"Einfacher" Fußbodenaufbau über Erdreich

26.11.2012



Hallo mal wieder,

nachdem ich nun ca. 2 Stunden im Forum geforscht habe, möchte ich euch doch ein, zwei Fragen stellen.
Im nächsten Frühjahr wollen wir das Bad sanieren. Alles kommt raus, im Bodenbereich sind das ca. 16 cm bis zum trockenen, moderig riechenden Schüttuntergrund, ohne weiter zu graben. Fraglich ist für mich der neue Fussbodenaufbau. Ursprünglich waren Fliesen geplant, da ich glaubte, dass Holzdielen im Bad fachlich unmöglich sind. Das scheint wohl doch nicht so zu sein, oder? Wie verhält es sich mit dem Aufwand? Ist es einfacher (evtl. risikoärmer?) einen (arbeitenden) Untergrund für Holzdielen zu schaffen als für (rissfreie) Fliesen?

Vielen Dank für mögliche Antworten auf die ersten Fragen, ich schätze weitere Fragen folgen ;-)

chreich



Badfußboden



Im Obergeschoss eines Altbaues mit Holzbalkendecke passt ein Dielenfußboden bauphysikalisch, technisch und gestalterisch hinein.
In ein Erdgeschoss passt ein gedämmter Massivboden mit Fliesenbelag besser.

Viele Grüße



Badfußboden



Hallo Herr Böttcher,

danke für die Antwort.
Meinen Sie mit "passt besser" Ihren subjektiven Eindruck oder die bauphysikalischen Eigenschaften? Ein Holzdielenboden ist für uns m.E. zwar teurer, dafür aber wesentlich einfacher zu verlegen. Noch dazu könnte ich so den Boden an den Dielenboden im Flur nahtlos anbinden. Momentan tendiere ich zu Dielen, falls es keine technischen Bedenken gibt(?).
Der angedachte Aufbau wäre von unten nach oben:
Erdreich, Feuchtigkeitssperre (Was/Welche Folie ist die Beste?)Schaumglasschotter(verdichtet?), Lagerhölzer, 22mm-OSB, darauf Eichendielen 20mm verschraubt.
Eine Frage hätte ich noch: Benötige ich eigentlich die Lagerhölzer? Reichen die OSB-Platten verklebt und schwimmend eingebracht nicht? Ohne großen Aufwand hätte ich ca. 14cm Schauglasschotter plus 40mm Holz.
Vielen Dank für Ideen, Rückmeldungen etc.

chreich



Fußbodenaufbau



Ich meine es so wie ich es geschrieben habe. Im OG auf Holzbalkendecke ist eine Dielung im Bad in Ordnung, im EG über Baugrund aus den genannten Gründen nicht.
Zwischen Bad und Flur ist eine Tür, da ist es kein Problem einen Übergang zwischen zwei Belagsarten zu wählen. Das Problem haben Sie bei Dielung genauso. Es gibt nun mal in Häusern verschiedene Fußbodenbeläge, die sich nach der Nutzung der Räume unterscheiden und das ist gut so.
So werden die einzelnen Funktionsbereiche auch optisch und gestalterisch getrennt.
Oder wollen Sie die Dielenbretter unter der Tür durchlaufen lassen?
Jeder Tropfen Wasser der durch ihre Dielung dringt verbleibt im darunterliegenden Aufbau. Er hat nur die Möglichkeit wieder in den Raum hinein zu verdunsten. Ob Ihr Heizungs- und Lüftungsregime das befördern wird wage ich zu bezweifeln. Dazu kommt noch die Bodenfeuchte, die gasförmig durch die defekte Abdichtung eindiffundieren wird. Ihre Folie/Sperre/wasweißich wird bei der Montage perforiert werden wenn sie in Bahnen- oder Folienform verlegt wird.

viele Grüße



Die Lagerhölzer...



...werden faulen. Der Schaumglasschotter ist für die (gasförmige) Erdfeuchte durchlässig, OSB aber kaum. Ich würde etwas tiefer ausschachten, einen Unterbeton auf den Schaumglasschotter bringen, darauf eine Schweißbahn. Darauf können Sie Ihren Dielenboden mit Lagerhölzern / Schüttdämmung wie Liapor aufbauen.

OSB würde ich ganz weglassen, statt dessen etwas stärkere raumlange Dielen (geölt) wählen.

Grüße

Thomas



Badfußboden



Letztendlich bedeutet dies, dass ein Fussbodenaufbau im Erdgeschoss (also auf Erdreich) immer mit Beton versehen sollte. Egal welches der obere Belag sein soll! Nur so kann dauerhaft und sicher vermieden werden, dass Feuchte von unten "anklopft".
Das heißt: Schaumglasschotter(10cm), Betonschicht(5cm, armiert?), Bitumenbahn verschweißt, Lagerhölzer(10x10), Eichendielen(2cm). Wäre das so okay? Natürlich besteht weiterhin die Gefahr des Tropfwassers von oben bei der Nutzung des Bades. Diese Gefahr besteht allerdings auch im OG bei einer Holzbalkendecke.
Alternativ gäbe es ja immer noch die Wahl des Fliesens: Schaumglasschotter(10cm), Bitumenbahn verschweißt, Betonschicht(5cm, armiert?), Fliesen. Oder liege ich falsch?
Vielen Dank, solche "Diskusionen" verhelfen mir zu den vermeindlich besten Lösungen.

chreich

chreich



Von mir...



