Geeignete Untergrund für Dusche und Badewanne auf Holzbalkendecke

10.07.2015 DWass



Hintergrund: 1FH Baujahr 1882. Bad im 1OG mit 10qm. Wegen Wasserschaden und schlechte Plannung/Ausfuehrungen beim Vorbesitzer(n) muss jetzt alles raus und neugemacht werden. Balken scheinen noch intakt. Balken sind ungefaehr 18x18 mit 40 bis 50 Abstand. Zwischen die Balken ist Lehm/Stroh mit Sand oben drauf. Alles OK. Orginal Dielen sind noch da, aber teilweise beschädigt. Muss raus.

Mein Plan ist (alte) Pitch Pine N+F Dielen zu installieren, direkt auf dem Balken verschraubt. Geschliffen und dann geölt. Ich muss eine Dusche und eine Badewanne installieren und so fängt meine Zweifel an, eine geeignete Untergrund fuer die Dusche/Badewanna zu finden.

Die Dusche wird in eine Ecke gebaut, und die 2 Wände gefliest. Es kommt keine Bodenebenedusche in Frage. Ich möchte keine Tür in die Dusche haben (Frau sagt die sind schwierig sauberzumachen). Ich dachte eine kleine Trennwand zu mauern aus Porenbeton oder änliches, mit Fliesen drauf, und eine Duschvorhang.

Die Duschtasse/wanne direkt auf dem Dielen zu stellen ist eine Möglichkeit. Die Dielen rauszuschneiden, OSB Platte auf die Balken zu verschrauben wäre auch eine Möglichkeit. Eine OSB Platte auf die Dielen zu verschrauben wäre auch eine Möglichkeit. Ob ich ein Porenbetonwand direkt auf die Dielen mauern soll ist auch eine Frage. Hier suche ich Rat.

Bei der Badewanne sind die obige Fragen änlich.

Ideen sind wilkommen. Vielen Dank für die Hilfe.



genau



wegen der Wasserschadengeschichte empfehle ich jeden, Dusche und Badewanne im EG einzubauen - auch in Hinsicht auf mögliche spätere Nutzung mit "Steigproblemen" an der Treppe - wieviele Menschen landen jeden Tag im Rollstuhl oder haben eine Knie-OP. Als Untergrund würde ich LEVIS-Platten für Fliesen auf Estrich nehmen - aber nie einen Duschvorhang und gemauerte Wände - dann eher Trockenbau. Aber die Gründe der Sauberhaltung gegen das Risiko des Duschwassers auf dem Fußboden aufzurechnen - Grübel .....



Bad mit Holzboden- Konstruktionshinweise



Ich habe vor fast 20 Jahren in einer vermieteten Wohnung auf 100 Jahre alter Holzunterkonstruktion
neue geölte Pitchpine-Dielen verlegt und darauf
eine freistehende Badewanne und eine Dusche installiert.
Der Boden könnte ggf noch gewachst werden wodurch die evt Fugen mehr gefüllt würden.

Die Dusche ist 2-seitig verfliest, eine Seite mit Glaswand, vorne große Dreh-Glastür.
Generell möglichst eine stabile freitragende Dusche mit direkt daran befindlichen Glaswänden/Tür verwenden, sodas sich Bewegungen des Untergrundes nicht auf die Dichtigkeit auswirken. Acrylwannen sind viel instabiler als Stahlemaillewannen.

Bisher ohne jedes Problem.
Warum sollte eine aus einer Scheibe bestehende Glastür schwer zu reinigen sein ?
Bei der Dusche würde ich auf gute Qualität der Abdichtung- besonders der Tür-achten, da diese am stärksten durch Spitzwasser belastet wird.

Der Fußboden kann wie bei jedem Schiff aus Holz bestehen, nur auf gute Nut-und-Feder Passung achten.
Bei Feuchtigkeit würde das Holz ohnehin aufquellen und dadurch die Fugen abdichten- wie bei jedem Wein- oder Wasserfaß.

