Gauben errichten in denkmalgeschützten Gebäuden

10.03.2011



Liebe Freunde von Fachwerk.de,

meine bislang guten Erfahrungen mit der hessischen Denkmalschutzbehörde, insbesondere in Nordhessen, fängt sich leider an zu trüben mit einer komplett unfähigen Mitarbeiterin des Landesamtes für Denkmalschutz, Frau Dr. Mö., die, das muss ich hier erwähnen, vorschlug in ein wertvolles Sichtfachwerk im Rathaus von Wachenbuchen (Bild anbei) ein Fenster einzusetzen, nein, reinzuhacken. Das dies statisch nicht geht, denkmalschutzrechtlich totaler Schwachsinn ist und zudem komplett sinnfrei ist, erschließt sich jedem Laien. Ich freue mich über Kommentare von Euch hierzu!

Geplant und vorab genehmigt waren Gauben, plötzlich will man von dem genehmigten Protokoll mit dem ehemaligen Leiter der Behörde, der inzwischen pensioniert ist, nichts mehr wissen. Wie auch immer, bevor ich in die Öffentlichkeit gehen werde mit diesem unglaublichen Fall (ich berichte Euch hier nur einen kleinen Teil der vorgefallenen Details und der Ideen von Frau Dr. Mö.) wird es nochmals einen Besichtigungstermin geben.

So jetzt meine Bitte: Habt Ihr Beispiele, wo an denkmalgeschützten Gebäuden Gauben errichtet wurden (genehmigt wurden)? Könnt Ihr mir möglichst viel zumailen, am Besten Bilder vorher/nachher und wo das Gebäude steht? Ich hoffe durch das Zeigen von Beispielen ebenfalls endlich die Genehmigung zu bekommen, auf die ich nun bereits ein halbes Jahr warte. Gerne an info@muehle-freienhagen.de

Viele Grüße an alle alten Recken hier und an alle andern!
Euer Mühlen-Werner :)



Hallo Werner, --



-- ich gehe einmal davon aus, daß Du in der Dachfläche
Gauben errichten möchtest und die Dame vom Denkmalschutz
lieber den historischen Giebel zerfetzen möchte, um dort
größere Fenster hereinzuhacken.
Für mich wäre das eine Todsünde !
- Aber vielleicht meint sie damit, im Giebel einen Erker zu errichten ?
-
Dann aber doch lieber den Giebel so lassen wie er besteht und 2 passende Fenster einsetzen.

- Also ich bin für schlichte Schleppgauben, um die Räume
im Dachbereich besser belichten und belüften zu können.
-
Beste Grüße aus Nordsachsen, Andreas



So war es geplant ...



Lieber Andreas,
hier ein Bild wie es geplant ist mit den Gauben um aus dem staubigen Dachboden ein kleines nettes Wohnzimmer zu machen. Ja, Du hast recht, die Dame wollte anstelle von Gauben dort ein Fenster einsetzen ... krass ...



Ein Beispiel dazu : --



Gauben mit Geckpfahl --- Gauben mit Geckpfahl ---



Die Gauben auf Deiner Fotomontage sind nach meinem Empfinden doch wirklich sehr gut erdacht.
-
Sie passen sehr gut zum Charakter des alten Hauses !
-
Einfach einmal kräftig mit dem Kopf schütteln !
-
( mit dem, der Frau Dr. ! )
-
Gutes Gelingen und viel Erfolg wünscht Andreas Milling
-
ps. Das Haus auf dem Foto steht in Laufenselden / Taunusstein



Gauben



Hallo Meister Milling



Ohne zu streiten, aber die Gauben auf dem Foto von Laufenselden sind optisch zu klobig und erdrücken dasHaus. Die Fotomontage ist optisch besser gelöst...

Mit dem Kopf schütteln... der Dame-köstlich.
Der Vorschlag der Denkmalschützerin kommt einem Kündigungsgesuchen gleich...wegen Unfähigkeit. Selbst ein Erker passt da nicht hin.


