Fussbodenaufbau

31.03.2009



In unserem Schlafzimmer sind so rote "Backsteine" o.ä. als Fussboden verlegt, sind aber leider nicht so mein Geschmack. Jetzt möchte ich dort Dielen verlegen. Auf Nachfrage bekam ich heraus, dass die Steine direkt auf Sand verlegt sind, unter dem Sand ist Schotter und dann kommt wohl Erde… jetzt frage ich mich wie ich da am besten einen Dielenboden drauf aufbaue.
Steine raus und dann? Muss ich am Ende eine Art Estrich giessen?



Steine im Schlafzimmer



Hallo,

Steine sind doch schön und gut.
Sie werden schon sehen, was Sie davon haben.
Aber so gehts:
Sand und Schotter durch Schaumglasschotter ersetzen, vorher ein Geotextil (so eine Art Flies) auf die Erde legen.
Dadrauf 80 mm Schaumglasplatten verlegen.
Daruf Kreuzlattung, darauf Dielen.
Fertig ist der warme Fußboden und beim Aufstehen bleiben die Füße warm und trocken.

Grüße vom Niederrhein



Erst mal



Boden öffnen und sehen was drunter ist.Dann kommt das wie.

Grüsse Thomas



Na,



gestern war wohl am Niederrhein Orakeltag.

Andere Variante dazu: Schotter, Geotextil, 8cm Leichtbeton, Abdichtung aus Schweißbahn, an der Wand bis Dielen-UK hochgezogen, 10cm Holzweichfaserplatte (2x5), die oberste Lage mit zwischenliegenden Lagerhölzern 50mm, Dielung.

Grüße

Thomas





so viel aufwand muss ich betreiben? muss ich wirklich so eine Folie auslegen und so viel plastik?



Sie können's natürlich...



...auch lassen.

Wenn Sie aber nach einem korrekten Aufbau fragen...

Das Geotextil ist ganz wenig Plastik, weil dünn. Es soll lediglich verhindern, daß der Leichtbeton in den Schotter läuft.

Die Schweißbahn sperrt aufsteigende Feuchte ab. Wenn Sie der Meinung sind, die Erdfeuchte täglich zusammen mit dem, was Sie so des Nachts schlafend verdunsten und ausatmen weglüften zu wollen, dann nur zu. Im (ungedämmten) Altbau steigt Ihr Schimmelrisiko allerdings, zudem Sie das Schlafzimmer sicher nicht wie einen Wohnraum beheizen werden.

Grüße

Thomas





ich frage mich das ja nur, weil bisher dort ja auch keine sperrschichten bestehen und es keinerlei feuchte und schimmelprobleme gibt… hmmm



Wer einfache Antworten will...



...bekommt sie auch: Einfach alles so lassen wie bisher.

Wenn's trotzdem schimmeln täte, wäre das dem originalen Zustand geschuldet, der Schimmelrasen bekäme somit Bestandsschutz.

Heutige Wohnbedürfnisse unterscheiden sich gravierend vom Zustand früherer Zeiten. Es wird mehr geheizt, oft geduscht, gleichzeitig werden die Räume durch neuere Fenster dichter, die Lüftung den Zuständen aber nicht angepasst. Das passt dann zumeist nicht mit ungedämmten (oft) dünnen Wänden und kalten Böden zusammen.

Grüße

Thomas





okay, also was dünne wände anbelangt kann ich beruhigen… die sind 60cm dick. aber ich werde mir das mal durch den kopf gehen lassen, diesen aufbau den sie vorschlagen…





was geschieht eigentlich mit der Feuchtigkeit die von der schweissbahn abgehalten wird? ich stelle mir immer vor, dass es dann munter unter der bahn gammelt, irrtum?



Aus welchem Grunde...



...sollte sich Feuchte unter einer Absperrebene konzentrieren? Die Natur strebt nach dem Ausgleich, und genau das passiert auch unter der Sperrebene: Es wird erdfeucht, nicht mehr.

Grüße

Thomas





Aber das Nass kann doch dann nirgendwo mehr hin… wo ist mein Denkfehler?



Bitte....



...noch mal mein Posting durchlesen.

Grüße

Thomas





ich habe es mehr als einmal gelesen ;-)
die natur strebt nach dem ausgleich, ausgleich wohin?

soll das heissen wenn es da erdfeucht ist denkt sich eventuell nachkommende feuchtigkeit: "oh da is schon erdfeucht, geh ich lieber wo anders hin"? :-)



Komische Frage:



"Ausgleich wohin?"

Es ist ein Konzentrationsausgleich.

