Ausgleich zwischen bestehendem Betonboden und neuer Sauberkeitsschicht

05.11.2010



Guten Morgen,
nach vielen guten Tips und Ratschlägen aus diesem Forum muss ich nun eine Frage stellen, die ich so noch nicht gefunden habe.
Und zwar geht es darum, dass ich in meinem alten Fachwerkhaus von 1750 den Stall gerne als Wohnraum umbauen möchte. Das Problem hierzu ist der bestehende Betonboden mit eingearbeiteter Ablaufrinne und Vertiefungen für die Holzbohlen der Pferdestellplätze. Zudem hat der Raum ein Gefälle von 25 cm auf 4 Meter. Es soll eine neue Betonschicht eingezogen werden ohne die Alte zu enfernen. Dazu müsste unter der neuen Schicht mit einem Keil von 0 - 15 cm aufgefüllt werden. Dämmschicht kommt dann auf den neuen Beton.
Hierzu gehen wie so oft die Meinungen auseinander. Der erste Gedanke war die fehlende Masse mit Sand aufzufüllen. Nur Sand bleibt nicht gerne da, wo er mal war d.h. er wandert. Nächste Überlegungen gehen von Kies, Schotter bis zu Mineralbeton.

Ich hoffe ihr könnt mir eine Variante empfehlen, die zwar tragfähig aber dennoch nicht teuer ist, sonst könnte man ja gleich mit Beton auffüllen.

Vielen Dank im Vorraus.

Grüße Johannes Menzel



Stallboden



Ich empfehle Ihnen den alten Betonboden herauszubrechen und zu entsorgen.
Das ist insgesamt billiger als die Flickerei und
ein guter Haftverbund zwischen dem neuen Beton und dem alten nitratverseuchten Boden ist fraglich.
Dann können Sie einen neuen Fußboden nach Ihren Vorstellungen aufbauen.

Viele Grüße



Stallboden



Danke für Ihre Antwort. Selbst wenn ich den alten Boden herausbrechen sollte, stellt sich mir immernoch die Frage mit welchem Material ich danach auffülle. Das komplette Haus ist leider auf Sand gebaut wie so ziemlich die gesamte Umgebung.

Grüße



Bodenaufbau



Die übliche Bauweise wäre ein Sand- bzw. Kiesplanum, darauf ein Unterbeton ca. 10 cm dick.
Darauf eine Abdichtung, Wärmedämmung und ein Estrich.
Auf diesem Rohfußboden können Sie alle gängigen Beläge wie Dielung, Fliesen usw. aufbringen.

Viele Grüße



Ausgleich



Hallo,

den Betonboden zu entfernen hätte den Nachteil, dass man entsorgen müsste. Außerdem ist nicht sichergestellt, wie es dabei um die Standsicherheit diverser Wände bestellt ist.
Eine bewährte Möglichkeit des Ausgleichs ist das nivellieren mit Leichtbeton/gebundener Schüttung. Ich habe mit Erfolg Thermozell 250 mehrfach verwendet. Es ist leicht und kann in 2 Lieferformen bezogen werden: Säcke für den Selberbauer und big bags für die Verarbeitung in der Estrichmaschine.
Das gemischte Material wird wie ein Estrich eingebracht, ist nach einem Tag begehbar und hat die üblichen Trocknungszeiten.
Darauf kann der Nutzestrich verlegt werden.
Grüße vom Niederrhein



Standsicherheit



Das mit der Standsicherheit ist mir gar nicht mehr in den Sinn gekommen. Denn eine tragende Wand nutzt den Betonboden als Fundament. Diese wurde zwar zum einen mit einem Doppel-T Träger und zum anderen mit einem Leimbinder(Auf Sicht) unterstützt aber eine Entfernung des Betonbodens würde die Sache sehr instabil machen.

Die Sache mit dem Leichtbeton bzw. Kombidämmung wie es mein Estrichbauer tituliert hat, ist doch eine gebundene Styropormischung?
Laut meines Estrichbauers würde mir diese Schüttung finanziell die wenigen Haare vom Kopf fressen. Er wollte sich selbst noch Gedanken zu diesem Problem machen aber die eine Meinung wollte mir dann doch nicht genügen.

