Dielenboden auf Estricht im Neubau

05.11.2008



HILFE!!!!! Hab zwar kein Fachwerkhaus aber Wunsch nach Holzfussboden!
Wie in vielen Bereichen des Häuslebaus scheiden sich an meinem Thema anscheinend die Geister. Ich hoffe, dass mir hier jemand fundierte Tipps zur Dielenbodenverlegung bzw. Verlegen lassen geben kann:
Wir möchten gerne auf Lärche Massivholzdielen wohnen. Das Haus steht im Rohbau-ist also noch kein Estricht drin. Was würdet ihr empfehlen?? Estricht rein, Dielen klammern oder Kleben oder Estricht nicht rein und Dielen auf Unterkonstruktion??? Der Bauträger drängt..wir müssen uns bald entscheiden wie was wo. Der Boden soll in den Wohn- und Schlafbereichen verlegt werden. Küche und Diele werden gefliest.

Bitte um genaue Angaben und vielleicht auch mit einem Schreinertipp, der uns den Boden besorgen und verlegen könnte?

Wäre für Tipps sehr dankbar!!!!



Dielung



Was ist denn als Heizung für die Wohnräume vorgesehen?



Den



schönsten Aufbau erzieht man mit einer schwimmenden Verlegung. Hier wird der Boden nicht direkt mit der Uterkonstruktion verbunden.

Klammern ist bei größeren Räumen nur eingeschränkt empfehlenswert.

Ich würde Ihnen den Aufbau der in der Grafik beschrieben ist empfehlen.

Viele Grüße aus Koblenz



Trockenestrichaufbau mit vielen Vorteilen...



- Dämmung bis Unterkante Diele
- weicher, elastischer Auftritt
- Organisches Material zur Feuchteregulierung
- Leimfreier, Vollholzfußboden möglich

Die Variante von Gerd Meurer - Die Zeichnung ist von
http://www.woodline.de - ist eine kostengünstige Variante.

Etwas gediegener, weniger staubig, einfacher zu verlegen, aber auch kostenaufwändiger ist die Lösung von Gutex:

http://www.gutex.de/produkte/thermosafe-nf/index.html

Tipp für den Rohbeton: jetzt schon sich schriftlich bestätigen lassen, dass der Rohbeton absolut waagrecht abgezogen wird.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Der Woodlineaufbau...



...verrät nichts über die Aufbauhöhe. Wer da mit 24er Dachlatten rechnet, verlegt die teuere Dielung zweimal.

Auf ebenen Untergründen ist die Kreuzlattung überflüssig. Statt 2 dünner Hölzer würde ich ein stärkeres nehmen, auf Holzweichfaserplattenstreifen oder Korkstreifen.

Oder ganz anders: Ähnlich den vorgeschlagenem Gutex- Aufbau (ich mag die Platten nicht, sie sind mir zu weich) würde ich zur DOSER-Platte (auch Holzweichfaser) greifen, mit zwischenliegenden Lagerhölzern, mind. 40mm hoch.

Wichtig wäre zu wissen:

Ist die Bodenplatte schon gedämmt? Wo sind die Räume (EG,OG)
Welche Aufbauhöhen sind möglich?
Ist Trittschalldämmung wichtig? (Im EG eher vernachlässigbar, im OG ratsam)

Franks Tip, einen ebenen Estrich zu fordern, ist richtig. Nicht alles Selbstverständliche ist wirklich selbstverständlich.

Grüße

Thomas



immer noch HILFE!!



Danke für die Beiträge-bin aber leider immer noch ratlos. Was ist denn mit dem Estricht???Ja oder nein??? Bitte etwas ausführlicher für mich absoluten leihen beschreiben.

Was für Verlegung wäre denn auf Estricht möglich??

Heizung: Brennwerttherme - Keine Fußbodenheizung vorgesehen.



Sorry Thomas



hab deinen Beitrag erst nach meiner Antwort gelesen...
Die Dielen sollen im EG, 1. OG und oben im Studio verlegt werden-in Wohn- und Schlafräumen. Das Haus ist voll unterkellert mit gedämmter Bodenplatte. Trittschall eventuell 1. OG und Studio,Haus wird aber nur von uns bewohnt werden...



Grundsätzliches:



Massive Dielung sollte nur im Ausnahmefall geklebt werden, das Klammerverfahren halte ich bei massiven Dielen für grundsätzlich verfehlt. Massive Dielung sollte immer eine der beschriebenen Unterkonstruktionen bekommen.