Andreas



Lieber Namensvetter Andreas, ---



--- wie die Gauben in Laufenselden ausgeführt werden
mussten, hatte ich NICHT zu bestimmen. Wir durften
seinerzeit nur die dazu passenden Fenster anfertigen.
Aber nach vielen Jahren sehr intensiver Arbeit im Denkmalschutzbereich darf ich doch wohl meine Meinung sagen, ohne gleich gefesselt vor die Erschießungswand gestellt zu werden.---
-
Übrigens ist die damalige (ganz liebe) Bauherrin nicht mehr die Eigentümerin ihres einstigen Wunschtraumes.
-
Ihr Lebensabschnittsgefährte hat sie ohne jede Vorwarnung
von heute auf morgen "dekantiert".



Sorry



Aber die Gauben passen überhaupt nicht auf dieses Dach.
Geschmacksverirrung und Planlosigkeit!Baustilkunde 5 setzen!



Gauben



Lieber Meister Milling


Daß Man(n) als Handwerker am Projekt nicht viel zu sagen hat und schon gar nix mitzubestimmen, weiß ich auch.

Vielleicht wahren ja die etwas zu großen Gauben hoffendlich der Scheidungsgrund.

Interessant sind die Fenster bei näherem Hinsehen auch...3 verschiedene Bauarten in 3 Etagen.

Solange die Rechnung bezahlt wurde...

Heute wird niemand mehr erschossen, sondern CO2 neutral mit E10 vergiftet...

@ Hieronymus?

Welches Foto meinst Du? Und lieber hässliche Gauben als potthässliche Dachfenster...


Andreas



Ich meine



in erster Linie die geplanten Gauben von Herrn Liebchen, da diese Sünde noch nicht begangen wurde. An den Gauben des Bildes von Herrn Milling sind nur die eigehenden Wangenkehlen der Dachdeckung schön. Sonst siehts aus wie ne Dreiköpfige Hydra.



Beispiele:



Hier: http://www.igbauernhaus.de/index.php?id=930&L=ydsqezibfdybd

oder hier: http://www.igbauernhaus.de/index.php?id=931&L=ydsqezibfdybd

Viele Grüße
Achim Hecke



Gauben



@ Hieronymus


Die kleinen Gauben passen schon ganz dut, solche Zweggauben siehst Du in Norddeutschland viel. In Wolgast auf der Schlossinsel sind einige alte Speicher damit gebaut worden...original.



Andreas



Mag sein



Aber original wann? Stilepoche und Gegend sind entscheident.
Auf so´ne Butze passt nur Steilschleppe oder Fledermaus.



Hallo Ihr beiden Schlauen



@ Milling und @ Gunter!

Lesen? Nein ich klugscheißere lieber! Weil Potsdam? Seit wann liegt Potsdam in Nordhessen? Oder sehe ich auf meinem Bildschirm andere Bilder als ihr?

Herr Milling! Wenn wir schon Kommunizieren über eine Thematik, dann bitte hier zum Thema und nicht auf meinem Profil. Oder haben sie keinen Ar... in der Hose.

Klugscheißerische Grüße



Erst mal danke, aber ...



finde es schade, dass ich bis auf ein paar Ausnahmen die Antworten um Diskussionen schön oder nicht schön einer Gaube gehen und dann das noch emotional aufgeheizt wird ... wie doof ... ich bin aber so egoistisch, mich über Anregungen, Antworten und vor allem Bilder auf meine Frage zu freuen. Andere Diskussionen gerne woanders ...
Viele Grüße
Werner



