Feuchteschaden

04.10.2010



Wer kann mir weiterhelfen. Unser Altbau ist jetzt schon über 100 Jahre alt. Vor 20 Jahren haben wir das Fachwerk mit 5cm Styropor (weiss) und Kunstharzputz Isolieren lassen. Vor 10 Jahren haben wir saemtliche frei auslaufenden Dachrinnen gefasst und den Hofbelag (Mineralbeton, 6cm Betonsteinpflaster) legen lassen. Heute sind die Innenwaende im Erdgeschoss feucht.
Zur Erklaerung habe ich 2 Skizzen gemacht.
Ein nicht ganz billiges Sanierungskonzept schlaegt uns folgendes vor.
Abdichtung des Sandsteinsockels mit einer Vorbetonierung.
Anschliessend Abdichten des Betonsockels mit Schweissbahnen.
Erneuerung der unteren Styroporschicht mit Styrodur bis auf
den Boden.
Sollte jemand Erfahrung mit altem Sandsteinsockelmauerwerk
haben. Ich bin fuer jeden Rat dankbar.



Wo sind die Skizzen?



Hallo

Ist das Haus vor 20 Jahren an der Aussenseite gesamt gedämmt worden?

Hat sich die Feuchtigkeit erst im Laufe der Zeit herausgebildet?

Die Vorschläge die Ihnen gemacht worden sind würde ich so nicht machen.
Da denke ich, dass die Feuchte im der Wand immer schlimmer wird.

Ich würde erst überlegen woher denn die vermehrte Feuchte herkommt.
Durch Einsperren hat man noch keine Feuchte besiegen können.

Was passiert denn, wenn die Dämmerei die Ursache der Feuchte ist und die Maßnahmen nicht funktionieren?
Dann wirds noch mehr als teuer!
Teurer als ein zweites Konzept nehme ich an!

FK



Feuchteschaden



Hallo Herr Kurz
Tja die Bilder, die stehen jetzt auf meiner
Mitgliederbilderseite.
Ich hab noch Schwierigkeiten beim 1. Beitrag
Ich versuche nochmal mit neuem Format hochzuladen.
Danke fuer die schnelle Antwort



und wo



ist jetzt die Innenwand feucht?

Am Fachwerk oder im Keller!

FK



Innen- oder Außenwand?



Hallo Bodo,

was das ganze jetzt mit den Innenwänden zu tun hat erschließt sich mir nicht. Sind nur die Innenwände betroffen oder auch die Außenwände?

Wenn doch die Außenwände gemeint sind:
- Wie sind diese von Innen bekleidet bzw. wie ist der genaue Wandaufbau von Innen nach außen?
- Wie ist das Styropor an der Außenwand befestigt worden? Gibt es da evt. Hohlräume?
- Gibt es Schäden am Außenputz?
- Wie ist der Fußbodenaufbau im Erdgeschoss?
- Ist das EG komplett unterkellert?
- Ist der Keller ebenso feucht oder nass?

Schade, einen Tag zu spät, gestern war ich in Stuttgart.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Konrmayer



Feuchteschaden



Hallo Herr Kurz
ja die Innenseite der Aussenwand im Wohnbereich sind feucht.
Und zwar über die gesamte Hauslaenge
Die Tapete auf der Rigipsplatte
loest sich ab. Die Farbe blaettert ab.

Die aeussere Styroporschicht reicht bis unter den Hofbelag.
Entweder kommt die Feuchtigkeit ueber diese Styroporschicht
hoch ins Fachwerk oder durch Kapillarwirkung zwischen den
verschiedenen Aussenschichten.
Denn vor unserer Renovierung waren die Waende trocken.

Gruss
bodo



Feuchteschaden



Auch ich verstehe das Sanierungskonzept nicht.
Gemäß Ihrer Skizze liegt der Sandsteinsockel unterhalb des Fußbodens, woher wollen Sie also wissen, das die aufgetretene Feuchte mit dem Sandsteinsockel zu tun hat?
Wenn es sich wie von Ihnen dargestellt um Quadermauerwerk handelt, dürfte kapillare Feuchte von unten keine Ursache sein, da solche Quadersockel wie eine Feuchtesperre wirken.

Sind denn Veränderungen an der Dämmung sichtbar?
Schüsselungen von Platten, Haarrisse über Plattenstößen, Verfärbungen?

Viele Grüße



Das sind die klassischen Auswirkungen



einer dichten Dämmerei unter Einsatz von falschen Baustoffen.

Dichte Schichten sammeln Feuchte, dichte Systeme Schaden dem Fachwerk, falsche Planung und falsche Denkweisen und falsche Ausführungen schaden jedem Bauwerk - aber vor allem denen, die mit Holz gebaut sind.

Meine Rede seit Jahren!

Bei mir klingeln da die Alarmglocken und blinken die Blaulichter.

Dann noch Gipsplatten, Dispofarbe und Warmluftschleuderheizung - da passt dann alles zusammen.

