Fußbodenaufbau erdberührt ohne Betonbodenplatte




Sehr geehrte Forumsmitglieder,

habe die letzten Tage nochmal alle Fragen bzgl. erdberührtem Fußbodenaufbau gelesen.
Rein intuitiv sträubt sich in mir alles gegen einen Plastik, Beton, Bitumenaufbau.

In dem fraglichen Raum waren zwei Raumecken bis fast unter die Decke und an ihrer Verbindungs-Seite am Boden entlang verschimmelt. Als letzte Putzschicht war Lehm etwa 1mm aufgebracht worden mit Lehmfarbe. Darunter befand sich Gips und wieder darunter richtig Lehm.
Lösung: Putz (Gips) komplett abgeschlagen und mit Lehm verputzt und gestrichen.

Nach Entfernen der Bodenplane war es schimmelig geworden an den Fugen des vorhandenen Click-Parketts, das habe ich fachgerecht abgewaschen, weiterhin Schimmelgeruch im Raum...

Hatte keine Lust mehr, aber habe den Boden entfernt, darunter befand sich diese grüne Trittschalldämmung und darunter ein bereits ziemlich verfaulter und mit schwarzem Schimmel stellenweise beschichteter Dielenboden.

So, ganz sicher mach´ ich jetzt nix, was ich wieder rausholen muss...

Insgesamt bin ich der Meinung, wenn man in einem alten Haus was sperrt, schimmelt´s, das mag sich bei Neubauten anders verhalten. Außerdem habe ich hier im Forum gelesen nachträgliche Betonplatte im Altbau, Feuchtigkeit zog die Wände hoch - das hatte ich schon, von daher ohne...

Deshalb würde ich mich freuen, wenn jemand Erfahrung hat, wie man einen diffusionsoffenen Aufbau machen kann und wie sich das über die Jahre entwickelt.

Danke
Mit hoffnungsvollem Gruß
Stephanie Ochs

P.S. Boden ist bereits ausgehoben auf ca. 30 cm und mit Schotter 08-16, ca. 6cm befüllt.



Fußbodenaufbau



Hallo Stephanie,
ich finde es immer wieder interessant das Menschen immer nur das Gelesene wiedergeben und wohl auch verinnerlichen das in ihr vorgefasstes Denkschema passt.
Viele Mitglieder, mich eingeschlossen, haben zur Problematik nachträgliche Betonplatten im Altbau und zur Frage Diffusionsoffenheit bei Fußböden über Erdreich Dutzende von Beiträgen geschrieben in denen überall steht das ein diffusionsoffener Aufbau zwischen Wohnraum und Erdreich falsch ist und das kapillare Feuchte nicht wie Wasser unter Überdruck in andere Bereiche wandert wenn Abdichtungen eingebaut werden.
Nicht nur weil wir das intuitiv irgendwo in Fachbüchern und technischen Regeln gelesen haben sondern weil wir es als Profis aus der Praxis kennen.
Wenn ich eine Abdichtung nicht UNTER sondern ÜBER ein feuchtegefährdetes Bauteil lege muß ich mich nicht wundern das dieses Material unter dem Einfluß der Erdfeuchte zerstört wird.
Diffusionsoffenheit ist da keine Lösung, Sie können nicht die vorhandene, durch den Grundwasserhorizont gespeiste Erdfeuchte über Lüftung austrocknen.
Das ist wie ein leckes Schiff dadurch am schwimmen zu halten indem man versucht mehr Wasser herauszupumpen als hineinlaufen kann.
Hier ein Beitrag von mir zu einem ähnlichen Problem:

