Fussbodenaufbau GSG + Ton + Natursteinfliesen




Hallo,

in unserem Haus müssen im EG neue Fussbodenbeläge her - aber wie das so ist im Altbau weiss man wo man anfängt aber selten wo man endet.

Unser Haus von 1852 ist ohne Fundament gebaut. Der Untergrund hier besteht aus Lehm und Ton. Im EG wurde eine dünne (ca. 8-10 cm) Betonschicht gemacht und darauf wurde Linoleum verlegt und in der Küche 30er Jahre Zementfliesen (das mögen ja manche aber ich finde es gruselig).

Nun wollen wir den Boden herausholen und auskoffern. Neuer Aufbau: Geofließ, Glasschaumgranulat, Geofließ, Ton (Dernoton BA) und darauf dann Blausteinfliesen 25x25 cm mit 2cm Dicke. Die Frage die sich stellt ist wie die Fliesen am besten verlegt werden. Ich habe einiges über Vollbett und Teilbett gelesen. Dort wo wir die Fliesen herhaben waren sie mit 4 'Kleksen' auf einem Fließ verlegt. Das lässt sich natürlich gut wieder abbauen, kann aber bei Belastung zu Rissen in den Fliesen führen.

Hat jemand Erfahrung mit dem Verlegen von Natursteinplatten (Blaustein) und kann mit Tipps zur Entscheidungsfindung wie am Besten verlegt werden soll beitragen ? :-)

Beste Grüße Deborah



Fußbodenaufbau



Hallo Deborah,
was mich interessiert:
Ist dieser Fußbodenaufbau ein geprüfter Regelaufbau mit Einzelzulassung der von einer Firma oder einem Planungsbüro stammt, wurde er Ihnen durch Mundpropaganda empfohlen oder ist er Ihre Erfindung?

Für mich entzieht sich der Sinn der Materialkombinationen.
Was soll das Geotextil zwischen GSG und Dernoton bewirken?
Aus welchem Grund werden die Fliesen in Dernoton gelegt?
Was soll das Geotextil in der unteren Lage bewirken?

Viele Grüße



Ein



Geotextil tut immer das was es eben tun soll. 2 Schichten trennen. Nicht mehr und nicht weniger. GSG wird nach Herstellerangaben auf Geotextil eingebracht.

Meine Frage beantwortet das aber nicht.

Zu Regelaufbau und sonstigem Kram: in diesem Haus wurde früher einfach Mutterboden 30 cm hoch bzw. tief eingebracht und festgestampft. Der Sinn dieses Aufbaus ist einfach der: GSG dämmt und bricht die evtl. vorhandene Kapillarität. Und über Dernoton sind wir uns noch nicht letztendlich schlüssig, es bleibt halt die Frage ob die Blausteine darauf gut verlegt werden können.



Fußbodenaufbau



Hallo Deborah,
meine Frage nach der Herkunft des Aufbaues zielt in die Richtung Gewährleistung.
Wenn Sie das aus den technischen Unterlagen eines Herstellers oder Lieferanten haben, dann ist dieser Regelaufbau geprüft und funktioniert.
Falls nicht, haben Sie Anspruch auf Gewährleistung.

Bei ungeprüften Eigenkreationen, die weder in der Theorie stimmig sind noch in der Praxis erprobt, ist die Gefahr des Versagens sehr groß.
Nach der Versuch-Irrtum- Methode zu bauen ist teurer als sich die verhandenen gesicherten Erfahrungen anderer zu Nutze zu machen.

Zum Schichtenaufbau und Ihrer Antwort
Geotextil tut normalerweise etwas anderes:
Es verteilt Punktlasten aus darüberliegenden Tragschichten besser auf darunterliegenden, schlecht tragfähigen Untergrund. So werden Grundbrüche vermieden.
Es kann und wird auch als Filterschicht, Hangsicherungung, Erdbewehrung, Trennlage im Tiefbau eingesetzt.
Nun ist die Tragfähigkeit unter einem Fußboden sicher kein Problem, vor allem bei dem genannten Baugrund (Lehm)
Trockener Lehm (ich gehe nicht davon aus, das unter dem alten Fußboden ein Lehmbrei ist) ist ein hervorragender, gut tragfähiger Baugrund.
Ein Geotextil als Trennlage vermindert die Verzahnung zwischen Dämmlage und Untergrund, aber wie gesagt, die Tragfähigkeit ist hier Nebensache.
Das der folgende Schichtenaufbau über dem GSG Nonsens ist, dämmert Ihnen jetzt wohl selber.
Ich rate Ihnen entweder zu einem klassischen gedämmten Estrich auf Bodenplatte oder foamglas als Dämmung und Rohfußboden.
Bei beiden Varianten können Sie Fliesen in Bettungssand oder besser in mineralischem Bettungsmörtel verlegen.
Vorteil gegenüber Ihrer Variante:
Die Bodenfeuchte bleibt da wo sie hingehört, im Boden.
Sie können auch mal feucht wischen, ohne das die Platten anfangen zu wackeln (was bei Dernton passieren wird).
Falls Sie bei Ihrem Aufbau bleiben, dann die Fliesen nicht in Dernoton, sondern in Sand bzw. Brechsand auf einem Kies- bzw. Splittausgleich, darunter dann das GSG.
GSG wirkt wie Kies kapillarbrechend, ist aber diffusionsoffen. Bodenfeuchte kann über den Aufbau in den Innenraum.
Im Sommer sorgt das für Verdunstungskühle, im Winter allerdings auch.
Das Fugenbild und die Ebenheit des Fußbodens wird bei einer solchen Verlegung natürlich nicht perfekt anmuten.

Viele Grüße



Abgesehen



davon, dass pseudosarkastische Spitzen einfach nur Antipathie hervorrufen, finde ich letzteren Beitrage eine interessante Antwort und wie ich bereits schrieb sind wir uns über die Verwendung von Dernoton im Innenbereich nicht schlüssig.


Beste Grüße Deborah