Seltsamer Geruch in unserem alten Bauernhaus

01.04.2011



Zuerst mal, ich bin neu im Forum und hoffe, mein Problem landet im richtigen Bereich. Wenn nicht kann/soll sie bitte in die richtige Rubrik verschoben werden. Vielen Dank.

Ich beschreibe mal kurz das Haus, damit man sich ein Bild machen kann. Ich hoffe, die Länge meines Beitrages schreckt keinen ab, dass alles zu lesen).

Wir wohnen seit gut einem Jahr zur Miete in einem älteren Bauernhäuschen. Meine Vermieterin wohnt nebenan und hat das Haus vor zehn Jahren von den eigentlichen Besitzern abgekauft, daher weiß sie über vieles, was das Haus betrifft nicht immer Bescheid und ist keine große Hilfe.
Weil wir bei unserer Renovierung im Wohnzimmer einige Wandvertäfelung aus Holz runtergerissen haben, denke ich dass die Bauweise des Hauses wohl Fachwerk sein muss (Holzbalken, dazwischen Steine mit Lehm und Stroh).
Das Haus hat an einer Seite eine alte Scheune, die zur Garage umgebaut wurde, ansonsten sind die drei anderen Hausaußenwände vor drei Jahren neu abgedichtet worden (Styropor und Putz so wie es aussieht).

So nun zu meinem Problem:
In meinem Schlafzimmer riecht es sehr seltsam und der Geruch scheint nun immer strenger zu werden.

Der Geruch ist uns bei unserem Einzug schon aufgefallen. Da hat er mich am ehesten an Gummi erinnert. Ich war mir nicht sicher, woher es kam, spekulierte, dass vielleicht die Wandfarbe, mit der wir gestrichen haben Schuld ist, oder vielleicht das Flohmittel, dass ich in die Ritzen des alten Fußboden geprüht habe (unsere Vormieter waren so nett uns Flöhe zu hinterlassen).
Durch intensives Lüften (es war Anfang Mai) hat sich der Geruch dann verflüchtigt und den ganzen Sommer bis in den Winter hinein hatte ich nichts mehr damit zu tun. Und ganz plötzlich von heute auf Morgen war der Geruch wieder da.

Dazu muss ich sagen, dass unser Schlafzimmer und unser Wohnzimmer mal ein großer Raum waren und irgendwann beiden durch eine Zwischenwand inkl. Tür aufgeteilt wurden.
Überall im Haus gibt es neben Fliesen diese alten Holzfußböden. Darunter sind wahrscheinlich die typischen Zwischenräumen mit der Schüttung. Die alten Dielen sind genagelt. Im Wohnzimmer wurde der Boden vor Jahren rausgerissen, die Hohlräume aufgefüllt (Beton?) und alles gefliest, laut Aussage meiner Vermieterin, weil dass Holz faulig war.

Der Boden im besagten Zimmer ist auf jeden Fall schon mal undicht, das weiß ich. Durch die Ritzen zwischen den einzelnen Dielen zieht es wie Hechtsuppe. Ein Test mit einem Teelicht hat es eindrucksvoll bewiesen und ein Thermometer sagt unter 10 Grad an, an den Stellen, wo es durchzieht.
Die hintere Wand des Schlafzimmers ist eine Außenwand und grenzt an die alte Scheune/unsere jetztige Garage an. Da zieht es am meisten. Unter dem Raum und dem Wohnzimmer ist ein alter Keller.

Im Moment ist der Geruch sehr penetrant. Selbst durch ständiges Lüften ist er nicht wegzubekommen. Ich habe 24 Std. am Tag das Fenster auf, selbst dann riecht man es immer noch.
Seit seinem Wiederauftauchen riecht es jedoch eher leicht süßlich, erinnert mich irgendwie an altes Kaffeepulver und nicht mehr an Gummi.
Ich habe mal im Keller gerochen, aber da riecht es typisch nach Keller, also kann es glaub ich nicht von unten kommen. Also habe ich mal in der Scheune "geschnüffelt". Dort riecht es ähnlich, wobei ich nicht weiß, ob der Geruch nun ursprünglich von da kommt oder nur aus dem Schlafzimmer dorthin zieht. Letzteres halte ich für wahrscheilicher - Der Geruch ist im der Garage nicht so penetrant (ist auch alles gut durchlüftet) und der Geruch ausm Schlafzimmer zieht teilweise auch bei geschlossener Tür manchmal ins Wohnzimmer (so wie heute Morgen).

