Fußbodenaufbau über Gewölbekeller




Hallo, in unserem Fachwerkhaus (verputzt, Bj.1830) war über dem Gewölbekeller (Decke aus Bruchsteinen, mit Kalkmörtel vermauert, gute Belüftung) eine ca. 20cm dicke Schicht Erde, darin lagen die Auflagebalken für den Dielenboden. Haben das ganze raus geschaufelt und den Boden über Wochen trocken stehen lassen.
Nun zum neuen Aufbau: aus der Scheune sind noch sehr viele alte Tondachziegel über (gewellt, keine Biberschwänze). Die tragfähige Schicht wird durch die kreuzweise Aufschichtung der Ziegel erreicht, dazwischen alles mit Perlite aufgefüllt (Rohperlite 0-6mm Körnung, ohne Zusätze, also eigentlich nicht tragfähig an sich). Darüber direkt auf die Ziegel OSB-Platten, schwimmend verlegt, Nut und Feder verleimt, darauf dünne Auflagehölzer, darauf Dielung.
Welche Probleme können sich daraus ergeben?
Kein Einsatz von Folien oder ähnlichem Material gewünscht.

Danke und Grüße
Nils



Fußbodenaufbau



Ob das funktionier oder nicht (eher nicht) wird die Zeit ergeben.
So ein abenteuerliches Sammelsurium als Fußbodenaufbau kenne ich nicht; ich glaube auch nicht das so etwas schon mal gebaut wurde.
Man greift normalerweise zu Bauweisen die in der Praxis erprobt sind.
Was kann passieren: Das Sie in ein oder zwei Jahren alles wieder ausbauen weil der Fußboden sich irgendwie teigig anfühlt und zur Buckelpiste mutiert.
Die Dielenwerden anfangen sich zu verformen und zu knarren, die dünne OSB- Platte beginnt an den Rändern zu schimmeln und zu faulen. Sie wird sich wahrscheinlich auch verformen weil die Perliteschüttung in die Hohlräume der darunterliegenden Ziegel abwandert.
Aber vielleicht wird ja alles prima und Sie sind der Erfinder einer neuen Bauweise.
Die Praxis ist das Kriterium der Wahrheit.

Noch was:
Bei Gewölbeschalen ist die abrupte Änderung der Gleichgewichtsfeuchte nicht immer von Vorteil. Trocknungsprozesse können zu Salzkristallisationen führen, die wiederum zu Gefügezerstörungen.



Fußbodenaufbau über Gewölbekeller



Perlite haben ja meines Wissens nach (genauso wie Ton, Lehm oder Kalk) die Eigenschaft Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben. Eine Eigenschaft die doch über Jahrhunderte im Bauwesen genutzt wurde. Ich gebe zu dieser Bodenaufbau ist unkonventionell, dennoch stellt sich mir die Frage wieso das alles anfangen sollte zu schimmeln, immerhin war dort über 100 Jahre Erde drin, das hat auch nicht geschimmelt.
Also nur zum Verständnis.



Fußbodenaufbau



Leider kann ich mit Ihrer Einschätzung nichts anfangen da ich nicht weiß was Sie mit "Erde" bezeichnen. Sicher etwas anderes als ich- da haben wir ein Verständigungsproblem.
Das nächste Verständnisproblem ist der Ort der vermutlichen Schimmelbildung. Ich hatte den Rand der OSB- Platte benannt und nicht die Perlite bzw. "gleich alles" wie Sie in Ihrer Antwort schrieben.
Was mich so nebenbei interessiert: Warum musste der alte Fußbodenaufbau raus?



Fußbodenaufbau über Gewölbekeller



Mit Erde meinte ich das was man gemeinhin Erde nennt, also Erdboden...
Der alte Boden musste raus um Fassadenseitig den Schwellenbalken auszutauschen, dieser war durch Feuchtigkeit (alter Schaden an der Fassade durch nachträglich aufgebrachte Sperrschicht auf Kalkputz, und weitere Schäden am Außenputz) verrottet.
Aufsteigende Feuchtigkeit kann doch durch den von mir angedachten Aufbau ablüften. Oder vermuten Sie etwaige Schimmelbildung an den Rändern der OSB Platten durch dort konzentriert auftretende Feuchtigkeit?
Statisch gesehen ist der Aufbau ja auch nicht anders als der ursprüngliche, Die Ziegel mit den OSB Platten sind nicht schwerer als der Erdboden. Die Lastverteilung als Flächenlast sogar angebrachter als Drucklasten auf den Auflagebalken.



Fußbodenaufbau



Wenn Sie sich so sicher sind dann bauen Sie halt Ihre Variante.
Ich halte Sie für schadensträchtig.

