Dämmung entscheidet über Kauf oder Nichtkauf des Hauses - wer kann helfen?

03.11.2009



Hallo,
wie in unserem Profil schon beschrieben, sind wir recht nah davor ein 1927 gebautes Haus zu kaufen (Brandenburg, Eberswalde). Laut Gutachter belaufen sich die Sanierungskosten ohne Dämmung auf ca. 105000 Euro, mit Dämmung (Dämmungsverbundsystem + Putz + Farbe) auf ca. 130000 Euro. Nun haben wir bei einer anfängerblutigen ersten Recherche im Internet - wie auch hier - bereits des öfteren gelesen, dass Dämmung häufig Unsinn sei. Ohne Dämmungspreis könnten wir uns das Haus leisten, aber 25000 Euro mehr wären einfach nicht drin. Der Putz würde wohl erstmal noch ein paar Jährchen gehen, auch wenn's nicht sonderlich schön ist.
Laut alter Skizzen sind die Außenwände 38 cm stark. Ob Hohlkammer oder Vollwand konnte der Gutachter uns nicht sagen. Er meint er müsste dazu in die Wand bohren - das lässt der Makler nicht zu.
Wäre es möglich bei dieser Wandstärke auch eine Vollwand ungedämmt zu lassen?

Auch die Recherche, ab wann Hohlkammer üblich war etc. hat nicht viel gebracht, weil wir keine genauen Angaben gefunden haben.

Wer kennt sich aus? Wer kann uns einen Tip geben?

Falls Ihr Fotos braucht etc., dann können wir die gern liefern.

Besten Dank!
Daniela und Christian



Wenn das alles ist......



was Euch von Kauf oder Nichtkauf trennt. Sprecht mit dem Makler tacheles. Der will verkaufen und wird einwilligen. So ein 8mm Loch hinter der Sockelleiste wird das Haus schon nicht zum Einsturz bringen, hoff ich zumindest:-)

Viele Grüße



Darmspiegelung --



--- Wer schluckt schon gerne einen Schlauch ??



Wie



stark sind denn die Aussenwände in Realität. das lässt sich im Fensterbereich leicht nachprüfen.
Damals war es üblich, im EG Aussenwände in zweischaliger Bauweise mit Hohlschicht zu erstellen und im OG dann steiniges Mauerwerk einzusetzen. Mit den damals üblichen Steinformaten(RF) ergab steiniges Mauerwerk eine Wandstärke von 25 cm Mauerwerk, ca 15 mm Innenputz und ca 30 mm Aussenputz, also ca 39,5 cm Gesamtwandstärke. Das nächste Massivmauerwerk wäre dann 1 1/2steiniges Mauerwerk mit 38,5 cm plus Putz, also ca 43 cm Gesamtstärke. Bei einer tatsächlichen Wandstärke von 38 cm wird es sich mit Sicherheit um eine Wand mit stehender Luftschicht handeln.
Ich hoffe, das hilft euch weiter.
MfG
dasMaurer



@Andreas



bei Darmspiegelung kommt der Schlauch doch am anderen Ende rein?? Oder? ;-))
MfG
dasMaurer



@Ulrich - und die anderen



Hallo Ulrich,
vielen Dank für die Antwort. Dann werden wir bei der nächsten Begehung die Wanddicke mal an den Fenstern ausmessen. Aber es klingt ja schon mal vielversprechend.

Wir werden auf jeden Fall nochmal den Makler auf die Darmspiegelung ansprechen... :-)

Und nun noch kurz zu der Dämmfrage: Wenn also tatsächlich die Hohlkammer vorliegt, können wir uns dann das dämmen auch sparen oder heizen wir uns dann arm?

Vielen Dank,
Daniela



Gut Ulrich ---



-- wer eine Probebohrung nicht zulässt, der muss damit rechnen, daß der Schlauch an der nächsten (Bau)- Körperöffnung eingeführt werden könnte. Oral oder Anal ist
doch bei einem Haus völlig E-Gal ---- Oder ?



Nein,



Ihr werdet Euch nicht komplett arm heizen ;-)).
Von einer "modernen" Aussendämmung der preiswerten Art auf Styroporbasis mit 140 mm Stärke kann ich ohnehin nur abraten. Mal über eine Alternative Innendämmung mit Wandheizung und eventuell Fussbodenheizung nachdenken. Die wesentlich niedrigeren Vorlauftemperaturen und eine Moderate Innendämmung werden bereits für eine wesentliche Einsparung sorgen. Und im übrigen, nicht gleich alles auf einmal machen, sorgfältig planen und dann abschnittsweise bauen, das wird die Kosten im erträglichen Rahmen halten.
MfG
dasMaurer



Hallo noch einmal zur später Stunde...



...wie man an der Uhrzeit sieht, stöbern wir immernoch im Internet zur Altbausanierung... ;-)

Was wären denn "alternative Innendämmstoffe"? Denn der Tenor zur "üblichen" Innendämmung ist ja größtenteils negativ...

