Riss in Aussenwand von Dach bis Keller

29.04.2012



Riss in Aussenwand von Dach bis Keller

Hallo Fachwerkler,

letzte Woche ist mir ein Riss in unserem Haus aufgefallen, der sich vom Dach bis fast zur Kellerdecke im Putz abzeichnet. Wie lange der Riss existiert weiss ich nicht, kann sein das der erst ein paar Wochen ist oder ggf. schon ein paar Monate vielleicht sogar Jahre. Als wir das Haus 2007 gekauft haben war der Riss jedenfalls noch nicht. Die Wand auf der der Riss ist, ist Grenzbebauung, da ich auf dem anderen Grundstück normal nicht bin ist mir das bislang nicht aufgefallen, mein Nachbar hat mich darauf angesprochen.

Kurz zur Geschichte, das Haus ist ca. Baujahr 1790-1800. In 2007 haben wir das Haus gekauft und renoviert. Innen wurden im Erdgeschoss und im Obergeschoss Wände rausgenommen, wobei die Wände im Obergeschoss keine tragenden Wände waren (scheinbar nachträglich eingebaut) und im Erdgeschoss wurde „nur“ die Ausfachung entfernt, die Balken sind unverändert geblieben. Das ganze wurde von einem Statiker besichtigt und abgesegnet.

Im Obergeschoss wurden aus vorher zwei Räumen (kleines Bad und Küche) nun ein größeres Bad. Im ganzen Haus wurden innen alle Wände „abgeputzt“, also der komplette Putz innen (Regips Platten) entfernt und dann komplett mit Lehmputz verputzt. Es hat sich insgesamt also Gewichtstechnisch etwas getan. Die Balken in der Wand waren alle in Ordnung, kein Schimmel / Faul / Holzwurm bis auf ein kleines Stück im Erdgeschoss (ca. 50cm) was aber keine tragende Funktion hatte und saniert wurde.

Als im Obergeschoss der Fussbodenbelag abgenommen wurde, wurde ein Wasserschaden festgestellt. Zwei Bodenbalken waren verfault. Daher wurde der komplette Boden herausgenommen und zwei neue Balken von einem Fachbetrieb eingezogen, die restlichen alten Balken die in Ordnung waren blieben drinn. Die neuen Balken sind aber auf der „anderen Seite“ des Zimmers als der Riss.
Darauf kamen dann dünne Trockenestrich Platten um das Gewicht der Decke möglichst niedrig zu halten. Vorher war der Zwischenraum der Balken mit Lehm und Stroh ausgefüllt, jetzt ist da nur eine Dämmatte drin, ich würde sagen das die Decke nun leichter ist als vorher.

In dem Bad steht mittig eine Badewanne. In der einen „Ecke“ wurden die Rohre (Heizung, Wasser, Abwasser) nach unten geführt. Ich habe das mal versucht mit Grundrissen zu erklären. Der Riss startet nun auf der Aussenseite etwa genau in dieser Ecke oben im Bad und zieht sich nach unten durch. An einer Stelle bei der der Riss verläuft wurde scheinbar schon früher einmal ein Maueranker gesetzt (wenn ich das Teil richtig interpretiere was da rausschaut).
Meine Vermutung wäre, das der Riss etwas mit dem Bad zu tun hat, also entweder „Überlastung“ oder „Unterlastung“ (keine Ahnung wie da die Fachbegriffe sind). Ich habe den Riss heute abgeklopft, für mich hört es sich so an, als ob das Geräusch lauter wird wenn man in die Nähe des Risses kommt, aber ich bin kein Experte.
Das Thema würde ich nun gerne professionell angehen, habt ihr hier vielleicht ein paar Tips für mich? Am liebsten wäre mir wenn sich das ein Statiker der sich mit Fachwerkhäusern auskennt, einmal vor Ort anschaut. Wir wohnen bei Frankfurt/Main, leider habe ich hier keinen Kontakt zu einem entsprechenden Statiker. Über einen Hinweis wäre ich dankbar.

Was sollte ich sonst noch tun? Ich würde morgen an einigen Stellen Gips über den Riss schmieren um zu sehen ob der Riss weiter wächst oder ob das Risswachstum gestoppt ist. Gibt es da speziellen Gips oder reicht es wenn ich da z.B. Elektrikergips drüberschmiere?