Wenn noch dichtere Fugen gewünscht werden könnten Dichtmassen aus dem Bootsbau wie von Sikaflex o.ä. für die Fugen verwendet werden, die dann allerdings breiter sein müßten. (oder die Federn länger- ggf nachfräsen)

Unter Fußleisten könnte Kompriband verlegt werden und diese uU noch zusätzlich abgedichtet werden.

Wer mit ständigen Überschwemmungen rechnet oder generell Pessimisten können unter den Dielen (phenolharzgebundene) Siebdruckplatten verlegen, Fugen zwischen den Platten und zu Rändern wieder mit Kompribändern oder Sikaflex oä Abdichten und darüber eine ca 1 mm dicke EPDM-Folie vom Flachdach- oder Teichbau lose auslegen,
an den Rändern bis über den Fußbodenbelag hochziehen
und alle Leitungs- und Rohrdurchführungen zB mit Schlauchschellen abdichten.

Installationen würde ich in Vorwandmontage über der Abdichtung Verlegen und weitestgehend auf dem Boden/den Wänden anordnen, damit evt Undichtigkeiten sofort sichtbar sind.

Als Wanne kann auch eine günstige Standard- Stahlemaillewanne verwendet werden, wenn man selber Füße daruntersetzt und festklebt,
zB aus entsprechend dem Wannenprofil ausgeschnittenen dickeren profilierten Brettern.

Bei entsprechender Planung und Ausführung funktioniert ein Bad mit Holzboden schadensfrei und man hat den Vorteil, immer einen fußwarmen Boden zu haben, es ist rutschfester und sicherer und sieht nicht aus wie die üblichen 'Naßzellen' (nomen est omen) und wirkt dadurch eher wie ein Wohnraum.

Andreas Teich





Unter die Dielung OSB verlegen und darauf die Abdichtung. Dann die Dielung verlegen. Bodengleiche Duschen ist bei Holzbalkendecken kein Problem. Vorausgesetzt das Fallrohr ist mit Gefälle innerhalb der Balkenlage erreichbar oder deas Ablaufrohr lässt sich darunter in einer abgehängten Decke verstecken.
Die Stahlwanne hab ich fest an der Wand mit Wannenhaltern verschraubt damit dort die Fuge durch Bewegung der Holzbalken nicht reißen kann.



Es geht um den Untergrund



Danke Olaf, aber das Haus hat 250qm und da ist schon ein kleines Bad (Dusche, WC, Waschbeken) im EG. Wir brauchen unbedingt ein zweites Bad im Haus. Es ist sicher moeglich ueber die Holzbalken Estrich zu legen (trocken oder nass) und fachgerecht abzudichten und zu fliesen. Ich moechte dass aber nicht. Ich habe keine Problem mit ein bisschen Wasser auch dem Holzboden, das ist nicht das Thema.

Meine Sorge ist ueber die geeignete Untergrund fuer die Badewanna und die Dusche. Ich weiss nicht ob es mehr Sinn macht die Badewanne/Dusche direkt AUF die Dielen zu installieren, oder ob es mehr Sinn macht irgendandere Konstruktion (OSB, Trockenestrich/Fermacell, o.a.) als Untergrund auf die Balken zu verlegen um eine Solide, nicht biegbar, nicht bewegende Basis fuer die Wanneninstallationen.



Ich hab das ja so ohne OSB bei mir gemacht



und ich würde es nicht wieder tun.

Das Risiko das ein wenig permanent eindringendes Wasser deine Holzbalkendecke zum Biotop werden lässt, ist eben vorhanden. Die OSB+Abdichtung kostet nicht die Welt.
Zumindest im Vergleich zum Öffnen der Decke und Tausch von Balken wenn dann doch was sein sollte.



