Nachträgliche "Bodenplatte" für Dielenboden bei Sandsteinhaus ohne Keller?

18.10.2011



Liebes Forum,

wir haben ein Sandsteinhaus gekauft und im Zuge der Entkernung festgestellt, dass das Gebäude im Erdgeschoss keine Bodenplatte hat. Unter dem derzeitigen Oberboden befindet sich eine gebundene Schüttung (ca. 6 cm, erinnert haptisch an Kork) und darunter Sand. Das Erdgeschoss steht mit OK FFB ca. 60 cm über dem Gelände auf einem Sandsteinsockel (wohl kein drückendes Wasser).

Nun wollen wir einen Dielenboden einbauen und sind ratlos, wie der richtige Aufbau sein sollte:

1. vorhanden Sand nivellieren
2. Estrich als Sauberkeits- und Tragschicht
3. Bituminöse Dichtbahn als Dampfsperre, an den Wänden bis ca. OK FFB hochgezogen
4. Perimeterdämmung und Fußbodenaufbau

Kann uns hier jemand weiterhelfen bzw. hat Erfahrung mit dem nachträglichen Einbau eines festen Boden?

Unsicher bin ich auch beim Anschlusspunkt Estrich an Sandsteinsockel.

Vielen Dank für Eure Ratschläge,

Jens Gebhardt



Fragen über Fragen



Hallo

Was soll für ein Belag drauf?
Wie hat das Haus überlebt OHNE Betonplatte und OHNE Bitumenschicht?
Was hat den bestehenden Boden "umgebracht"?

Als Arch sollte man die Zusammenhänge nie aus den Augen lassen und hinterfragen, ob die "Schulmedizin der Architekten" a la industrieanweisungen wirklich hilfreich ist oder nicht.

Ich dichte nicht und sperre nicht

FK



... und ein paar Antworten



Hallo Herr Kurz,

geplant ist ein Dielenboden über Fußbodenheizung (System Janßen, ist hier ja auch schon kontrovers diskutiert worden), alternativ aus Kostengründen evtl. doch Heizestrich mit Parkett.

Die Antworten auf Ihre Fragen zum Boden kann ich nicht beantworten, da ich nur den Status Quo feststellen kann. Immerhin sieht es so aus, dass Feuchtigkeit von unten bisher kein nennenswertes Thema war. Der Boden unter der Schüttung ist knochentrocken und im Inneren sind keine Feuchteschäden oder Wasserränder an den Wänden feststellbar.

Der bestehende Bodenbelag (meinten Sie das mit 'Boden'?) wurde von uns entfernt, weil wir PVC nicht als denkmalgerecht empfinden. Dabei sind bereits Teile dieser gebundenen Schüttung entgegen gekommen und wir haben angefangen, ein bisschen tiefer zu graben.

Wenn Sie sich gegen Abdichtungen sperren ;-) , würden Sie dann auch einen beheizten Bodenaufbau, evtl. sogar mit KVH, direkt auf eine Sauberkeitsschicht/Bodenplatte legen?

Mit bestem Gruß,

Jens Gebhardt



Aufbau überdenken



Ich würde schon gar keinen "beheizten Bodenaufbau" herstellen.

Das "Stahlungsheizungswunder Fussbodenheizung" sollen Sie sich noch mal genauer erklären lassen - dem ist nämlich nur "landläufig" so!

Immer ALLES im Gesamtzusammenhang sehen und betrachten.

Nicht wie man gelernt hat aus dem Zusammenhang gerissen "optimieren" und betrachten.
Nicht das Optimum der Zutaten macht das Ganze sondern wie das gesamte Ergebnis schmeckt und passt und nachhaltig qualitätvoll ist!

FK



Hmmmm



Klingt gut, Herr Kurz, nur was fange ich mit Ihrer Antwort konkret an?

Um die bauliche Situation etwas näher zu umreißen:

- Außenwände Sandstein Sichtmauerwerk 50 cm mit Lehmputz innen
- Momentan Konvektionsheizkörper unter den Fenster
- Gas-Brennwertkessel (Heizungsanlage vor ca. 6 Jahren vom Vorbesitzer eingebaut)
- lichte Raumhöhe 3,80 Meter
- 2 Räume, 54 und 46 qm, mit Durchgangstür verbunden
- historische Holzvertäfelungen jeweils umlaufend ab Fußboden 1 Meter hoch
- jeder Raum mit jeweils 4 Fenstern á 2,2 qm Fläche
- Räume gehen gegen Erdreich

Die Konvektoren möchte ich nicht haben, eine Wandheizung werde ich nicht einbauen (können), einen für die Größe ausreichenden Grundofen bringe ich hier nicht rein (ohne an die denkmalgeschütze Vertäfelung zu gehen), was bleibt da noch?

Bin für jede konstruktive Idee dankbar.

Jens Gebhardt



Das Grundkonzept



ist immer wichtig.

Und je mehr Randbedingungen man kennt, desto besser kann man planen und richtig entscheiden.

Ich gebe Ihnen noch einen Link an die Hand:
http://www.slow-house.de/slow-house/I-3.html
da nemen Sie den mittleren von den drei Links und lesen das Pdf

Das wäre für Sie ein guter Anfang.
Und m.E.die richtige Richtung.

Patentrezept ist das sicher auch keines aber wenn man nur ein paar Stichpunkte weiß und kennt, dann gehts auch nicht "detaillierter"!

Wenns tiefer gehen soll, können Sie ja mal mailen.

Aber leider geht da das Schulwissen (wie so oft) an der baulichen und der anderen Realität weit vorbei!

FK