Neuer Fussboden für eine Werkstatt

08.11.2009


Hallo,

ich bin dabei einen alten Stall in eine Werksatt umzubauen. Kopf und Fuss sind trockengelegt. Unterbeton ist eingebracht. Nun stehen für den Fussbodenaufbau noch ca. 22 cm für Isolierung, ev. Fussbodenheizung und Estrich zur Verfügung. Nun zu meinem Problem. Da ich die Räume als Werkstatt mit entsprechenden Werkzeugmaschinen (Drehbank, Fräse etc.,max. 1t mit entsprechenden Schwingungen) nutzen möchte, stellt sich nun die Frage nach der Art der Isolierung. Ist Styropor geeignet, wenn ja welche Festigkeitsklasse brauche ich? Wie stark muss der Estrich sein (6,20x 6,80 m ist der größte Raum)? Oder müssen die Maschinen auf separate Fundamente gestellt werden, was den Einbau einer Fussbodenheizung umständlicher macht.

Über sachdienliche Antworten würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße

Dirk



deine



Fußbodenheizung könntest Du ohnehin nicht unter den Maschinen einbauen - nicht nur wegen der Befestigung. Also gleich gesonderte Fundamente, vom Estrich und vom Unterbeton mit Schwingungstrennung abkoppel. Das bissel Aufwand wirst Du wohl überleben ....





Danke für deine Meinung,

Wie stark sollte der Estrich über dem Heizungsrohr sein und welches Dämmaterial kommt in Frage?

Viele Grüße

Dirk



In einer Werkstatt



würde ich von Fussbodenheizung absehen. Zum arbeiten sind Wohnraumtemperaturen eh zu hoch und wenn dann noch die Füsse qualmen.
Soll in erster Linie Wärmeschutz oder Schallschutz erreicht werden? Wenns um den reinen Wärmeschutz geht, wäre foamglas zu empfehlen, sonst Styrodur, das ist wesentlich druckfester als Styropor.
Die Maschinen sollten auf jeden Fall auf Einzelfundamenten stehen, die vom übrigen Fussboden getrennt sind. Und beim Estrich auf entsprechende Dehnfugen achten.
MfG
dasMaurer



Wenn du ein bisschen



"Dämmung" haben willst würde ich auch über einen Industrieholzboden nachdenken (Bauklötzchen, staplerbefahrbar).

Wenn Fußkälte das Thema ist, mach dir lieber vor deine Werkbank, Drehbank etc. entsprechende Trittplatten z.B. aus 2cm Styrodur + OSB oder Schichtleimplatte. FB-Heizung und Maschinenvibrationen zusammen wird denk' ich nix.

Gruss, Boris





Vielen Dank,

die Dämmung soll der Isolierung dienen. Ich möchte mit der Heizung das Raumklima konstant halten. Es müssen ja nicht 25°C sein. Mal abgesehen von den Maschinenfundamenten, die nun kommen, soll der Boden schon geschlossen sein, damit er pflegeleicht ist.
Die Fußbodenheizung hat den Vorteil gegenüber Heizkörpern, dass es kaum/keine Konvektionsströme gibt und damit nicht so viel Staub durch die gegend fliegt. Es wird meine Restaurierungswerkstatt, in der auch mal etwas feinere Objekte stehen werden.
Ich bin eher für Strahlungswärme zu haben. Kann man Industriehlozfussboden und Fussbodenheizung kombinieren? Wahrscheinlich nicht, da die Holzausdehnung ja hauptsächlich quer zur Faserrichtung stattfindet. Das beißt sich doch mit der Fussbodenheizung oder?

Grüße

Dirk



Wie wär's



mit Wandheizung?

FB-Heizung wirbelt doch auch immer den Staub vom Boden auf, oder? (Und du willst davon ja ne Menge "herstellen", wenn ich's richtig verstanden hab)

Bodentemperierung erreicht man auch indem man die Rücklaufleitung eines HK in Wicu-Rohr im Estrich verlegt.

Gruss, Boris



Ich habe...



