Innendämmung im Bad - welches Material?

07.08.2011



Hallo zusammen,

in unserem Altbau (leider kein Fachwerk) wollen wir die 24 cm Dicken Bimssteinaußenwände von innen im Bad dämmen. Am liebsten würden wir dazu eine Holzständerkonstruktion erstellen. Einerseits, da wir eh eine 60 mm Konstruktionsebene für Wasser- / Heizungsleitungen benötigen. Andererseit sind die Außenwände auch nicht verputzt und nicht ganz plan.

Ich habe hier im Forum schon einem Menge gestöbert. Meist werden Weichholzfaserplatten, Calziumsilikatplatten oder Mineralschaumplatten empfohlen. Nur diese eignen sich ja alle nicht so optimal für eine Konstrukion aus Kanthölzern.

Vielleicht kann uns jemand dazu helfen?



Innendämmung Bad



Wenn Sie unbedingt eine Vorsatzschale haben wollen, dann können Sie eine übliche Metallrahmenkonstruktion mit Ständern, Dämmung aus Mineralwolle und und Dampfsperre davorsetzen. Darauf kommt dann eine Beplankung von 2 Lagen Gipskarton.
Die wirklich dampfdichte Verlegung der Anschlüsse der Dampfsperre (die Decke würde ich wahrscheinlich mit in die Dämmung einbeziehen) am Fußboden und die korrekte Ausführung der Abdichtung sollten Sie als Laie nicht machen. Mängel, die zu verheerenden Bauschäden führen können sind dabei vorprogrammiert wenn Kenntnisse und Erfahrungen fehlen.
Übrigens: Leitungen sind besser in vorgesetzten Verkofferungen aufgehoben oder sollten im Fußboden oder unter der Decke platziert werden.
Zu den ca. 60 mm Dicke der Vorsatzschale kommen nämlich noch ca. 60 mm für die Leitungen samt Dämmung; die Dinger verlaufen nämlich immer mal waagerecht. Da kann es schnell eng im Bad werden. Außerdem sind die Leitungen so besser zugänglich.

Kapillaraktive Innendämmungen sind für Bäder schlecht geeignet; es sei denn man hält ein ordentliches Heizungs- und Lüftungsregime ein. Die Wahl wird weiterhin von der mit Fliesen versiegelten Fläche der Dämmung bestimmt. Deshalb ist eine pauschale Zuordnung so eines Innendämmsystems bei ihrem Vorhaben ohne genauere Kenntnisse ohnehin nicht möglich.

Viele Grüße





Hallo Herr Bötcher,

vielen Dank für die Antwort!!!

Ich muss nicht zwangsweise eine Vorsatzschale verwenden. Nur müsste bei Plattenbaustoffen wie Casi oder Weichholzfaserplatte die Wand neu verputzt werden, was ich für teuer halte.

Ein Anschluss der Dampfbremsfolie an die Decke wäre übrigens problemlos möglich, da diese auch gedämmt wurde.

Ich habe auch schon darüber nachgedacht, auf die Innendämmung zu verzichten und nur unten eine "kleine Vorsatzschale" (bspw. auf dem Fussboden in 6 x 10 cm) als Installationsebene zu bauen. Nur muss die Außenwand eh zumindest neu verputzt werden. Und da ein Bad ja eher ständig beheizt ist, würde sich die Innendämmung finanziell wahrscheinlich schnell rechnen.

Sie schreiben "Wenn Sie unbedingt eine Vorsatzschale haben wollen,...". Darf ich Sie mal einfach nach Ihrer Meinung fragen, was Sie machen würden? (ohne natürlich das Haus gesehen haben zu können).





Also ich würde lieber überhaupt nichts machen bevor ich eine Innendämmung aus Mineralwolle einbaue, ganz besonders im Bad.
Den bedingungslosen Glauben an 100% ig dichte Dampfsperren Teile ich mit Herr Böttcher nicht.

Grüße
Oliver Struve



Auf keinen Fall eine Innendämmung aus Mineralwolle einbauen



Ich kann mich dem nur anschließen. Ich würde auf keinen Fall eine Innendämmung aus Mineralwolle in ein Bad einbauen. Eine 100%ig dichte Dampfsperre ist schwierig zu realisieren, das ganze System ist nicht fehlertolerant. In den Hohlräumen gammelt es vor sich hin, und der (grüne) Gipskarton ist langfristig dann auch dahin.

Eine kapillaraktive Innendämmung wird in seiner Wirkungsweise vermutlich von der mit Fliesen versiegelten Fläche behindert und ist damit auch nicht praktikabel.

Zudem, der U-Wert der Mauer ist ja eh nicht ganz so schlecht, vermutlich um 1,0 W/m²K. Wenn dann würde sich am ehesten noch ein Dämmputz anbieten.

Gruß