Fußbodenaufbau Bad über Kriechkeller/Holzbalkendecke

26.01.2015 stefan1982



Liebe Fachwerk.de-Gemeinde,

bin seit langem schon begeisterter Passivleser und habe - wirklich großen Dank an alle, die hier posten und moderieren ! - schon zahlreiche wertvolle Tipps aus dem Forum gezogen.

Nun bin ich mit meinem eigenen Projekt aber an einem Punkt, den ich auch nach nächtelanger Recherche im Forum nicht wirklich in den Griff bekomme: die Bad-Sanierung in unserem EG - speziell der Bodenaufbau.

Um möglichst viele Fragen zur Ausgangssituation vorab zu beantworten, hier recht langatmig (sorry, die eigentliche Frage gaaanz unten):


Situation Allgemein:
Das EG unseres Ziegelhauses (1913) liegt auf einer Holzbalkendecke über einem Kriechkeller (ca. 60 cm hoch). Die Balken lagern auf den Aussenwänden und auf gemauerten Fundamentsäulen (ca. alle 80-100 cm), Balken sind ca. 10x20cm, lichter Abstand zwischen den Balken jeweils ca. 75cm. Der Boden des Kriechkellers ist staubtrocken, wenn man mit der Hand drüber geht, aber Richtung Erdreich anscheinend nicht weiter abgedichtet. Es gibt eine Querlüftung durch Öffnungen im Sockel des Hauses. Auf den Balken lagen größtenteils seit hundert Jahren Dielen (Nut/Feder) in ca. 3cm Stärke, die auch keine Feuchtigkeitsschäden aufweisen (drunter kein Blindboden/Dämmung o.ä.) Soweit, so gut.

Das Haus hat vor einigen Jahrzehnten einen ziemlich massiven Setzschaden erlitten, steht also insgesamt schief in der Landschaft (aber das nur zu allgemeinen Belustigung…). Ich habe das in einigen Räumen mit Mehabit (Hanfschüttung) auf die alten Dielen wunderbar ausgeglichen und nebenbei gedämmt bekommen…


Situation Bad:
Gesamtfläche nur ca. 6qm (Grundriss ist wie ein "Pfeifenkopf"). Hier hat wohl in den 1970er Jahren mal eine "Sanierung" stattgefunden, deren Ergebnis ich nun gänzlich entfernt habe (Wandfliesen, Styropor unter Feuchtraumwandpaneelen, PVC-Bodenbelag etc.). Damals müssen auch hier die alten Dielen entfernt worden sein. Jedenfalls habe ich nach Entsorgung des Mülls einen Raum mit freiem Blick in den Kriechkeller und auf die Balkenunterkonstruktion (Bild anbei). Diese ist wegen des Setzschadens ebenfalls schief (Gefälle in Längs- und Querrichtung jeweils ca. 2 cm), muss also auch ausgeglichen werden. Insgesamt habe ich etwa 5-6 cm Aufbauhöhe.


Es soll entstehen:
Ein Bad mit gefliestem Boden mit bodengleicher Dusch-Nische im "Mundstück der Pfeife" (160x105cm), die Fliesen können kleinformatig sein. Es soll für Fusswärme eine FBH (evtl. wasserführend, oder elektrisch im Fliesenkleber) rein. Die eigentliche Hauptheizung ist aber ein Wandheizkörper.

Frage:
Ich stecke fest bei der Herstellung des Rohfussbodens für Fliesen und der Dämmung gegen den Keller. Klar ist wohl, dass ich seitlich an den Balken weitere Balken als Auflager werde anbringen müssen, um darüber den Höhenausgleich zu machen. Aber dann:

Variante 1:
Estrich auf eine Schalung, die ich auf die ausgeglichenen Balken bringe. Das Gefälle für die Dusche müsste der Estrichleger dann einbauen und irgendwie traue ich dem Braten nicht… Als Schalung schlägt Estrichleger OSB (darauf Folie) vor, aber dann muss ich sicher zwischen den Balken noch Querhölzer setzen, um die Durchbiegung zu minimieren. Eher also Lewis-Platten (Kann man die selbst verlegen)?