...als Holzdielenaufdenbodenleger und Barfußläufer in den eignen 4 Wänden ist halt kein Fliesenbodenvorschlag zu erwarten :-) Fliesen sind nahezu immer kalt.

Der Beton muß genau waagerecht abgezogen werden, dann muß mit den Lagerhölzern nicht nivelliert werden. Dann reichen auch 6cm, auf kleinen Stücken aus 6mm Bautenschutzmatte abgelegt. Ich würde 28mm Dielung bevorzugen. Raumlang deshalb, weil die vielen Hirnstöße der Systemdielen weder in's Bad (Wasseraufnahme) noch zwischen die Lagerhölzer (verminderte Festigkeit) passen.

Grüße

Thomas



Fußbodenaufbau



Ich will mich nicht mit Ihnen streiten, nur soviel noch:
Die paar cm Schaumglasschotter haben nur eine minimale Wärmedämmung, die Betonplatte darauf ist thermisch sehr träge (womit wir wieder beim Thema richtiges Heizen und Lüften im Bad wären).
Ein Bad im OG heißt:
1. Von unten ist es warm, im Gegensatz zu einer ungenügend gedämmten, kalten, thermisch trägen Bodenplatte
2. Falls einmal Wasser in den Aufbau gelangt kann er vom kapillaraktiven Deckenaufbau aufgenommen werden und sowohl nach UNTEN als auch nach oben wieder verdunsten. Größere Mengen laufen dann mal durch, das ist besser kontrollierbar und händelbar als eingedrungenes Wasser das auf der Abdichtung stehenbleibt. Dann haben Sie zwar äußerlich (erst mal)keine Schäden aber statt eines Dielenfußbodens einen Angelsteg.

viele Grüße



Badfußboden



Hallo Ihr beiden,

danke nochmal für Ideen und Anregungen.
Streiten möchte, so hoffe ich, keiner und geschriebene Worte kommen doch leider immer so viel schneller grantig rüber als das gesprochene Wort, natürlich unbeabsichtigt.
Unserer Situation bedingt habe ich wenig Bedenken bzgl. der Feuchtigkeit von oben auf den Dielenboden, wir sind zwei Erwachsene in einem kleinen Fachwerkhaus. Im Bad sind vier Fenster (eins davon nach außen) zur Luftzirkulation vorgesehen.
Abschließend hätte ich noch die Bitte, wie dick denn die einzelnen Schichten sein sollen, damit´s "vernünftig" wird?
Also: Schaumglasschotter(?), Betonschicht(?, armiert?), Bitumenbahn verschweißt, Bautenschutzmatte, Lagerhölzer(6x6cm), Dielen (raumlang).

Vielen Dank,

chreich



Fußbodenaufbau



Kein Glasschaumschotter, der ist für solche Zwecke nicht gedacht und nicht besonders geeignet.
- Folie als Trennlage,
- ca. 5 cm Sauberkeitsschicht aus unbewehrtem Beton,
- Abdichtung (Schweißbahn oder Dichtschlämme).

Darauf schlage ich Ihnen folgende Varianten als Aufbau vor:
1. Fliesen
- ca. 80 mm Styrodur bzw. Styropor als Dämmung,
- Folie als Schrenzlage,
- ca. 50 mm Zementestrich, unbewehrt, mit oder ohne Fußbodenheizung,
- Fliesenbelag.
Sie können alternativ auch in den Fliesenkleber eine elektrische Fußbodenheizung als Zusatzheizung einbauen. Der Energieverbrauch hält sich in Grenzen wenn man die nur temporär zum Baden/Duschen benutzt.

2. Dielung
- Wärmedämmung aus Weichholzfaserplatten, ca. 100 mm,
- Traglattung eingelegt in der obersten Lage Dämmplatten,
- Dielung.
Beide Varianten benötigen knapp 20 cm Einbauhöhe.

Viele Grüße



Hugh,



es sei :-)



Fußbodenaufbau



Danke :-)



Wie versprochen doch noch eine Frage :-)



Hallo,

meine Frage lautet, wie lange denn die Betonsohle (5cm dick) ungefähr trocknen muss, bevor ich die Bitumenschweißbahn guten Gewissens aufbringen kann?
Die Bodentemperatur beträgt momentan ca. 16 Grad.
Als Sohle möchte ich entweder Zement im Verhältniss 1/4 mit Kies/Sand michschen oder fertigen Estrichbeton nehmen.

Danke für Hinweise,

chreich