Höhenunterschied

24.10.2011



Hallo Forumgemeinde ;)

Ich bin erstmaliger Wohnungsbesitzer und mit meinen jungen 21 Jahren noch etwas unerfahren was Problemlösungen dieser Art angeht.

In meiner Wohnung hab im Übergang von Vorzimmer zu Wohnzimmer einen Höhenunterschied von 2cm. Im Vorzimmer liegt noch ein 5mm breiter PVC und das Wohnzimmer ist noch relativ nackt ( Beton ).

Geplant ist das im Vorzimmer über dem PVC ( gedacht ist das der PVC als Trittschalldämmer genützt wird ) ein Laminat kommen soll. Im Wohnzimmer soll ebenfalls ein Laminat kommen, um den Höhenunterschied etwas auszugleichen hab ich nach einer möglichst breiten Trittschalldämmung gesucht. Das breiteste was ich allerdings im Baumarkt gefunden hab waren 5mm, jetzt hab ich mir gedacht ich mach einfach zwei Schichten, hab allerdings gelesen das dass nicht sehr empfehlenswert ist.

Ich hoffe ich konnte das einigermassen gut darstellen

Nun meine Fragen :
Ist das Verlegen von 2x 5mm Trittschalldämmung problematisch ?

Kann ich PVC als Trittschalldämmer verwenden ? oder muss ich den rausreissen?

Gibts andere Problemlösungen die ihr mir empfehlen könnt ?

Danke schon mal
Michael



Dein Fussboden ...



Hi Michael,

den PVC-Boden würde ich auf alle Fälle rausschmeissen. Im Lauf der Jahre sammelt sich so eine Kram darunter, dass würde ich nicht wirklich unter dem neuen Boden haben wollen.

Zwei Trittschalldämmung mit jeweils 5mm und darunter ggf. noch alter PVC würde ich auf keinen Fall machen, da du dann vermutlich wie auf einem "Waldboden" auf deinem Laminat rumläufst ;) ...

Aus meiner bescheiden Sicht wäre es vermutlich am besten, erstmal alles bis runter auf den blanken Beton oder Estrich rauszureissen und sauber zu machen. Anschließend im Zimmer mit dem niedrigeren Niveau eine selbstnivelierende Bodenaussgleichsmasse (Knauff, ... oder was auch immer) aufzufüllen. Dann hast du schonmal einen durchgehend ordentlichen Boden mit gleicher Höhe in der ganzen Bude.

Wenn alles gut durchgetrocknet ist erst eine Dampfsperrefolie verlegen und anschließen eine Trittschalldämmung. Darauf dann das Laminat oder Parkett und alles ist gut ...

Ist zwar ein wenig mehr Aufwand, dann aber ordentlich und du hast die nächsten Jahre Ruhe.

Gruß
Sascha





Ja das ist halt die aufwendige Variante, nur glaub ich das ich da ein zeitliches Problem bekomm mit der Lieferung der Möbel ...

Unter dem PVC ist eine 1,5 cm dicke Schichte Beton oder was auch immer und dann beginnt erst der Estrich.

Die 2 Schichten 5mm Trittschalldämmung würden direkt auf den Beton kommen nicht auf den PVC , is dann auch noch mit dem Waldboden effekt zu rechnen ?



Da



der weitere Aufbau unter dem estrich nich bekannt ist, hier nur eine "schnell"-Lösung, die Dir vielleicht hilft. Estrich bwie beschrieben freilegen, und auf die 1-lagige Folie Trittschalldämmmatte im niedrigeren Zimmer eine OSB in der notwendigen Höhe zum Aufbau verlegen, Nut /Feder aber verkleben. gibt es in 12, 15 18 ..... mm. Das dürfte für Deinen Höhenunterschied con etwa 2 cm reichen. Ist auch billiger als Ausgleichsmasse. Aber nicht die beste Lösung, wenn jetzt wieder kommt ........."Aber !! ..."
Man sollte nur noch mal prüfen, ob die untere Folie weggelassen werden könnte, da die OSB schon als Bremse wirkt. Da wären Angaben zum Boden/Decke, Etage, Keller - und andere Randbedingungen notwendig.





Hallo

Was ist denn eine OSB ?

