Gefach verankern

20.02.2011



Hallo an alle,

mein Problem ist nicht akut, ich möchte es aber dennoch zeitnah angehen. Wir haben das ca. 15 Jahre alte Fachwerkhaus vor ca 2 Jahren gekauft. Das Problem ist jetzt, das rund um das Gefach (verklinkert 11,5 cm) die Fugen allmählich abbröckelt und erneuert werden müssten. Bei näherer Betrachtung ist jetzt aufgefallen, das das Gefach teilweise leicht schräg steht bzw sich leicht abgesenkt hat und sich beim kräftigen dagegenstemmen mit 2 Leuten wieder ca 5 mm nach Innen schieben lässt. Im Moment weiß ich noch nicht wie und womit das Gefach verankert wurde. Wenn ich die einzelnen Gefache wieder in Position bringen kann, gibt es dann irgendeine Möglichkeit das Ganze nachträglich mit dem Fachwerk zu verankern ohne das Gefach zu entfernen?

Vielen Dank im Voraus



Wenn die ...



Gefachseiten mit einer 3-Kantleiste ausgestattet sind, kann ev. mit einem Neuvermörteln der Anschlußfugen wieder Stabilität hergestellt werden. Wenn nicht, hilft nur basteln, z.B. Fugen auskratzen, lange Sparrenschrauben in die Fuge/in das FAchwerk setzen,neu verfugen o. s. ä. Wenn die Fugen bröckeln, dann wahrscheinlich latent überall, in der Anschlussfuge und in Stoß- und LAgerfuge. Dann muss grundsätzlich neu verfugt werden - kein Zementmörtel verwenden. Was bedeutet "verklinkert?". Sind Klinkerplatten ("Riemchen") außen aufgebracht ? Dann wäre das Gefach ziemlich dampfdicht nach außen abgeschlossen und Feuchtigkeit kann schlecht entweichen aus der Konstruktion.



Bei der laufenden Sanierung



des Wasserschlosses in Unsleben (Kreis Rhön Grabfeld) befestigen die Restauratoren die losen Gefache mit kleinen Eichekeilen.

Viele Grüße



Vielen Dank



für die Antworten,

3-Kantleiste - kann ich im Moment noch nicht sagen, ist ja nicht zu sehen. Ich kann mir aber auch nicht so richtig vorstellen, wie sich das Gefach mit dieser Art von Anker bewegen soll?

"Eichekeile" - habe ich auch schon in Betracht gezogen, klingt für mich auf jeden Fall sinnvoll.

Zum Verfugen wurde mir ein PET-Kunststoff (versetzt mit Quarzsand) empfohlen, einfach um mehr Flexibilität zu erreichen. Habt Ihr damit Erfahrung?





Hallo,

ja es gibt reeichlich Erfahrungen mit Plastik-Holz-Kontakten:
das Plastik überlebt.
Die Sache mit den Eichekeilen ist gut und richtig. Zusätzlich können Sie die Fuge "kalfatern", aber bitte fester als im Bootsbau, weil die Elastizität beim Gebäude nicht nötig ist. Sie benötigen dafür Stopfhanf, den es in 30 Liter-Gebinden gibt und drücken ihn mit einer breiten Schraubendreherklinge und einem Hammer gut fest ein. Die verbleibende Fuge von bis zu 2 cm Tiefe außen vermörteln Sie mit einem wasserabweisend eingestellten Kalkmörtel.

Grüße vom Niederrhein



Vielen Dank



so langsam bekomme ich ein Bild von dem was vor mir liegt, wenn noch Vorschläge da sind, immer her damit



Noch mehr Fragen,



habt Ihr noch ein paar Tipps bzw. Erfahrungen zum verfugen?

Sollte der Mörtel in mehreren Schichten aufgetragen werden oder in unterschiedlicher Körnung?
Ist es Sinnvoll noch irgendein Gewebe einzubringen?
Hat vielleicht jemand etwas Anschauliches zum Thema Kellenschnitt z.B. Bild, Video, ...

Dank im Voraus



Hallo,



bin wieder da. Ich habe jetzt begonnen die alten Fugen zu entfernen und ca 2 cm tief auszuarbeiten. Bei meiner Arbeit habe ich gesehen, das in das Gefach Metallbänder vermauert und mit dem Fachwerk verbunden sind. Es ist also eine Verankerung vorhanden. Komisch ist nur, dass sich das Gefach trotzdem abgesenkt hat. Es ließ sich allerdings an allen Stellen wieder in die richtige Position zurück führen. Damit das auch so bleibt, habe ich mich für Hartholzkeile entschieden. Jetzt habe ich noch zwei Fragen:
1. Welchen Fugenmörtel könnt Ihr empfehlen und
2. die Fuge wird ja nur ca 1.5 cm breit, macht da ein Kellenscnitt sinn ?

Vielen Dank