So sollte der Dielenboden nicht aussehen, was nun?

20.04.2013 Milka3



Liebe Experten,

wir sanieren gerade mit viel Spass eine Altbauwohnung. Jetzt wurde der Dielenboden (Kiefer) von einem Parkettleger abgeschliffen und an einigen Stellen ausgebessert. Zwischen den Dielen waren in den Dehnungsfugen lange Holzleisten; diese wurden durch Lärchenleisten erneuert/ersetzt. So weit so gut. Gestern wurde der Boden auf meinen Wunsch hin geölt und das Ergebnis gefällt mir gar nicht. Der Boden wirkt viel zu unruhig. Am liebsten hätte ich ihn gleichmäßig und hell gehabt bzw. gleichmäßig dunkel. Jetzt ist er aber eher fleckig.

Den Parkettleger habe ich bereits um Rat gefragt, aber der will sich nicht zusätzliche Arbeit machen und meint dies wäre halt so und der Boden könnte jetzt auch nicht anders behandelt werden (gefragt habe ich nach Ablaugen oder weiss ölen). Meine Fragen an euch:

Wie findet ihr das aktuelle Ergebnis?
Wie bekomme ich einen Boden der so aussieht wie frisch geschliffen (der geschliffene Boden gefiel mir nämlich sehr gut; erst durch das Ölen wurde er ja fleckig)?
Wenn ich den aktuellen Zustand ändern will, muss ich den Boden dann tatsächlich nochmals Schleifen lassen? Geht dies überhaupt so kurz nach dem ölen...?

Danke für eure Tipps und Hinweise.

Viele Grüße





Was hast du denn erwartet? Einen Boden wie aus den Hochglanzbroschüren? Der Boden war vorher deckend beschichtet oder?





Ich habe ja schon geschrieben was ich erwartet habe. Dies hat nichts mit Böden aus Hochglanzprospekten zu tun. Wenn man das hochgeladene Bild nimmt, dann würde mir ein Boden im Ton der 3, 4, 5. Diele serh gut passen. Mein Problem ist, dass die Dielen am Rand dunkle längliche Stellen aufweisen (sowie der Stoß zwischen den Dielen oben). Oder siehst Du das Problem auf diesem bzw. den anderen von mir hochgeladenen Bildern nicht? Und ja, der Boden war vorher mit Ochsenblut beschichtet.

Jetzt suche ich Tipps wie ich weiter vorgehen kann. Hierbei war ich überrascht wie gut der einfach geschliffene Boden aussieht und daher meine Frage, ob und wie ich so einen Zustand erreichen könnte.





Diese Bodenbretter waren von anfang an dafür ausgelegt deckend beschichtet zu werden. Ich denke es wird sich am Erscheinungsbild nicht viel ändern lassen. Das Öl feuert die Maserung der unterschiedlichen Bretter an, da kommt sowas dabei raus. Weiss ölen? Ob das dann gut kommt? Ich weis nicht?



Optik



Das wirkt im Moment wahrscheinlich so wild ,weil ringsherum alles noch Nackt ist und das einzige was in s Auge springt der Boden ist.

Grüße Martin



Detailaufnahme bitte



Hallo Milka,

was die Fläche angeht, so finde ich das zunächst erst einmal ebenso akzeptabel, wenn nicht sogar Materialtypisch ansprechend. Die Anmerkung von Martin ist da durchaus richtig.

Trotzdem verstehe ich natürlich auch Dein Anliegen bezüglich der Stöße. Leider ist aus Deinen Fotos jedoch nicht zu erkennen ob das Problem hier von einem zu geringem Schliff, vom Holz selbst oder aber vom Ölen her rührt.

Eine Nahaufnahme der Stöße wäre hilfreich! Prüf auch mal mit einem Lineal oder dergleichen, ob die Stöße Eben sind.

Gruß aus Berlin



Ein...



geölter Nadelholzboden sieht halt so aus. Das Ölen hebt Holzmerkmale hervor. Insofern habt Ihr bekommen, was Ihr bestellt habt. Soweit das das Bild hergibt, habt Ihr eine mängelfreie Leistung erhalten. Wer's ultramonoton haben will greift, etwas überspitzt, zum Laminat.