Kann ich sonst noch etwas machen um zu erkennen ob der Riss kritisch ist? Könnt ihr vielleicht aus den Bildern etwas ableiten? Wenn es sich um einen Riss im Mauerwerk handelt, was sollte man dann machen? Kann man sowas von Aussen sanieren? Also Putz abschlagen und das Haus stabilisieren oder muss da auch von Innen aufgeklopft werden? Wenn der Riss nicht mehr weiter wächst, reicht es dann nur die Wand bzw. den Riss neu Verputzen zu lassen?

Viele Fragen, wenn ihr mir weiterhelfen könntet wäre das super.

Gruß
Stefan



Zweites Bild



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Drittes Bild



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Viertes Bild



Viertes Bild



Fünftes Bild



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Sechstes Bild



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Siebtes Bild



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Achtes Bild



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Neuntes Bild



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Zehntes Bild



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Elftes Bild



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Zwölftes Bild



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Dreizehntes Bild



Dreizehntes Bild



Schwer zu beurteilen...



Hallo,

gut dass du viele Bilder dazu getan hast.

Trotzdem ist es relativ schwer genau auszumachen woher der Schaden kommt. Ich würde erstmal versuchen es mir mechanisch zu erklären: Was bewegt sich hier in welche Richtung und verursacht dadurch den Riss?

es wird sich kaum der Großteil des Hauses bewegt haben, also scheint sich die Ecke irgendwo hinzubewegen. Dann kannst du dir den Riss mal genauer anschauen um festzustellen in welche Richtung: Geht dieser nach ioben / nach rechts auseinander (von Außen gesehen).

ein mögliche Theorie wäre noch: Ihr habt die Gefache mit Ytong ausgebaut. Dieser ist viel zu unflexibel, wodurch Spannungen entstehen, die sich dann einen anderen Weg suchen, dadurch entsteht der Riss.

Oder das Holz der neuen Balken war nicht genug abgelagert. Es reicht schon wenn sie sich wegen der Badewanne minimal durchbiegen. Dann könnten sie den Schwellbalken Außen leicht nach oben drücken. Ein solcher Riss von ein paar Milimetern könnte dadurch entstehen.

Anders würde es natürlich aussehen wenn sich die Hausecke nach unten bewegt. Danach sieht es auch eher aus. Das könnte ein Setzungsriss sein. In dem Fall musst du dir die Wand darunter genauer anschaun und ggf. herausfinden ob etwas mit dem Fundament nicht stimmt.

Kannst du mal eine Nahaufnahme von dem Riss machen ?

Übrigens, ich habe in und an meinem Fachwerkhaus aus dem Jahre 1749, das in einer Talsohle steht Dutzende solcher Risse und muss halt damit leben sie von Zeit zu Zeit mal schließen zu müssen. Davon stürzt das Haus nicht ein... Vielleicht musst du dir darum gar keine Sorgen machen :-)

Gruß
Christoph



Keller wurde abgedichtet, vielleicht liegt es daran



Hi Christoph,
Vielen Dank für deine schnelle Antwort. Das allerwichtigste ist mir natürlich die Statik des Hauses. Ich will nicht abends einschlafen mit dem Gedanken ob in der Nacht die Hütte zusammenfällt. Die Leute mit denen ich bislang gesprochen habe, meinten das ich mir darum keine Sorgen machen müsste, aber davon war keiner vom Fach.
Das mit der Absenkung der Ecke ist natürlich auch eine Idee. Jetzt wo du es sagst kommt mir da noch ein anderer Verdacht. Wir haben an der gemäß Grundrissen nördlichen Hausseite, also da wo die Fenster sind, den Keller aussen runtergegraben und von aussen verputzt und abgedichtet. Vielleicht könnte das ja auch eine Ursache sein. Der Keller war zwar auch vorher nicht wirklich feucht, aber da wir den Garten neu gemacht haben, hatten wir da an der Stelle miterledigt um den Keller später besser nutzen zu können. Es wurde also ca. 1m runtergegraben (das Haus steht recht hoch) und dann abgedichtet.
Die Ausfachungen haben wir nirgends angefasst. Wir haben nur Wände herausgenommen, die Wand oben im Bad war keine Fachwerkwand und wurde wohl nachträglich eingebaut.
Ich werde morgen mal noch Nahaufnahmen vom Riss machen und auch Gipsplomben setzten.Kurzfristig ist mir vor allem wichtig, „Entwarnung“ zu erhalten, das also das Haus nicht „einstürzt“. Wenn die Gipsplomben sagen wir mal nach 3-4 Wochen nicht einreissen, ist das dann ein Zeichen für Entwarnung das nichts wirklich schlimmer vorliegt oder sollte dann dennoch z.B. der Putz großflächig entfernt und nach der Ursache gesucht werden?


