Küchenmaschine Holzofenherd als zentraler Heizungsboiler

18.05.2011



Hat jemand Erfahrung damit, über eine Holz befeuerte Kochmaschine einen zentralen Heizungsboiler und damit eine Fussbodenheizung zu betreiben?

Der Woodburner W35 von Esse scheint das zu leisten. Leider finde ich keine weiteren Informationen darüber.

Vielen Dank!



Moin Käpt'n,



mit Küchenofen jetzt nicht, mit wassergeführtem Kaminofen schon.

Zu beachten ist das Verhältnis von wasserseitig und raumseitig abgegebener Wärme.

Steht der Ofen zentral heizt du bereits mit der direkten Strahlungswärme das Haus und könntest dir den Aufwand evtl. sparen.
Ist das nicht so, hast du evtl. in der Küche bereits eine Sauna, bevor genug Wärme im Puffer ist, um die weiteren Zimmer zu beheizen.

Von meiner Seite in einem gut gedämmten Haus kann ich nur eine möglichst hohe wasserseitige Leistung empfehlen.

Ausser du kochst gern nackich....

;-), Boris



Naja



unser Nachbar ist von diesem System (Tyrolia Zentralheizungsherd mit Plattenheizkörpern in den Zimmern) absolut zufrieden. Zu bedenken geben würde ich folgendes: so eine Heizung erfordert ständiges Nachlegen, ich würde schätzen je nach Brennstoff mindestens alle zwei Stunden, verfeuert man sauberes unbehandeltes Altholz (Bretter) auch wesentlich öfter. Längere Abwesenheit, vor allem Urlaub etc. bedeutet also kaltes Haus, es sind Vorkehrungen für Frostschutz (Wasserleitungen, Heizungsleitungen,...) zu treffen. Zweitens: die mir bekannten solchen Systeme haben eine für Fußbodenheizung denkbar ungeeignete hohe Vorlauftemperatur.



Die Fa. Brunner



bietet so etwas auch, dabei ist die Veteilung der Heizenergie in gewissen Grenzen regelbar. Dennoch geht mindestens etwa 1/3 der Energie in den Raum, in dem der Ofen steht.

Ich hatte mal über einen Kachelofen mt so einem Einsatz nachgedacht, davon ist mir aber abgeraten worden. Der Grund ist die Notwendigkeit den Ofen ständig zu befeuern um die notwendige Energie aufzubringen, den Speicher warm zu halten (4-5 x Nachlegen am Tag). Dabei wird der Ofen selbst gar nicht mehr richtig warm.

Wenn man das jetzt mit einem reltiv kleinen Küchenofen machen will, muss man sicher öfter nachlegen (der Ofen von Brunner liefert bei 6 kg Holz in 2 h etwa 20 kWh) und die Küche wird immer wenn man Wärme benötigt mit etwa 3kW beheizt.
Das könnte ja noch passen, aber das entscheidende Argument war, dass man sicher niemanden findet, der bei Abwesenheit oder Krankheit mehrfach täglich die Anlage befeuert, damit das Haus nicht vollkommen auskühlt.

Wr haben uns für einen großen Grundofen entschieden und eine Wandheizung per Gas.

Gruß

ach ja, dann war da noch die Sache mit dem warmen Wasser im Sommer. Dafür will man ja nicht den Küchenofen anwerfen, so dass man eigentlich bei so einem System immer noch eine zweite wartungs- ond möglichst störungsfreie' Wärmequelle braucht.



Das Ding von Esse (W35)



behauptet in einem Nachtmodus 12 Stunden ohne Nachlegen auszukommen.

Und die beiden Deckel auf den Platten sollen verhindern, dass man ungewollt den Raum heizt, obwohl man im Sommer nur mal warm Duschen möchte.

@Naja, ist der Reiz einer Fußbodenheizung nicht gerade die geringe Vorlauftemperatur?

Nachdem ich jetzt weiß, dass man die Teile Zentralheizungsherd nennt (Danke Naja), hat sich mein Suchergebnis schlagartig verbessert.

Eine Kombination mit kleiner Solaranlage scheint mittlerweile eine ideale Lösung.

Am Ende ist Flexibilität gefragt: Bekleidung, Kochritual, Abstand im Raum zum Ofen und Bereitschaft zum Fenster öffnen/Holzhacken/kalt Duschen müssen dann laufen abgeglichen werden.



so ganz klar,



ist mir das mit dem Verbrauch und Leistung (W35) nicht geworden.

Die schreiben: unter Vollast werden 1,27 kg/h oder 30 kg / 24 h verbrannt.
Nimmt man an, das Brennholz etwa 4 kWh/kg erzeugt, würde das eine Vollast von etwa 5 kW bedeuten.

Abgeben soll der Ofen 3,7 kW lokal und 4,5 kW über die Kochstelle und dann soll natürlich noch der Pufferspeicher geheizt werden. Pro Grad Erwärmung braucht man für 1 Liter Wasser 1,2 Wh.
Wenn man also 1000 l Wasser innerhalb von 1 h um 10 Grad erwärmen will, brauchts also nocheinmal 12 kW Heizleistung.

Mir wird nicht ganz klar, wo die ganze Energie herkommen soll.

Vielleicht habe ich ja auch irgend etwas falsch verstanden?





Wir haben ein solches System - Zentralheizungsherd mit thermischer Solaranlage kombiniert. In der Regel kann man mit solchen Herden das Feuer "oben" oder "unten" machen, da sie einen Klapprost haben, und so grob bestimmen, ob viel oder wenig Heizleistung (insgesamt 18 kW, das ist ein kleines Modell) in den Wasserkreislauf gehen soll.
In der Praxis kocht man im Sommerhalbjahr elektrisch, im Winter, wenn das Ding sowieso angefeuert ist, mit Holz.
Wenn der Pufferspeicher nicht zu klein und das Haus einigermassen gedämmt ist, muss man nicht jeden Tag einheizen. 3 Wochen Winterurlaub im Januar dürfte allerdings ohne Heizungsdienst nicht drinliegen.
Wichtig für den Komfort ist, dass man das Holz bequem heranbringen kann. Ist der Raum, wo der Herd steht, nur über eine Treppe erreichbar, ist das schlecht.
Die Temperatur für FBH kann über ein Mischventil problemlos heruntergeregelt werden.