Zum Thema Wandheizung hatten wir auch schon den Kommentar "Wandheizung macht nur Sinn bei ordentlicher Dämmung" gelesen. Was ist davon zu halten?

Fußbodenheizung ist bei uns schlecht umsetzbar. Wir wollen den alten Dielenfußboden erhalten und so ist ein nachträglicher Einbau einer Fußbodenheizung schlecht möglich.

Lieben Dank und gute Nacht,
Daniela



Hallo Daniela,



ich habe auch eine zweischalige Mauer mit Luft und mache da auch nichts. Mein Og hat nur 17 cm Fachwerk und das geht auch.
Ein altes Haus muss man nicht verschandeln oder kaputt dämmen.
Intelligentes Heizen bringt da schon mal bis zu 30 % Ersparnis und mehr sparst du mit einer Außendämmung auch nicht. Rechne dir aus, wie lange das dauern soll, bis das bezahlt ist. Drück den Preis noch mal um 10 % und da hast du eine neue Heizung schon fast drinne.

Gruß J. Simon



das Problem



ist doch nicht die fehlende Dämmung, sondern die fehlenden finaziellen Reserven. Wenn Du ein Haus kaufst und keine Reserven mehr hast, wird die Nutzung durch notwendige Umbauarbeiten, die ohnehin kommen werden, beeinträchtigt. Und zur Innendämmung - die ist nach meinem dafürhalten bautechnisch kritscher als eine durchgehende Außendämmung ohne daß ich damit Styropur befürworte !
Solche Häuser haben auch massive Hohldielendecken - und diese Kältebrücken werden bei einer Innendämmung nicht mit abgedeckt. Also noch mal genau rechnen mit der Bank und verhandeln. Oder ein anderes Objekt suchen, wo der finanzielle Rahmen noch Spielraum lässt. in der heutigen Zeit sicher nicht das Problem.



@Joachim



Hallo,
danke für die Nachricht. Ich denke wir werden uns dann die Dämmung tatsächlich sparen. Vielmehr da die Längsseite des Hauses (größte Fläche) nach Süden ausgerichtet ist.

Wenn du von "intelligentem Heizen" sprichst, hast du da auch eine bestimmte Heizungsanlage im Sinn? Der Gutachter hat uns eine Erdwärmeheizung empfohlen.

Wir selbst haben durch Recherche schon mal in Richtung Wandflächenheizung oder Heizleisten - auf jeden Fall Strahlungsheizkörper - gedacht. Mit welchem System sich das am besten kombinieren lässt (Vorlauftemperatur und was man da sonst noch alles beachten muss), wissen wir allerdings nicht.
Auf jeden Fall soll ein Kamin rein. Vielleicht kann man den ja auch irgendwie an die normale Heizung koppeln?

Im Moment machen wir einfach Ideensammlung und grobe Orientierung und sind für jeden Tip dankbar.

Lieben Gruß,
Daniela



@Olaf



Hallo Olaf,
das Haus inklusive Grundstück kostet 68000 Euro. Der Makler wird da auch noch runtergehen,hat er schon angedeutet, wieviel wissen wir natürlich nicht.
Aber die Kaufsumme selbst ist bei diesem Objekt eher "nebensächlich", die Sanierungskosten sind der Knackpunkt.
Laut Gutachter beträgt die Sanierungssumme selbst (eben alle Umbauten etc. die nötig sind um das Haus bewohnbar zu machen) 130000 mit Dämmung und 105000 ohne Dämmung, größtenteils ohne Eigenleistungen.

Unser Budget liegt für alles zusammen bei 180000 Euro. Es wäre also genau in unserem Rahmen. Durch Eigenleistungen und nicht-alles-auf-einmal-machen hoffen wir, dass wir somit das ganze Ding finanziell bewältigen können.

Vom Gutachter sind max. 10% der Sanierungssumme nochmals für unerwartete oder versteckte Schäden berechnet. Wir hoffen mal, dass uns das nicht ereilt...

Besten Gruß,
Daniela



Hallo Daniela,



mit intelligentem Heizen, meine ich eine möglichst verbrauchsarme Heizung, egal, ob Öl, Gas , Holz ,Pellets, die mit einer guten regelung ausgestattet ist, die die Heizzeiten, die ihr in den Räumen benötigt gut regeln kann.

Der Gutachter schlägt eine Erdwärmeheizung vor: Meint er eine Wärmepumpe mit Erdbohrung?? Wenn ja, was soll die kosten?? Wird wahrscheinlich nicht ganz billig werden. Ich persönlich habe eine solche Lösung nicht genommen, weil ich ein altes Haus mit den notwendigen Vorlauftemperatuern von >40 Grad C mit einer WP nicht wirtschaftlich heizen kann.

Ich habe dann die Variante Holz für mich gewählt, aber das müsst ihr entscheide. Natürlich kannst du dann auch eine Wandflächenheizung , einen Kamin mit Wassertasche und alles einbauen. Bei mir hat zumindest alleine eine verbesserte Regelung der Heizung eine Ersparnis von 25 % gebracht. und die ließe sich noch verbessern, aber ich habe erstmaö genug umgebaut.

