Flur unterkellert, Esstrich soll gemacht werden

30.03.2011



Guten Tag,

wir Renovieren gerade ein ca 80 Jahre altes Haus und nun haben wir komplett die Holzdielen und Balkenlage entfernt um neuen Esstrich zu machen.
Überall kein Problem, jedoch befindet sich unterm dem Flur ca 2,00 x 7,00 ein Gewölbekeller....1 NF Schicht dick, jeden Meter 1 Träger auf der kompletten Länge von 7m.
Wenn man nun den Esstrich schüttet wird er ca 8-10cm Dick an der Bogenoberkannte ...ca 10-16 in dem Auflager der Bögen / Träger.
Meine Idee ...Bewährung mit den Wänden links und rechts verbinden, Anständig Eisen Verlegen und halt den Esstrich schütten.
Meine Frage ....muss ich mir Sorgen machen das dieses Gewölbe zusammenbricht?? ...Keine Risse etc., laufen auch sicheren Schrittes rüber,...aber 2-3 Tonnen esstrich ist ja nunmal eine andere Sache.



Kappengewölbe



Erst mal erscheint mir die Dimensionierung etwas seltsam. Bei 2 x 7 m wäre die Trägespannweite normalerweise 2 m und nicht 7 m als Einzelträger. Außerdem würde bei 2 m Spannweite eine halbsteinige Kappe ausreichen und damit gar kein Träger erforderlich.
Wobei ich mir nicht klar bin was Sie mit "NF Schicht dick" meinen. Ein Stein im Format NF bzw. RF ist ca. 7 cm dick, 11,5 bzw. 12 cm breit und 24 bzw. 25 cm lang.
Ich vermute die Gewölbekappe ist 12 cm dick.
Dann verstehe ich nicht warum Sie bis zu 16 cm Estrich auf das Gewölbe schütten wollen. Ca. 5 cm reichen bei Zementestrich völlig aus. Den restlichen Raum sollten Sie lieber mit Dämmung auffüllen, die ist nicht nur leichter, sondern dämmt eben auch noch.

Viele Grüße





Guten Tag,
die Decke ist 7,1 cm Dick (NF Stein eben) ...die steine sind flach vermauert.
An der niedriesten stelle kann der Esstrich nur 8 cm gemacht werden...und das wär mir auch in der dicke ganz lieb da dort der meiste "Durchgangsverkehr" ist und unter anderem Fliesen rauf sollen.
Der Flur ist 2 meter breit, und ca 7m lang ,..evtl 6 meter.
Dann sind dort genau 2 bögen auf der länge von 6-7 metern halt in der mitte der genannte Träger.
Die Frage die sich mir stellt! Halten die Bögen den Estrich?
und wenn man die hohen Zwischenräume wie Sie sagen mit Dähmung vollmacht,wirkt sich das in irgendeiner Weise negativ auf die Bögen aus? durch unterschiedliche Belastungspunkte etc.
Vielen dank
Gruß Markus



Preußische Kappe



Ich kann meinem Vorredner nur zustimmen. Die gesamte Kappenoberseite mit Estrichbeton zuzuschütten ist unnötig und verursacht zudem eine extreme Lasterhöhung der Kappe, die letztlich über die Doppel-T-Träger abgelastet werden muss. Mein Vorschlag: Der zuträglichste bauphysikalische Eingriff ist Holzbalken, dazwischen mineralischer Dammstoff (Perlit, Blähton, Schaumglasschotter), dann Dielen verlegen oder Schaumglasschotter als ausgleichsschicht und 5-6cm Estrich (ist aber Bauphysikalisch etwas schlechter fuktioniert aber auch ganz gut, vor allem in Verbindung mit einer Fußbodenerwärmung. Aber bitte nicht alles mit Beton auswichsen, schrecklich. Auch in den anderen Bereichen, die ja kein Problem darstellen würde ich mir noch mal eine altbaugerechte, fachmännische Meinung einholen, da es durch die zementösen Bodenaufbauten es oft durch Verlagerungen des Feuchtigkeitshaushaltes des Fußbodens zu Problemen an den Wänden kommt.





