Fussbodenaufbau Erdgeschoss

23.02.2012



Hallo,

als erster Schritt bei der Sanierung unseres Fachwerkhauses soll im Erdgeschoss ein neuer Fussboden rein - geplant ist im gesamten EG eine Fussbodenheizung, darüber dann großformatige Fliesen.

Die Dielen im Wohnzimmer habe ich bereits entfernt, die Konstruktion war morsch und nicht mehr nutzbar. Etwas Betonähnliches wurde entfernt, jetzt ist Kies/Schotter/Dreck. Als Aufbauhöhe wäre 30-40cm möglich.

Möglichkeit 1:
40cm tief, Kies/Schotter als kapillarbrechende Schicht, 8-10cm Rohbeton, Bitumenabdichtung, 10cm Dämmung und Aufbau Fussbodenheizung

Möglichkeit 2:
15cm Schaumglasschotter (verdichtet), darauf eine PE-Folie und der Aufbau für die Fussbodenheizung

Möglichkeit 2 scheint "modern", aber teurer. Der Kubikmeter kostet ca. 75 Euro.

Bei Möglichkeit 1 bin ich unsicher wie dick ich die Dämmung wähle, das System für die FBH bringt 3cm mit.

Auf den Rohbeton bzw. die erste Dämmung würde ich die E-Installation und die Verrohrung für Wasser legen, so wurde es von den Installateuren empfohlen.

Was sind eure Erfahrungen, ich habe jetzt schon sehr sehr viel gelesen - aber jeder sagt etwas anderes, auch Planer und Architekten haben da unterschiedliche Ansichten.



Nachhaltigkeit



Hallo

Aufbauten im "klassischen" Baumarkt- oder Baukonstruktionsbuchsinn würde ich nicht so sehr trauen und auch nicht unbedingt auf die hochgelobte FBH setzen, die leider wenig mit Strahlung sondern mehr mit Konvektion zu tun hat, was den meisten auf den ersten Blick nicht einleuchten mag - ging mir auch so.

"Aber jeder sagt was anderes!"
Wenn sich selbst die Fachleute streiten … muss man sich selbst eine Meinung bilden und lesen, lernen, hinterfragen, usw.

Fliesen sind "immer" kalt!
Großformatig bedingen eine tragende Beton- und oder Estrichfläche und "keine" auftretenden Setzungen im Nachhinein!
Vorsicht bei der Planung!

FK



Alternative



Was wäre denn bezüglich Fussboden und Heizung deine Alternative?



klassischer Aufbau



Holzdielen
Steinboden im Mörtelbett (wenig)
Terrazzo

sinnvolle Temperierung
evtl mal den Link auf meiner Website bei I3 lesen:
http://www.slow-house.de/slow-house/I-3.html
gut und genau planen lassen

Das gilt eigentlich für alle Sanierungsarbeiten.
Immer im Gesamtsystem denken - Die Kette ist so gut wie das schwächste Glied!

FK



Werde ich anschauen...



Lese ich mir durch, wer hat dazu noch Erfahrungen oder Hinweise für mich? Ich würde gerne alles bestmöglich sanieren und verstehen was mir die Fachleute sagen.

Also ich bin gespannt auf eure Meinungen.

Ich sollte noch erwähnen das unten kein Fachwerk ist, es ist eine 38er Ziegelwand, Grundmauern sind Natursteine und Ziegel.



Fußbodenaufbau



Hier ein Vorschlag von mir:
"Dreck" entfernen, wenn er nicht verdichtungsfähig ist,
vorhandenen Kiessand begradigen und verdichten (Handramme),
Trennlage aus Folie o.ä. auslegen,
Betonsauberkeitsschicht ca. 8 cm dick einbauen,
Schweißbahn bzw. Folie als Abdichtung einbauen,
Dämmung und Fuboheizung verlegen,
Estrich einbauen.
Dämmung, Fuboheizung und Heizestrich sollten von einer Firma als Komplettleistung ausgeführt werden.
Den gewaltigen Bodenaustausch können Sie sich sparen.

Viele Grüße



Dicke der Dämmung



Welche Dicke der Dämung sollte ich dann wählen, ich dachte an 10cm Styropur. Die Elemente der Fussbodenheizung bringen 3cm Dämmung mit.



Fuboaufbau



Fragen sie den Unternehmer,
der für Sie die Komplettleistung erbringt. Er steht dafür gerade, nicht Sie.
Gemäß EnEv darf der Fuboaufbau einen Höchstwert als Wärmedurchgangskoeffizient von 0,50 W/m²k nicht überschreiten.
Die 10 cm sollten dafür ausreichen; über den U-Wertrechner im Netz können sie das selber ermitteln.
Verlangen Sie trotzdem vom Unternehmer die Ausführung gemäß den geltenden Regeln der Technik und den gesetzlichen Bestimmungen.

Viele Grüße



Wer anschafft muss zahlen …



leider meist auch "draufzahlen"!