Kippen Sie einen Löffel Zucker in Ihren Tee, und rühren Sie um. Zucker gelöst. Überall gleich süß. Rottet sich jetzt plötzlich wieder in irgendeiner runden Ecke Ihrer Tasse der Zucker zu hohen Konzentrationen zusammen? Nein.

Nehmen Sie einen Plastesack voll trockenen Lehm. Kippen Sie ein Maß Wasser hinein. Wird sich das Wasser gleichmäßig im geschlossenen Sack verteilen? Ja.

Und wenn Sie das nicht nachvollziehen können, legen Sie einfach Ihre Dielen auf Mutter Erde und sähen etwas Klee in die Fugen. Sieht hübsch aus.

Gutes Gelingen wünscht

Thomas



Aber...



...was passiert mit dem Zucker, wenn ich nicht umrühre?

Aber Spass beiseite.
Kann es nicht sein, dass die Feuchtikeit unter der Folie, die vorher ja in den Raum abgegeben wurde und verdunstet ist, nicht mehr verdunsten kann und in das Mauerwerk eindringen kann (Aufsteigende Feuchtigkeit/Kapilarwirkung)und ich dann erst recht Schimmel an den Wänden bekomme?

Gruß walze



Das wäre allenfalls dann nicht auszuschließen,



wenn es im Wohnraum dauerhaft kälter ist, als darunter im Erdboden. Gerade das aber kann ja wohl ausgeschlossen werden, wenn die Räume bewohnt werden.

Ein weiterer Grund für eine Wasseransammlung unter der Folie ist hier bisher noch nicht aufgetaucht und mir nicht bekannt.

Im übrigen wird sich dank der Brown'schen Bewegung der Zucker auch ohne Umrühren in der Tasse verteilen, es dauert nur viel länger.

Grüße

Thomas



Nur nochmal



zum Verständnis:
Wenn das Zimmer beheizt wird steigt keine Feuchtigkeit auf, wenn es nicht beheizt wird steigt die Feuchtigkeit auf.

Wie ist das zu erklären?

mfg marcus



Das habe ich nicht geschrieben...



Wenn es im Raum kälter wäre, könnte sich ggf. Kondensat unter der Folie bilden, sonst nicht. Dieses Kondensat fände vielleicht den Weg zur Wand.

Mit Folie oder nicht Folie wird das Problem einer nicht vorhandenen oder defekten Horizontalsperre in der Wand ohnehin nicht gelöst.

Grüße

Thomas



Fußboden



Hallo Marcus,
Thomas meint, das an der Unterseite der Folie sich nur dann Wasser ansammelt, wenn die Folie kälter ist. Dann würde sich dort Kondenswasser bilden.
Sonst ist es einfach eine Grenzschicht. Unten normale Erdfeuchte, oben die normale Ausgleichsfeuchte der Bauteile des Fußbodens.
Wenn nichts an Feuchte nach oben wandern kann, wird deshalb der Boden unter der Folie nicht feuchter (außer durch Kondensat). Genauso ist es mit der Wand. Auch hier hat sich ein stabiles Gleichgewicht eingestellt.
Das kann ich nur ändern, wenn die Wand am Fuß mit Wasser in flüssiger Form geflutet oder oberhalb in der Kapillarzone die Verdunstungsleistung gesteigert/verringert wird.
Eine Folie auf dem Boden daneben ändert da nichts.

Viele Grüße



Warum denn immer so kompliziert,



wenn die Steine nicht mehr gefallen hauen Sie diese einfach raus, legen Lagerhölzer rein, in den Zwischenraum werfen Sie lehm verdichten den gut(somit wasserdicht) und legen den Dielenboden drauf und fertich.
Nicht so viel gedöns machen anpacken

Grüsse Hein



Fußbodenaufbau



Hugh, der Meister hat gesprochen.



Damit ist die Schicht...



...verdichteter Lehm tatsächlich schön dicht gegen drückendes Wasser, der Hein als alter Deichbauer kennt sich eben aus.

Daß Lehm ein klasse Wasserspeicher ist - schietegal. Hauptsache, das Bett bleibt trocken.

DasWasserkaumzurückhaltenkönnende Grüße

Thomas



Jo wir hatten bisher nie Land unter im Schlafzimmer



der Schotter unter dem Lehm verhindert das witgehend odeer,
darum wird das bisschen Feuchtigkeit keine grossen Schwierigkeiten machen.
Aber ich denke, dass Ihr Leutee vom Festland das mal wieder anderst sehen.

trockene Grüsse Hein