Was glaubt ihr, was es sein könnte?
Verschimmelt/Verfault das alte Holz? Oder vielleicht nen totes Tier im Zwischenraum? Mäuse im Zwischenboden höre ich regelmäßig, eine, die sich mal ins Wohnzimmer verirrt hat, haben wir sogar schon eingefangen.
Was kann ich tun, um es rauszufinden? Und was spielt meine Vermieterin dabei für eine Rolle? Immerhin ist es nicht mein Eigentum. Meine Vermieterin ist jedoch nicht sehr kooperativ, wenn es um Kosten geht. Als ich sie wegen dem undichten Boden und dem ständigen kalten Zug gefragt habe (Anfang des Winters, als es noch nicht roch), meinte sie nur, ich soll mich nicht anstellen, es wäre schließlich ein altes Haus, wo es mal zieht und ich soll einen dicken Teppich drüber legen.
Gibt es irgendeinen Geruchsspezialisten, den ich anheuern könnte? Wenn ich einen Tag lang mal das Fenster geschlossen halte, könnte man den Geruch bestimmt super nachverfolgen. Am intensivsten zu riechen ist er übrigens an der Wand, wo es so undicht ist, also zur Scheune hin.

Vielen Dank für eure Mühen, das alles zu lesen.
Und Dank für die Antworten. Ich verzweifel bald, weil jetzt noch nicht mal mehr lüften hilft!!!



Faul



Hi,
der Kaffeegeruch klingt mir irgetwie nach feuchten Holz. Vielleicht faulen dort Balken im Fussboden oder der Wand.
Ist an den Wänden vom Schlafzimmer denn noch Lehmputz dran?
Grüße Christian



Verbauter Altbau



Hey Madeinheaven,

Nette Beschreibung. Neulichst hatte ich ne ähnliche Anfrage. Da rochs irgendwie nach Champinions. Wenns denn soweit ist kann ihre Vermieterin nur hoffen das der Sack Gold aufm Dachboden noch nicht leer ist (Hausschwamm). Darf ich noch mal kurz zusammenfassen: abgedichetes Fachwerkhaus mit vergammelten Balken im Bodenbereich und zunehmender Geruchsbelästigung, sowie Zuglufterscheinungen im Holzbodenbereich. Das ist ja Haarestreubend!!!. Ich denke mal die Bude ist total im Eimer, zumindest was die Sockelbereiche angeht. Und weil die Besitzer es nicht wahrhaben wollten, alles schön verstecken z.B. hinter einer Vertäfelung innen und dann letzlich durch ein WDVS außen. Pack mal nen Käsebrot oder Wurstbrot, Mortadella erzeugt ein nettes Farbspektrum in eine Plastiktüte und legs drei Wochen auf die Fensterbank. Was meins du was passiert. Das ist so ungefähr das (im Maßstab) was mit deinen Wänden in den letzen drei Jahren verstärkt passiert. Moderfäule kann ein wenig nach Kaffee riechen, Totes getier kurzzeitig süßlich, Gummi könnte auch Teer sein, dann müsste im Sommer der Geruch wieder in Richtung Gummi umschlagen (auch sehr beliebt bei abdichtungsmaßnahmen im Bodenbereich gewesen und langfristig ziehmlich giftig), Schimmelpilze können auch sehr unterschiedliche Gerüche erzeugen. Hohl dir mal nen Baubiologen und lass eine Raumluftuntersuchung machen. Hast du Kinder? bring sie zur Omi bis geklärt ist was bei Dir Sache ist. Bei Stiftung warentest gibts einige Beprobungsmöglichkeiten, die man zum Teil selber ausführen kann und die erst mal nicht so teuer sind, aber besser einen Baubiologen der auch mal was öffnet um nachzuschauen usw. Ich hoffe ich hab dir jetzt keine Angst gemacht. Alte Häuser sind halt alte Häuser und können auch schon mal etwas stinken, je nach Zustand eben. Untersuchen was die Ursache ist ist aber sehr sinnvoll.