Gibt es noch eine andere Möglichkeit diesen Raum von bis zu 25 cm (Ablaufrinne) anderweitig und günstiger(nicht billig) zu füllen.

Ansonsten Danke für eure Antworten.

Grüße Johannes





Wenn er zu viel haben will, machen es andere. Die Durchschnittskosten durch Estrichleger mit Maschine liegen hier zwischen 12 und 14 €/m² für 10-12 cm Thermozell.
Leider kann man noch nicht ganz umsonst bauen.

Grüße vom Niederrhein



Handwerker



Ja so ist das mit den Handwerkern. Entweder sie kommen gar nicht. Oder das Angebot will sich nicht im Briefkasten verirren. Zur Zeit strapazieren die Leute vom Fach ziemlich meine Gedult. Die Auftragsbücher sind voll und unrentable Aufträge wie Altbausanierung werden ganz nach hinten geschoben oder gar ignoriert. Bis der "Aufschwung" wieder nachläßt.
Dass Bauen und Sanieren nicht kostenlos ist ist mir klar, aber man sollte schon seine Kosten unter kontrolle halten.

grüße johannes

ps. weitere Meinungen sind natürlich herzlich willkommen.



Thermozell?



Ich muss, nachdem ich mir Thermozell im Internet angeschaut habe, noch ein Frage dazu stellen. Thermozell wird ja beim Terassenbau direkt auf den Mutterboden aufgebracht. Kann man dann Thermozell auch direkt auf den Sandboden in den anderen Bereichen in meinem Fachwerkhaus aufbringen? Also ersatzweise zu der Betonsauberkeitsschicht? Dann kann ich mir den Beton nämlich komplett sparen und das gesamte EG mit Thermozell in eine Ebene bringen. Ich hoffe ich spinn mir da jetzt nichts zusammen.

Grüß Johannes



Meine Güte,



wat ein Drama wegen so´m Sch.... ;-)).
Mit magerem Beton eine ebene Fläche herstellen, Bitumenabdichtung drauf. Dann die Innenwände aufbauen und anschliessend den schwimmenden Estrich mit erforderlicher Wärmedämmung. Und gut is´.
MfG
dasMaurer
Aufschwung?? Volle Auftragsbücher?? Merk ich nix von.



Ja Drama :)



Ich geben Ihnen ja recht, dass ich aus der Fliege einen Elefanten mache. Leider stellt sich nicht alles so klar und einfach dar. Zum einen bleiben die Innenwände erhalten da 90 % tragend. Zum anderen geht der Bestand von Sand über Betongefälle im Stall bis zur Oberseite des Kellergewölbes. Und alle Varianten befinden sich auf unterschiedliche Ebenen mit zum teil 40 cm Höhenunterschied.
Alleine der Raum mit dem Kellergewölbe muss 30 cm höher sein wie der Rest des EG.
Meine angestrebte Variante wäre. Über losen Boden(Sand) eine Betonsauberkeitsschicht einzubringen. Dann mit Bitumenbahn aufsteigende Feuchtigkeit sperren und den Höhenausgleich mit Thermozell vorzunehmen. Darauf Verlegeplatten und zu guter Letzt der angestrebte Seekiefer-Dielenboden. Wie dick sollte die Stampfbetonschicht sein?

dramatische Grüße
Johannes



Naja,



die preiswerteste Lösong für Höhenausgleich ist immer noch ein Magerbeton. Lässt sich z.B. mit einer Estrichpumpe gut erledigen. Da die Innenwände tragend sind, macht es keinen Sinn, den alten Betonboden anzufassen. Sinnvoll ist es, die Höhenunterschiede auf zwei Ebenen zu reduzieren. Dämmung über 100 mm macht im Fussboden wenig Sinn, kann als beim Höhenausgleich vernachlässigt werden. Die entsprechenden Rohbauebenen festlegen und herstellen, Abdichtung und dann weiter. Dielenboden lässt sich auf Lagerhölzern besser herstellen. Holz auf Estrich kleistern ist wohl eher als "Notlösung" anzusehen ;-)).
MfG
dasMaurer



Da stimmt der Dielenleger...



...dem Maurermeister vollinhaltlich zu.

Verlegeplatten? Verwenden Sie eine selbsttragende Dielung von wenigstens 24mm Stärke und passenden Lagerholzabständen.

Grüße

Thomas