organisatorischer Ablauf beim Kauf und danach (Bauanträge, Bewilligungen, ..)

18.07.2011



Hallo,

zuerst die Kurzerklärung:
Bin absolut neu auf dem Gebiet und weiß nicht, wann und was, welcher Auftrag usw. zu erst kommt, falls es zum Kauf kommt.. )

Ich bitte um Richtigstellung meiner Auflistung (Reihenfolge), evtl. noch Zusatzpunkte.





ich bin absoluter Neuling auf dem Gebiet, zwar haben die Eltern etwas Erfahrung, aber diese liegt schon lange zurück und auch nicht mit Fachwerkhäusern direkt.
Einige Tipps konnt ich mir schon rauslesen, hoffe ihr könnt mir noch mehr geben =)

Ich habe ein sehr kleines Fachwerkhaus mit sehr großem Garten entdeckt, dass recht günstig zu haben scheint.

Baujahr 1900, 50 qm auf 2 Etagen! Nur ne Ofenheizung.
Leider keinerlei Grundrisse vorhanden!

Ehrlich gesagt, würd ich nur dann das Haus in Betracht ziehen, wenn es Anbaufähig (genehmigt) wäre.. (später, muss ja nicht gleich sein). Nur jetzt, so, muss sich nen Streichholz in ner vollen Streicholzschachtel fühlen ;)

Ich habe mich erkundigt, :
kein Denkmalschutz!
Garten ist landwirtschaftliche Fläche, Anbau wäre von der Stadt aus genehmigungsfähig, aber letztes Wort hat das Hauptkreisamt, habe mich nun dahin gewandt.
Leider wird diese Auskunft nicht rechtsverbindlich sein, es sei denn ich mach ne Bauvoranfrage, dafür hab ich aber außer Adresse keine weiteren Daten..

Sollte die Antwort von denen positiv sein, würd ich es gern besichtigen..

Laut Forum, am besten jemanden mitnehmen mit Ahnung, der aber kein eigenes Intresse daran hat, also auch verdienmäßig nicht (keine Bauunternehmerfirma die gleich das große Geld riecht wenn ichs kauf und die da rumwerkeln können)

evtl. lässt sich hierrüber wen finden?


meine Gedanken / mögliche Vorhaben in Reihenfolge:

1. abwarten auf die Aussage des Hauptamtes, falls positiv, Besichtigungstermin mit wen Ahnungsbehafteten


A
(falls Kauf):
1. höchstwahrscheinlich dämmen von innen, Fermacellplatten hatte ich gelesen wären hier ideal und auch relativ leicht selbst anzurbringen, dann renovieren, streichen..
2. Architekten beauftragen zum Grundriss nachzeichnen?
3. Statiker beauftragen wegen Durchbruch -> Tür vom Wohnzimmer direkt im Garten
(laut Elternteil müsse der schon direkt nach dem Kauf kommen, weil man nur dann wüßte in welche Stärke man mind. dämmen muss - ich dachte die richtige Dämmplatten zu nehmen reicht.. ?)
5. Bauantrag für Durchbruch Wohnzimmer-Gartentür einreichen
6. Falls Genehmigung, Garten steigt nach hinten hin an, ausheben (lassen? selber machen? je nach Untergrund, was sich da noch versteckt an Gestein)
7. Firma damit beauftragen, machen lassen (Durchbruch, Tür einbauen).

B
8. Photovoltaikanlagen-Verkäufer für kostenvoranschläge beauftragen
9. Fördermittelantrag stellen, abwarten auf deren Bewilligung
10. Photovoltaik-Vergabe erteilen
11. Luft-Wärmepumpen - Verkäufer für kostenvoranschläge beauftragen
12. Fördermittelantrag stellen, abwarten auf deren Bewilligung
13. Luft-Wärmepumpen - Zuschlag erteilen


Später mal:
14. Architekt beauftragen, für Anbau
15. Muss ein Statiker wieder beauftragt werden? oder reichen die Berechnungen noch von der Gartentür-Berechnung?
16. Bauantrag stellen
17. bei Bewilligung, Architekt, bzw. dessen Bauleute, arbeiten lassen


Kosten grob, hoch gerechnet weil ich lieber zuviel rechne und was über hab als zuwenig am End.
Photovoltaik-Anlage mit Extra Schalter = 20.000 Euro
Wärmepumpe plus Verlegen = 15.000 Euro

Priorität hat A1 (also innen dämmen) und dann Block B, Strom und Heizung.
die Gartentür A 2-7 danach.

