Fußbodenaufbau EG in Sandsteinhaus, vom Untergrund bis Oberkante inkl Fußbodenheizung

02.01.2015



Hallo Community

Ich hoffe hier einen sinnvollen Ratschlag zu bekommen, das ist selbst in Fachmärkten nicht ohne weiteres möglich.

Ausgangslage ist mein Sandsteinhaus BJ 1900, äußerlich ist dieses einwandfrei und wurde super gepflegt.

Nun möchte ich aber im EG einen komplett neuen Fußboden aufgrund der Tatsache das wir eine wassergeführte Heizung haben wollen.
Wir haben mittlerweile einen Gastank im Garten verbuddeln lassen von unserem Anbieter, also wird es eine Gasheizung, wassergeführt.

Zu der eigentliche Frage oder wie ich es mir so ein wenig vorstelle, wo wir wohnen ist überall in den Böden wenn man buddelt gelber Sand, das habe ich auch festgestellt an verschiedenen Stellen des Hauses etwas aufgemacht, darunter befindet sich gelber Sand.
Die Sandsteine möchte ich von innen her sanieren und etwas feuchtigkeitsfest machen, sind etwa von innen her 1/3 zerfallen, das heißt eine Art Schalung (Hausinnenseite) außen herum und da dann dünnflüssigen Mörtel oder sowas hineinlaufen lassen bis es oben etwas heraus läuft um den Sockel wieder zu erneuern.
Danach würde ich mit dem Bodenaufbau beginnen.
Vorher habe ich natürlich etwa 30 cm Sand heraus gebuddelt.
Zuerst würde ich eventuell eine Mineralschotterschicht einbringen, vielleicht 5-10 cm, falls das Blödsinn ist, gleich dagegen wettern. Darauf eine Folie als Trennung und Einfassung für die Bodenplatte, wahrscheinlich irgendeinen Estrich oder sowas, was bitte vorschlagen.
Dann 5-8 cm Styropor, Styrodur oder wie sich das nennt als Isolierung für die Wärme, auf dieser werden dann die "Gartenschläuche" sprich die Warmwasserleitungen der Fußbodenheizung verlegt.
Darauf möchte ich einen Zementestrich, nichts aus/mit Gips. Darauf der krönende Abschluß, teils Parkett, teils Fliesen.

Hat jemand einen guten Ratschlag, wie es nun sinnvoll aufgebaut werden könnte?
Oder liege ich komplett falsch?

Schönen Dank für Antworten gleich mal vorweg!



Viele Wege führen ...



... zu einem vernünftigen Fußbodenaufbau. Aber alle beginnen mit einer korrekten Bodenplatte. Vielleicht gibt es hier Widerspruch, aber ich würde dafür plädieren, direkt auf den Sandboden, evtl. noch ein Geovlies dazwischen, eine Bodenplatte aus Beton zu bringen. Darauf eine Sperrschicht, PE-Folie, überlappend und an den Kanten hochgezogen bis an die zukünftigen Fußleisten.
Dann trennen sich die Wege: persönlich würde ich, gerade in einem historischen Haus, Kantholzaufbau wählen,Zwischendämmung aus Blähton, Perlite, oder Hanf-Lehm-Mischung einschütten und auf die Kanthölzer raumlange massive Dielen schrauben. Heizen lieber mit Wandheizung oder mit wasserführenden Heizleisten. Der Boden ist trotzdem aufgrund der Zwischendämmung nicht fußkalt. Aufsteigender Staub wie bei einer FBH wird aber vermieden.
Die andere Möglichkeit: Raum zwischen den Traghölzern mit Dämmplatten aufbauen, darauf ein Fußbodenheizungssystem mit Aluplatten, darüber die Dielen.
Und schließlich kann man auch auf eine Estrich-gebundene Fußbodenheizung Dielen oder Parkett montieren. Funktioniert allerdings etwas träger.
Da werden sicherlich eins fix drei noch ein paar andere Kollegen hier im Forum ihre Ansichten dazu äußern.
Worüber sich aber alle hier einig sein werden, schätze ich (und das schätze ich) KEIN STYROPOR! Es gibt keinen vernünftigen Grund dafür, sich Sondermüll ins Haus zu holen.
Viel Glück und Spaß beim Bauen und schöne Grüße aus dem schönen Havelland





Vielen Dank für die Antwort

Jedoch muß ich sagen das ich das nicht machen möchte.
Zum einen da wir KFW Förderzuschuß bekommen und die dann wissen wollen, was wir getan haben, zum anderen möchten wir wirklich Fußbodenheizung.

Hat nicht wirklich jemand die richtige Anleitung bzw Vorschlag?



Lieber Claus Igel,



die KfW bezuschusst nicht nur FBH, sondern auch andere Heizsysteme und nicht nur Styropor, sondern auch ökologisch unbedenkliche Dämmstoffe. Wenn es aber FBH sein soll, dann s.o.

Was die Unterfangung des Fundementes betrifft, bitte Fachmann konsultieren!

Schönen Gruß!