Bad



Meine Empfehlung:
Die Installation in einer geeigneten Vorwand einbauen, z.B. GIS o.ä.
Für die Dusche einen industriell vorgefertigten Träger, z.B. Illbruck, Lux o.ä. verwenden.
Die gibt es mit und ohne eingebautem Ablauf.
Empfehlenswert ist entweder mit (Ablauf im Boden) oder ohne (Ablauf in die Wand).
Den Boden des gesamten Bades, die Wände im Nassbereich ausreichend hoch und die restlichen Wände ca. 10 cm hoch mit Elastogum o.ä. streichen.
Bei Fragen melden, in meinem Account sind Fotos hinterlegt.
Unter dem Stichwort "bodengleiche Dusche" sind weitere Ausführungen.
Eventuelle Abtrennungen als Metallständerwand ausführen.
Ein billige Kunststoffduschtür ist sicher schwer zu Reinigen.
Eine rahmenlose Glastür ist äußerst pflegeleicht.
Die Wanne freistehend einbauen.
Eine Duschtasse herkömmlicher Art ist ungeeignet. Die Anschlüsse sind nicht dauerhaft dicht.
Der oben beschriebene Aufbau ist dauerhaft dicht.

@ Olaf aus Sachsen
Das Thema hatten wir schon und da sind wir unterschiedlicher Meinung.
Sollte ein Wasserschaden eintreten, stelle ich den bei einem nichtunterkellertem Bad sehr viel später fest als in einem Etagenbad.
Das Argument mit der Behinderung greift nicht.
Dann müsste man den gesamten Wohnbereich ebenerdig haben und die oberen Räume wären nutzlos.
Fachwerkhäuser als Bungalows sind eher selten;-))



@H-P E.



nicht alle Räume ins EG, aber die fürs Leben wichtig sind, so planen, daß man jederzeit ohne Umbau auch im EG wohnen könnte. Wenn eines im EG schon da ist - dann ist doch vorgesorgt. Schäden im EG haben (meistens) nicht so sehr die Folgen wie der Hauschwamm in den Deckenbalken. Habe jahrelang in der Rekostrecke mit solchen Schäden zu tun gehabt (auch im Bereich der Küche unter der Spüle) - Es waren ja Ideen gefragt.
Bei Balkenabständen von 50 cm wäre eine 28 Diele sicher hinreichend stabil, OSB würde ich nicht drunterschrauben, weil da mögliche Nässe nicht entweichen könnte. In der DDR gab es beim Einbau von Bädern auf Holzbalkendecken eine gesonderte Vorschrift der Staatlichen Bauafsicht (die hatte sich damals sinnvollerweise mehr um Bautechnik statt um Bauverbote gekümmert). Zwei wichtige Punkte waren - Fußbodenbelag als dichte Wanne ausbilden ca 2 bis 3 cm hoch - incl. der Türschwelle, Entspannung (Lüftung) der Deckenfelder unter dem Bad ins trockene Nebenzimmer ... Nur auf Dielung - ich muß da an meine 3 Kinder denken - da wäre manch Wassereimer umgekippt gewesen. Auch diese "Rabauken" sollte man einplanen.



Naja,



Holzbauteile und Wasser vertragen sich nicht.
Also muss Wasser vom Holz ferngehalten werden, dass geht nur mit einer wasserdichten Ebene. Bitumenschweissbahn oder Teichfolie. Darauf lässt sich dann fast alles aufbauen, braucht dann aber nen Ortstermin zur exakten Planung.
MfG
dasMaurer



Holzboden im Bad



Der Boden muß nur die übliche Stabilität haben, die bei massiven Dielenböden und üblichen Balkenabständen praktisch immer gegeben ist.

Eine 80 x180 cm Stahlemailewanne wiegt 50 kg, ca 100 Liter Wasser dazu und dann ggf noch 2 Badende mit 150 kg (zusammen- nicht einzeln hoffe ich für euch).
Das dann auf 4 Punkte verteilt gibt immer noch jeweils unter 100 kg.
Im Zweifel überzeugt ein Selbstversuch.