LG Emzet



Warum tust Du dir das an



und ziehst nicht in eine andere Wohnung????????
Es ist Deine Gesundheit, Lebens- und Wohnqualität mit der Du spielst!



Modergeruch



Das könnten auch Chloranisole sein.



Und



hier noch der Link zum Geruchsspezialisten:
http://www.schimmelspuerhund.net/kontakt.htm

Aber wie gesagt, wenn es machbar ist, zieh in eine andere Wohnung.



Danke



... für eure Antworten.

Also alte Lehmwände gibt es nicht mehr. Hier sind so ziemlich alle Wände gemacht worden, entweder verputzt und mit Raufaser tapeziert, oder nur mit groben Zierputz (wie im oberen Zimmer meiner Tochter). Fliesen wurden entweder komplett erneuert (Bad oben) oder einfach die alten überfliest (Küche).
Die einzigen Wände, die noch "alt" waren, sind die im Wohnzimmer. Da war wie gesagt so eine alte Holzvertäflung drauf, wie übrigens im kompletten Flurbereich (oben und unten). Da das Wohnzimmer durch die Aufteilung in zwei Zimmer aber recht klein ist (keine 16 qm) wollte ich dort nichts dunkles, was drückt. Also haben wir entschlossen, diese Vertäflung runterzureißen. Dahinter konnte man die dann die ursprünglichen Wände des Hauses sehen. Wir haben dann einfach Regibsplatten auf das bereits existierende Holzgerüst geschraubt.
Die Decken scheinen alle noch original, die Böden sind zum Teil neu gefliest (wie im Wohnzimmer), oder es sind die alten Holzfußböden mit den typischen Zwischenräumen.

Das Haus ist natürlich nicht hermetisch abgedichtet worden. Durch die Scheune konnten nur drei von vier Seiten abgedichtet werden (mit dieser Wärmedämmung). Der Dachboden ist komplett unisoliert (nur der Dachstuhl und Pfannen, mehr nicht, noch nicht mal diese Folie) und zum Keller hin ist auch alles unisoliert.
Selbst im Wohnzimmer, wo man meint durch den aufgegossenen Beton, die Fliesen und die isolierten Außenwände dürfte es nicht mehr ziehen, zieht es trotzdem ein bisschen.

Ganz am Anfang haben wir mit dem Gedanken gespielt, das Haus zu kaufen. Aber um so länger ich hier wohne, um so mehr merke ich, dass es ein Fass ohne Boden ist. Hier müsste soviel gemacht werden. Deshalb ist das keine Option mehr.
Aber ein paar Jahre wollte ich schon noch hier wohnen. Das Dorf ist sehr ruhig, wir haben einen schönen kleinen Garten hinten und einen Hof vorne dran. Alles eingezäunt. Ich habe drei Kids und für die ist die Umgebung optimal, sie müssen noch nicht mal auf die Straßen um Fahrrad zu fahren, weil der Hof so groß ist. Umziehen wollte ich die nächsten paar Jahre eigentlich erst mal nicht.

Gesundheitsschädlich ist der Geruch glaube ich nicht (soweit ich das beurteilen kann). Zumindest habe ich keine Kopfschmerzen, wenn ich morgens aufstehe. Aber es ist wie gesagt auch im Moment permanent das Fenster auf kipp.

Ich werde am Wochenende die Vermieterin ansprechen und vorher mal ein paar Stunden das Fenster geschlossen halten, damit es sich schon "sammelt".

Ob das Haus in zehn, fünfzehn Jahren durch Hausschwamm auseinanderfällt, ist mir eigentlich egal --- Mittlerweile bin ich wie gesagt schlau genug, um zu wissen, dass es sich nicht lohnt, das Haus zu kaufen und von Grund auf zu sanieren.

Also seid ihr so ziemlich alle der Meinung, dass man den Boden in Augenschein nehmen sollte? Würde eine Auffüllung der Hohlräume (mit Beton z.B.) denn etwas helfen?
Kann einer abschätzen, wie teuer sowas wird? Der Raum ist höchsten drei mal vier Meter lang, also 12 qm. Passt grad unser Ehebett, ein großer Schrank und ein Schreibtisch rein.
Wenn ich meiner Vermieterin ein paar Fakten um die Ohren hauen kann, um so besser.

Danke nochmals



Modergeruch



Wie heizen Sie denn Ihr Minischlafzimmer?
Bei welcher Temperatur schlafen Sie?
Waren die Fensterscheiben im Winbter am unteren Rahmen beschlagen?
Welchen Blumenarten stehen im Fensterbrett?

Viele Grüße



Aktueller Stand: Es wird schlimmer... leider



Hallo,

Blumen habe ich gar keine im Schlafzimmer, weder bei uns noch in den Kinderzimmern, weil ich mal gehört habe, dass dort, wo man schläft keine Pflanzen stehen haben soll - Aber das Zimmer wäre an sich auch viel zu dunkel für Blumen. Das Fenster ist nicht besonders groß und direkt daneben ragt die Scheune in den Garten (ungebaute Scheune ist in der Gesamtlänge länger als das Haus). Dadurch kommt allgemein eher wenig Sonne in den Garten (auf der einen Seite die Scheune ansonsten sehr viele große Bäume).

Ursprünglich wurde das Haus mit einem Ofen beheizt, wir haben im Wohnzimmer eine Wand, die gemauert ist, dort stand der Ofen einst. Aber seit 26 Jahren (so alt ist der letzte Stempel auf der Heizung) gibt es in dem Haus eine Gasheizung. Die Heizungsrohe sind teilweise in die Wände, aber auch teilweise einfach über den Wänden verlegt worden.

Ich heize Schlafzimmer grundsätzlich kaum, weil ich es gewohnt bin, nicht so warm zu schlafen. Im Sommer ist die Heizung eh komplett aus und im Winter ist sie höchstens lauwarm eingestellt, so dass das Schlafzimmer immer bei 18 Grad lag, auch dadurch, dass der Boden so undicht ist und da immer kalte Luft durchzog.
Aktuell heize ich im Schlafzimmer gar nicht, weil ich die ganze Zeit das Fenster geöffnet habe. Manche Nächte sind es 15 Grad im Zimmer.
Diese sogenannten Schwitzränder am Fenster (wie wir sie nennen) kenne ich aus vergangenen Wohnungen. Aber die haben wir hier in dem Haus gottseidank nicht. Die Luftfeuchtigkeit ist im ganzen Haus im Normalbereich denke ich (immer 50-55%). Schimmel habe ich noch nirgens gesehen.

Der aktuelle Stand ist, dass es furchtbar riecht. Selbst bei komplett geöffnetem Fenster. Meine Befürchtung, dass es immer schlimmer, intensiver wird, bestätigt sich also.
Der Geruch ist so stark, dass er jetzt sogar in das Kinderzimmer obendrüber zieht (durch die Decke).

Ich habe jetzt das Fenster geschlossen und will den Geruch bis heute Nachmittag schon "anstauen" lassen und dann die Vermieterin holen. Und verlangen, dass sie Anfang nächster Woche einen Experten kommen lässt, der sich das anschaut. Ansonsten werde ich Ende des Monats die Kündigung schreiben.
Ab heute werden wir nicht mehr in dem Zimmer schlafen. Mittlerweile ist es so penetrant, dass ich doch Angst um meine Gesundheit habe.



Mäuse?



Hallo,
also ich hab in unserem alten Haus auch zwei mal soetwas ähnliches erlebt und zwar auch von heut auf morgen und es wurde immer schlimmer, lüften usw. alles brachte nichts, es war kaum auszuhalten und der Geruch zog auch in andere Zimmer. Da war eine tote Maus schuld. Einmal im Raum (die haben wir gefunden) und einmal wohl unter der Diele. Da hat der ganze Gestank nach 2 Wochen von allein aufgehört, nachdem wir schon fast das ganze Zimmer ausgeräumt hatten. Kann natürlich auch was anderes sein, aber wenn es so plötzlich anfängt, sollte man die Variante mit den toten Nagern auch in Betracht ziehen.