Ich finde, daß der Boden ein ansprechendes Bild zeigt. Ferner: die robusteste Variante, und das ist im Flur besonders wichtig, habt Ihr JETZT. Klar kann man noch mal schleifen (falls das die Dielenstärke hergibt), laugen und weiß ölen. Ich bezweifle aber, daß der markante Kern der Seitenbretter deswegen verschwindet. Und der Boden wird mehr Pflege brauchen, möglicherweise trotzdem Laufspuren bilden. Den Farbton ungeschliffenen Holzes könnt Ihr am ehesten mit Wasserlack erhalten, weil der kaum anfeuert. Bloß: Dann schleift Ihr in spätestens 5 Jahren wieder, weil euer Flur zahlreiche Lackschäden und graue Stellen hat und einfach "wie Hund" aussieht.

Grüße

Thomas



Moin Milka,



der Boden wird durch nachdunkeln über die Jahre noch ruhiger und du durch's "sichdrangewöhnen"....;-)

Über die dunklen Stellen am Rand kommen doch sowieso Fussleisten, oder?

Gruss, Boris





Hallo,
vielen Dank für die hilfreichen Hinweise und Antworten. Also, ich denke auch, dass da Fußleisten (geplant sind weiße, hohe mit Berliner Profil) und die Einrichtung die Lage beruhigen werden. Auch hoffe ich da auf das Nachdunkeln des Kiefernbodens. (Gibt es dazu eigentlich Erfahrungen oder eine Bilddokumentation im Internet, im Sinne: Kiefernboden nach einem, zwei usw. Jahren?)

Anbei ein vergrößerter Ausschnitt des Bodens in einem Zimmer, dort sieht man zwei Dielen und einen Lärche in der Dehnungsfuge. Astlöcher, Maserung sind meiner Ansicht nach ok, aber was mich stört ist der dunkle Fleck; dieser findet sich in einem Zimmer und im Flur sehr oft und dies macht den optischen Eindruck zu schaffen. Vermutlich kommt dies wegen konkaven Dielen, die beim Abschleifen nicht Plan wurden und jetzt sammelt sich an den entsprechenden Stellen das Öl!??

Hinzu kommt, dass der geschliffene und ansonsten unbehandelte Boden sehr schön aussieht. Und zu guter letzt: im Netz habe ich Fichtendielenböden gefunden, welche mir sehr gut gefallen - sehen edel und harmonisch aus. (http://baubiologie-wh.de/fussboeden.htm) Diese sind gelaugt und weiß geölt. Hätte ich dies von meinem Parkettleger gewünscht, wäre dann mein Boden auch so harmonisch geworden? Morgen treffe ich ihn und mit etwas Geldeinsatz könnte ich hier nochmal eine Änderung erreichen. In ein paar Tagen geht es mit anderen Gewerken weiter und dann ist es erst einmal vorbei mit Schleifen und Co.

Viele Grüße





Hier noch ein weiteres Bild zu den "Flecken".





Zum Schluss noch ein Detailfoto zu den Stößen im Flur. Hier sind es wohl eher die vielen Reperaturstellen, welche den Boden an Ansehnlichkeit nehmen...



Trugschluss:



"Vermutlich kommt dies wegen konkaven Dielen, die beim Abschleifen nicht Plan wurden und jetzt sammelt sich an den entsprechenden Stellen das Öl!??"

Die Dielen sind jetzt gerade, wurden aber natürlich (der unebenen Fläche vorher wegen)beim Schleifen unterschiedlich stark abgeschliffen. Die Verfärbungen stammen nicht vom neuen Öl, sondern vom alten Bohnerwachs. Sie werden auch erst nach dem Ölen sichtbar, hier liegt kein handwerklicher Fehler vor. Da diese Substanzen meist tief eingedrungen sind, ist vom nochmaligen Schleifen nicht unbedingt eine gravierende Verbesserung zu erwarten. Der nachdunkelnde Boden wird diese Verfärbungen "schlucken".

Ein nochmaliges Überschleifen wäre völlig unangemessen.

Grüße

Thomas



Der Link...



...zu den "schönen" Böden zeigt neue Böden, die nie gestrichen waren. Und eine Behandlung bekommen haben, die ziemlich viel Pflege braucht.

Altböden sind nicht nur alt, sondern weisen zwangsläufig auch Spuren dieses Alterns auf. Es gibt Leute, die bezahlen viel Geld dafür, alte Dielen Verlegen zu lassen. Sie schätzen die Alterungsmerkmale und schaffen ein bauliches fake. Ihr habt alte Dielen und wollt neue! Dann solltet Ihr auch neue Dielen verlegen lassen.

Grüße

Thomas



Kiefer altert schnell



Hier lag 'mal für ein paar Tage ein Buch auf dem Boden.

Grüße

Thomas



Weißes Berliner Profil ...



... als Sockelleiste - womöglich in MDF mit Plaste überzogen - das würde ich mir zu diesem rustikalen Dielenboden noch mal überlegen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de