Da es ohnehin besser ist die Wanne frei aufzustellen- also ohne fixe Wandbefestigung oder Abdichtung- sind geringe Bewegungen gar kein Problem.
Der Wassereinlauf sollte weit genug über den Wannenrand erfolgen.

Der Wannenboden sollte sich soweit über dem Holzboden befinden, dass Kontrolle und ggf Aufwischen darunter möglich ist.

Mit einem üblichen Werkstatt-Naßsauger bekommt man auch die Dielen und Dielenfugen genauso schnell wasserfrei wie beim normalen Staubsaugen.

Ein üblicher Badewannen-Syphon ergibt schon die benötigte Bodenfreiheit der Wanne.
Bei der Dusche wäre wohl eine mit 3 Glas-Seitenwänden und einer großen Glastür am einfachsten und auch leicht zu reinigen.
Es gibt solche als Fertigkonstruktion inkl Armaturen.

Andreas Teich



Danke Andreas Teich



fuer die Ausfuehrliche und Sachliche Antworten. Ich habe kein Zweifel dass das Boden die Badewanne unterstuetzen kann. Da war schon in dem Bad eine 3-eckige Whirlpoolwanne die ganze Zeit installiert. Mein grosse Zweifel im Moment ist die dauerhafte-elastische Fugen zwischen die Wanne (Dusche und/oder Bade) und die Waende/Boden. Wie Sie schon geschrieben haben, muss ich nicht die Badewanne mit der Wand oder Boden verbinden, stimmt. Ich habe mehr sorge um die Dusche. Vor allem weil die tatsaechliche Wasserschaden im Raum sind alle um die alte Dusche. Die Probleme der Vergangenheit kammen wahrscheinlich weil die Abflussrohr lief 4 meter lang mit zwei 90 grad Biegung ohne gefaelle. Leider eine ganz schlechte Installation der Vorbesitzer :-( Aber, ich moechte einfach das Thema besprechen, um moeglichst viele Meinungen zu hoeren. Dann kann ich eine informierter Entscheidung treffen.

Nochmals Danke!



Anschluss Dichtheit



Vielen Dank Hans-Paul Esztermann fuer die Ideen und Anregung. Koennen Sie bitte dieser Satz etwas genauer erklaeren:

"Eine Duschtasse herkömmlicher Art ist ungeeignet. Die Anschlüsse sind nicht dauerhaft dicht.
Der oben beschriebene Aufbau ist dauerhaft dicht."

Ich verstehe leider nicht der Dichtungsunterschied zwischen eine "herkömmlicher Duschtasse" und Ihre Empfehlung. Ich lass mich aber belehren.

Danke nochmals!





Bei Saxoboard gibt es Bilder zum Aufbau mit Holzbalkendecke,
https://www.saxoboard.net/fileadmin/user_upload/galerie/duschelement-mit-duschrinne-auf-holz-parkett-querschnitt.jpg
der Videos bei youtube
https://www.youtube.com/watch?v=4ljzcodsnK8
https://www.youtube.com/watch?v=TIDYbCXs7-o
meistens wird dort aber noch gefließt.



Bad im FwH



Hallo David,
bei dem von mir beschriebenen Aufbau habe ich eine Flächendichtung; die Ecken und Kanten werden mit speziellem Dichtungsband ausgeführt.
Eine fachmännische Ausführung vorausgesetzt, ist dies eine dauerhafte Dichtung.
Ich führe Nassräume seit Jahrzehnten so aus und es gibt keinerlei Probleme.
Bei einer Duschtasse, sei sie aus Gusseisen, Stahlblech, Acryl oder Porzellan, sind es die Ränder, die gegen den Baukörper abgedichtet werden müssen. Üblicherweise geschieht dies mit Silikonkautschuk; eine solche Fuge ist eine sogenannte Wartungsfuge. Sie muss in regelmäßigen Abständen erneuert werden. Was in der Regel unterbleibt oder nicht fachgerecht ausgeführt wird.
Die daraus resultierenden Schäden sprechen Bände.
Schau dir mal die Fotos in meinem Profil an.