Dreischichtdielen können geklebt oder schwimmend verlegt werden, dauerhafter ist die erstere Variante.

Wenn Sie die Wahl und genügend Aufbauhöhe haben, wählen Sie an besten die massive Diele mit geölter Oberfläche.

Übrigens: Für Küche und Flur eignet sich eine geölte Eichendiele ganz vortrefflich!

Grüße

Thomas



Aha,



und welche Aufbauhöhe ist möglich? Bei gedämmter Bodenplatte genügen nach meinen Vorschlägen mit DOSER-Platten 5cm + Dielung (24 oder 28mm).

Grüße

Thomas



Eventuell auch mal darüber nachdenken:



Kombination Unterkonstruktion mit Fussbodenheizung unter Massivdielen(ohne die Grundsatzdisskusion zu diesem Thema wieder lostreten zu wollen). Habe selbst damit gute Erfahrungen gemacht. Weitere Infos:

http://www.holzdielenboden-fussbodenheizung.de/

oder bei dienesen

Gruss Eckard



Das von Eckard empfohlene System von Janssen...



bietet nach meiner Auffassung kein Optimum. Aufwändige Verlegung (Kupfer), keine vollflächige Wärmeverteilung, hohe Vorlauftemperaturen, also eher nicht in Kombination mit Niedrigtemperaturheizungen zu fahren.

Wenn's denn sein sollte, halte ich www.ripal.de für geeigneter. Massive Lärche auf FBH könnte aber Probleme bereiten, dann doch eher die optisch nahezu gleiche Douglasie.

Insgesamt böten richtig dimensionierte Flächenheizungen, ob Fußboden oder Wand, die Möglichkeit, jetzt oder später mit Wärmepumpen betrieben zu werden.

Grüße

Thomas



was auch funktioniert...



10mm Holzweichfaserplatte (oder je nach Aufbau auch 19mm)auf Betondecke(feuchtigkeitssperre nicht vergessen) darauf eine Lattung aus 19mm 3-schichtdiele(50mm breit) mit max.50cm Achsabstand den Zwischenraum mit 19mm Holzweichfaserplatten ausfüllen
obendrauf ne 19mm Lärche 3-Schichtdielung gebürstet und geölt verdeckt geschraubt und wer will kann auch noch etwas Kleber mit verwenden
vorteil ist die geringe Aufbauhöhe von gesamt nur 50mm, die schwimmende verlegung und denoch geschraubte diele.
das auf dem Bild ist knapp 3 jahre alt und die Kundschaft hoch zufrieden.
durch die gebürstete und geölte Oberfläche ist eine fussbodenheizung nicht unbedingt notwendig

grüße aus dem Vogtland



Bauträger stellt sich quer



danke für die interessanten Tipps-leider stellt sich gerade der Bauträger quer, den Estricht weg zu lassen-angeblich aus Baugarantiesgründen-heisst, wir haben jetzt nur eine sehr begrenzte Aufbauhöhe..laut Bauträger 1,5 cm vorgesehen-ist natürlich ein Witz für einen Holzboden. Da ich aber ganz fest an meinen Massivholz-Dielenboden glaube, hoffe ich auf gute tipps. Danke Mirco! Wäre das denn auch eine Variante auf Estricht??? theoretisch könnte doch der Estrichtmensch den Estricht unter den gefliesten Bereichen dicker herstellen, so dass man ein bisschen mehr Spielraum hätte, oder?? Was ist da aus eurer Erfahrung überhaupt möglich? ich habe gehört, unter die Fliesen kann der Fliesenleger auch npoch eine Ausgleichsmasse geben..

Freue mich weiterhin über Tipps und Vorschläge, damit mein Traum vielleicht doch noch wahr wird. Parkett o.ä. kommt nicht in Frage-auch keine Landhausdiele!!!



??



...der Aufbau war auch auf Estrich gedacht, ich dachte es ging nur darum, oder bin ich total verwirrt???

guten morgen aus dem Vogtland



Gut dann eben so:



Ich habe im ehemaligen Wohnzimmer Dielen direkt auf einer Zwischennlage (Bauteppich 4mm)auf 6cm Anhydritestrich verdeckt verschraubt. Diele anlegen, Löcher im Abstand 50 cm durch Feder vorbohren , am Estrich markieren, zweite Bohrmaschine mit Steinbohrer Loch schräg rein und Dübel. Diele wieder anlegen und in den Dübel verschrauben. Schweinearbeit, da alles doppelt. Boden ( Lärche 2 cm Stark, 10 cm breit) liegt seit 1996 vollkomen beanstandungsfrei(auch im Bereich des Richtungswechsels in der Dielung).

