Hohlraumverfüllung zwischen 2 Gebäuden

12.01.2006



Ein Kunde ist mit foglendem Sachverhalt an mich herangetreten: Ein bestehender Hohlraum zwischen zwei Gebäuden (Gebäude 1 Fachwerkfassade, Gebäude 2 geputztes Porotonmauerwerk)soll verfüllt werden. Nach oben hin ist der Hohlraum durch einen Dachstuhl geschützt, im Bodenbereich z.Zt. Erdreich, kann bei Bedarf auch durch eine Betonsohle abgedeckt werden. Folgende Abmessungen sind gegeben Gebäudehöhe ca. 7 m, Gebäudetiefe ca. 5 m und Abstand zwischen den Gebäuden ca. 0,60 m. Evtl. aufsteigende Feuchtigkeit soll vom Fachwerk ferngehalten werden. Meine Fragen: Ist es sinnvoll diesen Zwischenraum überhaupt zu verfüllen? Wenn ja, womit (Perlite-Schüttungen?)? Was ist noch zu beachten.



Gute Frage



Ist es sinnvoll diesen Zwischenraum überhaupt zu verfüllen?

Gegenfrage: Was soll mit dem Verfüllen erreicht werden?



Hohlraumverfüllung zwischen 2 Gebäuden



Es hat in erster Linie eine wärmedämmtechnischen Grund, da die Gesamtstärke des FAchwerks nur 12 cm beträgt, weiterhin soll Ungeziefer ferngehalten werden.



Ich rate ab! Dringend!



Die Verfüllung mit rieselfähigem Material macht die Konstruktion unübersichtlich und unfähig zum Feuchtigkeitsaustausch!

Der Energiespargedanke ist dabei völlig fehlgeleitet!
Wärmeübergang erfolgt nur vom höheren zum niederen Niveau!
Und das dann in 95 % der Fälle durch Strahlung, und der Rest durch Konvektion! (Vieleicht auch in einem anderen Verhältnis, tut aber nichts zu Sache!)

Konvektion findet kaum statt, wenn die Randbereiche winddicht (nicht luftdicht)verschlossen werden.
So verhindern Sie Zugluft, die kühlen könnte. Leichte Luftbewegung zum Zwecke des Abtransportes der Feuchtigkeit aus der Wand wird es dann trotzdem geben.
Durch Strahlung wird auch kaum Energie abgegeben werden, da ja gegenüber auch ein warmes Haus steht. Sind beide Häuser gleich warm, findet gar kein Energieübergang statt!


Meine Empfehlung für das Objekt!
Innen Strahlungsheizung installieren und kapilar leitende Materialien verbauen. Dann bleibt die Wand immer warm und trocken, leitet so weniger Wärme!

Weniger ist auch hier wieder einmal mehr!


Mit den besten Grüßen von der Ostsee


Der Ingo



Hallo ?!?



Hier ist von einem Gebäudeabstand von 60 (!) cm die Rede! Selbstverständlich kommt es hier bei einer nur 12 cm starken Fachwerkwand zu massiven Wärmeverlusten und eine Wandflächenheizung ohne begleitende Dämmmaßnahme wird hier den Außenbereich wunderbar mitheizen.
Allerdings kann man einen 60 cm Abstand auch nicht auffüllen. Wandheizung ist gut, aber begleitet durch eine Außendämmung, wenn man denn in diesem Spalt überhaupt noch arbeiten kann. Genaue Angaben sind aber schwer zu machen. Es ist zusätzlich zum Wärmeschutz auch noch der Brandschutz zu beachten, auch wenn dieser bisher nicht gegeben ist.
Herr Runge, sie kennen es life: Halten sie es für möglich in diesem Spalt arbeiten durchzuführen und wenn ja welche? Wenn nicht, muss man den Spalt nach allen Seiten schließen, (vielleicht durch eine Türe „begehbar“ halten) gut be- und entlüften, als nicht beheizt betrachten und über eine Innendämmung nachdenken (Dämmwert <= 0,50 W/m²K).