Minimalistischer Kellerboden

23.09.2009



Hallo,
ich habe heute endlich mal einen Teil vom alten 50er Jahre Kellerboden aufgestemmt um die letzten Meter der alten Tonabflußrohre auszutauschen. Da der Keller auch nur eine Raumhöhe von 1,90m hat, wollte ich bei dieser Gelegenheit auch gleich ein wenig an Höhe gewinnen. Der alte, ca. 5 cm dicke Betonfußboden (sofern man dies Beton nennen kann), war ziemlich bröselig und ließ sich auch leicht aufstemmen. Darunter war erwartungsgemäß fester und feuchter (aber kein nasser) Lehmboden.
Und nun das Problem. Die Oberfläche vom Lehmboden ist auch gleichzeitig die Fundamentsohle. Wobei man hier nicht von einem "richtigen" Fundament sprechen kann. Die Mauern hören einfach auf. Die Außenwände sind aus Bröselbeton mit dicken Kieseln und die tragenden Innenwände Ziegelmauern. Ich habe dann probehalber mal an verschiedenen Wandstellen den Fußboden ein Stückchen aufgestemmt, aber überall das gleiche Bild. Nun möchte ich aus dem Keller keinen Wohnraum machen und von zusätzlicher Raumhöhe habe ich mich auch schon innerlich verabschiedet, aber ich hätte gerne einen trockenen Kellerboden und ein bißchen Dämmung sollte auch dabei sein.
Wie kann in meinem Fall ein minimalistischer Fußbodenaufbau aussehen? Wenn möglich unter Beibehaltung der ursprünglichen Raumhöhe, trocken und ein wenig gedämmt.

Im Voraus schon mal vielen Dank für ein paar gute Vorschläge.

Schönen Gruß...





Dämme die Kellerdecke von unten und lass den Keller, wie er ist. Kostet etwas Raumhöhe, aber einen Teil davon gewinnst Du durch Entfernen des Betonestrichs wieder, wenn Du den Boden nicht wieder aufbaust, was für einen Vorratskeller nicht erforderlich ist. Wenn Du da drin nicht heizen willst, ist der Fussboden gedämmt genauso kalt wie ungedämmt.
Du kannst gar nichts oder Stampflehm einbringen oder, wenn der Boden mit dem Besen zu reinigen sein soll, Gehwegplatten auf einer Kiesschicht oder auch einfach auf dem ebenen und mit einem Rechen aufgelockerten Boden verlegen.

"Wobei man hier nicht von einem "richtigen" Fundament sprechen kann. Die Mauern hören einfach auf" - Du meinst, sie fangen an?
Auf jeden Fall Hände weg von den Fundamenten! Wenn Du die Raumhöhe vergrössern und deshalb den Kellerboden tieferlegen willst, musst du die Grundmauern abschnittsweise untergraben und unterfangen - kein laientaugliches Projekt. Die Mauern sollten schon etwas tiefer gehen als die Bodenoberfläche; wenn das nicht so ist, besteht die Gefahr, dass der trocknende Lehm unter der Mauer herausbröselt.



Unser Lehmkellerboden



ist bestens festgetreten und nur an den Naturstein-Aussenmauern dauerfeucht, Werkzeug rostet halt, aber für Vorräte ideal. Wenn du da vernünftig Lüften kannst, sollte sich der Zustand noch verbessern.
Und die Magerbeton"fundamente" halten prima, wenn man sie in Ruhe lässt...wir hatten dasselbe Phänomen wie du im EG neben dem Keller - allerdings genügend Raumhöhe.

Gruss, Boris





Die letzten Wochen war ich ausschließlich mit den alten Tonabfußrohren (nicht im Keller, sondern im Vorgarten beschäftigt. Jetzt kann ich mich wieder dem Keller widmen.
Also, erst einmal Danke für die Antworten aber eine Frage hat sich doch noch ergeben.
Hat die z.Zt. vorhandene Bodenplatte irgendeine statische Funktion oder ist sie einfach nur "Bodenbelag"? Ich frage deswegen, weil der alte Betonboden auf jeden Fall entfernt wird und ich bin mir nicht sicher, ob ich den ganzen Boden auf einmal entfernen darf.



Nachtrag



Da mir das Ganze keine Ruhe gelassen hat, habe ich dann doch einmal ein Statiker gebeten sich die Sache vor Ort anzuschauen.
Also, ich kann mit der alten Bodenplatte machen was ich will. Solange ich auf gleicher Höhe mit der Fundamentsohle bleibe spielt der Bodenaufbau keine Rolle.
Die Frage zur Tieferlegung des gesamten Kellers wurde auch erwartungsgemäß beantwortet. Wenn tiefer, dann Fundamente unterfangen. Kann man also machen oder auch sein lassen. Der hohe Aufwand und das nicht auszuschliessende Risiko, daß im sich Laufe der Zeit doch noch etwas setzen kann steht in den allermeisten Fällen in keinem Verhältnis zum Nutzen. Und ich gehöre lt. Statiker auch ganz klar in diese Kategorie.

Frohe Weihnachten,
seneca...