Fußbodensanierung auf Kappendecke

04.02.2019 Jan S



Hallo,

ich habe bereits viele der hier existierenden, teils detaillierten Threads zu diesem Thema verfolgt. Ich möchte dennoch zu meinem konkreten Vorhaben gerne einige Meinungen einholen:

Einfamilienhaus in Ziegelbauweise, 2-schalig mit Luftschicht. Baujahr ca. 1928. Vollunterkellert (ca. 60cm Bruchstein), Keller unbeheizt. Luftfeuchte im Mittel zwischen 65 und 75 %. Leichte Salzausblühungen vorhanden, kein Oberflächenwasser auf den Wänden. Keller zum Garten komplett unter OK Gelände.

Ist-Zustand: Fußböden im EG: gemauerte Kappe aus Bimsstein, 2 Räume bereits relativ eben in den 1970er Jahren mit Estrich versehen.
In den Räumen ohne Estrich wurde zwischen den Kappen eine recht dünne Zementschlämme auf die Felder aufgebracht. Hier wurde die alte Dielung auf ca. 70x70er Lagernhölzern quer zu den Stahlträgern direkt auf diesen liegend bereits ausgebaut (dazwischen Kohlasche /Schlacke). Alte Lagerhölzer, Dielung und Füllung optisch komplett trocken und ohne Schäden. Stahlträger in einem sehr guten Zustand. Siehe Foto.

Vorhaben: Komplettsanierung EG, konkret: Sanierung der Fußböden im EG

Es geht mir konkret um die Frage der Abdichtung der Kappendecke gegen Keller in einem der genannten Räume ohne bisher eingebrachten Estrich (4x4m Grundläche, zukünftige Küche). Hier wird der Fußbodenaufbau wie bisher geplant folgend realisiert:

- Kappendecke
- 60-80mm Mehabit gebundene Schüttung (final 40 mm über Oberkante Stahlträger abgezogen)
- OSB 18mm
- KVH 40x60, Abstand ca 45cm, dazwischen Zellulose
- Dielen fallende Längen 20mm Eiche, geölt

Wir möchten gerne möglichst ökologisch sanieren, haben daher alle Räume mit Lehmputz versehen. Aus diesem Grund würde ich auch gerne auf eine Abdichtung gegen den Keller wie z.B. Katja Sprint oder Gefitas verzichten. Anderseits diese natürlich einbauen, wenn ein absehbares Risiko in Bezug auf die gewählte Hanfschäbenschüttung und möglichen Feuchteeintrag von unten besteht.

(Die OSB ist hier dann sicherlich auch kein natürlicher Baustoff, aber für mich gesetzt da ich "an der Quelle" beziehe und daher kostentechnisch ausschlaggebend gegenüber z.B. Holzweichfaser)

Vielen Dank für Eure Meinungen und Anregungen

Jan



Einfacher Aufbau



Hallo Jan,
die Träger sind ja wirklich noch tadellos, zumindest von oben.
Du könntest Dir die Sache natürlich viel einfacher machen und zum früheren Aufbau zurückkehren, d.h. Kanthölzer quer über die Träger und darauf den Dielenboden verschrauben.
Den Zwischenraum würdest Du wieder mit einer losen, mineralischen Schüttung füllen.

In der Küche kommt es ja hin und wieder vor, dass versehentlich Wasser verschüttet wird und Dampf entsteht.
Mit Zellulose hätte ich da kein gutes Gefühl.
Auf eine Abdichtung von unten würde ich jedoch nicht verzichten wollen.

Gruß

Mark



Den bisherige Aufbau...



... so wieder auszuführen wurde auch von mir in Erwägung gezogen. Danke für den Hinweis! Ist vom eigentlichen Aufbau sicherlich weniger aufwendig.
Ich habe mich aus folgenden Gründen jedoch dagegen entschieden:
- Die seitlichen "Auflager" für die KVH an den Stirnseiten hätte ich zunächst den Trägern in der Höhe anpassen müssen, da der Boden hier sehr uneben ist.
- Die Schüttung setze ich auch in anderen Räumen noch ein
(z.B. der Flur liegt höher, daher dort Mehabit -> OSB 22 -> Diele direkt auf OSB) und die Schüttung ist selbstbindend. Somit keine unterschiedlichen Produkte hinsichtlich Schüttung notwendig.

Viele Grüße
Jan