Ich fürchte wenn die Dämmung, die Photovoltaik-Anlage und Wärmepumpe gemacht wurd, muss eh erstmal gespart werden.
Sprich, die Tür zum Garten, evtl später.

Mir ist halt wichtig dass die Nebenkosten so gering wie möglich sind bzgl. Strom und Heizung, dass Haus sich also fast selbst trägt.

Ich hoffe es hat noch jemand Durchblick, mir selbst qualmt schon arg der Kopf weil so viel gegrübel und rumgelesen hab.


liebe Grüße
Lichtblickerin



Sparst Du noch, oder wohnst du schon?



Hallo,

Ich würde den Punkt 14 ganz nach oben stellen (so haben wir's jedenfals gemacht). Begehung mit dem Archi vor dem Kauf, Honorar stundenweise (80-100€ / h), um eine schriftliche Stellungnahme bitten bezüglich Zustand, Bauschäden Sanierungsbedarf etc, das hilft ach bei der Bank.
Meistens kann der auch grob sagen, ob und in welcher Form Anbauten genehmigungsfähig sind, oder eben nicht und auch ob's wirklich einen Statiker braucht.
Mit der Bauvoranfrage kann der auch helfen.

Ich würde das Häuschen auch sofort besichtigen, nicht erst wenn der Bauvorantrag genehmigt ist. Vielleicht gibt's im inneren ja noch andere Gründe das Haus nicht zu kaufen.
Wenn es sehr günstig ist, hat das oft seine Gründe

Das ganze Heiz / Dämm / Energiekonzept würde ich dann noch einmal überdenken. Innendämmung ist kompliziert, da reicht es nicht irgendwelche Dämmplatten an die Wand zu bringen. Allein die vorgeschlagene Heiztechnik kostet 700€/qm ohne Dämmung / Heizkörper Rohre etc.
Das ist mindestens die Hälfte von dem, was man so üblicherweise für eine komplette Grundsanierung rechnet incl. Dach, Fenster, Fußboden.....
(meine Privatmeinung: Luft-Wärmpumpe ist ein Schmarrn)

So ein kleines Haus wird ja nicht so viel Energie verbrauchen, da braucht's sehr lange, bis sich die Investitionen amortisiert haben. Da die Technik (und auch die Bewohner) eine begrenzte Lebenzeit haben, muss man mal ganz kritisch rechnen, ob überhaupt mit einer Ersparnis zu rechnen ist.
(wenn man die 35.000€ in Buchenholz steckt, wird man einge Jahrzehnte damit heizen können. Das sind nach hiesigen Preisen über 400 RM ofenfertig. So ein kleines Haus wird auch ungedämmt sicher weniger als 10 RM / Jahr brauchen)

Dämmen kann man auch erst, wenn man sich klar geworden ist, wo die Leitungen (Strom, Heizung, Wasser) eigentlich hin sollen. Man will ja die Dämmplatten nach dem Anbringen nicht alle wieder aufsägen.

Du schreibst es ja selber: die Gefahr ist groß, dass Du deine finanziellen Mittel in Technik steckst, die vielleicht gar nicht nötig ist, aber dafür Dinge, die Dir wichtig sind später nicht mehr bezahlen kannst.
Außerdem hat ja noch keiner gesehen, ob nicht noch Reparaturen an der Bausubstanz erforderlich sind.

So eine nette Tür zum Garten wäre mir z.B. sehr wichtig, dann kann man oft sein schönes Haus von außen ansehen (ohne Kollektoren auf dem Dach).

