Fußbodenaufbau im Bad über Gewölbekeller

21.08.2014



Hallo,

wir sanieren aktuell ein altes Fachwerkhaus und im zukünftigen Badezimmer im Erdgeschoss muss auch der Fußboden neu aufgebaut werden.

Da wir die Schwelle nicht wieder einbauen möchten und unter dem Raum ein Gewölbekeller liegt, haben wir kaum Platz um mit dem Bodenaufbau in die Höhe zu gehen...

Bisher war der Aufbau z.T. Gewölbe-Sand-Dielen-PVC und z.T. Gewölbe-Sand-(Klinker?)steine-Beton-Fliesen.

Wir hatten an einen Trockenaufbau gedacht. Geplant ist, den Sand auf dem Gewölbe zu lassen und den Boden damit zu nivellieren, ggf eine Folie zu legen, darauf Fermacell Powerpanell TE und darauf zu fliesen. (Gefliest werden soll nur am Boden und im Spitzwasserbereich von Dusche und Wanne.)
Ist dabei etwas zu beachten bzw ist das machbar?

Die Badewanne soll längs/mittig über dem Gewölbe stehen. Ich weiß, dass das nicht optimal für die Lastverteilung ist, aber quer geht es leider nicht. Um die Last über dem Gewölbe und dem Fermacell zu verteilen, überlegen wir unter der Wanne OSB Platten anzubringen. Macht das Sinn?

Vielen Dank für Ihre/Eure Ratschläge,
nachtwanderin



Badfußboden



Der Sand sollte raus und stattdessen ein Estrichbeton bis Höhe Gewölbescheitel eingebaut werden. Raus heißt richtig raus, der Gewölberücken muß gründlich von losem Material gesäubert werden. Wenn der Sand sauber, also frei von organischen Verunreinigungen ist, kann man den gleich nehmen, 1:3 mit Zement mischen und erdfeucht und lagenweise wieder einbauen, vorher den Gewölberücken anfeuchten. Es muß ein sicherer Verbund mit den Wänden im Zwickelbereich und den Steinen des Gewölbes erfolgen. Die Oberfläche sollte glatt, eben und in Waage sein. Nur so kann das Gewölbe sicher stabilisiert werden. Darauf dann eine Wediplatte, Abdichtung, Armierung bzw. Entkopplung, Fliesenbelag. Die Wediplatte ist trittfeste Dämmung. Wie dick- das ergibt sich aus den Höhen.





Hallo Herr Böttcher,

danke für Ihre Antwort!

Aus welchen Grund muss der Sand raus?

Ist die "Stabilisierung des Gewölbes" wegen des Standpunkts der Badewanne nötig? Bisher hat das Gewölbe ja seit ca 150 Jahren gehalten (die letzten 40 Jahre war die Wanne allerdings am Rand des Gewölbes und stand quer dazu).

Wir hatten gehofft, um Beton herum zu kommen, zum einen aus Kostengründen, zum anderen, weil wir ungern Feuchtigkeit ins Haus bringen möchten und hätten einen Trockenaufbau bevorzugt.
Ich befürchte auch, dass der Bodenaufbau mit Beton plus weiteren Schichtenzu hoch wird und die Schwellen wieder eingebaut wurden (die vorher eingebaut waren und dabei kaputt gegangen sind...)
Gibt es da keine Alternative?

(In den anderen Räumen, in denen der Boden neu gemacht werden musste, haben wir Schaumglasschotter-Hanfleichtlehm-Rauhspund (und darüber kommen noch Dielen) als Trockenestrich-Aufbau gewählt, im Bad macht das wegen der niedrigen möglichen Aufbauhöhe und da gefliest werden soll keinen Sinn.

Viele Grüße,
nachtwanderin



Bodenaufbau



Der Betoneinbau ist zur Stabilisierung notwendig, Gewölbe sollten nicht im Scheitelbereich mit Punktlasten beaufschlagt werden. Das war die letzten 150 Jahre nicht der Fall( Lagerhölzer und Dielung, keine Badewanne im Scheitel)), fangen Sie jetzt nicht damit an. Der Beton stabilisiert mit seiner Masse und seiner Festigkeit. Falls sich bei Belastung die Stützlinie verschiebt kann sie auch im Beton verlaufen. Ich habe deshalb den Vorschlag gemacht a) den vorhandenen Sand zu verwenden und b) erdfeucht einzubauen. Die Feuchtebelastung ist minimal.
Irgendeine Mixtur aus Hanf, SGS und Lehm ist kein Trockenestrich sondern eine permanente Schadensquelle da feuchtespeichernd. Ohne Abdichtung kann das der Tod für die Dielung sein. Wenn Sie wärmedämmende Dielung verbauen wollen greifen Sie zu Systemen wie DHD Doser oder Steicofloor. Die sind hohlraumfrei.
Zur Höhe: je nach Dicke der Wediplatte kommen Sie auf 20-40 mm Höhe über Gewölbescheitel. Weniger geht nicht.



Danke



Vielen Dank für Ihre Antwort die Erläuterung und Anregungen bezüglich Ihres Vorschlags zum Bodenaufbau im Bad!


(Der Bodenaufbau in den anderen Räumen war nicht irgendeine Mischung (und keine Mischung an sich und sowieso eine ganz andere Situation als im Bad), ist aber sowieso bereits verbaut; bei Interesse kann ich das zwar näher erläutern, aber darüber müssen wir ja auch nicht streiten und fürs Bad ist es unerheblich, da dort nicht geplant und an der Stelle nicht sinnvoll)