Ich habe zur Heizung einen Grundofen ohne Wassertasche usw., weil der mir z.B. bei Stromausfall usw. immer mit voller Leistung zur Verfügung steht. Außerdem kann nichts durchrosten, weil außer der Tür nichts zum rosten dran ist.

Ich habe die Prämisse: so wenig Technik wie möglich und nur soviel wie nötig.

Aus meiner Sicht sind ordentliche zugdichte Fenster und Türen sowie eine ausreichende Deckendämmung das wichtigste für die Dämmung eines alten Hauses. Die Deckendämmung kann man auch slebre machen, genausi wie eine Zwischensparrendämmung. Wenn man da den Aufbau ordentlich macht, passiert auch nichts. Aber dazu werdet ihr im Forum genug finden.

Gruß Joachim



für



180000 kann man doch eigentlich neu und gut bauen ....

ok. das Grunbstück muß man noch haben....
bis wor wenigen Jahren hat keiner über Dämmungen geredet. Aber ich habe sie selber drauf und will sie nicht missen. Die Brucksteinwände sind im Winter von +2° auf 17° Oberflächentemperatur angesteigen - und heizen tue ich nur mit einer Kachelofenluftheizung, die etwa 3/4 Schubkarre Holz fürs ganze Haus braucht - im tiefsten Winter. Bin also auch ohne intelligente Heizung mit den Heizkosten um etwa 60% runter gekommen - bei mehr Wohnfläche und bessere Grundwärme überall. Aber das kannst Du Dir ja für später aufheben, wenns nicht baurechtliche Problem gibt. Da kenn ich mich nicht aus.

Viel Erfolg.



Hallo Joachim,



also unser Gutachter ist sich noch nicht ganz sicher ob Wärmepumpe mit Erdwärme oder Luft oder Wasser. Da steht noch eine genaue Begehung des Grundstücks aus und dann wird er sich entscheiden. Grobe Kostenschätzung liegt bei 17000€. Ist das realistisch?
Uns macht auch am meisten Sorgen, ob eine ausreichende Vorwärmtemperatur energetisch kostengünstig erreicht werden kann. Nicht das man mehr Stromkosten bezahlt, als man durch günstige Wärmegewinnung eigentlich einsparen wollte.
Fraglich ist auch wie sich eine Wärmepumpe gerade bei sehr kalten Aussentemperaturen bewährt? Er meinte neue Modelle schaffen ausreichend Wärme bis -18Grad. Kann man dem Glauben schenken?
Weiterhin möchten wir einen Kamin/Grundofen mit dem restlichen Heizsystem koppeln, um sowohl mit Holz als auch mittels Wärmepumpe zu heizen.
Was das "beste" Heizsystem ist, ist wahrscheinlich auch eine Glaubensfrage.

Deckendämmung empfinde ich auch als sehr sinnvoll, nur ob ich das selber mache, glaube ich eher nicht.

Besten Gruß

Daniela



Hallo Olaf



sicherlich kann man für 180000 ein neues Haus bauen, doch genau das wollte ich nicht. Denn Charme und Charakter, ein wenig knarzenden Dielenboden, ein seit Jahrzehnten gewachsener Baumbestand, ein die Fassade hochrankelnder Wein und das Wissen, ein Stück Stadtgeschichte in zentraler Lage zu erwerben, kann man mit einem Neubau nicht bekommen.

Das mit der Heizung bei dir hört sich toll an.
Nur schwebt mir halt vor, neben dem Heizen mit Holz auch noch eine Alternative zu haben, um nach einem langen Arbeitstag einfach mal nur am Regler zu drehen, um es warm zu haben und nicht jedes Mal noch ein längeres Heizprocedere zu betreiben.

Von der Dämmung sind wir jetzt komplett weg(außer von der Deckendämmung, die wird gemacht), denn gerade bei Altbauten sehe ich große Schimmelgefahr und das ist mir keine Dämmung wert. Aber bei dazu passenden Gebäuden macht das sicherlich Sinn.

Liebe Grüße

Daniela



Vor der Arbeit



würde ich wohl einen Grundofen heizen. Bei meinen Bekannten hält der locker 30 Stunden warm, und möglicherweise ist es nicht so sehr Arbeit als Vergnügen, nach dem Arbeitstag sich noch ein paar Scheite in den Ofen zu hauen und denen beim Brennen zuzusehen! Bei Wärmepumpen wird mir vor lauter Technik auch ganz schummrig. Was heißt bis -18 Grad? Selbst letzten Winter hatten wir hier noch (trotz Erderwärmung!!!) -25. Und bei Stromausfall is eh nix mit de Pumperei. Oder man installiert sich ein schönes Laufrad dazu. Aber dann is die Erholung nach der Arbeit auch perdu; dafür spart man sich das Fitness-Abo ...
Wieso soll sich eigentlich der Gutachter für ein Heizsystem entscheiden? Zieht der mit ein?
Habt ihr das Häuschen gekauft? VG aus Sachsen, P.