Gruß Götz



Kleines Fachwerkhaus



Hallo Lichtblickerin,
Sie schreiben der Garten sei eine landwirtschaftliche Fläche.
Vorab sollten die planungsrechtlichen Bedingungen abgeklärt werden: Liegt das Grundstück im Aussenbereich?
Dann gilt § 35 BauGB.
Haben Sie bei der Gemeinde (Stadt) angefragt , ob es vielleicht eine Hausakte gibt?
Hier in Zierenberg sind die Hausakten nach Straßen und Hausnummern sortiert.

Sie als potenzielle Käuferin können auch ohne Zeichnungen eine Bauvoranfrage stellen. Eine Abzeichnung der Flurkarte , ein paar Fotos und eine Beschreibung sollten genügen.
Bauanträge und Bauvoranfragen werden immer unabhängig von Rechten Dritter bearbeitet.

Der schöne Landkreis Waldeck- Frankenberg befindet sich ja nicht weit von hier.
Wenn sie wollen kann ich mir das Haus mal anschauen:
mit dem Fahrrad, mit dem Zug , oder mit dem Auto;-)).

Viele Grüße aus der Nachbarschaft.



Dankeschön! =)



Hallo,

dankeschön für eure Antworten =)
tut mir leid dass ich erst jetzt antworte, und nicht so ausführlich, mir gehts derzeit überhaupt nicht gut.

hm, also am sinnigsten erstmal allein (oder jemand freiwilliges der Lust und Zeit hat) das Häusle angucken, und wenns gefällt, nen Termin nochmal mit nen Architekten machen?

Bin eh sehr überrascht gewesen, dass manche sich so oft ein Haus angucken, ich kenns von der Familie her so, dass man sich nur einmal nen Haus anguckte und dann entschied.
Mag der Anbieter/Makler sowas wirklich mal eben so mitmachen, dass ich mehrmals gucken will? ^^

@ Götz,
was für ein Heizsystem würdest du denn empfehlen, zu den Ofen zusätzlich? (Ofen soll ja drin bleiben dann, aber eher selten benutz werden)
Und im Obergeschoss (Schlafzimmer) scheints ja nichtmal einen zu geben.. naja bei der Enge ^^

@ Göbel
ich werd gleich versuchen Ihnen eine Email zu schreiben, wenns klappt. Danke :)


lieben Gruß
Lichtblickerin



Hallo Lichtblickerin



die Entscheidung bezgl. Heizsystem hängt von vielen Dingen ab.

wenn die (oder der?) Öfen drin bleiben, aber nur selten benutzt werden soll braucht's natürlich ein unabhängiges Heizsystem.
Wärmepumpen (insbesondere Luft) benötigen zum Betrieb elektrische Energie, für deren Bereitstellung in etwa soviel Primärenergie eingesetzt wird, wie die Wärmepumpe hinterher wieder von sich gibt.
Diese Primärenergie kann man billiger selbst verheizen (kleine Gastherme + Wandheizung, wenn die Wände ohnehin gedämmt werden sollen), der Umwelt Effekt ist der gleiche.

Die Öfen würde ich durchaus weiterverwenden, insbesondere, wenn das Herz an einer Öko-Lösung hängt und die Sache preiswert werden soll.

Wenn's um den Komfort geht, könnte man auch einen automatischen Pellet Ofen anschaffen, der heizt dann eine weile alleine, bevor Pellets nachgefüllt werden müssen.
Die gibt's auch mit Anschluss an die Heizungsanlage, damit auch andere Räume mit beheizt werden können. Dann benötigt man aber einen Pufferspeicher, der vielleicht in dem kleinen Häuschen nur schwer unterzubringen ist.

Bevor man aber über die zahllosen Möglichkeiten konfabuliert, sollte man zumindest das Häuschen einmal von innen gesehen haben (Wieviel Räume müssen beheizt werden, wie groß sind die, wie hoch ist der Energiebedarf, ist Platz für einen Heizungsraum/Pufferspeicher, wie soll das mit der Dämmung gehen, gibt's Züge, die weiterverwendet werden sollen.....).
Schließlich wird man die Planung an einen unabhängigen Fachmann weitergeben, der alle möglichen Lösungen vertritt und nicht an den oder die Verkäufer einer Spartenlösung.

Gruß Götz