Eine Lösung jenseits der Regeln der Technik, hat aber funktioniert. Wir wollten eben auch einbe Massivdiele trotz Estrich.

Gruss Eckard


P.S. Einer hier im Forum meint, dass diese Methode zu einer Zerstörung des Estriches führen muss(Rissbildung). Halte ich für unmwahrscheinlich in Ansehung der Lochabstände und der Lochdurchmesser+Lochtiefe (5mm+4 cm).



viel spaß



bei der arbeit.......

Auf dem Bild ist die 3-Schicht diele schwimmend auf Estrich verlegt(gesamtaufbau 22mm), hat das erste Jahr über an manchen stellen geknarrt(unangenehm)- besser ist die Dielen zu verkleben.....

Gruß Mirko



Schön



wäre es voher mal abzuklären was der Bauträger "erlaubt und was nicht"

Auf den Estrich zu bestehe ist aus Gewährleistungsgründer "Quatsch"!

Was kommt denn für die in Frage?



Bei 15mm...



...wäre die erste Wahl eine Dreischichtdiele.

Massive Diele kleben: Um so dünner die Brettchen werden, um so leichter verziehen sie sich. Es ist also eher riskant und sollte, wenn's unbedingt sein muß, nur mit schmalen Lamellen (vorzugsweise bis 8cm) gemacht werden. Die Dielenoptik ist dann weg.

Grüße

Thomas



Ausstieg aus der Gewährleistung vom Bauträger angedroht



Wenn der Bauträger aus Gründen der Gewährleistung den Aufbau mit einem Trockenestrich ablehnt, dann darf er das nicht mit so einem inhaltslosen Satz abtun.

Was sind denn die Gründe wirklich? Fehlt dem Mann die Statik, wenn er keinen Estrich hat ? ;-) - hat er Probleme mit dem Schall? - oder will er einfach nicht?

Ich finde diese ablehnende Haltung, verbunden mit der Drohung aus der Gewährleistung auszusteigen, zeugt nicht gerade von Innovationskraft.

Grüße

Frank





Bauträger zeigt sich willig-

..ohne estrich ist jetzt von seiten des bauträgers ok, wenn wir ihn schriftlich davon entbinden, was wir auch schon getan haben.
danke für die vielen tipps und infos-haben uns jetzt für einen klassischen aufbau auf kreuzlattung mit trittschall und Wärmedämmung durch isoflockschüttung entschieden.der aufbau wird von einer naturbau-firma in bonn gemacht.

gruß, eva



Bei der...



...ja wohl eher geringen Aufbauhöhe ist eine Kreuzlattung (aus 2 dünnen "Lättchen") weder klassisch (das ist eine Kreuzlattung sowieso nicht)noch empfehlenswert. Siehe dazu meine Aufbauempfehlung weiter oben.

Wichtig: Auch das Konstruktionsholz sollte eine Holzfeuchte gleich der Dielung haben, also maximal 12%.

Grüße

Thomas



Wieviel Staub hat man mit der Zellulose?



@ Thomas und
@ Gerd Meurer

Ihr seid ja langjährige Praktiker. Folgende Frage hätte ich zu den Kreuzlatten mit der Zellulose-Füllung:

Ich habe mal als Kritikpunkt mitbekommen, dass bei der Zelluloseschüttung unter einem Trittschall gedämmten Dielenboden Staub erhöht anfällt:

Durch die Trittschalldämmung bewegt sich der Dielenboden etwas. Durch diese Pumpwirkung kann die Zellulose an der Randfuge aufwirbeln und entsprechend höher ist die Staubbelastung. Aus diesem Grund habe ich auch schon mal gelesen, dass eine Abdeckung mit Baupapier (zumindest am Rand) vorgesehen ist.

Könnt Ihr das bestätigen? - oder ist das nur so ein Argument um ein anderes System in den Vordergrund zu stellen?

Grüße

Frank



Staub....



...ist bei einem solchen Aufbau immer etwas unterwegs, weshalb das Papier sinnvoll ist.

Auf ebenen Flächen würde ich auf das "Gekrümel" verzichten.

Grüße

Thomas



Hallo Frank,



der Boden selbst ist durch Feder und Nut dicht.

Schwierig wird es am Rand durch die Dehnungsfuge. Hie plädiere ich für das Abspritzen der Sockelleiste um den Randbereich auch staubdicht zu halten.

Grüße