Feuchtigkeit zwischen Mineralwolle/Unterspannbahn und Fußpfette

07.03.2006



Sehr gehrte Fachwerkhaus-Gemeinde,
während der kalten Tage im Januar habe ich unterhalb von meinem Dachüberstand Feuchtigkeit entdeckt. Beim genauen untersuchen habe ich festgestellt das sich Feuchtigkeit
zwischen der Unterspannbahn und der Mineralwolle gebildet hat. Das ganze ca. 50 cm hoch ab der Fußpfette.Die
Feuchtigkeit hatte sich dann auf der Fußpfette niedergelegt.
An den Giebelwänden, wo im letzten Sparenfeld eine Holzschalung (vollflächig),angebracht worden ist, geht die Feuchtigkeit sogar bis in den Firstbereich.
Das Dach wurde im Frühjahr/Sommer 2005 gedämmt. Die Mineralwolle wurde bis an die Unterspannbahn verlegt und anschließend eine Dampfbremsfolie angebracht. Die Folie
wurde bis auf die Fußpfette verklebt. Laut
Bausachverständigen ist der entstandene Schaden durch
eindringende kalte Luft von außen zustande gekommen. Die kalte Luft kommt zwischen der Schalung (Dachüberstand) und der Außenwand hindurch. Habe auf sein anraten ersteinmal
die Mineralwolle im unteren Bereich entfernt, damit es austrocknen kann. Nun bin ich mir aber nicht ganz sicher ob
das nur von der kalten Luft kommen kann.
Meine Frage ist nun ob das mit der kalten Luft möglich ist oder ob die Dampfbremsfolie an der falschen Stelle
angebracht worden ist.

Seht euch bitte auch meine Bilder und Skizze an.

Mit besten Dank im Voraus

Bilder unter http://service.gmx.net/mc/r8vXrgy9SKG5FZp01bRgx0zFVEM4CV
und dann GMX MediaCenter starten



Ich sehe hier 3 Fehler



- Wenn wie beschrieben feuchtkalte Luft von außen eindringen kann, ist die Konstruktion von außen nicht winddicht. Dürfte aus meiner Sicht aber trotzdem nicht zu Kondensat führen.
- Am Fusspunkt der Konstruktion ist eine starke Wärmebrücke vorhanden. Der Fusspunkt muss gedämmt und durch eine Dampfbremse geschützt werden.
- Die Folie ist am Fusspunkt nicht an der Fusspfette sondern durch die Deckenkonstruktion nach unten zu ziehen und an der Wand zu befestigen.

Aus meiner Sicht entsteht hier Feuchtigkeit durch die Warme Luft aus dem Innenraum, die durch eine mangelhafte Dampfbremse im Bereich der Wärmebrücke kondensiert.

Bitte bedenken sie: Dies ist nur eine Meinung aus der Ferne. Wirklich klären läßt sich die Situation nur vor Ort. Ich empfehle ihnen einen 2. Gutachter ins Haus zu holen.





Hallo
Ich stimme Fred Heim in allen Punkten zu.

Grüße

Jochen Engelhardt



Zustimmung



Vorangegangene Ausführungen haben ebenfalls unsere vollste Zustimmung.
Trotzdem lese ich einen weiteren Mangel heraus, was in der Fragestellung aufgezeigt wird.
Dichtes Anliegen der Mineralwolle an der Unterspannbahn!
Sollte da nicht etwa eine Hinterlüftungsebene angebracht sein, um Diffussionsfeuchte abzulüften?
Trotzdem ist dies hier nur eine richtungsweisende Hilfestellung, denn es müßte eine korrekte Baubegehung zur Systematik erfolgen, um genau die Ursache zu klären.

Grüße U. M.



Vielen Dank für die Antworten



Hallo,

habe das mit dem 2. Gutachter auch schon in Erwägung gezogen. Problem ist nur den richtigen zu finden. Kann mir den jemanden einen Empfehlen (Berliner Raum)der sich mit meinem Problem auskennt bzw. schon so etwas begutachtet hatte.
Nun noch mal zur Dampfbremsfolie. Habe sie ja momentan an der Fußpfette angeklebt. Da es sehr schwierig sein wird sie durch die Deckenkonstruktion durch zu legen, der Fußboden ist fertig verlegt, habe ich mir gedacht sie oberhalb der Fußpfette an der Außenwand (innenseitig) anzukleben und dann alles mit Mineralwolle zufüllen.
Habe so etwas ähnliches auf der Homepage von Doerken (Delta Unterspannbahn) gesehen. Ob das jedoch bei mir anzuwenden ist,weiß ich jedoch nicht.
Was ist eigentlich mit dem Fusspunkt gemeint? Meine innen Wand die zwischen den Deckenbalken bis zur Fußpfette geht.
Wie würde denn eine Dämmung des Fusspunktes aussehen.



kommt mir bekannt vor...