Variante 2:
OSB (?), darauf Wedi-Bauplatten (20/30/40mm) verkleben und für die Dusche ein Wedi-Element mit vorgefertigtem Gefälle (Abfluss zwischen den Balken, also kein Thema der Aufbauhöhe).

In beiden Varianten weiß ich nicht, wie und ob ich noch gegen den Keller dämmen soll/kann (würden evtl. die Wediplatten oder die FBH für "Fusswärme" reichen)? Auch verunsichert mich meine Berechnung bei u-wert.net, die z.B. bei dem Wedi-auf-OSB-Konstrukt Tauwasser auf der OSB Platte vorhersagt (wobei die Wedi-Schicht ja wasserdicht ausgebildet würde). Vielleicht lässt sich auch Mehabit irgendwo sinnvoll einsetzen (ich habe noch ca. 700 Liter).

Für jeden Wink bin ich sehr dankbar und grüße herzlich aus dem Norden,
Stefan



Badeinbau über Keller



Hallo Stefan,
warum nicht nur das Niveau ausgleichen und geölte Holzdielen im Bad verlegen?
Besser eine feuchtigkeitsresistentere Holzart wie Lärche oder Eiche nehmen-
dann ist der Fußboden immer fußwarm (bei Weichholz mehr als bei Hartholz)- nicht nur wenn die Fußbodenheizung in Betrieb ist.

Nach dem Duschen einen kleinen Teppich zum Abtrocknen auf den Boden und den danach zum Trocknen aufhängen.

Das belastet den Boden gewichtsmäßig nicht wie Lewis Platten mit Estrich und wäre eine diffusionsfähige Konstruktion.
Dämmung wäre natürlich noch sinnvoll.

Im Prinzip ist es eine ähnliche Situation wie bei Außendämmung, da durch die Belüftung die Temperaturen im Keller nicht sehr hoch sein dürften.
Dampfbremse installieren und gelegentlich Feuchtigkeitsverhältnisse im Kriechkeller überprüfen.

Alternativ Trockenestrichplatten (Cetris o.ä.) verwenden mit Dämmung und eine nicht zu hoch aufbauende Fußbodenheizung im Trockenbau installieren lassen.

Fußboden dämmen und sicherstellen, daß die Dielen nicht durch die Dampfsperre geschädigt werden, falls doch Feuchtigkeit von unten entsteht.

Allerdings ist der Einbau einer Fußbodenheizung mit separatem Heizkreis relativ aufwendig, falls sonst keine verbaut ist.
natürlich auch die Wärmedämmung, Fenster, Feuchtigkeitsabfuhr etc überprüfen.

Bei mir habe ich in einer vermieteten Wohnung im Bad Holzdielen eingebaut, was seit über 15 Jahren problemlos funktioniert( auch mit Dusche und freistehender Wanne)
das Foto fehlt noch...

Andreas Teich



Holzdielen



Lieber Herr Teich,

herzlichen Dank für Ihren prompten Kommentar. Sorry, dass das Foto noch fehlt. Ich habe Probleme beim Upload, werde es weiter versuchen.

Ich habe tatsächlich im restlichen Erdgeschoss Eichendielen verlegt. Nur für das Bad scheint mir das (bei zwei kleinen Kindern) mit einem kleinen Teppich nicht zuverlässig gelöst. Auch ästhetisch hätte ich gern ein bisschen Abwechslung zum Rest der Flächen. Hinzu kommt, dass ich mich in eine total bodengleiche Duschecke wirklich verliebt habe, also übergangslos verfliest vom Rest des Raumes, keine ultraflache Duschwanne. Ich möchte hier später möglichst auch keine Duschtrennwand einsetzen, da die Duschnische mit 1,60m sehr tief ist und auch hoffentlich auch so das Wasser mehr oder weniger "bei sich" behält. Dadurch soll der Raum auch optisch großzügiger wirken. Was doch rausspritzt, soll dann direkt in die Dusche abgezogen werden können. ---Nun gut, das ist letztlich eine geschmäcklerische Frage. Zunächst interessiert mich aber, ob und wie eine Lösung mit Fliesen gangbar ist.