...zunächst für die Hobelmaschine (ca. 900kg) ein Einzelfundament gebaut, nicht wegen der Belastung, sondern zur Entkopplung wegen, meine Werkstatt ist im Souterrain eines MFH. Säge und Fräse standen ohne gesondertes Fundament. Es hat sich dann später ergeben, daß der Hobel woanders stehen muß, und nach dem 2002er Hochwasser habe ich das Fundament abgebrochen und den Boden erneuert: durchgehende Bodenplatte 10cm Estrich, armiert auf 5cm Styrodur. Lärmtechnisch hat sich nichts verändert, die Platte steht wie an ersten Tage.

Ich hätte keine Bedenken, auf einen Heizestrich passender Dimensionierung Hirnholzpflaster (z.B. 5cm Eiche) zu kleben. Selbstredend muß der Estrich vollständig trockengeheizt (belegreif)sein, und das Parkett in richtiger Holzfeuchte eingebaut werden. Da die FBH durchlaufen wird, ist die thermische Trägheit des Holzes von geringer Bedeutung, Hirnholzparkett leitet die Wärme zudem deutlich besser als Dielung.

Auf jeden Fall ist das eine Aufgabe für eine versierte Estrichbaufirma, hier ist m.E. Eigenleistung fehl am Platz.

Grüße

Thomas



@ Boris



"FB-Heizung wirbelt doch auch immer den Staub vom Boden auf, oder?"

Bei ca. 35 Grad Vorlauf und ca. 22-25 Grad Oberflächentemperatur als Maximum? Kann ich nicht nachvollziehen.

"Bodentemperierung erreicht man auch indem man die Rücklaufleitung eines HK in Wicu-Rohr im Estrich verlegt."

Der Rücklauf eines normalen HK hat immer noch 55-60 Grad. Das wird keine FB-Temperierung, sondern Murks. Mein Ex-Schwiegervater hat sowas in meinem Bad produziert, sozusagen als letzte Rache. Entweder ist der Fußboden kalt, oder aber zu heiß.

Grüße

Thomas





Den Estrich würde ich samt Aufbau und Heizrohren von einer Firma fertig mit nivellierter und abgezogener Oberfläche einbringen lassen; so grosse Flächen selbst zu erstellen ist in der erforderlichen Präzision alles andere als einfach, zumal der Estrich in einem Guss erstellt werden sollte.
Ein weiterer Bodenbelag (ausser Fussbodenfarbe) erübrigt sich dann.
Lassen Sie sich einige Offerten von Firmen erstellen, die sich auf Industrieböden spezialisiert haben. Es gibt Ausführungen, die so schön sind, dass sie auch in Wohnungen eingebaut werden.
Die getrennten Fundamente für Werkzeugmaschinen sind sicher angebracht, wenn es sich um grosse Maschinen handelt. In diesem Falle müsste man aber auch die Abwärme der Maschinen und deren Betriebsdauer für die Heizungsberechnung kennen. Weil es sich aber "nur" eine Restaurator- oder Schreinerwerkstatt handelt (1000 kg ist für eine Maschine ja noch nicht wirklich schwer), wäre es wohl angebrachter, den Boden als Ganzes zu erstellen. Man ist dann auch mit dem Standort der Maschinen flexibler, und der Raum lässt sich später problemlos umnutzen.
Vibrierende Maschinen kann man auf eine Betonplatte stellen, die durch Schwingungsdämpfer oder eine Gummiplatte vom Bodenbelag entkoppelt ist. Dies reduziert zudem die Flächenbelastung des Bodens.
Die Stromzufuhr würde ich über die Decke mit separatem Stromkreis und Hauptschalter vorsehen; es erleichtert die Reinigung der Werkstatt sehr, wenn keine Kabel herumliegen.



