Welcher Aufbau auf Dielen in Mietwohnung

12.03.2011



Liebe Forianer,
ich habe lange gesucht, aber noch nichts wirklich Passendes zu meiner Situation gefunden.
Wir haben seit Kurzem eine kleine 1 Zimmer Wohnung in einem Berliner Altbau. Nach dem Auszug des Mieters wollen wir nun den Boden für den neuen Mieter herrichten.
Die Dielen sind schmal, Nadelholz, total versifft mit einer Mischung aus Farbe, Tapete, Teppichresten, Zeitung uvm. und leider auch nicht mehr in einem überall abschleifbaren Zustand.
Ein Fußbodenleger hat uns nun geraten, Ausgleichsmasse auf die Dielen zu kippen und dann Teppich oder Laminat bzw PVC in der Küche zu legen.

Diese Lösung behagt uns nicht sehr, da die Dielen dadurch sicher nicht besser werden.
Was nun ?
Dielen abschleifen, Fehlstellen ersetzen, Ölen = Schweinearbeit und dann wird leider der empfindliche Boden oft von Mietern falsch behandelt...

Einfach wieder Teppich drauf - fänd ich nicht so nett für den Mieter, da die Dielen uneben sind und in der Küche wieder PVC - wäre doch dann irgendwann der Tod der Dielen??

OSB Platte - wie stark, schwimmend oder verschraubt, mit oder ohne Trittschall - und ist das dann besser für die Dielen ???
Fragen über Fragen
Wer hatte auch schon dieses Problem - und wie habt ihr das gelöst?
Kopfrauchende Grüße aus Hohen Neuendorf



Moin Anna,



"leider auch nicht mehr in einem überall abschleifbaren Zustand."

Was meinst du damit?

Wir haben auch schon Böden mit vollflächig geklebten und genagelten Teppichböden wieder hingekriegt, hätten wir vorher auch nicht für möglich gehalten.

Der Altbau-Charme ist halt endgültig dahin, wenn ihr's zubappt.

Und für die üblicherweise verlangten 16-20€/qm werdet ihr wohl kaum eine brauchbare Alternative hinkriegen.

"...und dann wird leider der empfindliche Boden oft von Mietern falsch behandelt..."

Was wäre an Parkett/TB besser?

Gruss, Boris



Wenn...



die Dielen tatsächlich nicht schleifbar und kaputt sind, würde ich sie demontieren. Für den Eigenbedarf wäre eine neue Diele sinnvoll. Bei der Vermietung: Es gibt immer mehr Mieter, die einen Dielenboden schätzen. Für manches ist es ein Grund, bei Euch einzuziehen. Ansonsten Verlegung von OSB 25mm auf die Balkenlage, Teppich, Fertigparkett, Laminat (igitt)...

Fragt doch einfach Eueren zukünftigen Mieter, das kommt immer gut.

Grüße

Thomas



Danke erstmal



für die schnellen Reaktionen.
-Boris
die Dielen sind schmal 120mm überwiegend, mit 3-5mmm breiten Fugen - einfache Berliner Hinterhausböden von ca 1908.
Stellenweise alte Wasserschäden, Abtretungen, fehlende Dielen im Kaminbereich,die irgendwann durch Estrichflecken ersetzt wurden, aufgenagelte Linoleumflicken....
ein Flickenteppich eben.
Überdies meinte der Fussbodenleger, dass abschleifen nicht möglich sei -sollte vielleicht noch mal jemand anderen fragen :)
- Thomas und Boris
Bei solch kleinen Wohnungen ist der Mieterwechsel häufig und das bedeutet dann leider oft ( laut Erfahrung der Hausverwaltung) dass der Bodenbelag ausgetauscht werden muss :( - das dürfte bei schwimmend verlegtem Parkett, TB oder dem igitt Laminat einfacher sein als bei ruinierten Dielen.
Daher die Überlegung die Dielen zunächst erst einmal unter einer OSB "Schutzschicht" zu verstecken um dort nicht endgültige unumkehrbare Tatsachen zu schaffen.
Wir möchten also nicht komplett die Dielen ersetzen.

Wir wollten halt erst den Boden machen und dann einen Mieter suchen - vielleicht wirklich der bessere Gedanke anders herum zu arbeiten.
Werde dann noch mal mit einem anderern Bodenleger durch die Wohnung gehen ( TIPPS ????)- sollten sich die Dielen doch noch als rettbar erweisen, wäre auch mir das die liebste Variante.
Und vielleicht findet sich ja dann doch noch ein Dielenbegeisterter Mieter.
Danke fürs Gedankensortieren
anna



Denn...