XPS



Unter einer neuen Bodenplatte kommt man kaum um XPS herum. Ob das Fundament einen ausreichend starken Aufbau erlaubt, ist eine andere Frage.

Verlangt KfW nicht einen bestimmten Dämmwert ?



Fußbodenaufbau



In der Altbausanierung braucht man kein XPS oder EPS unter der Bodenplatte.
Man braucht überhaupt keine Bodenplatte, höchstens eine Sauberkeitsschicht und einen Estrich. Die sind alle platt, hart und sehen grau aus sind aber nicht dasselbe.
Wenn Sandsteinmauerwerk pulverisiert wird gibt es eine Ursache die es zu finden und abzustellen bzw. zu neutralisieren geht. Sonst fliegt Ihnen die Vorsatzschale gleich wieder von der Wand.
Deine Bodenplatte ist eine Sauberkeitsschicht, Erik. Dafür braucht sie nur ein paar cm dick zu sein, aber eben und waagerecht.
Warum reite ich immer auf diesen Begriffen herum? Laien lesen was von Bodenplatte und sehen 20, 30 cm Stahlbetonplatten auf einer Dämmlage als Gründung unter Neubauten (siehe yugomon). Die Buddelei dafür kann Altbauten bzw. deren Streifenfundamente schädigen,kostet Unsummen an Arbeitskraft und Geld.



nur ein paar cm,



... lieber Georg, genügt das auch statisch? Ich gehe bisher immer von 8-10 cm "stramme Mischung" aus (für den Fall einer Party mit Dicken, die rund um einen Konzertflügel tanzen).

Schönen Gruß!



Bodenplatte



Rechnen wir mal andersrum:
Der Flügel steht nicht auf der Bodenplatte sondern auf dem Estrich oder auf den Dielen. Die sind dazu da, Punktlasten auf größere Flächen zu verteilen. Die Dielen liegen auf Lagerhölzern, die lagen früher oft auf ein paar Ziegeltürmchen und die standen auf dem Karnickelsand.
Sind Klaviere im Erdreich versunken?
Estriche liegen heute auf Dämmung, klassisch ist Schaumploystyrol. Das liegt auf der Abdichtung, die auf der Sauberkeitsschicht. Das Schaumpolystyrol (PS) ist viel weicher und nachgiebiger wie die paar cm Beton darunter. Wenn der PS hält wozu dann Stahlbeton? PS wird unter dem Estrich etwas komprimiert, das ist alles.
Das ist wie mit einer Straße. 5 oder 8 cm Betonverbundpflaster, darunter Sand und Kies. Trotzdem fahren Autos drüber ohne einzusinken. Die Sauberkeitsschicht kann ich auch weglassen aber ich brauche eine ebene, gerade Fläche die als Arbeitsebene dient und die Abbdichtung trägt.



na klar,



wenn dazwischen noch ein Estrich ist, der die Last verteilt. Ich ging aus von: Sand > Vlies > Beton bzw. Estrich > Feuchtesperre (PE) > Kanthölzer > Zwischendämmung mit offenem FBH-System. Bei Estrich-gebundener FBH ist freilich lediglich eine Sauberkeitsschicht nötig. Das hätte ich noch klarer trennen sollen. Danke für die Genauigkeit!

Schöne Grüße!



Vielen Dank



also erstmal Danke an alle.

Wir hatten einen Energieberater hier, dieser sagte mir in etwa einen Aufbau, so wie ich Ihn beschrieb.
Jedoch darf dieser keinen architektischen Beschrieb geben, sonst macht er sich haftbar (Aussage des Typen).
Das ganze wird auch innen drin isoliert, aber das ist ein anderes Thema, da ich ja nach der Bodenplatte gefragt hatte.
Witzig ist die Tatsache, das wenns dann drum geht wird nachgefragt wie wirs dann gemacht haben, während dessen interessiert sich dafür anscheinend keiner und im Abschlußbericht wird dann festgestellt ob wirs richtig gemacht haben, sehr genial die Vorgehensweise, ist das normal?

Aber bitte zurück zur Bodenplatte, wahrscheinlich 5-10 cm wasserdichter Beton nehme ich an mit einer Armierung 6 mm dürfte reichen, da diese nur nicht reissen soll, mehr nicht. Dann wie schon gesagt irgendwie 5-10 cm Styrodur wie in heutigen Fußbodenaufbauten.
Darauf wird die Heizung aufgebaut und darauf Zementestrich, fertich :-)
Was nicht ganz so sicher ist, ist die Schotterschicht ob diese überhaupt nicht gebraucht wird oder erst recht?
Auch welche Folien irgendwie dazwischen sind, möchte es jedenfalls schon irgendwie richtig machen.



Fußbodenaufbau



- keinen WU- Beton (den kriegen Sie sowieso nicht hin),
- keine Bewehrung,
- keinen Schotter unter dem Beton.
Den Sand als Planum herrichten, also eventuell nachverdichten, ebnen, in Waage bringen.
Vor dem Betonieren eine Folie o.ä. als TRENNLAGE auf den Sand legen. Die soll verhindern das sich Sand und Beton beim Einbau vermischen.