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Hallo,

wie Thomas Böhme richtig anmerkt, sind die Vorschläge, die hier zur Heizung gemacht werden, relativ unbrauchbar.
So geht es, wenn man von Anfang an aufbaut:
auf Planum 10 cm druckfeste Dämmung (also praktischerweise Styrodur, Jackodur o. vglb. WLG 030). Dadrauf 20-24 cm bewehrte und statisch dimensionierte Stahlbetonplatte.
Industrie-Schwerlastheizung mit 20 mm-Rohren von der Rolle integriert, Heizkreisverteiler anschließen an Wärmetauscher oder hydraulische Weiche. Gewünschte Vorlauftemperatur: 20 bis max. 24 Grad.
Dann fürs Finish entweder Betonschleifen (schööön)oder Belag je nach Gewerbe aufbringen (Holzpflasterboden oder im floating and buttering Betonwerksteinplatten, ggfs. stahlverstärkt, z.B. von STELCON).

In Ihrem Fall, der Unterboden liegt, die Dämmung noch nicht, würde ich wie folgt vorgehen:
Unterboden dicht abkleben mit bituminierter Schweißbahn und Alueinlage. 10 cm Jackodur, Styrodur oder vglb. in WLG 035
oder besser (Jackodur hat eine Druckfestigkeit von 300 kN/m², kann erhöht werden bis 700 kN/m², reicht also für jede Maschine. Darauf 10 cm bewehrten Estrich mit FB-Heizung,die im unteren Drittel verlegt werden sollte.
Hydraulik und Temperaturen wie vor.
Den Belag würde ich legen, nicht mehr aufwändig montieren.
z.B. von SILATEC oder von NORMA.
Das wäre eine wirklich solide Sache.
Das Fundamentproblem läßt sich mit Neopren-Lagern lösen, die sich auf jedes Gewichts- und Schwingungsproblem einstellen lassen. (vulgo: Gummiplatte, gibt es auch stahlplattenverstärkt) und trägt dann ein paar hundert Tonnen und gleicht Horizontalstöße aus.

Grüße vom Niederrhein





Vielen Dank für eure Antworten.

Thomas und Herr Beckmann, danke für den Praxisbericht. Das lässt mich zurück zur geschlossenen Platte kommen, da ich noch nicht so richtig planen kann, was wo steht. Gedanklich schiebe ich immer noch alles hin und her, um die optimalste Lösung zu finden. Das mit den Stromanschlüssen ist auch schon geklärt. Ich habe bereits eine 100 Kabelbahn in beiden Räumen rings rum verlegt. Da kommen dann an entsprechender Stelle nur noch die Steiger an die Wand. Vorher wurde auch schon diffusionsoffen mit Silikatfarbe gemalert. Druckluft wird dann auch gleich mit installiert. Für die Heizung habe ich mir was spezielles ausgedacht. Das ganze System wird im Niedertemperaturbereich gefahren. Daher kommen auch nur Wand und Bodenheizung zum Einsatz. In der Werkstatt wird es noch einen Bullerjan geben, der zusätzlich kurzfristig Energie liefern kann. Da ich nicht auf Gas oder Öl stehe, da Abhängigkeit, habe ich dies hier gefunden: www.bio-solar-haus.de.
Das System ist als zweischaliges diffusionsoffenes Haus in Haus konzipiert. Daher wird das Wohnhaus (separat) auf der Südseite einen technischen Wintergarten erhalten, der in den verglasten Spitzboden des Hauses übergeht. Auf dem Spitzboden kommen die Absorberschleifen für den Zwischenspeicher. Unterhalb der winddichten Hülle (Glas, Ziegel, Außenwand) wird in eine reine Holzschalung eine Zellulosedämmung eingeblasen auf die dann im Wohnbereich eine Wandheizung folgt. Das Geniale an diesem System ist, es gibt keine Dampfsperren. Der Taupunkt wird durch den unbeheizten Außenraum in selbigen verlagert, wenn es überhaupt dazu kommen sollte. Selbst wenn es sehr kalt wird, gibt es in der Dämmung keine Kondensation, da der Wintergarten mit Erdanschluss auch Nachts genug Wärme an die Lufthülle abgibt. In den Bereichen, wo ich keine Außendammung (verbietet sich da Ziegelfassade) und keine Innendämmung (Wandmalereien, Platz etc.) einbringen kann, wird ein schmaler verglaster Wintergarten angebaut. Unbeheizter Außenraum = 1/2 Menge an Wärmeabgabe. Nächstes Jahr soll es mit dem Dach losgehen....

Grüße

Dirk