Fragen in Tragkonstruktion, Fachwerkwand mit Ziegelausmauerung

14.12.2009



Hallöchen!

Bin gerlnter Zimmermann, aber manchmal hat man doch ein paar Fragen. Ganz kurz und knapp zur Fragestellung:
Ich habe ein Haus gekauf und habe jetzt im DG eine tragende Wand in Holzständerbauweise ausgefacht mit Ziegelmauerwerk 11,5cm stark,die Ziegel habe ich schon mal raus.Die Wand verläuft leicht diagonal auf den Holzbalken der Erdgeschossdecke, nun möchte ich diese Wand aber komplett raus haben, ich denke von der eigendlichen Konstruktion her gesehen übernimmt die Wand die Unterstützung der Lasten von den Deckenbalken des Spitzbodens.Hinzu kommt, das die Fußpfetten zirka 1,20m im Bereich DG Außenwand erst liegen.(wahrscheinlich um den ausgebauten Raum besser nutzen zu können/Dachstuhl fängt da auch erst an) Ich dachte jetzt daran, an die Stelle der Wandkonstruktion ein Leimbinder in 12x24 einzuziehen, aufgelagert an den 11,5cm Seitenwänden-welche bis in EG durchgehen, weiß aber nicht genau ob der auch ausreichend ist.Für Tips wäre ich sehr dankbar.



Zusatz



Die Spannweite des Leimbinders beträgt dann ca. 4m



Bei dieser Aktion



handelt es sich um einen Eingriff in das statische System des Gebäudes und somit um eine genehmigungspflichtige Baumassnahme.
Eine halbsteinige Wand wird mit ziemlicher Sicherheit als Auflager nicht ausreichen. Das sollte unbedingt ein altbauerfahrener begutachten und berechnen. Statiker, Zimmerer- oder Maurermeister.
MfG
dasMaurer
PS: Wenns schiefgeht, sind nicht nur die Versicherungen aus der Haftung, es kommen auch noch Bussgelder wegen Schwarzbau dazu.





denke mal bei 4 m Spannweite wäre ein höher Dimensionierter Balken, etwa 16/30 eher angesagt.
Aber wie bei jedem eingriff in die Statik von einen FW Haus, besser mal nen Mann vom Fach (Statiker) auf nen Kaffee einladen und der soll sich die sache mal ansehen. Sicher ist sicher.
Man kann den Balkenquerschnitt auch berechnen, aber wie...? Ich kann dir nur berechnen was aufs Dach soll, aber nicht was darunter passt.



Fotos



Hi!
Ich werde heute Abend mal ein paar Fotos/Skizze machen und diese dann hier reinsetzten,damit sieht man es besser.



Moin Bethk,



bei uns hätte es ein 12/24er laut Statiker auch getan, alledings auf entprechenden Ständern vor der 11,5er Fachwerkwand....deine Idee ist also nicht utopisch.

Trotzdem kann dir hier keiner sagen, ob das auch für deine Hütte zutrifft.

Über zusammengekrachte Leimbinderkonstruktionen gibts im Netz schöne Bilder.....die verhalten sich deutlich anders als Balken......

Sweet dreams ;-), Boris



Skizze



Hier mal eine Skizze vom Schnitt des Aufbaus.



Und hier ein Foto



nach der Demontage der Ziegelausfachung.



Gehe



ich Recht in der Annahme, dass in deiner Zeichnung so'n paar Pfetten, Ständer und "Kleinkram" fehlen....?

;-) Boris

P.S.: Is aber dafür schön übersichtlich.....



Also



irgendwas stimmt da nicht. Der Skizze zufolge handelt es sich um ein Kehlbalkendach, das seitliche Kräfte in das Drempelmauerwerk bringt, die aber dort nicht aufgenommen werden können. Demzufolge werden erhebliche Kräfte in die Wand eingebracht. Das sollte sich unbedingt ein Statiker vor Ort ansehen, ehe da irgendwelche Balken ausgebaut werden. Das Dach könnte sich sonst in ein Flachdach verwandeln ;-)).
MfG
dasMaurer



Hier noch ein Foto



aus dem Nachbarraum,auf der linken Seite wurde da auch schon alles demontiert und hält ja auch....
Welche Pfetten ? Fusspfetten liegen ja auf der 24er Mauer auf...



diese Befürchtung habe ich auch...



hier dann noch ein Foto





biste sicher das das eine tragende Wand ist?



das habe ich noch gefunden



das müßte eigentlich ersichtlich sein



die Wand



ist zwar auch nur als 11,5cm Wand ausgebildet, aber setzt sich bis ins Erdgeschoss durch.



lässt



sich anhand alter Bauakten nachvollziehen, ob es schon mal Umbauarbeiten im DG gab. Immerhin gab es schon früher nicht genehmigte Umbauten mit viel Risiko, und manchmal hats gehalten.....



Dat Kind



guckt auch schon so skeptisch.....


:-) Boris



Hab jetzt ne Idee



ich baue das Kehlbalkendach zum Pfettendach um.Ich werde auf dem Spitzboden Leimbinder mit Sparrenpfettenankern einbauen und diese mit den Sparren und den Deckenbalken verbinden. Auflager für die Pfetten sind die seitlichen Wände, eine 11,5 cm und eine 24 cm Wand, die noch bestehenden Balken unter der Decke bleiben als Unterzug erhalten.Die jetzt noch zu sehende Holzständerwand, wurde später einmal nachträglich eingebaut, daß konnte ich heute sehen, da der obere Balken nicht ganz durchgeht und auch schon mal verbautes Holz benutzt wurde.
Zudem werde ich auf der linken Seite, auf dem Foto nicht zu sehen, zusätzlich einen Stützbalken einbauen - direkt unter dem Unterzug.



Da



kann ich nur raten, einen Statiker hinzuzuziehen, sonst gehts garantiert in die Hose. Kehlbalkendach und Pfettendach sind so unterschiedlich wie Gucci-Schuhe und Gummistiefel.
MfG
dasMaurer



Foto



hier das Foto von der linken Seite



und



hier der Umbau auf Skizze