Der Riss ist im übrigen ca. 0,5 – 3 mm breit (nach oben wird der Riss breiter)

Gruß
Stefan



Wenn der Riss ...



... nach oben breiter wird, deutet das eher auf eine Fundamentabsenkung hin: die Wand "kippt" nachaussen weg.

Haben Sie unterhalb der Fundamentoberkante geschachtet? wie sah das Fundament aus? Gemauert/Bruchstein/?

Eine andere Erklärung, die mir beim Ansehen Ihrer Fotos möglich scheint:

Sie haben im EG eine Querwand, die senkrecht zur Nordwand (Fensterwand)verläuft entfernt (fehlende Aussteifung). Zudem sind die Deckenbalken in gleicher Richtung ausgebaut worden und durch neue Balken in Querrichtung (90° gedreht) ersetzt worden.

Könnte theoretisch bedeuten, das die Nordwand in der Höhe der Decke über EG nicht mehr gehalten wird und beginnt , "auszubeulen" wie ein Gelenk/Scharnier. Passt allerdings nicht genau mit dem Rissverlauf (oben breiter als unten überein). Könnte aber trotzdem eine Rolle spielen.

Sie sollten sich die Situation auf jeden Fall mit dem Statiker anschauen und diese Möglichkeiten durchgehen.

Abgesehen davon: Der Schaden ist gut von Ihnen dokumentiert und erklärt worden. Damit kann man arbeiten. Kommt eher seltener vor.



Unterhalb der Fundamentplatte...



haben wir nicht geschachtet. Die wand war gemauert (soweit ich das richtig Beurteile).Von draussen habe ich keine Bilder vor dem verputzen, nur danach. Daher habe ich mal Bilder von innen gemacht, ich denke das ist eine gemauerte Wand.

Die Erklärung mit der Querwand und den Balken klingt logisch und das wäre vermutlich tragisch. Die Firma die das gemacht hat, meinte sie „kennt sich mit sowas aus“. Sie meinen vermutlich diese 5 kleinen Balken die von der Wand nach innen standen und an dem ursprünglichen Balken befestigt gewesen waren.

Das wäre Mist wenn die nicht mehr da wären, wobei die so aussehen, das Sie nur „waagrecht“ verzapft gewesen seien, die können so doch eigentlich nicht gegen Zug nach aussen halten, sondern nur Druck nach innen weitergeben?

Ich habe noch zwei Bilder von den neuen Baken gefunden, da sieht es so aus als ob die alten Querbalken daran angeschlossen worden wären. Nur wurden die wohl gekürzt.

Den Bilder nach zu urteilen kam scheinbar nur ein alter Balken raus und zwei neue rein, daher auch die Kürzung der Balken. Das ist leider schon lange her und ich kann mich da nicht mehr genau daran erinnern.

Leider habe ich keine besseren Bilder die das belegen. Um das zu überprüfen müsste ich dann wohl die Decke rausreissen. Wobei da noch die Möglichkeit bestünde vom Zimmer darunter die abgehängte Decke runterzuseissen und da dann reinzuschauen.

Klingt alles nicht so gut, jetzt brauche ich einen Statiker der wirklich Ahnung hat. Wo finde ich den?



garten2



garten2



gemauert1



gemauert1



gemauert2



gemauert2



Deckeraus1



Deckeraus1



Deckeraus2



Deckeraus2



Deckerein1



Deckerein1



Deckerein2



Deckerein2



Zeichnen Sie ...



... doch mal das ursprüngliche System der Balkenlage auf. soweit es Ihnen erinnerlich oder bekannt ist.

Wieso sind die Deckenbalken in die kurzen Stücke, die in die Nordwand im Rähm einbinden, eingezapft worden ? Ein wenig obskur, die ganze Konstruktion.



Gipsplomben - Ich bin zu doof



Ich habe heute 10 mal versucht eine Gipsplombe zu setzen. Habe mir eine Nierenförmige Schablone aus Holz ausgeschnitten, Gips angerührt und dann den Gips über die Schablone aufgetragen. Entweder ich habe den Gips dann mit der Schablone von der Wand gezogen, oder der Gips war zu hart oder er war so weich das er weggelaufen ist. Am Ende hatte ich kaum noch Giups übrig und habe ihn dann einfach an ein paar Stellen direkt draufgeklatscht. Das muss irgendjemand machen der das kann, ich gebs auf. Ich hoffe das bei den vielen "Plomben" schon eine mitreisen wird und sich nicht von der Wand ablöst. Aber eigentlich hoffe ich ja das sich am Riss gar nix mehr tut...