Ist es denn wirklich so das ab 2 Trittschalldämmungsplatten mit 5mm schon der Waldboden effekt eintritt ? Spürt man das bereits durch ?



Waldboden Effekt garantiert ;)



bei 2x 5 mmm starken Dämmplatten. Außerdem dürfte es bei vielen Laminaten (Klicklaminat) schwierig werden, die Paneele überhaupt ineinander zu bekommen. Wir haben in einem Raum Klicklaminat (9mm) auf 5mm Trittschalldämmung bei nicht 100% ebenem Boden schon mit einer Mischung von Waldboden und Schwebeeffekt - nicht wirklich angenehm...

OSB= oriented strand/structural board -zu deutsch: Grobspanplatten. Liegt bei uns im Arbeitszimmer als Fertigbodenbelag. Etwas rustikal aber auch als Schnellfertig-Fertiglösung geeignet..
Viel Erfolg
anna



...



Hallo Michael,

Das Problem mit den Trittschalldämmplatten aus dem Baumarkt ist, daß die in der Regel nur eine begrenzte Druckfestigkeit aufweisen. Im Prinzip schützen diese Platten gegen Klappern des Oberbelages auf der Unterkonsturktion und erlauben einen gewissen Ausgeleich von kleinen Unebenheiten. Eine Lastverteilung bekommst Du damitnicht hin. Also nicht zu viel erwarten, und nicht zu dick aufbringen. Den Waldbodeneffekt hast eignetlich bei jeder Form der Trittschalldämmung direkt unter Laminat oder kleinformatigen Parket.

Es gibt auch druckfestere Holzweichfaserplatten bei Herstellern wie Steico, Pavatex oder Glunz. Allerdings wirst Du das Zeug nicht so einfach über den Baumarkt bekommen (Vielleicht noch Hornbach Projektbaumarkt). Aus eigener leidvoller Erfahrung ... selbst im Baufachhandel stellen die sich bei kleinen Abnahmemengen ziemlich an.

Um das "Schwimmen" des Bodens zu vermeiden brauchst Du oben unter dem Oberbelag eine ausreichend dimensionierte Lastverteilebene. Das kanst Du wie hier schon beschrieben mit den sogenannten OSB Platten erreichen. Gibt es auch in jedem Baumarkt und sollte wegen des geringeren Quellverhaltens mindestens OSB 3 sein.
Oder aber Du greifst alternativ zu einer V100 Spanplatte die in der Regel günstiger ist. Solange wie du von den Standardprodukten aus dem Baumarkt abhängig bist hat die V100 nach Kennwerten das bessere Quellverhalten ( da meist nur OSB2 oder aber V100 mit <= P3). Der Zusatz gibt immer Auskunft über die Beanspruchungsklasse. Auf den Preistafeln im Baumarkt wirst Du diese Klassierung meist nicht finden. Hier lohnt eher der Blick auf das Palettenettiket oder aber nach dem entsprechenden Aufdruck auf der Platte suchen (kann Dir leider nicht versprechen, daß Du daß dann da auch immer findest ...;) ). Bei V100 solltes für Fußböden übrigens eigentlich mindestens P4 besser P5 sein. Die Platten entlang der Stoßkanten (Nut und Feder) gut untereinander verleimen (D3 Weißleim) und ... ! ... zu den Wänden hin einen Luftspalt von mindestens 15mm einhalten idealerweise noch einen Randdämmstriefen setzen.


Da Du bei deiner kleinen Ausgleichshöhe nicht wirklich eine zusätzliche Dämmung einbaust wirst Du auf zusätzliche Dampfbremsen oder dergleichen verzichten können. Es seih denn, unter deinem Fußboden befindet sich ein kalter, nach oben ungedämmter Keller oder eine Bodenplatte direkt auf Erdreich mit Anzeichen von aufsteigender Feuchte.

Abschließend noch ein Hinweis! Falls "erstmaliger Wohnungsbesitzer" bedeutet, daß Du zur Miete wohnst, klär Deine Baumaßnahme vorher mit dem Vermieter ab. Sonst kann es da recht schnell Ärger oder Diskussionen beim späteren Auszug geben.

Gruß aus Berlin

PS: Alternative zu Laminat und dergleichen wäre noch der Einbau von Dielen.