Also, ich werd nicht so richtig schlau aus den Angaben



Will die Dame vom Denkmalschutz denn tatsächlich an der Stelle, wo Sie Ihr rotes Kästchen aufgemalt haben, ein Fenster einsetzen ? Wie soll das gehen ? Soll man dort den Strebenbock aufsägen ? Das ist doch schon rein technisch unmöglich.
Zum stilistischen Thema mit den Gauben:
Ich finde, Hieronymus hat nicht ganz unrecht mit seinen Aussagen, es ist aber nicht so, daß man die Gauben so nicht auf dem Dach sehen könnte. Was mMn. auf der Fotomontage etwas verwirrt: Die Dachgauben stehen nicht in Senk, sondern sind etwas in die Dachfläche gekippt, d.h. die Dachflächen der Gauben wären in Echt wohl ein ganzes Stück größer und somit wäre die etwas mansardartige Wirkung nicht ganz so schlimm.
Der Denkmalschutz gibt einem eh Rätsel auf. Hier bei uns haben sie eine Betonbunkerschule aus den 70ern unter Denkmalschutz gestellt, mit der Begründung, der Stil wäre typisch für die 70er. Das mag wohl stimmen. Ob so ein Baustil schützenswert ist, da bin ich jedoch anderer Meinung.
Aber mal ne andere Frage:
Wenn Dir die Gauben bereits zugesagt wurden (ich hoffe, dies geschah auch schriftlich), was gibt es da bitte dran zu rütteln. Mit einem Bauantrag ist es ähnlich: Wenn der erteilt wurde, ist er nun einmal gültig, zumindest solange die zeitliche Frist eingehalten wird.

Gruß Andreas (ja ich weiß, zur gänzlichen Verwirrung schon der dritte hier :-))

Edit:

@Herr Milling:

Ich finde die von Ihnen eingestellten Gauben alles andere als häßlich - aber sie stehen mMn. zu eng. Dachtechnisch gesehen stellt das oft ein Problem dar, v.a. in schneereichen Gegenden, weil sich der Schnee in den schmalen Gassen zwischen den Gauben staut, die Dachrinnen der Gauben ebenfalls Richtung Hauptdach verlaufen und man dort regelmäßig Probleme mit eindringendem Eis oder Wasser bekommt. Diesen bautechnischen Kardinalsfehler der zu eng stehenden Gauben begehen leider recht viele Architekten.
Aber rein optisch sehen die Gauben richtig gut aus, v.a. die mit Naturschiefer eingebundenen Wandanschlüße sind sehr ansprechend geworden.





Hallo Herr Herpich,

ja, die Frau Dr. Mö. würde gerne den Strebenbock aufsägen. Unglaublich, oder? Sie hatte auch noch eine Vielzahl anderer hervorragender Ideen, wie die 300 Jahre alten Sandstein Fensterbänke mit Aluminium zu verkleiden. Den 70er Jahre Lack (Klosettblau) auf einer sicher ebenfalls 300 Jahre alten Tür darf ich allerdings nicht entfernen, weil es könnten sich ja Farbpigmentreste aus der Frühzeit der Baukunst dahinter verbergen. Und mehr ...
Ich bin ja nicht ganz unbeleckt mit dem Thema und habe vor 3 Jahren mit einem anderen Objekt den Hessischen Denkmalschutzpreis erhalten.

"Die Dachgauben stehen nicht in Senk, sondern sind etwas in die Dachfläche gekippt" ist nur auf der Fotomontage so. In wirklichkeit wären sie Lotrecht.

"Der Denkmalschutz gibt einem eh Rätsel auf. Hier bei uns haben sie eine Betonbunkerschule aus den 70ern unter Denkmalschutz gestellt, mit der Begründung, der Stil wäre typisch für die 70er. Das mag wohl stimmen. Ob so ein Baustil schützenswert ist, da bin ich jedoch anderer Meinung."
Ganz Ihrer Meinung ... In Hanau steht ein 08/15 Kaufhof in typisch spießigem Kleinstadt-Fußgängerzonen-Design unter Denkmalschutz. Und wertvolle Bauten wie die Großmarkthalle in Frankfurt von Martin Elsässer in der 20er Jahren erbaut werden einfach brachial durchtrennt.