...denkt an die Aufbauhöhen: 22 oder 25mm OSB + 15mm Fertigparkett; das kann man an mancher Tür gar nicht abschneiden. Und wenn die Dielen wirklich im Eimer sein sollten, was man nur vor Ort entscheiden könnte, müssten Sie schon deshalb 'raus, um nicht auch noch die Türen zu ruinieren.

Hat der Fußbodenleger begründet, warum die Dielen nicht schleifbar seien? Manche wollen das einfach nicht machen.

Ein geölter Dielenboden hält übrigends eine Menge aus: Der Euere hat die "mietzahlenden Bauschädlinge" auch seit 100 Jahren verkraftet. Das wird man weder von Fertigparkett, Textilbelag noch Laminat sagen können.

I.d.R. ist ein (richtig)geölter Boden regenerierbar, er muß also nicht alle Nasen lang geschliffen werden. Allerdings sind viele Hunde nicht dielenbodenkompatibel.


Grüße

Thomas



Moin Anna,



"die Dielen sind schmal 120mm überwiegend, mit 3-5mmm breiten Fugen"

Hab ich auch im DG.

"Stellenweise alte Wasserschäden, Abtretungen, fehlende Dielen im Kaminbereich,die irgendwann durch Estrichflecken ersetzt wurden, aufgenagelte Linoleumflicken...."

Wieviel ist davon im Sichtbereich, also dort wo nachher keine Möbel stehen?

"Überdies meinte der Fussbodenleger, dass abschleifen nicht möglich sei..."

Dann frag halt einen, der's möglich macht......und zeigen möchte, dass er was kann.

Wenn das deutlich günstiger kommt als neue Dielen zu verlegen, würd' ich's so versuchen.

Gruss, Boris



N'abend



der sonntägliche Familienrat hat noch mal getagt und gemeinschaftlich beschlossen, dank eurer Anregungen ,zunächst erstmal nach einem fähigen dielenabschleifenden Fußbodenleger zu suchen.
Schätze mal, dass der in Berlin sicherlich zu finden sein wird - gibt ja genug Böden hier ;)
Werde euch dann berichten wie es weitergeht.
@Thomas
Mietzahlende Bauschädlinge - der war gut. Bei uns zu Hause haben zum ruinieren der Böden (Dielen Hartwachsöl und Parkett lackiert) nichtmietzahlende Nervenschädlinge (Kinder) mit Bobbycar und Fußballambitionen gereicht....
Neumotivierte Grüße und Dank
anna



Die...



"nichtmietzahlende(n) Nervenschädlinge" fallen im Übrigen unter den besonderen Schutz des Grundgesetzes:

"Die BÜRDE des Menschen ist unantastbar"

Trost sei, daß die süßen Bälger von Ihren Kindern später ebenso malträtiert werden, und Ihr das (eine durchschnittliche Restverweildauer auf Mutter Erde vorausgesetzt) auch noch voll Interesse beobachten werdet können :-)

Grüße

Thomas



Einfach druff!



Du fragst nach unseren Erfahrungen. Bitte, liebe Mitforianer, mich nicht gleich zum Trottel erklären, nur als Anregung gedacht.

Also, was ich - in genau so einem Fall mal gemacht habe:
Ich habe direkt auf den Dielenboden wieder einen neuen Dielenboden verlegt. Der war auch völlig am Ende. Mit der Flex die Unebenheiten grob abgeschliffen, fehlende Stücke ersetzt ((sieht ja keiner) und dann die Dielen (wie man das so macht, Abschlussleiste, Schrauben durch die Feder) direkt in den alten Boden gespaxt. Auf ausreichend Schraubenlänge achten!
Das Schöne: Es wurde kein "perfekt gerader" Boden, hat sich angepasst. Da ich von der Laufrichtung quer zum alten Boden ging, hat das den Boden wunderbar versteift.

Was die Stärke betrifft: Natürlich ist ein etwas dickerer Boden besser. Du bist natürlich in der Höhe (Türen etc) eingeschränkt. Aber in Sachen Stabilität hast du kein Problem durch den alten Boden. Ich würde also einen günstigen Boden wählen, der zumindest zwei bis dreimal abschleifbar ist.
Hast du ihn dann drin: Schleifen und ölen, Türblätter auf Höhe reduzieren - und schon hast du einen launigen, sauberen Boden! Für kleines Geld.