Kaminrohrdurchführung Lehmgefach

29.07.2013 seiklmeikl



Kann man ein Kaminrohr durch ein Lehmgefach führen, ohne das ganze Gefach herauszunehmen und modern auszufachen? Ein Freund von mir hat vom Schornsteinfeger dies als Empfehlung (äh... der muss es ja auch am Ende abnehmen) bekommen. Würde es nicht reichen, eine Durchführung in der notwendigen Rohrstärke vorzunehmen, plus allem, was so an Sicherheitsabstand, Isolierung und so nötig wäre? Dafür muss es doch anerkannte/vorkonfektionierte Lösungen geben, oder ist Kaminrohr durch Lehmgefach ein no-go (Schornsteinfeger: da ist doch Stroh drin)? Das was dem PRoblem am nächsten kommt, wäre wohl das hier: http://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/rohr-wanddurchfuehrung-202639.html



Ja klar gibt...



... es sowas auch vorkonfektioniert, z.B. von Schräder, auf Basis von Glasfaser/Vermiculit als Dämmstoff.
http://schraeder.com/cms/upload/Downloads/Wanddurchfuehrung/Wanddurchfuehrung_TP_JUNI_2010.pdf

...Ist nur ein Beispiel und keine direkte Produktempfehlung...

Ansonsten gilt halt grundsätzlich zunächst ein Mindestabstand von 20 cm zu brennbaren Materialien... ob das Stroh im Lehm dazugehört?...
Schade, dass der Schorni sowas nicht drauf hat und dann gleich den großen wandchirurgischen Eingriff fordert... Entweder ist er zu jung oder zu eingefahren...

MfG,
sh



Es kommt auch



drauf an mit welcher Lehmtechnik das Gefach ausgefacht ist. Wenns mit Staken ist, wirds in der Ausführung schwierig (aber machbar)und das Problem mit dem Stroh, wie Sebastian Hausleithner schon schreibt. Unproblematisch ist es mit Lehmsteinen ohne Stroh.
Ralph Schneidewind



Danke



Vielen Dank für den Link und die grundsätzlichen Infos. Ist es pi-mal-daumen wohl kostengünstiger eine Durchführung wie von Schraeder (sagen wir 400,-) unter Erhalt des Lehmgefaches zu verbauen oder eine konventionellere Durchführung unter Neuausfachung mit Lehmbausteinen durchzuführen?



Kamindurchführung



Aussparung im Gefach, Zwischenraum von Rauchrohr und Lehmstein mit Steinwolldämmung aufgefüllt.

Hat der Schornsteinfeger bei mir so abgenommen.

MFG Danilo



Nochmal zur Ausfachungsfrage...



Hallo Ralph,

im Moment ist die Wand noch glatt verputzt, über den Aufbau und die Balkenlage ist noch nichts bekannt. Wie wäre denn vorzugehen, wenn man den Durchbruch mit z.B. der vorkonfektionierten Schraeder-Lösung bewältigen wollte? Im Falle von Staaken zerstört man ja wie von dir angedeutet den Verbund - kommt es da auf den übrigen Zusammenhalt/Zustand der Ausfachung an oder eine geschickte Wahl der Lage oder was sonst?

Beste Grüße,
Michael



Hallo Michael,



es ist nicht nur so, dass abgesägte Staken den Verbund des Gefachs destabilisieren. Staken sind aus Holz und um die drum rum ist Stroh und Lehm. Der Schornsteinfeger will ja einen Mindestabstand von brennbaren Materialien zum Ofenrohr.
Wenn Du den einhältst, kannst Du den Stakenverbund mit angeschraubten Querlättchen stabilisieren. Aber: Du hast dann ja immer noch den Mindestabstand zum Rohr zu füllen.
Ehrlich gesagt, ich würde da keine Zirkuskunststücke vollführen, sondern die Staken rausschmeißen und das Gefach bis ans Ofenrohr mit Grünlingen ausmauern.
Ralph Schneidewind
P.S.: Strohlehm brennt zwar nicht gut ( in Wales und Cornwall wurden an alten Häusern auch Schornsteine geflochten und mit Lehm verputzt), aber ein Schornsteinfeger akzeptiert sowas nicht.



Durchbruch



Wir haben auch ein Rauchrohr durch s Gefach gelegt,allerdings war der Kamin auf der anderen Seite noch ein Stück weit weg,ich hab ein altes Steingutrohr genommen und das Rauchrohr da durch geführt.
So kommt das Rauchrohr mit nix brennbarem in Kontakt.

Grüße Martin



OK, danke für die Ergänzung



Das interessante an der Schraeder-Lösung ist ja aber u.a.:

"Eine spezielle Zusammensetzung erlaubt es, dass die Aussenseite der Wand-, Decken- und Dachdurchführung brennbare Bauteile direkt berühren kann."

Von daher würde ich immer noch anstreben, die alte Füllung zu belassen, sofern einem das eben nicht entgegenbröselt.

Beste Grüße,
Michael



Hallo Martin,



naja, aber der Schornsteinfeger muss die Lösung ja abnehmen - ich glaub, ein Steingutrohr wäre dem wohl nicht genug...

Minimum ist ja wohl die Lösung wie mit den Lehmbausteinen, also Abstand drumherum und dann nix brennbares.

Michael



Mir



hat s der Schorni abgenommen :)



Im Endeffekt muss...



... der Schorni die Abgaswegführung unter Berücksichtigung der einschlägigen Regelungen und Vorschriften individuell abnehmen, daher macht es Sinn, sich mit ihm im Vorfeld zu unterhalten, was denn genau gefordert wird und wie man das baulich umsetzen kann.

Die Lösung mit einer zugelassenen fertig konfektionierten Wanddurchführung dürfte im Endeffekt preiswerter kommen, wenn die Arbeit vergeben wird, als irgenwas gespechteltes.
Beim Selbermachen wird es andersherum sein...

MfG,
sh