Gaube in Holzständer Bauweise Dämmen

17.11.2019 Coon1411



Hallo zusammen,

Ich lese schon seit einiger Zeit immer fleißig mit, nun muss ich mal eine frage stellen da ich leider keine passende Antwort finde.

Ich saniere seit etwa 2 Jahren ein ca 110 jahre altes Bruchsteinhaus in gut 90 Prozent Eigenleistung.
Unterm Dach angekommen möchte ich eine in den ende 60er entstandene Dachgaube dämmen.

Alter Aufbau von innen nach außen:
Gipskarton
Polystyrolplatten 100mm
120mm Gefache
Holzbeplankung unbesäumte Fichte 25mm
Dachpappe
Eternitplatten

Das ganze zieht wie hechtsuppe kann ich sagen, da ich mittlerweile eine Abneigung gegen Styropor entwickelt habe würde ich diesen gerne ersetzen durch 120er steinwolle. So wäre das Thema Zugluft abgehackt.Zudem noch osb platten vor den Gipskarton als "Dampfbremse"

Wäre dieser Aufbau ok?



Gaube



womit sind die 120 mm tiefen Gefache ausgefacht?



Vielleicht



was schlecht geschrieben,
Darin stehen Polystyrolplatten 100mm lose gestapelt.

Diese möchte ich durch klemmfilz ersetzen.



aha



wie ist denn der Rest des Daches aufgebaut und gedämmt? Ich halte OSB nicht für so gut, weil du nach außen durch die Teerpappe ein diffusionsdichte Schicht hast. Dringt also Feuchte durch irgendwelche Ritzen kondensiert die an der Schalung und durchfeuchtet die MIWO, die dann weder nach innen (OSB) noch nach außen (Teerpappe) austrocknen kann. Ich halte auch 120 mm MIWO für zuwenig Dämmung. Um wieviel Quadratmeter zu bearbeitender Fläche geht es denn überhaupt?



In



Ca 10m2 Waldfläche.
Der rest des Daches ist zwischensparren gedämmt mit Glaswolle. Wie dick kann ich nicht sagen.

Ob die Dachpappe sehr dicht ist bezweifel ich. Es zieht an allen Ecken



Dampfbremse



Das ist ja das Problem der Dachpappe, der OSB bzw. auch einer diffusionsdichten Aufsparrendämmung. Sie lassen nur an bestimmten Stellen Luft durch und damit Feuchtigkeit rein oder raus. An den anderen Stellen sind sie überwiegend dicht. Sind diese dichten Stellen "kalt" wird da Kondensat zu einer erhöhten Feuchtigkeit führen und damit zu Schimmel oder schlimmer zu der Ansiedelung holzzerstörender Pilze die ihr Werk verrichten.
Wie schon geschrieben sind die 120 mm als Dämmstärke in der Regel zu gering.
Sollen die Dachpappe und die Platten wirklich bleiben?
Die OSB, wenn sie nicht abgeklebt wird an Stoßstellen und Anschlußstellen, ist dann auch keine funktionierende Dampfbremse und wird an allen Durchgangspunkten zulassen, dass Feuchtigkeit in die Konstruktion eindringt. An den Stellen (Steckdosen, Anschlußpunkten, Durchdringungen usw.) wird die Dämmung dann anfangen abzusaufen.
Deswegen noch mal die Frage - soll die Dachpappe wirklich bleiben? Wenn ja rate ich dringend zu einer gut ausgewählten variablen Dampfbremse und einem Aufbau ohne OSB.

Viel Glück beim DIY und immer dran denken - auch angebliche Alleskönner wie OSB und GKB sind auch nur für das geeignet wofür sie ausgelegt sind - die meisten Menschen können auch nur wenige Sachen wirklich gut. Beste Grüße M.Mattonet - Ingenieurbüro Bergisches Land.



Gaubendämmung im Bad



Mineralwolle ist sehr diffusionsoffen und nicht kapillar, zudem sinkt der Dämmwert schon bei geringer Feuchtigkeitsaufnahme erheblich mehr als bei kapillaren Dämmstoffen wie zB Holzfaserplatten oder Zellulosedämmung.

Wieweit die Dachpappe geschädigt und evt eine geringere Dampfsperre darstellt läßt sich kaum sagen.
Bei zumindest zeitweiser Sonneneinstrahlung auf die Gaube ist Eindeckung mit EPDM-Folie auf Schalung bei Verwendung von kapillaren Dämmstoffen und sorgfältig verklebter feuchtevariablen Dampfbremse am risikolosesten.

OSB-Platten haben je nach Hersteller sehr unterschiedliche Sd-Werte-
auch variabel, aber mit viel geringerer Spreizung als feuchtevariable Dampfbremsen.



Pappe und platten



Sollten möglichst bleiben, da ich keine Möglichkeit habe dies in Eigenregie von außen zu ändern. Demnach bleibt nur der aufbau nach innen.

Also lese ich heraus das am besten Diffusion offen gestaltet werden sollte.

Wie erreiche ich dies?

Oder gibt es noch eine andere art?



Dachdämmung bei Dachpappe und Eternitplatten



Wie ich schrieb, kapillare Dämmstoffe verwenden (Zelluloseeinblasdämmung) und innenseitig eine feuchtevariable Dampfbremse verwenden.



Holzfaserplatten



Lassen sich flexible Holzfaserplatten in etwar so Verarbeiten wie klemfilz?

Dann könnte ich anstatt der Steinwolle diese verwenden, eine feuchtevariable dampfbremse einbringen, Lattung mit platz für interlation, Holzfaserplatten und diese mit einem Kalkputz verputzen.



Aufbau



der zuletzt beschriebene Aufbau sollte funktionieren. Allerdings würde ich zuerst von innen sauber eine Dachunterspannbahn einbringen, die die Winddichtigkeit nach außen garantiert, wenn sie sauber und penibel eingebracht und verklebt wird. Dies dient dazu, eine Durchströmung der Dämmung mit Wind zu vermindern, weil sonst die Dämmungwirkung herabgesetzt wird.