Fußbodenheizung in kleinem Bad, welches System?




Guten Morgen,

es ist die altbekannte Frage, aber ich habe mich schon durch diverse Themen gelesen und werde nicht wirklich schlauer. Zur Situation:

Altes Haus (Fachwerk), Baujahr unbekannt. Das Bad wird derzeit durch einen Heizkörper erwärmt, WW-Aufbereitung erfolgt durch einen Durchlauferhitzer. Im vergangenen Winter wurde die defekte Heizungsanlage durch eine Gasbrennwerttherme (Wolf CGB-14) erneuert.

Wir ziehen nun im Dezember dort ein und wollen im kommenden Jahr das bad renovieren. In dem Verlauf ist geplant:
a) Warmwasserspeicher im Keller und Ersatz des Durchlauferhitzers durch zentrale WW-Aufbereitung.
b) Ersatz des derzeit vorhandenen Wandheizkörpers durch eine Kombination aus Handtuch-Heizkörper und FBH. Die FBH wird hauptsächlich als "Wohlfühlheizung" für den warmen Boden da sein, dementsprechend nur so lange laufen wie unbedingt nötig.

Das Bad hat eine Fläche von 6 qm und aufgrund des Baujahres weiß eigentlich keiner wie genau die Unterkonstruktion des Bodens aussieht (wird wohl erst bei der Sanierung wirklich sichtbar). Derzeit wird jedenfalls von wenig möglicher Einbauhöhe in Kombination mit im Vergleich zu Neubauten relativ niedriger Decke ausgegangen.
Daher ist die bisherige Empfehlung unserer Heizungsfirma eine elektrische FBH, da dort die Einbauhöhe geringer ist.

Beim Durchforsten des Forums und anderer Informationsquellen tun sich mir da einige Fragestellungen auf:

a) Viele Infos im Netz sind viele Jahre alt. Was ist bei den derzeitigen Energiekosten für diese Fläche sinnvoll?

b) Wie groß ist tatsächlich der Unterschied im Gesamtaufbau zwischen einer elektrischen FBH und einer modernen WW-FBH?

c) Manch einer schreibt, die Duschfläche wird ausgespart, wieder andere schreiben eine FBH wird auch unter Dusche und Wanne (Wanne wird es nicht geben) verlegt. Was stimmt da?

d) Wie kann die Temperaturregelung bei einer WW-FBH erfolgen. Soweit ich verstanden habe unterscheiden sich die Temperaturen im Kreislauf normaler Heizkörper und in der FBH. Es wird im gesamten restlichen Haus keine FBH geben. Kommen das zusätzliche Kosten für eine extra Regelung dazu?

Und eben bin ich noch auf das System der Firma Rizal gestoßen. Könnte das evtl. eine Lösung sein?

Gruß,
Tobias



Fubo- Heizung



Ich habe in meinem Gästebad so eine elektrische Heizung als Zusatzheizung und einen Handtuchheizkörper.
Die Heizung wird im Bad über einen Regler mit programmierbarer Zeitschaltung gesteuert. Der Verbrauch ist in der Gesamtabrechnung nicht spürbar da diese Heizung praktisch so gut wie nie in Betrieb ist. Wenn dann immer nur weniger als eine Stunde- meistens unter einer halben Stunde. Das Bad wird von meinem Schwiegervater täglich genutzt der bei uns mit im Haus wohnt.
Man tritt nach dem Duschen auf einen Vorleger, wozu warme Fliesen. Als Zusatzheizung ist sie höchstens mal in einem strengen Winter einzuschalten. Die Fliesen sind in ein paar Minuten erwärmt da die Heizung unmittelbar unter den Fliesen liegt und nicht im bzw. unter dem Estrich wie in normalen Fußbodenheizungen.
Unter der Duschtasse ist sie völlig unnötig, ebenso unterm Klo oder dem Waschtisch. Die gedämmten Kunststofftassen fühlen sich warm an und man steht nach ein paar Sekunden im warmen Wasserstrom.



FB-Heizung im Bad



Wenn nur das kleine Bad eine FB-Heizung bekommen soll, empfiehlt sich eine E-Heizung. Die Aufbauhöhe beträgt nur wenige Millimeter. In Betrieb ist sie nur zu den Badnutzungszeiten. Die, bezogen auf die kleine Fläche und die geringen Betriebszeiten, Mehrkosten (Differenz zwischen Gas- und Strompreis) sind gering.
Wenn das Haus einen Jahresenergiebedarf von 200 kWh/m2a hat und eine tägliche Betriebszeit von zwei Stunden angenommen wird, betragen die Mehrkosten ca. 20€.
Wenn eine Duschtasse eingebaut wird, ist die FBH darunter überflüssig; bei einer bodengleichen Dusche jedoch sinnvoll.
Alternativ kann man eine wassergeführte FBH einbauen.
Deutlich mehr Einbauhöhe. Der Anschluss erfolgt über eine Multibox (z.B. von Heimeier) damit wird die Temperatur auf das FBH-Niveau gebracht.