Ich habe noch ein paar Nahaufnahmen gemacht und lade die jetzt mal hoch. Den Plan von den Balken vorher und nachher versuche ich noch aufzumalen. Aber eigentlich war er recht einfach. Da wo vorher ein Balken war sind nun zwei parallel. Da vorher in den Balken von der Nordwand (warum auch immer) andere Balken angeschlossen waren, wurden die gekürzt und dann an den "nördlicheren" Balken angeschlossen. Ich weiss aber nicht mehr ob die Verzapft oder Verschraubt oder überhaupt wie befestigt wurden, da kann ich mich leider nicht mehr dran erinnern.

Gruß
Stefan



Riss2



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Riss3



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Riss4



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Riss5



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Riss6



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Riss7



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Riss8



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Riss9



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Riss10



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riss11



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Riss12



Riss12



Da ist mir nochwas eingefallen



Die Ostwand im Bad ist die einzige Wand im ganzen Haus die mir normalem "betonputz" verputzt und dann bis zur Decke gefließt wurde. Alle anderen Wände im Haus wurden mit Lehmputz verputzt, auch alle andern Wände im Bad. Kann das auch ein Grund sein? Hier wurde ja schon erwähnt das Ausfachungen aus Ytong zu unflexibel sind, Fließen und Putz sind ja auch unflexibel. Andererseits ist das ja nur "obendrauf" und nicht in der Ausfachung?

Und dann wäre da noch was, im Bad haben wir als einzigen Raum im Haus Fussbodenheizung. Das ist zwar nur eine "kleine" mit Miniröhrchen für Warme Füße (es gibt noch einen normalen Heizkörper im Bad) aber sie macht schon auch warm.

Das wären dann ja potentiell die verschiedensten Möglichkeiten (neue Bodenbalken, Trockenlegung des Nordkellers von aussen, Fußbodenheizung, Überlastung z.b. durch die Badewanne, "richtiger" Putz + Fließen an der Ostwand oder Fußbodenheizung) Ich habe keine Ahnung wie man hier die richtige Ursache identifizieren kann, hoffentlich kann das der Statiker. Am liebsten wäre es mir, dass der Riss nicht mehr weiter wächst und wir den dann einfach verpressen lassen und gut ist.



Das...



...mit den Balkenköpfen 90° zu den Deckenbalken war bei uns genauso gemacht. Die Balkenköpfe ragten so aus der Giebelwand eines Zwerchhausgiebels. Diese waren über Dollen mit dem Rähm und Zapfen/Holznägel mit dem letzten Deckenbalken vebunden.
So wie ich das interpretiere, ist das eine Zug/Druckfeste Verbindung und reduziert die Knicklänge der Giebelwand (in unserem Fall).
Gruß





Hallo Stefan,

auf den ersten Blick schätze ich das Haus um einiges jünger als angegeben, aber das müsste man im Ganzen sehen. Der Riss sieht recht neu aus.


Es gibt zwei Möglichkeiten:
1. Die Kraftrichtung liegt in der Wandebene. Das bedeutet irgendwo gibt es als Auslöser eine Schub- oder Zugkraft in Wandrichtung, möglicherweise resultierend aus einer Setzung oder auch einer Bewegung im Dachbereich. Die Richtung der aufgetretenen Kräfte (Summe) liegt etwa orthogonal zum Rissverlauf.

2. Die Kraftrichtung liegt orthogonal zur Wandfläche. Dies würde bedeuten, dass auf die Außenwand eine Schubbewegung von Innen trifft. Die Gründe hierfür können vielfältig und allenfalls Mutmaßungen sein.

Fragen:

- Handelt es sich beim Wandaufbau um einen reinen, mit Backsteinen ausgemauerten Fachwerkbau oder liegt noch eine Ziegellage draußen vor dem Fachwerk?
- Wie stark ist die Außenwand?
- Ist der Riss innen auch zusehen?
- Gibt es Bilder von den entfernten Wänden? => Fachwerk oder gemauert?
- An der Außenwand sind Anker zu sehen. Wurde in der Bauphase möglicherweise hier etwas gekappt/verändert? Hing der Anker möglicherweise an einem der entfernten Deckenbalken?
- Wurden weitere Wände entnommen außer den bereits gezeigten?
- Wurde am Tragwerk des Dachstuhls etwas verändert?
- Wurde das Dach neu eingedeckt? => Was war drauf, was ist jetzt drauf?