Erde: Im allgemeinen Verständnis im Bauwesen Mutterboden, Gare.
Mit organischen Bestandteilen und Kleinstlebewesen durchsetzte oberste Schicht der Erdoberfläche in unseren Breiten.
Was darunter folgt istin der Regel Mineralboden ohne organische Bestandteile. Gängige Bodenarten bzw. Lockergesteine: Ton, Schluff, Sand, Kies und Mischungen daraus.
Haben Sie unter den Dielen also mit Humus durchsetzte Gartenerde gefunden oder ein Kies- Sand- Gemisch eventuell mit Schlackeanteilen?
Wie sah denn nun der alten Bodenaufbau (Lagerhölzer, Dielen) aus?
Gab es Belüftungsöffnungen, waren die offen oder verschlossen?

http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/fussboeden.html



Fußbodenaufbau über Gewölbekeller



Erde: Im allgemeinen Verständnis im Bauwesen Mutterboden, Gare.
Mit organischen Bestandteilen und Kleinstlebewesen durchsetzte oberste Schicht der Erdoberfläche in unseren Breiten. Also Gartenerde, ohne Kies, Sand, Schotter oder ähnlichem.
Die Balkenlage lag direkt in die Erde eingebettet und war von Feuchtigkeit teils verrottet.Es gab keine Belüftungslöcher. Außerdem war an den Bearbeitungsspuren der Balken abzulesen das diese nicht mit drehenden Maschinen in Form geschnitten wurden, was darauf schließen lässt das sie wahrscheinlich zum Originalboden von 1830 gehörten.
Die Perlite sollen beim Aufbau schon in die Zwischenschichten der Ziegel eingearbeitet werden, ergo einem Absacken durch sich mit der Zeit setzendes Perlite vorgebeugt wird.
Einzig die Tonziegel könnten durch Feuchtigkeit mit der Zeit porös werden und in sich zusammenfallen, was meines Erachtens nach durch die Möglichkeit der Ablüftung verhindert wird.
Beste Grüße



Fußbodenaufbau



Mach doch so ein quatsch nicht mit "Dachziegel" schichtweise...und Perlite dazwischen.
Warum nicht einen ganz "normalen" Aufbau der schon praxiserprobt ist?

Grüße



Fußbodenaufbau



Die Feuchtigkeit die auftreten wird stammt aus ausfallendem Kondensat der Raumluft die über die Ränder unter die OSB- Lage dringt.
Belüftungsöffnungen gabs mal, die wurden verschlossen weil es fußkalt war. Das war der Tod des Fußbodens.



Ich halte...



Ihre Schuttentsorgung für puren Mist. Beispellos ohnehin. Sie verschwenden Zeit, Mühe und Material, um einen Bauschaden herzustellen.

Ihre Aufgabenstellung "Fußbodenaufbau über Gewölbekeller" ist überhaupt nicht einzigartig, hier im Forum wurde die Frage gefühlte 1000x gestellt und auch hinreichend oft fachlich korrekt behandelt.

Grüße

Thomas



Neue Variante



Nachdem mir so eindeutig von meinem Vorhaben abgeraten wurde, nun in die Runde eine neue Variante:
Gebundene Schüttung als Grundlage, darauf Balkenlagen, die Hohlräume mit Perliten verfüllt, darauf OSB, darauf dünne Lagerhölzer und Dielung.
Braucht jemand alte Dachziegel?
Grüße
Nils



Fußbodenaufbau



Wofür die OSB- Lage?



Die gebundene Schüttung...



sollte waagerecht sauber abgezogen werden. Darauf eine Sperrbahn.

Darauf können Sie mit Lagerhölzern weitermachen. Statt Perlite verwende ich Blähton. Den widerlich im Hals kratzenden Staubanteil der Perlite tue ich mir weder für Geld, noch für gute Worte an. Darauf direkt die Dielung.

Vorzugsweise baue ich aber mit Holzweichfaserplatten Rohdichte 0,25 und eingelegten Lagerhölzern weiter. Der Boden wird stabiler, die statisch erforderliche Dielenstärke wäre hier nur 20mm, und es könnten Systemdielen ohne OSB - Unterbau verwendet werden.



Die



OSB Platten dienen in erster Linie als Boden während weiterer Baumaßnahmen bevor als finaler Schritt die Dielung ihren Platz findet.
Es sind die alten Dielen angedacht die jetzt noch eine Dicke von 21mm aufweisen, daher lasse ich die OSB drin und setze den Dielenboden darauf auf.
Als Sperrbahn reichen Bitumenstreifen um direkten Kontakt zwischen der Schüttung und den Balkenlagen zu verhindern doch aus, oder meinten Sie den Einzug einer flächigen Sperrschicht mittels Folienkram?



Der "Folienkram"...



hat eine Funktion. Besonders bei dem angedachtem Aufbau: Die OSB - Platten sind ziemlich dampfdicht, unter den Platten kann es aber recht feucht werden - und dort sind auch Ihre Lagerhölzer. Dieses Risiko würde ich nicht eingehen. Zudem, außer einer eher geringen Ersparnis, nichts für das Weglassen der Folie spricht.

Wenn Sie eine mentale Allergie gegen Bitumenschweißbahnen haben, nehmen Sie eine PE Bahn. Die Gefitas PE 3/300 ist wunderschon blau, selbstverklebend und mit leicht aufgeschäumten 3mm Stärke auch besser geeignet als handelsübliche Baufolien. Vieles von dem, was Sie so täglich verzehren, wurde in PE verpackt...

Grüße

Thomas