Hallo,
danke für die schnelle Antwort, die anderen räume waren/sind mit Sand aufgefüllt,...momentan sind Zwischen dem und der OK Fertigfussboden 25-30cm ...diese sollten mit ca 12-16cm Beton angefüllt werden dann Dähmung-> Fussbodenheizung und Estrich drüber.
Ist es im Flur dann möglich da ja scheinbar die Bögen nicht mit dem Estrich verbunden werden müssen für einen sicheren halt; Bis auf die OK der Bögen mit Dähmung anzufüllen,Fussboden Heizung darüber zu verbauen und DANN die restlichen 5-6cm mit Estrich auszufüllen?
Ich entschuldige mich für meine Fragen die wies scheint auch auf missmut stoßen,...aber darum frage ich lieber und mache nicht einfach.
Vielen Dank
Gruß Markus



Kommt ganz darauf an



Bei Schüttungen, die eine gleichmäßge Lastverteilung ermöglichen ist das kein Problem. Preußische Kappen können sehr große Belastungen ab, wegen der Gewölbewirkung, aber keine Punktlasten. Zu deinen anderen Räumen würde ich auch statt Betonsohle und Dämmung eine Schaumglasschotterdämmung empfehlen. Das sieht folgendermaßen aus: Schaumglasschotter als Dämm- und kapillarbrechende Schicht (gegen aufsteigende Feuchtigkeit), darauf ein Bodentextil und dann Estrich. Durch das einbringen von Betonplatten in dieser stärke kann es zu Setzungen durch Lastzunahme im Gebäude kommen und vor allem zu einem veränderten Feuchtigkeitsausgleich des Fußbodens, der sich negativ auf die Wände auswirken kann. Und mit Fußbodenerwärmung meine ich keine Fußbodenheizung, geht aber auch.



Noch kurz etwas zum Aufbau



Muss zwischen Sand und Schaumglasschotterdämmung dann noch Folie?
Estrich dann schwimmend überall, bzw keinerlei Verbindung mit der Wand wie zb dem Flurbereich?.



Nee



Der Bodenaufbau ist eine Art Straßenaufbau und dadurch sehr zuträglich, da er Dampfdiffusionsoffen ist und der unter dem Aufbau befindlichen Feuchtigkeit eine große Verdunstungsfläche ermöglicht. Folie sperrt diese Fläche ab und führt, wie beim Beton schon erwähnt, zu Verlagerungen der Feuchtesituation in die Wandbereiche. Der Sand sollte entfernt werden. Mindestaufbauhöhen von Schaumglasschotter liegen bei ca. 15cm (Herstellerangaben beachten). Der Estrich wird dann schwimmend ohne Kontakt zu Wänden eingebracht. Willst du Fußbodenheizung im ganzen Haus verlegen empfiehlt es sich auf den Schaumglasschotter eine Edelstahlmatte (wie auch zur Bewehrung des Estriches) zu legen. Sonst schimpft der Heizungsbauer, weil er seine Heizleitungen nicht fest bekommt. da kann er die Leitungen schön feströdeln.



Preußische Kappe



Eine Steindicke von 7 cm ist bei preußischen Kappen ungewöhnlich. Die Bauvorschriften bis Mitte des 20.Jhr. sahen Mindestdicken von 10 cm vor.
Ziegeldicken von ca. 7 cm gab es nur in Verbindung mit bewehrtem Aufbeton oder als Semi- Fertigteile (z.B. Böhlener Decke) und nach dem Krieg.
Daher sollten Sie die Tragfähigkeit und Durchstanzsicherheit der Decke erhöhen.
Dazu empfehle ich Ihnen, die äußeren Drittelbereiche des Gewölberückens mit Zementmörtel 0-4 auszumörteln (Zwickelbeton). Vorher sollten Sie alles Lose und den Staub entfernen und vornässen, um eine sichere und kraftschlüssige Verbindung zwischen Gewölberücken und Aufbeton zu gewährleisten.
Danach kann mit Dämmschüttung, Trennlage und Estrich weitergearbeitet werden.

Viele Grüße



Schaumglasschotter



Guten Tag,
danke für die Zahlreichen Antworten, wir haben uns für die Möglichkeit mit dem Schaumglasschotter entschieden.
Ich mus mal eben fragen ob Sie evtl. eine Firma zwischen Bremen und Hamburg nennen können die dies liefert und evtl auch einen Preis pro m³ parat haben.
Habe im Netz einen Anbieter gefunden, dieser hat aber nicht wie beschrieben sein Mobiltelefon immer an sondern aus und auf Mails gibt es keine Antwort ><.



Ich hatte



mal ein Angebot (2010) 85€/m³ von einer Firma ich meine es war GEOCEll aus Lingen. Aber der Baustoffhändler deines vertauens müsste Dir das auch besorgen können.