Ohne es gesehen zu haben ist das schwierig. Am wahrscheinlichsten erscheint mir aber das der Eingriff in die Spannrichtung der Decke ursächlich ist.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Falsches Alter



Hallo Christoph,

mit dem Alter hast du völlig recht, ich habe mich hier um 100 Jahre vertippt. Sorry, das Haus ist ca. 1890-1900. Erstaunlich das du das an den wenigen Bildern erkennen konntest. Bei der Renovierung hatten wir eine Zeitung von 1898 gefunden, ich denke das passt recht gut.
Zu deinen Fragen: Der Wandaufbau ist nach dem was ich als Laie gesehen habe nicht überall gleich. Die Wände im Erdgeschoss sind auf jeden Fall dicker als die im Obergeschoss. Von aussen habe ich die Wand nicht gesehen, das Haus ist im Erdgeschoss verputzt und im Obergeschoss ist es nur auf einer Seite mit Sichtfachwerk. Meiner Meinung nach sind die Ausfachungen „doppel“. Das heißt zwei Steinreihen hintereinander. Eine Reihe sind alle der länge nach gelegt, eine Reihe liegen alle Steine quer. Was dann nach Aussen noch kommt weiss ich nicht. Der Verkäufer meinte, dass das Haus damals „ordnungsgemäß“ verputzt worden wäre. Es wären also auch Netze eingezogen worden.
Innen ist nichts zu sehen, aber im Obergeschoss befindet sich hier ja das Bad mit der Fließenwand und da ist nirgend ein Riss, auch nicht in Fugen. Unten ist die Küche, da habe ich auch alles abgesucht und da ist auch nirgends ein Riss zu sehen.
Bilder von den Entfernten Wänden habe ich keine, zumindest wohl keine die weiterhelfen. Man sieht nur einmal den vorherigen Raum (Küche). Ich weiss aber sehr genau, dass die Wand die im Bad Herausgenommen keine ursprüngliche Wand war. Da war kein Fachwerk enthalten, die Wand war nicht an das Haus angeschlossen, ich meine sogar das wäre nur eine Trockenbauwand gewesen die wir einfach abgeklopft haben.
Das mit dem Anker ist ein sehr guter Hinweis, meiner Meinung nach sitzt der aber viel zu tief. Der sollte im Erdgeschoss rauskommen, nicht im Bad. Was macht so ein Anker eigentlich und wo und wie wird der festgemacht? Wird der in einen Balken reingeschraubt? Die neuen Balken im Bad waren das auf keinen Fall, die liegen ganz aussen. Das könnte wenn dann höchstens der Schacht sein in dem die Rohre laufen aber die laufen auch nicht „in der Wand“ und da wurde am Fachwerk nichts gemacht, nur in der Ecke im Boden ein Loch nach unten erstellt.
Entnommen wurden auch im Erdgeschoss Wände, aber die entnommenen Wände waren 1000% reine Trockenbauwände die nachträglich eingezogen waren. Die hatten keine Verbindung zum Fachwerk und waren nichtmal mit dem Haus „verschraubt“. Dann wurde unten noch bei zwei Wänden die Ausfachungen herausgenommen, die Balken sind unverändert. An der eigentlichen Fachwerkstatur haben wir also nichts geändert.
Das Dach wurde nicht neu gedeckt und am Dachstuhl wurde nichts geändert. Das Dach wurde vor ca. 15 Jahren vom Verkäufer neu gedeckt. Es ist eine Kaltdachkonstruktion, auf die Dachsparren kam eine Holzschalung und darauf Dachpappe. Gedeckt ist das Dach mit Ziegeln (hab mal ein Bild angefügt).
An der Stelle erstmal ganz herzlichen Dank an die tolle Unterstützung hier im Forum, das ist wirklich ganz große Klasse.

Gruß
Stefan





Hallo Stephan,

dann behalte mal Deine Gipsmarken fest im Auge und sag an, wenn sich das weiterbewegt. Um genaueres zur Ursache sagen zu können muss man sich das vor Ort ansehen um da auch ein Gefühl für das Haus zu bekommen.
Wenn sich dann die sichere Lösung nicht erschließt wird man um eine Bauteilöffnung nicht herumkommen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer