Fussbodenaufbau / Horizontalsperre




Hallo Community,

der Fussboden im Wohnzimmer soll neu aufgebaut werden. Wir haben schon Angebote erhalten, sind uns aber nicht ganz sicher, ob diese Sinn machen und würden gerne Eure Meinung hören.
Vorneweg: Fachwerkhaus, Wassergrundstück, nicht unterkellert, Aussenwand feucht

Fussboden soll ca 33cm ausgeschachtet werden und dann wie folgt aufgebaut werden:
5cm kapillarbrechende Kiesschicht
15cm Betonsohle aus WU-Beton mit 1 Kage Q188 als Bewehrung
1cm Bitumschweissbahn V60 S4
10cm Lagerhölzer mit Dämmung
Dielen

zusätzlich soll als Horizontalsperre sowohl in den Wänden Bitumbahnen eingebracht werden als auch innen bis in 20cm Höhe ein mineralischer Flex-Dichtschlamm angebracht werden

Jetzt die Fragen:
Wie lange halten Bitumbahnen, lösen die sich nicht auch auf? Welche Alternative gibt es?
Welche Art und Dicke der Dämmung wird empfohlen?
Worauf ist beim Anschluss Beton und Aussenwand zu achten, damit die Feuchtigkeitssperre nicht unterbrochen ist?
Welche Art der Horizontalsperre in der Aussenwand ist eine gute Alternative?

Vielen Dank.

Gruss,
N



Fußbodenaufbau



Wie lange halten Bitumenbahnen?
Jedenfalls solange wie sie es bereits gibt, also viele Jahrzehnte. In der Wand selber sind sie praktisch vor Zerstörung geschützt.
Die Frage ist ob Sie überhaupt eine nachträgliche Abdichtung IN der Wand brauchen und wie die aussehen könnte.
Wozu 5 cm kapillarbrechende Schicht?
Mit 5 cm wird nicht viel gebrochen. Unter einer abgedichteten Betonschicht ohnehin nicht.
Warum so eine Bodenplatte:
Darauf könnten Sie Panzer fahren lassen, so wurden die ersten Autobahnen gebaut.
Völlig überdimensioniert.
Wieso WU- Beton?
Der ist nicht nur eine Frage der Zusammensetzung sondern hauptsächlich des Einbaues. Wenn Sie die Regeln dafür nicht kennen ist das ebenfalls Nonsens.
Wenn Sie einige Hintergrundinformationen und Aufbauvorschläge für Fußböden suchen:

http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/fussboeden.html



Erdberührter Bodenaufbau



Unnötig aufwendig.
Kapillarbrechende Schicht ist unnötig, wenn der Boden ohnehin abgedichtet wird- dicht ist dicht- einmal genügt.

Wenn der Untergrund gut verdichtet wurde genügen ca 6-8 cm Estrich,
es wären auch Betonplatten in Sand mit evt etwas Zementbeigabe gelegt und nivelliert ausreichend.

Darauf die Abdichtung, Bitumenbahn, EPDM-Folie, Katja Sprint oä-
je nach Untergrund mit Schutzvlies (außer bei Bitumenbahn)
Die Abdichtung seitlich bis Oberkante Fußboden hochziehen.

Darauf die Bodenkonstruktion und hier dafür mehr dämmen.

Die untere Holzlage kann im Meterabstand zB aus 50 x 80 mm KVH hergestellt werden,
die obere quer dazu in ca 50-60 cm Abstand zB mit 50 x 100 oder 60 x 120 mm.
Dies reduziert Wärmebrücken und den Holzbedarf.
An den Kreuzungspunkten verschrauben.
Die untere Lage mit Gummigranulatplatten oä nivellieren.

Zwischenräume dämmen
Darüber geölte Holzdielen verschrauben.

Bei meinem Haus aus Feldbrandsteinen wurde vor über 100 Jahren eine Horizontalsperre aus Teerpappe verwendet-
immer noch einwandfrei.

Wo und wie soll bei euch die Horizontalsperre eingebaut werden?
Zuerst überlegen ob sich der Aufwand lohnt und was die Feuchtigkeitsursache ist-
es ist nicht in jedem Fall die sofort vermutete aufsteigende Feuchtigkeit.

Andreas Teich



Dämmung UNTER die Bodenplatte !



Die Aussenwand könnte wegen Kondensation feucht sein, und das passiert unter anderem wenn die Wand zusätzlich Wärme an den Boden verliert.