"03.08.2014 | Fussbodenaufbau ohne Unterkellerung

Meine Empfehlung: Kalkschotter wieder raus und gegen Kiessand 0-16 austauschen, eben und waagerecht eingebaut, mit Handramme verdichtet (der Aushub des gewachsenen Bodens war überflüssig). Trennfolie Verlegen (soll das Einmischen von Beton in den Kiessand verhindern). 5-10 cm (im Mittel ca. 8 cm) Beton als Sauberkeitsschicht eben und waagerecht auf Lehren einbauen, glätten. Abdichtung (z.B. Katja Sprint) nach ca. einer Woche einbauen (mind. 3 Tage Standzeit des Betons). Ca. 100 mm Holzfaserplatten als Dämmung einbauen, Marke Doser oder Steico. Die obere Lage sollte eingebettete Traghölzer haben (Doser DHD, Steicofloor). Dielung. .."
Eine andere Fragestellung zum Thema:

http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/226329$.cfm



Forumsverhalten



Grundsätzlich finde ich es sehr schade, daß sich in diesem Forum eigentlich nur noch einer zu Wort meldet.

Meiner Meinung nach ist der Tonfall - spätestens, wenn man den Vorschlag nicht annimmt - alles andere als angebracht.

Danke trotz allem für Ihre Wortmeldung Herr Böttcher, Wiederholungen sind nicht notwendig, einmal reicht aus.

Da ich Sie höflichkeitshalber durchgängig mit Sie und Herr Böttcher anspreche, gilt das auch für Sie im Gegenzug.

Danke
Mit freundlichem Gruß
Stephanie Ochs



Fußbodenaufbau erdberührt ohne Betonbodenplatte



An alle, die dieses Thema interessiert:

Es hat sich gerade ein Fachmann die Baustelle angesehen...

Der Split kann liegenbleiben - baubiologisch besser wegen des PH-Werts von Kalk, d.h. Schimmel geht nicht mit Kalk.

Der Split kann liegenbleiben, weil er gewaschen ist und keinen Sand enthält.
Statisch gesehen kann er auch als Trägerschicht verwendet werden - auf den Beton kann verzichtet werden.

Allerdings reichen 10cm als Trägerschicht nicht aus - er kann in der Größe von 08-16 auch nur schwer abgezogen (eingeebnet) werden.

Ganz ohne Sperrung hat er mir nicht empfohlen, sondern eine PE-Folie auf den vorhandenen Schotter - hochlaufen lassen bis Dielung, (ganz zum schluß abschneiden). Darauf ca. 6cm Feinsplitt, glatt abziehen und mit Handstampfer verdichten - ein Rüttelgerät kann in einem alten Haus zu Setzungsrissen führen. Lagerhölzer in Betonhäufen, ausrichten, trocknenlassen, mit splitt auffüllen bis Lagerholz, Dämmung rein, Dielung drauf.

O.k. dicke PE-Folie, z.B. Teichfolie ist auch gut, damit sie beim Verdichten des Splitts nicht zerstoßen wird.

So ungefähr mach´ ich´s wahrscheinlich.

Mit freundlichen Grüßen
Stephanie Ochs



Hallo Stephanie



Ich bin nur ein Gartenbauer,aber wie verdichtet man 6cm Feinsplitt mit nem Handstampfer so das dieser eine plane ,ebene Fläche bildet?
Selbst wenn,was glaubst du was das für eine eierei mit den Betonhäufchen auf dem Split wird,alles was du begehst muß vorher ausgelegt werden.
Wenn deine bedenken hinsichtlich der Betonplatte aufsteigende Feuchtigkeit im Wandbereich sind,wie verhält es sich dann mit der sperrenden Folie, die auch noch an der Wand hoch geführt wird.

Ich würds nochmal überdenken.

Grüße Martin



Hallo Martin,



danke für Deine Antwort.

Denke fast fortwährend darüber nach... ; ) : (

Der jetzige Schotter - 08-16 - liegt trittfest drin, d.h. er rutscht nicht weg, wenn man darüber läuft. Der Feinsplitt jedoch, das weiß ich nicht, ob der sich wegdrückt, beim drüber laufen... Eine Folie zwischen den Splitts rein logisch gedacht, wird wohl eine perforierte Folie geben.

Mit Maschinen rütteln darf man nicht machen in einem alten Haus. Wird der Beton nicht richtig verdichtet, reißt er - auch nichts gewonnen. Mit dem Beton kommt gleichzeitig sehr viel Feuchtigkeit ins Haus. Also insgesamt eine komplexe Aufgabe...

