Wasserführung am Gebäude volume 2

02.12.2010



Hallo,

Ich besitze ein Vierständer Fachwerkhaus von 1835, das ich im kommenden Jahr instand setzen möchte. Neben den charakteristischen Schäden (keine bzw. stark geschädigte Schwellen, gelockerte Gefache, Xestobienbefall usw.) gibt es eine spannende Hürde, nämlich die Wasserführung am Gebäude. Das Gebäude liegt an einer Straße, diese wurde in den 60er Jahren erneuert und beinhaltet eine Niveauerhöhung von ca. 40cm. Demtensprechend liegt das Haus in einer Senke, bzw. die Schwellbereiche z.T. schon in der Erde. Bei heftigen Regenfällen lief das Wasser an bzw. in das Gebäude. Dem habe ich schon etwas entgegengewirkt in dem ich in einigem Abstand zum Gebäude einen kleinen Graben ausgehoben habe, der aber lediglich eine Versickerungsebene darstellt. Ich habe schon einige Zenarien durchlaufen, suche aber weiterhin nach Anregungen. Wer hat dazu Ideen oder gar schon einmal solch ein Problem "erfolgreich" gelöst?
Danke für die Anregung.

Also ein paar Hintergrundinformationen:
-Das Fachwerkhaus ist Teil eines Ensembles.
-Der jungere Teil ist ein Backsteinhaus (einseitig verputzt) von 1910 und bereits zum größten Teil fertig.
-Das Fachwerkhaus wurde im südöstlichen Teil durch einen Anbau (auch 1910) in der unteren Abseite durchbrochen.
-Der alte Nordgiebel bildet jetzt die Traufenwand des Backsteinhauses, ist also fest in die Konstruktion eingebunden.
-Das Fachwerk ist an der Südwestecke ca. 20-30cm abgesackt.
-Das Fachwerk soll eine Nutzung zweiter Ordnung erhalten.
-Die Gründung besteht aus einem 50cm tiefen Bruchsteinmauerwerk aus Kalksteinen.
-Im inneren wurde der Zustand, mit dem Neubau 1910, weitestgehend eingefroren.So gibt es dort viele Details zu entdecken, die ich unbedingt erhalten möchte und werde.
-Das Fachwerkhaus zeigt in seinem Erscheinungsbild ein Vieständer Durchgangsdeelenhaus mit repräsentativem Brettergiebel, wie es in unserer Region charakteristisch, für ländliche Gebäude am westlichen Hellweg, ist.





Hallo,

Der Bunte Nagekäfer (Xestobium Rufovillosum) ist ein Holzschädling der Pilzgeschädigtes Holz bevorzugt, das heißt Sie werden an dem Haus sicher auch Holzzerstörende Pilze als Schadensverursacher haben.
Die Geländehöhe um das Haus sollte schon 30 cm unterhalb der des Schwellholzes liegen.
Das kann man durch einen Weg, der natürlich vernünftig entwässert werden muss, rings um das Haus herum hinbekommen.
In jedem Fall sollten Sie sich einen für diese Bauweise erfahrenen Planer mit ins Boot holen.
Wie genau soll das Haus später genutzt werden?

Grüße aus Schönebeck



gut beobachtet



Neben Moderfäulepilzen, die die Fußschwellen zerlegt haben, gibt es auch noch massive Schädigungen durch einen Eichenporling im Bereich des Schornsteins auf ganzer Traufenhöhe incl. einer dort einbindenen Scherwand. Dort ist auch ein extrem starker Nagekäferbefall. Ich mache dort regelmäßig ein Monitoring und bin zum Entschluss gekommen, dass die Käfer mangels Nahrungsangebot verhungert sind (Das kommt davon wenn man sich sein Substrat durch verzehr entzieht). Zudem sind natürlich die Ursachen (undichter Schornsteinanschluss) längst abgestellt.
Zum zweiten. Die mindestens erforderliche Spritzwasserzone ist schwer zu realisieren. Meine bisherige Idee wars die Fußschwellen im Niveau einige Steinschichten höher einzubauen, da kann ich mir auch einige Ständeranschuhungen sparen. Zudem wollte ich die abgesackte Ecke wieder etwas angemessen Rückverformen, den Bruchsteinsockel aufmauern. So erreiche ich aber die 30cm nicht ohne die Relationen der Gefachteilungen zu verstümmeln. Den Rest muss dann ein Kiesbett als Spritzwasserschutz regeln. Oder hast du noch andere Anregungen? Damit bin ich aber immer noch nicht das Problem los, dass das Oberflächenwasser mir ins Haus laufen will.
Zur künftigen Nutzung ist noch alles offen. Habe mich aber für eine Nutzung zweiter Ordnung entschieden, da wir genügend Wohnfläche haben. Hab da auch schon einige Ideen, denn in dem Fachwerk steckt jede Menge Potential.

Grüße aus Verne
Zur





Das Schwell kann man freilich auch höher einbauen, nur sollte das Niveau des Rohfußboden innen nicht unter dem der Gelände Oberkante außen liegen.
Man könnte auch das Schwell in die Höhe der ersten Riegel verlagern und den Sockelbereich bis dort Massiv ausführen.
Das kann durchaus auch schön aussehen und den baulichen Holzschutz, immer besser als der chemische, hätten Sie so auch.

Stellen Sie doch mal ein paar Fotos in Ihr Profil.

Grüße aus Schönebeck



Bilder ins Profil



Hab mal nen paar Bilder ins Profil reingestellt, Traufenansicht, Historische Türsituation in der oberen Abseite, Teil der Nordwand vor bzw. am Anfang der Instandsetzung, Raum in EG der unteren Abseite. Schäden hab ich sonst leider noch nicht dokumentiert.