Fußboden über Erdreich




Nachdem wir akzeptiert haben, daß der alte Küchenboden nicht mehr zu retten war, stehen wir nun vor der Frage des optimalen Neuaufbaus.
Den alten Aufbau, sprich: Zementfliese, 2cm Zement und eine undefinierte Schicht von feinem Sand, Schlacke und Papierfetzen (mäuse), haben wir aufgenommen und das darunterliegende Erdreich soweit abgetragen, daß wir ca 18 cm unter FFB sind.

FFB liegt ca 45 cm über dem Grundstückniveau, wodurch das Erdreich nicht nass, aber doch feucht ist.
Das umgebende Mauerwerk besteht aus Feldbranntstein auf Bruchstein. Fußbodenheizung ist nicht vorgesehen, wohl aber eine Wärmedämmung.

Nun plane ich den Neuaufbau und überlege, ob es Alternativen zur Betonplatte gibt oder aber wie wir die Betonplatte anlegen müssen.
Ich bin für Anregungen dankbar!

F.Nagel



Kommt darauf an


Kommt darauf an

Bei mir hat der Estrichleger Zement-Styroporestrich direkt auf den Boden gegossen und danach PE Folie als Trennschicht und nach 3 Tagen 6 cm Zementestrich. Für mich war dabei ideal, dass ich einzelne Fundamente und meine Leitungen sehr einfach Isolieren konnte und ich auch nicht zu nahe an meine Streifenfundamente graben musste. Ich konnte große Sandsteinfundamente vom alten Grundriss des Hauses einfach im Boden belassen konnte und habe trotzdem daneben eine entsprechende Isolation .

Andere machen eher Sauberkeitschicht, Abdichtung, Dämmung und Estrich. Es gibt mehrere Arten. Jedenfalls ist keine Betonplatte notwendig.



Styroporestricht



klingt ja tatsächlich sehr interessant, da viele Arbeitsschritte wegfallen können und der Dämmwert mit 45W/m²k auch noch ganz passabel ist.
Jedoch versuchen wir möglichst ökologisch zu Bauen, da kommt Styropor als Dämmstoff nicht in Frage.
Das Erdreich bei uns ist auch wesentlich feuchter als es das auf dem Foto zu sein scheint, weshalb wohl eine Abdichtung unter die , wie auch immer geartete, Wärmedämmebene muss.



Blähton oder Perlite



Dasselbe funktioniert auch mit Blähton oder Perlite, eben mit etwas weniger Dämmwirkung. Ich hatte nur das Problem, dass ich keinen entsprechenden Estrichleger gefunden habe der mir das machen wollte. Das Bauamt mit Denkmalschutz hat auch immer wieder EnEv erwähnt so dass ich irgendwann aufgegeben habe und diese Lösung akzeptiert habe. Tiefer wollte ich nicht gehen, da die Mauer mitten im Flur die Mauer des mittelalterlichen Kellers ist, den ich nicht weiter Freilegen wollte. Die neueren Innenwände stehen links und rechts auf den Resten des alten Estrichs aus Sparbeton (Schotter mit wenig Zement). Bei weiterem Ausschachten hätte ich sonst die Innenwände neu mit Fundamenten versehen müssen. So hat es schon mindestens 60 Jahre gehalten und bisher haben sich mit dem neuen Estrich keine Risse gezeigt. Das System scheint also stabil zu sein.

Ich versuche weitgehend ökologisch zu bauen, aber suche auch Kompromisse. Ich habe mindestens die dreifache Menge Styropor aus dem Haus entfernt die ich im Boden eingebracht habe. ;-)

Gruß Herbert





Ich würde kein Styropor oder andere Dämmung ohne Abdichtung auf den Boden legen. Wasser/Wasserdampf findet immer Wege.
Ich hab schon Styropor entsorgt, das war vom Wasser so schwer, das viertel gefüllte 120l Müllsäcke beim anheben unter dem Gewicht gerissen sind.
Also immer Sauberkeitsschicht und Abdichtung.



Erdberührter Fußbodenaufbau



Eine einfache Variante mit guter Wärmedämmung:
Bei tragfähigem, gewachsenem Boden diesen planieren, ggf dazu dünne Sandschicht mit Zementzugabe verteilen,
EPDM-Folie auslegen und am Rand bis unter die zukünftigen Fußleisten hochziehen.
Perlite ggf als gebundene Schüttung einbringen
darauf dünne Holzfaserplatte auslegen
dann zB 20 mm dicke Creoton-Tontrockenestrichplatten oder andere Trockenestriche verlegen,
die den fertigen Fußbodenbelag darstellen können.

Daneben gibt's die hier im Forum unter der Suchfunktion zu findenden zahlreichen Varianten für erdberührte Fußbodenaufbauten.

Andreas Teich



Messen



Dann sollte ich ein paar Löcher vom Keller aus offen lassen um die Bodenfeuchtigkeit zu messen. Aber das hilft jetzt auch nicht mehr, wobei ich annehme dass bei der zu erwartetenden Ausgleichsfeuchte die Isolation immer noch besser ist als der Sparbeton vorher.



Fußbodenaufbau



http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/mediapool/88/885822/data/Fu_b_den_im_Altbau_Teil1.pdf

speziell die Seiten 14 bis 20.