Mich hatte vor drei Wochen ein Bauherr zum gleichen Problem telefonisch angerufen...? Damals hatten wir über Winddichtheit und Taupunktunterschreitung bei defekter Dampfdichtung gesprochen? Sind Sie das?





Hallo Herr Garkisch,

ja ich bin es. Mein Problem besteht immer noch. Skizze habe ich angefertigt. Sie können ja mal ein Blick drauf werfen.

Danke

Skizze und Bilder unter

http://service.gmx.net/mc/r8vXrgy9SKG5FZp01bRgx0zFVEM4CV
und dann GMX MediaCenter starten





Hallo zusammen,

Ich schließe mich grundsätzlich Fred Heims Ausführungen an, möchte aber noch etwas bemerken:

Din 4108-3 sagt etwas über nicht belüftete Dächer mit Dachdeckung;.. in ihrem konkreten Fall sollte der Sd-Wert (der Folien) innen und außen überprüft werden, denn falls außen ein zu hoher Sd-Wert aufgebracht wurde, kann Feuchtigkeit nicht abgeführt werden.

Faustformel bei nicht belüfteten Dächern:
Sdi(intern) 6x > Sde(extern). Dabei ist zu beachten das
R (der Wärmedurchlasswiderstand) unterhalb der diffusionshemmenden Massnahme (innen) nur maximal 20% des R-gesamt-Wertes betragen darf. Des weiteren muss die diffusionshemmende Maßnahme innen luftdicht angeschlossen werden (Blower-Door-Test !) es darf unter keinen Umständen zu einem konvektiven Feuchteaustausch kommen, denn dann haben wir Tauwasserausfall in der ausgekühlten Dämmung und an der Wärmebrücke. Was bei Dir der Fall sein dürfte.

Schönen Gruß Sean15







..bin erst



wieder ab 27. 03. im Büro. Die Details auf gmx kann ich nicht öffnen, ich lande immer auf der Startseite.



Sd-Wert



Hallo,
mit dem Sd-Wert müßte alles okay sein. Außen ist eine Delta Unterspannbahn mit einem Wert vom ca. 0,02m und innen eine Isover KM vom 0.2m bis 5m (feuchtevariabel) angebracht.
Kann es denn auch möglich sein das zwischen dem zweischaligen Mauerwerk erwämte Luft nach oben steigt und sich dan an der Fußpfette vorbei, dann dort niederschlägt? Im unteren Bereich vom Haus befinden sich Lüftungslöcher.Ich frage mich wenn unten welche sind, müßte dann oben nicht auch was sein? Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe schließen alle die kalte Luft die zwischen der Unterspannbahn und meinem Außenmauerwerk eindringen kann, für den entstanden Schaden als Ursache aus.

Gruß Hahnwald



Kalte Luft



Naja, "kalte" Luft als Übeltäter scheidet insoweit aus, als dass sie eben schon kalt ist und dementsprechend geringe Feuchtigkeit mit sich führt. Kalte Luft mit Umgebungstemperatur kann sich an der USB, die ja ebenfalls Umgebungstemperatur hat, nicht weiter abkühlen. Also kommt es auch nicht zu Tauwasserbildung.

Die Probleme treten ja nur auf, wenn warme Luft mit viel Feuchtigkeit aus den Innenräumen unkontrolliert entweicht und abkühlt. Dabei kondenisert der mitgeführte Wasserdampf (denn kalte Luft kann sehr viel weniger Dampf aufnehmen als warme) an der kältesten Stelle - und schon ist ihre USB patschnass! Letztlich ist es dabei egal, ob die warme Luft aus dem Dachgeschoss oder aus dem Mauerwerk stammt. In jedem Fall sollten Sie diese warme Luft von der Dämmung fern halten, z. B. mit einer entsprechend sorgfältig verlegten Dampfbremse / -sperre.

Gutes Gelingen