Der Satz:
Verlangen Sie trotzdem vom Unternehmer die Ausführung gemäß den geltenden Regeln der Technik und den gesetzlichen Bestimmungen.
kann schon richtig sein - aber was heisst das?

Fragen Sie mal nach einer längeren Gewährleistung für diese "Standart" Konstruktionen - 5 Jahre maximum!

Wer DAS (gesetzlich, Regeltechnik) will bekommt das auch!

Leider werden die baulichen Leistungen und Ergebnisse durch verstärkte Regelungswut und Durcheinanderverordnungen nicht besser.

Vergleichen Sie einfach die Bauten vor und nach den 50er Jahren.

Dann sollten Sie die "Wärme-Entschwindungsphysik" mal hinterfragen und treten Sie mit baren Füssen auf eine Steinplatte - dann bei Versuch 2 legen Sie ruhig 50 cm Dämmstoff unter die Platte und steigen wieder drauf und vergleichen Sie die Änderung!

Und der Kaiser hat doch neue Kleider an …

Vergessen sie nicht das Gesamtsystem!

FK

gerade "oben" gelesen:
Viel Wissen bedeutet noch nicht Verständnis. Heraklit

dem steht gegenüber:
"Viel Verständnis bedeutet - viel Wissen."



Energieeinsparverordnung...



...muss ich nicht zwangsläufig beachten, da Denkmal. Ich bin derzeit eher für 5cm Dämmung dann die 3cm Dämmung von der Fussbodenheizung, ICH würde denken das reicht, gibt es dazu abweichende Meinungen? Viele, auch viele Estrich/Fussbodenleger, sprich in meinen Augen "Profis" sagen auch das man sich das Geld für die Dämmung sparen soll. Nur was soll man als ambitionierter Handwerker glauben...



Fußbodenaufbau



Wenn Sie glauben wollen gehen sie in die Kirche.
wenn Sie wissen wollen wie groß der (theoretische) Wärmedurchgang Ihres Aufbaues ist dann nutzen sie den U- Wertrechner im Netz.



Danke



für den Tritt ;-)

Ich werde doch 10cm Dämmung vorsehen. Dies ist der geplante Aufbau:

http://www.u-wert.net/berechnung/u-wert-rechner/index.php?&d0=0.7&mid0=101&d1=6&mid1=33&d2=3&mid2=16&d3=10&mid3=28&d4=0.2&mid4=3&d5=10&mid5=10&d6=0.1&mid6=7&bt=2&T_i=20&RH_i=50&T_e=0&RH_e=100&outside=2

Wobei ich schon verwundert bin das bisher von 4 Estrichlegern keiner von sich aus auf die Dämmung hingewiesen hat.

Hat jemand Erfahrung mit Schaumglasschotter? Wäre das eine bauphysikalisch gute Alternative?



Oscar-VERdacht



nominiert für die Aussage:
Wenn Sie glauben wollen gehen sie in die Kirche.
wenn Sie wissen wollen wie groß der (theoretische) Wärmedurchgang Ihres Aufbaues ist dann nutzen sie den U- Wertrechner im Netz.


Dann erklären sie noch den Unterschied von Theorie und Praxis mit Hilfe der manipulierten Berechnungswerten- und Formeln der "Gesetzgeber".

Mein Beispiel ist PRAXIS.

Der Zauberkastenrechenweg ist THEORIE.

Eine Theorie ist und bleibt nur eine Annahme, ein Konstrukt, ein Erklärungsversuch an den SIE und viele andere auch nur "glauben", denn sie wissen nicht wie die Werte zustande kommen, die da drin verbaut werden und die Abhängigkeiten bestimmen.

Viel Erfolg beim Geld eingraben - man hat ja genug davon.

FK



Fußbodenaufbau



Wie gesagt,
der Gesetzgeber verlangt nur einen U- Wert von 0,50.
Sie wollen fast doppelt so gut sein...

Viele Grüße



Hand auf's Herz Herr Böttcher!



Wie oft fahren Sie in der 30er Zone genau 30 und in der Ortschaft genau 50?

Wenn der Gesetzgeber sinnloses Zeug daherbringt, machen Sie das alles ohne Kritik?

Wo bleibt der zivile Ungehorsam?

Und wenn der Gesetzgeber 50 cm Dämmugn im Boden haben will machen Sie das?
Und wer prüft das nach?

Ein aktueller Hinweis auf die "Rechtsstaatlichkeit" der staatlichen Entscheidungen und Massnahmen der Regierungen kann man gerade beobachten hinsichtlich der Karlsruher Entscheidung von heute!
Die Regierung setzt sich über die Verfassung hinweg und keiner wird abgesetzt!

Und die braven Michels zucken nicht mal mit der Achsel!

Das war damals 33 auch schon: die da oben werden es schon wissen!

Alle Massnahmen mal hinterfragen!

FK