Auf dem angehängten Bild hatte der Bauherr nach seiner Baumassnahme (Hausdämmung mit Sty) Bauchgrimmen als es an den Sockel ging der so feucht war, den wollte er dann doch nicht einpacken in "Plastik".

Jetzt hat er einen trockenen Sockel rundherum.

FK

ein Lieblingszitat:

Die Ursachen, die bei einem Bau zu Mängeln und zu Schäden [ … ] führen können, sind sehr vielseitig.
Sie lassen sich in 3 Hauptgruppen einordnen.
- Planungsfehler
- Gütemängel der verwendeten Baustoffe, fehlerhafte Verarbeitung
- mechanische, chemische oder biologische Einflüsse auf konstruktiv und stofflich einwandfreie Bauteile

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum zu glauben, dass Planungsfehler ausschließlich in den Verantwortungsbereich des Architekten gehören. Es können auch schuldig oder mitschuldig sein:
- der Bauherr
- die Sonderfachleute (Ingenieure für Statik, Sanitär, Elektrik, Lüftung, Akustik, …
- der ausführende Unternehmer
(Baubehörde, unausgereifte Verordnungen und Gesetze)

Ohne genaue Kenntnis der Baustoffe, ihrer Eigenschaften und Eigenheiten kann kein Bau technisch und wirtschaftlich einwandfrei errichtet werden. Mangelhafte Kenntnis kann zu Verlusten an Geld, Baustoffen und Arbeitsaufwand führen. Zu geringe Anforderungen an die Baustoffe, ihre falsche Anwendung ohne Berücksichtigung der Konstruktion und der äußeren Einflüsse sind Ursache von vorzeitigem Verschleiß, Mängeln und Schäden; übertriebene Anforderungen führen zu Vergeudung von Material und Arbeit.

Der Bauherr begeht große Fehler, wenn er
- der Planung und der Bauausführung zu wenig Zeit lässt
- mit der Planung keine geeigneten Fachkräfte beauftragt (Firmenvertreter sind keine geeigneten Fachkräfte)
- am falschen Platz sparen will
- ohne genügende Planung zu Bauen beginnt
- während des Bauens ändern lässt oder sich in das Baugeschehen unzweckmässig einmischt

Zitat aus: Max Hartmann: Taschenbuch - Hochbauschäden und -fehler - Stuttgart, 1964 -
ehemals: Frankh'sche Verlagsbuchhandlung, W. Keller & Co. - Franckh-Kosmos Verlag



Feuchteschaden



Hallo Herr Kornmayer
Dank fuer Ihre schnelle Antwort.
Ich versuche die Antworten nach und nach zu schreiben.
Innenverkleidung teils Rigips teils Putz.
die Styropordaemmung wurde nicht vollflaechig geklebt
keine Schaeden im Aussenputz
das Erdgeschoss ist zur Haelfte mit Gewoelbe unterkellert.
der Fussbodenaufbau ist Holzbalken,Estrich,Laminat
der Keller war immer feucht hat einen Erdboden und
wird immer so feucht bleiben.
Gruesse aus Stuttgart
bodo



Feuchteschaden



Hallo Herr Boettcher
Habe mit grossem Interesse in Ihren Infoschriften ueber
die Wirkung von Quadermauerwerk als Horizontalsperre
gelesen.
Leider haben wir das nicht gewusst als wir die Styropor-daemmung ueber das Quadermauerwerk gezogen haben.
Die Daemmung zeigt von aussen keine feinen Risse
Es gibt gruenlich dunkle Verfaerbungen bis ca 5cm Hoehe
Es sind keine abgesetzten Daemmplatten zu erkennen.
Viele gruesse aus Stuttgart
bodo





Meine Vermutung ...
Bei solchen Bauten, die mit den Mauern im feuchten stehen, bildet sich, wenn die Aussenputze beidseitig diffusionsoffen sind, ein Horizont, wo die aufsteigende Feuchtigkeit im Gleichgewicht mit der Verdunstung steht. Darüber bleibt es ohne Horizontalsperre trocken.
Wenn man nun die Feuchtigkeit durch unsachgemässe Dämmung einsperrt, wird es weiter oben nass. Nasse Wände sind kalt, dadurch verschlimmert sich die Sache wegen Kondensationsproblem weiter.

Sie können das durch einen kleinen Versuch selbst ausprobieren: Nehmen sie zwei Streifen Zeitungspapier und stellen sie einen davon senkrecht in einen Teller mit etwas Wasser, den zweiten sezen sie zwischen zwei Glasplatten und tun dann dasselbe.

Die Dämmung dürfte den Effekt einer Dampfsperre auf der Wandaussenseite haben.
Bei solchem Vorgehen ist vermutlich tatsächlich die Dämmung schuld an der Feuchtigkeit. Man kann nun den Schluss aus der Geschichte ziehen, Dämmung sei grundsätzlich des Teufels.
Immerhin, die Montage der Dachrinnen war nicht falsch.
Wenn die vorgeschagenen Abdichtungsmassnahmen nicht weiterhelfen, kann ma ja noch mehr abdichten. Irgendwas wird sich schon noch finden.