"Wenn Dir die Gauben bereits zugesagt wurden (ich hoffe, dies geschah auch schriftlich), was gibt es da bitte dran zu rütteln."
Da haben Sie recht, sagt mein Anwalt auch und am Ende eines Rechtsstreites würde ich 100% recht bekommen, da eine schriftliche Zusage erteilt wurde, auch wenn diese schon 2 Jahre alt ist. Aber dieser Prozess würde auch entsprechend lange dauern (1 bis 2 Jahre). Noch warte ich auf die Chance eines 2. Termines.

Danke für die Zeilen!
Viele Grüße
Werner



@Werner



Klar werden die Gauben mal lotrecht stehen. Zumindest, wenn Du einen halbwegs vernünftigen Zimmermann damit beauftragst :-)
Ich meinte nur, auf der Fotomontage sind sie etwas in die Dachfläche gekippt und erscheinen daher etwas schmäler, als es dann bei einem Bau tatsächlich der Fall wäre. Das sehe ich jetzt als Vorteil an.
Ja, und zum Thema der Frau Doktor....was soll man da noch sagen ? Wenn die tatsächlich der Meinung ist, man solle den Strebenbock auseinandersägen, dann gehört die Dame selbst abgesägt. Es ist schade, daß an verantwortlichen Stellen solche "Spezialisten" sitzen, die offenbar null Gespür für historische Gebäude haben.
Tja, bleibt mir nur noch, Dich zu ermuntern, notfalls sämtliche Rechtsmittel einzulegen, um die bereits vorhandene Genehmigung durchzuboxen - auch wenn das dauert. Es wäre schade, wenn der Amtsschimmel triumphiert, nur weil er mehr deutlich mehr Zeit hat als Du.
Wäre schön, wenn Du uns auf dem Laufenden hältst. Die Sache interessiert mich wirklich sehr.

Schönen Gruß zurück

Andreas



*Lach* - Sehr schön



es stellt sich allerdings die Frage, ob ein solcher Banner aus Denkmalschutzgründen auf die Dauer überhaupt zulässig wäre :-)

Wünsche weiterhin reichlich Duldsamkeit

Gruß Andreas



@Friederike



ich fühle mit Dir. Und das schwierige: es scheint keine durchgängigen Richtlinien zu geben, wann und warum etwas erlaubt wird und warum nicht. Ich hatte schon alles vorbereitet um an die lokalen Zeitungen zu gehen, die sich auch an dem Thema sehr interessiert zeigten unter dem Stichwort "Denkmalschutz verhindert Sanierung", es dann aber kurzfristig abgeblasen, weil ich jetzt einen zweiten Termin bekommen konnte, wo vor Ort neu entschieden wird. Also halte ich wie Du erst mal die Füße still ...



Unglaublich!



Hallo Werner,

hab gerade deinen Artikel gelesen. Ich habe immer gedacht, die Leute vom Denkmalamt sind dazu da, solche Verbrechen zu verhindern. Wer eine solche Planung vorgibt, sollte mal sein Augenlicht kontrollieren lassen.

Bei uns wurden zu Beginn der Restaurierung auf jeder Dachseite 2 Schlepp-Gauben geplant und genehmigt.
Bedingt durch den Anbau auf der Rückseite wurden vor einigen Jahren 2 weitere Gauben genehmigt, von denen eine bereits gebaut ist. Die 4.te kommt warscheinlich diesen Sommer dran und die Sanierung der beiden "alten" Gauben.

Von Spitzgauben hat man uns allerdings abgeraten, aber mit der gefundenen Lösung bin ich ganz zufrieden.

Ich wünsche dir noch viel Kraft und Nervenstärke beim Ringen mit den "Spezialisten" vom Landesdenkmalamt.