Fußbodenaufbau über feuchtem Gewölbekeller

13.04.2014 Madeleine



Hallo,
wir sanieren gerade ein altes Fachwerkhaus. Das Haus hat einen feuchten Gewölbekeller. Über diesem Keller befinden sich 2 Wohnräume. Bisher war der Fußbodenaufbau folgendermaßen:
1) Kellerdecke aus Ziegeln
2) Schüttung (Schlacke)
3) Dielenboden (auf Deckenbalken genagelt)
Wir haben die gesamte Schüttung entfernt und die Deckenbalken erneuert.
Nun stehen wir vor der Frage wie wir den Raum zwischen kellerdecke und neuen Fußboden richtig ausfüllen. Der Abstand zwischen Kellerdecke und den neuen Balken ist an der tiefsten Stelle ca 40 Zentimeter.
Wir hatten nun folgende Idee.
An die Unterseite der Deckenbalken sollen Bretter verschraubt werden auf die dann Schüttung verteilt wird. Darauf sollen dann Spannplatten verlegt werden.
Direkt über der Kellerdecke hätten wir dann einen Hohlraum. Eine Belüftung dieses Hohlraums erfolgt durch ein Lüftungsschacht in der Außenwand des Raumes.
Unsere Frage ist nun ob wir die Kellerdecke nach oben hin noch Abdichten müssen und wenn ja mit was (Bitumen o. ä.)?
Und genügt dieser Aufbau um etwaige Feuchtigkeit aus dem Keller nicht im Wohnraum zu haben?
Vielen Dank für Antworten!



Kellergewölbe



Wo wollen Sie die Deckenbalken auflegen?
Nur auf den Kellerwänden oder auch auf dem Gewölbescheitel?



Hallo



Hallo,
Ich gehe mal davon aus das Sie die Schlacke entfernt haben weil sie sich mit einem neuen Aufbau auch eine Wärmedämmung versprechen. So war das Anliegen einiger Kunden vom mir bei der ich eine ähnliche Situation vorfand.
Andererseits sollte man gegebenen fass immer darauf hinweisen das Gewölbekeller und das darauf befindliche Material eine Einheit bilden könnten . Für das statische Gleichgewicht benötigt ein Gewölbe auch immer eine dementsprechende Auflast das könnte in Ihrem Fall die Schlacke gewesen sein.
In einigen Fällen kann man durch die Neuanordnung der Tragebalkenkonstruktion des Fußbodens diese Last wieder einbringen und gleichzeitig ein material darunter verwenden das gleich mehrere hervorragende Eigenschaften hat. Schaumglasschotter ist kapillarbrechend und Wärmeschutz in einem. Das Material passt sich optimal der Kontur des Gewölbes an. Nach dem verdichten können Sie Tragebalken und Fußboden wunderbar verlegen. Wenn sie mir den Aufbau Ihres Gewölbe näher beschreiben könnten oder mir gegebenenfalls ein Zeichnung oder Skizze zukommen lassen könnten würde ich Ihnen gern weitere Hinweise geben können. Oder Sie erreichen mich telefonisch. Die Nummer finden Sie in meinem Profil
Mit freundlichem Gruß
Ralf



Mehr Infos



Hallo nochmal,
die Schlacke haben wir entfernt da der vordere Teil des Raumes, der nicht über dem Keller liegt, einen Wasserschaden hatte. Und da die Räume gründlich saniert werden sollen haben wir die seit mind. 100 Jahren liegende Schlacke komplett entfernt.
Ich habe mal 2 Fotos mit geladen: Vorher: Ohne Schlacke mit den alten (streichholzdünnen) Balken die auf Ziegeln aufgestützt waren und nicht in der Wand verankert.
und eins nachher mit den neuen Balken die jetzt in der Wand auffliegen.
Wie schon beschrieben wollten wir den Raum zwischen Kellerdecke bis zur Unterseite der Deckenbalken leer lassen und erst ab den Balken den neuen Fußboden aufbauen.
Wir mit unseren Bautechnisch nicht weit ausgeprägten Kenntnissen waren der Ansicht das es auch ok und gut ist wenn die Kellerdecke von oben keinen Druck (Gewicht) bekommt. Muss man davon absolut abraten?
Danke für die antworten bisher!
Madeleine



... Foto nachher



mit den neuen Balken



Gewölbekeller



Hallo Madeleine,
das die Balken nicht auf dem Gewölbescheitel aufliegen ist erst einmal gut.
Weniger gut ist der Rest den ich sehe.
Das Ausräumen der Zwickel hat durch die Wegnahme der Auflast das Gewölbe destabilisiert.
Die Schlacke die rechts und links an den Wänden lag hatte eine wichtige statische Funktion erfüllt. Der Ausbau war unnötig und schädlich, egal wie feucht das Zeug war.
Der statische Mangel wurde glücklicherweise durch die Auflage der Traghölzer auf die Wände kompensiert, das Gewölbe trägt jetzt nur noch sich selbst. Die Spannweite ist auch beruhigend.
Was verbleibt ist der riesige Hohlraum unter dem Fußboden. Da es dort immer kälter sein wird als im Wohnbereich oberhalb des Fußbodens wird vor allem im Sommer Luftfeuchte in diesem Hohlraum kondensieren. Die Luft gelangt infolge Konvektion durch die Belüftung und die Randfugen in den Hohlraum, kühlt ab und verliert Feuchte die an den Bauteilen kondensiert.
Die Wände werden so mit Wasser regelrecht aufgeladen.
Der Luftraum wird immer eine relative Luftfeuchte nahe dem Sättigungspunkt haben.
Wie das den Traghölzern und den Brettern bekommen wird mögen die nächsten Jahre zeigen.
Wie der Wohnkomfort einmal sein wird hängt vor der Art der Schüttung ab die in den Zwischenraum gelangt und in dem sie hoffenlich auch bleibt. Damit meine ich Schall- und Wärmeschutz.
Noch ein Hinweis zum Schluß:
Falls in ein paar Jahren die ersten Feuchteränder über der Fußleiste an den Außenwänden zu sehen sind bitte keinen injektionswütigen "Trockenleger" rufen.
Kann sein das der sofort aufsteigende Feuchte diagnostiziert. Egal was er dann als Lösung vorschlägt, es wird teuer werden.



Danke für die Hinweise



Hallo,
was wir auf alle Fälle aus den Kommentaren mitgenommen und gelernt haben ist, dass ein Gewölbe auch eine gewisse Auflast benötigt.
Das werden wir beim weiteren Sanieren auf jeden Fall beachten und auf die Gewölbedecke eine Auflast bringen. Idee ist eine Betonschicht (ca 8-10cm) aufzutragen. Der Gewölbescheitel wäre dann nicht bedeckt - nur die Ecken des Raumes wären ausgefüllt...so zu sagen.
Zumindest habe ich ähnliche Ideen hier im Forum schon gelesen die entsprechend befürwortet worden.
Und was wir dann mit dem restlichen Bodenaufbau machen werden wir nochmal in Ruhe durchdenken.
Danke!