Noch dazu Beton in einem 100 Jahre alten Haus, aus dem ich bereits tonnenweise Schutt rausgetragen habe, weil Gips etc. nicht funktioniert haben...

Ohne Sperren macht man heute nicht mehr, weil egal was unter den Dielen reinkommt der müfflige Schimmelgeruch zieht nach oben und die Erdfeuchte auch als feuchte Luft, die Dielen faulen auf Dauer wieder, es riecht unangenehm etc. ...

Am Rand Folie festkleben, damit die Feuchtigkeit unten bleibt - hält nicht auf Sandstein und Erde, es gibt ohnehin keinen Kleber, der ewig hält und fest klebt... mit Trasskalk festmörteln?...

Teichfolie und dann die Katja Sprint Kaltklebe Bitumen Bahn (wollt ich zwar auch nicht...) - wobei ich mir das Material noch nicht angesehen hab - da könnt man vielleicht gut drauf laufen... Das mit den Zement-Bergen (4cm unter dem Lagerholz) das habe ich schon öfter gehört immer mit der Angabe geht schneller, ist leichter. Allerdings überlasse ich diese Entscheidung einem guten Freund, der mir hilft, den Boden rein zu machen - er ist Schreiner, er wird das wissen.

Also, ich hab´s noch nicht ganz. Die Aufgabe ist komplexer, als ich dachte. Eile mit Weile. ; ) Im Augenblick trocknet gerade die erste Lage Kalksteinschotter noch...

Alles ist gut. Die richtige Lösung wird sich finden...

Liebe Grüße
Stephanie



Ausführung



Aus meiner Erfahrung stelle ich mir das so vor, der Splitt wird auf der Folie beim "verdichten" einfach nur hin und her geschoben.
Gut ,angenommen man kriegt es hin ,den Splitt waagerecht abzuziehen ,verdichten geht ja nicht,werden die Betonkegel,darin einsinken.
Ich kann Splitt nur verdichten,wenn dort vollflächig ein Belag aufliegt und der Splitt an den Seiten nicht auswandern kann!

Ok ,das Argument ,die Betonlösung ,trägt Wasser ins Haus ,zieht,der trocknet aber auch wieder.
Der Beton muß auch nicht maschinell verdichtet werden,du gießt da ja keine Bodenplatte.

Warum muß der Schotter trocknen,der zieht eh Feuchtigkeit aus dem Lehm nach ,das gleiche wird der Splitt zwischen den Lagerhölzern tuen,wenn die Folie im Eimer ist.

Ich habe selber eine Holzbalkendecke,die liegt aber 1,6m hoch auf Klinkersockeln und aufmauerungen,ist belüftet ,optisch kontrollierbar,der Kellerboden besteht ebenfalls aus Kalksteinschotter auch Mineralgemisch genannt ,darauf wurden Punktfundamente betoniert und darauf die Sockel gemauert.

Ich würde bei dir ganz klar Georgs Aufbau wählen,ausser hier kommt noch was besseres.

Grüße artin



Fußbodenaufbau



Ich habe mich etwas an dem "Kalkschotter" aufgeschaukelt, das ist die Korngruppe zwischen 32 und 56 mm. Die hat unter einem Fußboden im Altbau nichts zu suchen.



Kalkschotter



Mineralgemisch,gebrochener Kalkstein gibt es hier in 0-22 und 0-45mm.....ich denk mal Kalkschotter is nix anderes.

Grüße Martin



Schotter



Hallo Martin,
ich bin als alter Baumensch nun mal die üblichen Bezeichnungen gewöhnt:
Natursand 0,09 bis 2 mm
Brech- und Edelbrechsand 0,09 bis 4 mm
Kies 2 bis 63 mm
Splitt 5 - 32 mm
Edelsplitt 2 bis 22 mm
Schotter 32 bis 56 mm
Gesteinsmehl, Schluff, Ton kleiner 0,09 mm.
Die DIN 4022 und die DIN 18196 lasse ich weg.