Feuchter Fußboden

02.10.2003



Ich habe folgendes Problem in meinem Altbau (DHH, Bj. 1932). Im nicht unterkellerten Schlafzimmer ist der Fußboden an einer Wand feucht. Da weder mein direkter, noch andere Nachbarn Probleme mit aufsteigender Feuchtigkeit haben, vermute ich, dass die Feuchte auf unzureichende Trocknung nach einem Wasserleitungsschaden im Jahr 2000 zurückzuführen ist. Den Boden werde ich in Kürze hochnehmen, erst dann weiß ich natürlich, ob ich ihn wegen Schimmel oder Pilzen komplett erneuern muss.
Trotzdem vorab die Frage: Sollte ich zum Neuaufbau des Fußbodens den Rat diverser Handwerker befolgen, WU-Betonplatte, PU-Dämmung, Estrich usw. oder lieber den bisherigen Aufbau (Teerpappe auf Sand, Balkenlage auf Ziegel, Schlacke-Schüttung, Dielen, Presspappe, PVC) einfach erneuern. Der alte Aufbau hat ja immerhin 70 Jahre gehalten, PVC käme nicht mehr drauf, es bliebe bei Holzdielen.
Ich freue mich auf Meinungen, Kommentare, Tipps, auch wenn es kein Fachwerkhaus ist.
Viele Grüße,

Achim Baues



der PVC war Schuld... ?



Hallo Herr Baues, bei uns wars so: Da, wo PVC drauf war und das Schwitzwasser von unten nicht entweichen konnte, da sind die Dielen vergammelt. Wo keins drauf war - alles super. Vielleicht hat sich die Feuchtigkeit einen anderen Weg gesucht? - Auf jeden Fall sollten Sie die Ursache feststellen und beheben. Wenn die letzten 65 Jahre nichts feucht war, dann liegt es bestimmt nicht an der "Unterkonstruktion" sondern hat andere Ursachen (vielleicht ist irgendwo in der Wand eine Dichtung von der Heizung kaputt oder so). Ich denke, gegen die "alte Variante" ist nichts einzuwenden (haben wir jetzt auch so gemacht). Grüße Annette



Fußboden



Sehr geehrter Herr Baudes, der Vorschlag Ihrer Handwerker ist vernünftig, wenngleich vielleicht etwas sehr gründlich. Es geht - 1932 war ein Jahr in dem man auch meistens beim Bauen sparen mußte -ja nach mehr als 70 Jahren auch um Werterhaltung und um Aktualisierung. Und zu einem wohngesunden haus gehört ein warmer und trockener Fußboden. Im Übrigen schreibt dies auch die Energieeinsparverordnung für Altbauten aus gutem Grunde so vor.
Mit Holz und Sand alleine ist das nicht zu machen. Wenn schon Sand als Untergrund vorliegt, folgende Möglichkeit: PE-Folie, Beton, 2 Lagen Schweißbahn, Trockenestrichdämmelemente (geht schneller); alternativ 10 cm Schaumglas im Sandbett,2 Lagen Schweißbahn, Estrich unter Verzicht auf Beton.
3. Alternative: 5 cm Magerbeton als Sauberkeitsschicht, darauf 2 Lagen Schweißbahn, dann 20-30 cm Estritherm (wärmedämmender Leichtbeton - auch als Estritherm 250 zum Selbstanmachen erhältlich, WLG = 0,24; zum Vergleich PU: 0,019 - 0,035), darauf 3 cm Estrichdämmplatte, Estrich und Oberbelag.
Elementar ist in jedem Fall eine wasser- und kapillardichte Abdichtung unter der Wärmedämmung, sowie eine ausreichende Dämmwirkung des Gesamtaufbaues.



Antworten



Vielen Dank für die beiden Meinungen. In wenigen Wochen werde ich mehr wissen.
Viele Grüße,
Achim Baues