Fußbodenaufbau erdberührt / Feuchtigkeit




Hallo! Entschuldigung schon vorab, wenn ich woanders nachlesen hätte können, hab bislang nichts gefunden.

Meine Frage bezieht sich auf den Fussbodenaufbau bei einem teilunterkellerten, auf Streifenfundament (mit Horizontalabdichtung) ruhenden 1940er Haus.

Der unterkellerte Teil ist kein Problem, der nichtunterkellerte ist derzeit folgend aufgebaut:

- Rollschotter, Schlackezeug gemischt mit Bruchschotter, darauf eine dünne (5-8 cm) Beton- bzw. Estrichschicht (nicht bewehrt auf jeden fall). Darauf lag der Holzboden den ich mittlerweile weggerissen habe (war verrotet).

Der Boden (also die Estrichschicht), befindet sich oberhalb des äusseren Erdniveaus (ca. 40 cm), auf Ebene der Horizontalbdichtung des Streifenfundaments, bzw. des Mauerwerks.
Eine Messung hat ergeben, dass der nichtunterkellerte Teil teilweise ein wenig feucht ist - keine Pfützen, kein Geruch, kein Schimmel oder dergleichen - nur ein wenig erdfeucht (deshalb auch die alten verrotteten Bodenbretter vorher).

Wie gehe ich weiter vor?
- Kann ich auf die noch intakte Estrichschicht eine Abdichtung legen und mit der Horizontalabdichtung verbinden? (Mauern sind trocken, d.h. aufsteigende Feuchtigkeit wird durch die funktionierende Horizontalabdichtung verhindert).
Wie man dann weiter vorgeht bleibt ja dahingestellt (z.B. Wärmedämmung, darauf Estrich oder OSB-Platten, Trittschalldämmung, Holzboden), möchte nur bewirken, dass die Erdfeuchte in der Erde bleibt und nicht wie vorher aufsteigt.

Danke für Tipps und Anregungen!



Fußbodenaufbau



http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/230231$.cfm



Hallo talbot,



die Frage ist, inwieweit die Betonplatte statisch funktioniert. Gefühlsmäßig würde ich sagen: reicht für den Fußbodenaufbau. Aber fachlich wissen da ein paar Kollegen hier mehr. Evtl. Fachmann vor Ort prüfen lassen. Es hängt ja nicht nur von der Stärke der Platte, sondern auch von der Verdichtung des Untergrundes und der Mischung (Zementanteil) ab.

Wenn durch die Horizontalsperre in der Wand die Verhinderung aufsteigender Feuchte gewährleistet ist, lässt sich auf die Bodenplatte eine Sperrfolie legen. Unbedingt hochziehen bis über das Niveau Fußbodenoberkante und hinter der Fußleiste verschwinden lassen! Darauf, falls Ihr Holzboden aus Dielen bestehen soll: Lagerhölzer je nach Bauhöhe, z.B. 8 x 10 cm, Abstand je nach Dielenstärke 50 bis 90 cm, dazwischen Dämmschüttung bis Unterkante Dielung, auf die Lagerhölzer Dielen raumlang schrauben oder nageln. Das ist die unkomplizierteste Variante!

Alles Gute beim Bauen!

Erik Heinrich.



sperrschicht



danke für die antworten!

statisch ist die Bodenplatte (sagen wir eher sauberkeitsschicht) ok, keine risse vorhanden. hielt auch die letzten 70 jahre. hab einen kleinen teil geöffnet, darunter befinden sich ca. 8 cm schottersand und wenig erde vermischt, darunter ganz grober schotter, bis zu faustgroße steine. weiter runter will ich nicht sonst mach ich noch eine tiefenbohrung. bekanntlich ist bei uns in der gegend bis auf eine tiefe von mind. 15m rollschotter (das gebiet nennt sich auch steinfeld - aber das nur am rande).

1) die frage ist nur, ob ich diese (wenig Feuchte - und das auch nur an ein paar stellen an den rändern) Schicht rausreissen sollte, oder eine Sperrfolie draufmache?

2) und wie sollte diese sperrschicht idealerweise aussehen: bitumenbahnen, pe-folie oder einer dichtschlämme oder ähnliches?
(wie auch bei der variante von herrn böttcher vorgeschlagen)



Fußbodenaufbau



Diese dünne Betonschicht hat keine statische Funktion, Hauptsache eben und waagerecht. Sie ist Basis für den folgenden Fußbodenaufbau.



Eine Schweißbahn...



wäre die solidere Lösung. Oder wenigstens eine dickere selbstverklebende Bahn wie die Gefitas PE 3/300.

Sollte die Fläche eben sein, ansonsten würde ich erst den Ausgleich mit einem Betonspachtel UNTER der Sperrbahn ausführen.

Darauf bevorzuge ich den flächigen Aufbau mit Holzweichfaserplatten und Lagerhölzern dazwischen. Geringe Aufbauhöhe, besonders stabil, rein rechnerisch genügen 20er Dielen, da die Lastaufnahme und -abgabe flächig erfolgt.

Wieviel Aufbauhöhe gibt es denn?

Grüße

Thomas



danke ...



... für die ausführlichen informationen!

bei der aufbauhöhe (ab dem alten estrich) hab ich so um die 10-12 cm platz.



Nichtunterkellerter Boden



Ich würde als Abdichtung eher EPDM Folie nehmen, die günstigste 1 mm Teichfolie ist machbar,
Wegen der sehr guten Flexibilität kann man die ohne jede Füge oder Schnitte in den Ecken falten, braucht nichts verkleben, sodaß die bei baulichen Änderungen immer noch fürs Feuchtbiotop verwendet werden kann ohne daß man Sondermüll oder komische Gerüche im Haus hat.
Bei rauhem Untergrund als Schutzfolie Geotextil o.ä. vorher auslegen.

Darauf dann bei dünnerem Aufbau wie schon z.B. von Restauratio@ erwähnt mit Holzfaserplatten,
bei dickeren Aufbauten ist's preisgünstiger, dämmtechnisch besser und stabiler, wenn die Unterkonstruktion mit Kanthölzern hergestellt wird und die Dämmung mit Zellulose oder Hanf vorgenommen wird.

Andreas Teich