Die Behebung der Ursachen eilt, denn die tragende Konstruktion, das in der diffusionsdichten Dämmung eingesperrte Holz (falls es Fachwerk ist - aber auch die Balkenköpfe der Decken im Erdgeschoss sind Kandidaten), wird nicht besser.



Aussen dicht - innen dicht



Alles dicht und trotzdem feucht?

Ich sage: Alles dicht - deswegen feucht!

Es fängt im Hof an, geht über die Dämmung und die dabei verwendeten Materialien über die Innenaufbauten und deren Materialien

und das arme Holz, das das Haus tragen soll wird feuchter und feuchter und geht in die Knie!

Alarmglocken
Sirenen
Blaulicht

und das ist keine "Schwarzmalerei" - das seh ich ähnlich wie Jens!
Die Behebung der Ursachen eilt, denn die tragende Konstruktion, das in der diffusionsdichten Dämmung eingesperrte Holz (falls es Fachwerk ist - aber auch die Balkenköpfe der Decken im Erdgeschoss sind Kandidaten), wird nicht besser.

Es brennt wirklich - obwohls nass ist!

FK



Feuchte Wand



Hallo Bodo,
mit den jetzigen Informationen kann ich nur auf Kondensat als Feuchteursache tippen.
Wenn bei den Sanierungen neue, dichte Fenster eingesetzt wurden kann sich die Feuchtebelastung im Innenraum deutlich erhöhen.
Was mir Sorgen macht ist Ihre Bemerkung über vorgesetzte Gipskartonplatten.
Wenn die nicht absolut luftdicht verlegt wurden, wirken sie wie ein Kondensatsammler.

Ich schlage Ihnen vor, erst einmal nachzuschauen, ob diese Feuchteerscheinungen nur oberflächlich sind (das würde auf Kondenswasser hindeuten) oder der gesamte Wandquerschnitt betroffen ist.
Das können Sie selber mit einfachen Mitteln nachprüfen.
Nehmen Sie eine Bohrmaschine, einen langen, dünnen Stein- und einen Holzbohrer etwa 6- 8 mm dick und setzen Sie ein paar Sondierungsbohrungen.
Beginnen Sie knapp oberhalb der Fußbodens, also in der Grundschwelle.
Bohren Sie langsam und ohne Schlagbohrmodus.
Beobachten Sie das geförderte Bohrgut.
Wenn der Putz kurz unter der Oberfläche helles, staubtrockenes Bohrmehl fördert, deutet das auf Kondensat. Wenn dunklere Krümel gefördert werden, die nach feuchtem Putz riechen und die Bohrspäne im darunterliegenden Holz feucht sind, kann Wasser in die Wandkonstruktion dringen.
Schlimm wird es, wenn der Bohrer im Holz auf keinen Widerstand trifft und braune Krümel kommen.
Dann achten Sie bitte auf Haarrisse in der Wand, deren Rissflanken schwarz verfärbt sind. Das ist ein Zeichen, das hier warme, feuchte Innenluft in die Wandkonstruktion gesogen wird; eine der Quellen für Kondensatbildung im Wandquerschnitt.

Viele Grüße



Feuchteschaden



Ich hab dieses Forum erst vor ein paar Tagen kennengelernt;
die sachliche Form und die schnellen Beitraege zu meinem Problem, find ich echt Klasse.
Die naechsten Tage werde ich Probe - Bohren.
Kein Sanierungskonzept ohne Kenntniss der Ursache!
Nach den Probebohrungen werde ich weiter berichten.

Viele Gruesse aus dem Wilden Sueden
bodo



Feuchte Wand



Hallo

von der beschriebenen Methode eine feuchte oder trockene Wand zu unterscheiden halte ich nicht viel denn die Aussagekraft wird nicht die Welt sein ausser der "Bohrer" trifft die richtigen Stellen und oder es kommt feuchtes Holz zum Vorschein.

Na jeder wie er meint!

Ich würde da lieber en einer Aussenecke im Zimmer ein Stück Freilegen von dem Rigipsplättchen oder bei irgend welchen E-Dosen mal schauen was sich so dahinter verbirgt.

Sie schreiben:
Kein Sanierungskonzept ohne Kenntniss der Ursache!
Das ist richtig.
Das gehört für mich unabwendbar dazu.
Anamnese - Diagnose - Therapie!

Dichte Aussenwand und Innendämmung ist eigentlich ein "Klassiker" unter den Bauschadensursachen.
Da hab ich schon Wände gesehen, die kein Holz mehr drinnen hatten - da hat nur noch der Aussenputz die Sache mehr oder weniger gehalten.

Gutes Gelingen!

FK