Gewichtsmäßig sehe ich kein so großes Problem, selbst beim Estrich. Statiker hat auch keine Einwände. Bei der Variante mit Wedi-Platten wäre es ja auch insgesamt sehr leicht und eine Dämmung quasi mitgeliefert (wenn auch nur ein paar Zentimeter). Eine Dampfbremse wäre doch durch die notwendigen Ausschnitte für Abflussleitungen etc. ohnehin nur bedingt leistungsfähig, oder?

Wo liegt der Vorteil bei Trockenestrich ggü. den Wediplatten? Den muss man doch nochmals extra Abdichten (bei Fliesen)?

Danke für den Hinweis zu FBH. Ich denke mal, ich könnte bei der kleinen Fläche mit einer elektr. Lösung gut leben.

Beste Grüße,
Stefan



Bad mit Dielung


Bad mit Dielung

Hallo,
unser Fußbodenaufbau sieht so aus, dass wir an die Balken neue Hölzer angebracht haben und damit gleich die gesamte Fläche ausgerichtet haben. Danach haben wir Eichendielen verlegt. Unsere Dusche ist fast eben, gerade einmal 5mm ist sie höher als der Fußboden.



Holzboden im Bad



Der Boden sind doch gut aus-
wie wurden die Ränder zum Pfosten, zur Wand und zur Dusche abgedichtet ?
Wie wurde der Boden behandelt?
Ich würde solche Stellen z.B. mit Kompriband abdichten, evt an der Wand doppelt: zwischen Dielen und Wand und unter einer Fußleiste.

An die Duschtasse vor einbau evt seitl eine Abdichtungsfolie kleben, dann unter die Dielen und ggf noch seitlich mit Kompriband und oben drüber mit Sikaflex aus dem Bootsbau zum Teakfugen /auf dem Deck) abdichten.

Wenn dann direkt vor der Dusche ein Tuch/Teppich etc verlegt wird zur Aufnahme der größten Feuchtigkeit sollte es eigentlich funktionieren.
Boden gelegentlich nachölen.

U.U. könnten auch alle Fugen mit Sikaflex o.ä. abgedichtet werden- nur kein Silikon nehmen und beim Hersteller schriftliche Freigabe anfordern.

Andreas Teich



Abdichtung



wurde nur die Dusche. Das Bad soll nicht geflutet werden und das Spritzwasser hält sich in Grenzen und wird gleich weggemacht. Wir haben bewusst auf solch einer Abdichtung verzichtet. Dielen sind geölt.



Bodenaufbau Bad über Kriechkeller



Hallo Stefan
Wenn die Balken auf einem Sockelvorsprung aufliegen und gut zugänglich sind könntest du auch versuchen, diese am Auflager auszurichten und dabei gleich die Balkenköpfe auf Schäden kontrollieren.
Auf den Boden vom Kriechkeller bis zur Oberkante Fußboden Feuchtigkeitssperre auflegen und wegen der kleinen Fläche komplett mit Dämmstoff auffüllen.
Dann auf die Balken eine EPDM Folie auflegen- aber so, daß sie in den Balkenzwischenräumen durchhängt, auch so, daß der Abfluß oberhalb der Folie verläuft und zumindest gut abgedichtet wird ( z.B.durch Spannring)
Darauf ließe sich dann ein Eichenboden verlegen wenn die Ränder mit Kompriband o.ä. Gut abgedichtet werden.
Sollte doch etwas Wasser durchlaufen könnte es über der Folie verdunsten.
Oder du verlegst die Folie komplett unter den Balken mit Durchang in der Mitte mit Entwässerungsöffnung und dünnem Schlauch in den Ablauf.
Oder den Holzboden als Rost zum Hochheben und Abdichtung darunter.
Es gibt wie immer viele Möglichkeiten...
Andreas Teich