Dachboden vom Bruchsteinhaus 1880 bewohnbar machen

15.02.2012



Hallo,

wir haben vor ca. 10 Jahren ein altes Bruchsteinhaus erworben.
Das Haus besteht aus Erdgeschoss, Obergeschoss und Dachboden. Es ist komplett unterkellert.
Wohnfläche ca. 120qm ohne Keller und Dachboden.
Ca. 60cm starke Bruchsteinmauer mit Lehmdämmung in der Mauer.
An einer Seite schließ ein weiteres altes Haus an. Dort haben wir eine gemauerte Wand aus alten Ziegeln.

Das Haus haben wir vor 10 Jahren auch saniert. Also komplette Elektrik neu, Heizung neu, Decken mit Ausgleichmasse aufgefüllt, innen neu verputzt wo es nötig war, Fußböden neu etc. etc. etc.

Der Dachboden wurde damals nicht mit gemacht.
Allerdings habe ich das jetzt nachgeholt! Das Dach wurde erneuert, also alte Balken runter, neue drauf. Zwischensparrendämmung, Dampfsperre, Lattung, Rigips….
Bis auf den Rigips alles vom Fachmann.

In den Dachstuhl kommen auch Heizkörper und evtl. ein kleiner Ofen. Es wird also beheizt. Das ganze soll mal als Wohnraum dienen.

Das größte Problem sehe ich jetzt in der Trittschalldämmung des Fußbodens. Noch besteht er aus den tragenden Balken, auf die einfach Dielen aufgenagelt wurden. Von untern sind 10mm Sauerkrautplatten dazwischen.

Das dämmt den Trittschall natürlich null. Ich hatte daher eine Zwischenbarrendämmung aus Steinwolle oder Holzfaserplatten vorgesehen, das gleiche noch mal auf den alten Dielen und darauf dann neue Dielen. Ohne Dampfbremse.

Geht das gut?!?

Die dicke Bruchsteinmauer werde ich nur neu verputzen, wo es nötig ist und dann Rigipsplatten aufkleben. Die Ziegelmauer wollte ich dick mit Lehmputz verkleiden.

Die Zwischenwand, die ich einziehe, besteht aus einem Holzgestell mit eingelegten Steinwollematten und aufgebrachten Rigipsplatten in zwei Schichten. Wird zwischen 80 und 150mm breit werden. Auch ohne Dampfsperre, weil die Wand ja innen liegt und links wie rechts gleich warm sein wird.

Das ich den alten Dachboden nicht optimal Schallisoliert kriege ist mir leider klar.
Mein größter Feind ist jetzt der Dampf mit seinem bösen Freund, dem Taupunkt.

Ein Baubiologische Gutachten wollte ich erstmal umgehen, wenns aber nicht anders geht, dann muss halt eins her.

Gelüftet wird übrigens regelmäßig, also fast immer wenn wir da sind und das Wetter es zulässt.


Könnte das alles so einigermaßen klappen, oder wird es mir dann an allen Ecken und Kanten feucht werden?



Viele Grüße

Alexander



Viele Fragen im Detail ...



.. die nur nach örtlicher Besichtigung geklärt und geplant werden können.

- Gedämmte Dachkonstruktion: hinterlüftet mit Lattung / Konterlattung? Welchen sd-Wert haben Unterspannbahn und Dampfbremse? Ist die Dampfbremse überall (!!!) lückenlos angedichtet etc. Durch die Wohnnutzung + Heizung ist mit verstärkter Feuchteproduktion und Konvektion zu rechnen

- Trittschallverbesserung: kann nach Angaben von Systemanbietern mit Holzfaserplatten+Einschubleisten+neuer Dielung verbessert werden. Dazu muss der alte Boden aber Plan und in der Waage sein. Wahrscheinlich sind diese Ausgleichsmaßnahmen notwendig. Höhe des neuen Fussbodens muss in Bezug zum Treppenantritt|Türhöhen|Balkenunterkanten etc. gesehen werden. Der Effekt der Maßnahme wird bei hartem Bodenbelag ohne Luftschallschutz (Masse in der Decke) und flankierende Massnahmen (Wandanschlüsse)nicht überwältigend sein.

Auf die Dampfbremse kann generell verzichtet werden, wenn der Dachraum immer als Wohnraum temperiert wird und nicht im Winter dauerhaft eher kühl bleibt. Trotz dem würde ich den Bodenaufbau daraufhin konzipieren und nach Möglichkeit Unterlüftungsmöglichkeiten für den Oberbelag einplanen.

- Bruchsteinmauer verputzen: Bruchsteinmauern sind nicht schlagregendicht. Es ist immer mit Feuchtdurchschlag zu rechnen. Lehmputz und Luftkalkputz scheiden aus. Rigipsplatten ankleben dito.

Wenn Sie Rückfragen haben: Mein Büro ist in Bad Münstereifel.