manipulierter und oder fehlinterpretierter "Rechenwerte"!
Glauben Sie wirklich, dass die DIN-Rechner wissenschaftlich handeln und rechnen ohne an deren Brötchengeber zu denken?

... und wenn ich Ihnen jetzt sage, dass die Fugen der Gefache (ausser bei Lehmgefachen) dort für die Entfeuchtung sorgen und die "Kapillarität" dort relativ irrelevant ist, "glauben Sie das auch nicht, weil es keine "Wissenschaftlichen Beweise dafür gibt ...

Handeln Sie nach Ihrem Wissen und Gewissen - uch ich mach es nach meinem ... mal schauen, wer weniger Bauschäden hat nach Jahren ....

frohes Schaffen

FK



Schön,



aber was spricht dann eigentlich noch gegen Porenbeton?

Ich habe nichts gegen Erfahrung, aber begründbar muss sie sein, denn auch früher wurde viel Mist gebaut.

Nun habe ich für Lehm bisher nur das Argument der Kapillarität gehört, das Sie aber gerade als nicht so wichtig hinstellen, und die Diffusionsoffenheit ist plötzlich auch ganz vernachlässigbar.
Ich muss ehrlich sagen, sie verwirren mich.
Gibt es denn irgendwelche belegbaren Materialkennwerte, die Sie akzeptieren?

Können nicht vielleicht ein paar andere Experten in diesem Forum sagen, was Sie empfehlen?

Viele Grüße,
Frank



Füllungen für Gefache



Hallo Frank,
leider habe ich keine Zahlen,die etwas aussagen...ääh...-

$ haben Sie sich schon Gedanken gemacht welchen Dünnbettmörtel,Kleber Sie zum mauern verwenden wollen?
$ vor dem Grundputz soll vorgenässt werden; machen Sie das nach Gefühl oder nehmen Sie sicherheitshalber eine Grundierung?
$ wird ein weiterer Voranstrich,Grundierung für den deckputz benötigt?
$ Muss ein Kellenschnitt beim Balken gemacht werden,wie sieht überhaupt der Anschluss zum Holz aus?
Wie ist die Eigenschaft dieser Kombination aus allem?

Ach ja .. bei den Herstellern und Vertrieben habe ich nicht gerade viel gfunden über Fachwerk...

Für mich kligelts nicht grad überzeugend,also würde ich die Tradition wählen.
Ist für den Maurer sicher auch einfacher,hätte er sonst Ziegel vorgeschlagen?

Grüße
Mladen



schon mal mit Leichttonmörtel zu tun gehabt?



Ich habe in der Vergangenheit bei zwei Fachwerkhäusern die Gefache mit dem Leichttonmörtel von Bayosan verfüllt. Das erste Fachwerkhaus habe ich vor 12 Jahren, das zweite vor etwa 6 Jahren damit bearbeitet und bin von den Eigenschaften auch nach der Langzeiterfahrung recht angetan.