Bad mit Holzboden statt Fußbodenheizung



Ich habe in meinem (vermieteten) Bad vor über 20 Jahren einen geölten Holzdielenboden auf die alte Deckenkonstruktion geschraubt- gerade weil der Boden angenehm zu begehen und immer fußwarm sein soll- nicht nur in Zeiten wo die FB-Heizung eingeschaltet ist.
Es funktioniert seither völlig problemlos.
Das Bad hat Waschbecken, Bidet und WC an der Vorwandmontagewand,
die Wanne ist freistehend und die Duschtasse steht auf dem Boden, deren Abwasserleitung läuft darüber.

Bei etwas höherer Feuchtigkeit quillt das Holz auf und dichtet sich dadurch noch besser ab (wie bei Schiffen und Holzfässern)
Am Rand zwischen Wand und Holzdielen kann Kompriband zur Abdichtung eingelegt werden.

Eine Fußbodenheizung bedeutet auf jeden Fall höheren Installationsaufwand, mehr thermisch bedingte Bewegung vom Belag und wer überlegt sich schon genau, wann er duschen will oder barfuß das Bad benutzen will und will mit entsprechender Vorlaufzeit seine FB-Heizung regeln?
Da ist ein kleiner Vorleger oder Sisalteppich viel günstiger für die Fußwärme- und ein Holzboden spart Aufwand und Aufbauhöhe.
Ein Bild vom Bad ist bei meinen Bildern im Profil zu sehen

Andreas Teich





Holzfußboden könnte tatsächlich interessant sein, bisher war geplant, Fliesen in Holzoptik und -struktur für den Boden zu verwenden. Holzboden müssen wir uns dann noch einmal durch den Kopf gehen lassen.

Ich habe jetzt hier in der Community öfter von Wandheizungen gelesen. Auch das hört sich interessant an, allerdings bin ich mir nicht sicher ob das überhaupt noch nötig ist wenn in dem Raum sowieso in jedem Fall der Badheizkörper für die Handtücher hängen soll.

Weiterhin stellt sich mir nach den Informationen die ich jetzt noch zusätzlich erhalten habe die Frage, inwiefern ich die Planung überhaupt angehen kann, wenn ich eigentlich noch keinerlei Aussagen über die genaue Substanz machen. Uns sind weder der genaue Aufbau des Fußbodens noch die genauen Materialien des Fachwerks bekannt.

Ich denke es macht vielleicht erst Sinn das anzugehen, wenn wir da einen Schritt weiter sind? Bevor wir uns jetzt in eine Idee verrennen, die im Nachhinein aufgrund der vorhandenen Substanz eher nicht optimal ist?



Badezimmer-Heizung



Je näher die Sanierungsmaßnahmen an der ursprünglichen Bauweise bleiben, umso geringer sind die Eingriffe in die Baussubstanz.
Fliesen mit Holzoptik würde ich nicht verwenden.

Ganz davon abgesehen, daß Imitate immer unschön sind und sofort wegen der unterschiedlichen Materialeigenschaften auffallen sehen kleine Fliesen nicht wie ein Holzboden aus und große Fliesen sind viel eher bruchgefährdet-
schon aufgrund von Bauwerksbewegungen im Altbau.

Der Wärmebedarf hängt von der Außenwandfläche und deren Dämmwert ab.Das kann relativ einfach berechnet werden.

Bei 6 qm Grundfläche wird ein entsprechend dimensionierter Handtuchtrockner/Heizkörper genügen- auch bei niedriger Vorlauftemperatur.

Es kann aber gegen Schimmel,kalte Wände und Kondensation notwendig und sinnvoll sein, die Außenwände zu dämmen, desweiteren ggf eine feuchtegesteuerte Lüftung einzubauen.

Damit eine Brennwerttherme möglichst wirtschaftlich arbeiten kann sollten die Vorlaufthemperaturen gering sein- das wiederum setzt größere wärmeabgebende Flächen wie bei Wandheizungen voraus.

Bei Holzböden können wegen geringerem Wärmeübergang des Bodens die Raumtemperaturen 1-2 Grad niedriger sein als bei Fliesen, was auch zur Eergieeinsparung beiträgt.

Andreas Teich