Schimmel an Betonwand

14.07.2008


Hallo,
habe ein Schlaf-Wohnzimmer, welches an 2 Seiten eine 30cm Betonwand besitzt, die komplett im Erdreich liegt (Aussendämmung leider unmöglich). Auf diese Wand wurde direkt tapeziert! Nun ist es zum Schimmelausbruch gekommen, d.h. im Fussboden und Deckenansatzbereich. Ich gehe davon aus, dass es sich um Lüftungsfehler handelt, da ich einige Zeit nicht in der Wohnung war.
Nun plane ich eine Sanierung, d.h dezentrale Lüftunganlage
mit/evtl ohne Wärmerückgewinnung. Aber wie verhindere ich Schimmelbildung auf der Rauhfasertapete bzw Betonwand.
Empfiehlt sich ein Putz, sogenannter Sanierungsputz oder eher Klimaplatten (bspweise von Epasit)? Sollte generell nicht mehr tapeziert sondern nur gestrichen werden?
Was ist die beste Lösung?
Viele Grüße



MiefQuirl



Hallo Smartie,

zunächst wäre das wichtigste herauszufinden, ob es sich wirklich um Kondensationsfeuchte oder um von Außen eindringende Feuchte handelt.
=> Tapete runter, das wird nicht im feuchten Kellerbereich und schafft nur Nahrung für den Schimmel.

Ausgehend von Kondensationsfeuchte kann da schon ein Kalkputz ohne Zementanteil regulierend eingreifen. => Silikatfarbe, keine Dispersionsfarben oder andere Gemische mit und ohne weißer Katze.

Danach: Richtig lüften! Das mit der Lüftungsanlage ist nicht wirklich gut, kann aber (dezentral) bei längerer Abwesenheit in Bertracht gezogen werden. Achtung: die müssen richtig dimensioniert und gesteuert werden.
Es bringt nichts im Hochsommer einen Quirl laufen zu lassen, der die muffige Luft nach draußen bringt und gute feuchte Luft in das Zimmer zieht.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer





Hallo,
erstmal Vielen Dank für die Antwort.
Es ist Gottsei Dank mit fast 100% Sicherheit keine von aussen eindringende Feuchtigkeit.

Aber jetzt muss ich nochmal nachfragen:
Was sind "Gemische mit und ohne weißer Katze"?
Und warum sind diese Quirls so schlecht? Meinen Sie mit Ihrer Aussage, dass diese Geräte zumeist kontraproduktiv sind, also eher Feuchte ins Haus holen?

Ich hatte diese feuchtigkeitsorientierten Quirls schon so als Lösung des Problems gesehen (z.B. M-KWL – das dezentrale Lüftungssystem ohne Wärmerückgewinnung – ideal für eine kontrollierte Wohnraumlüftung von www.meltem.de oder
mit Wäremerückgewinnung - http://www.dezentral.info/ oder auch die Produkte von Lunos.

Würde Sie eher zu einer Randleistenheizung raten, aber wie gesagt Schimmel tritt im Sommer auf und da würde ja niemand heizen.
Andere Ideen (Entfeuchter?)?

Viele Grüße



Moin,



Sie dürfen nur dann lüften, wenn die Luft aussen trockener (bezogen auf die Innentemperatur) ist als Innen. Mit ensprechender Steuerungstechnik ist das aber auch realisierbar.
Ich bin skeptisch was Silikatfarbe und Kalkputz betrifft, bei einer 30er Betonwand wird es nicht viel bringen. Der Beton nimmt kaum Feuchtigkeit auf ergo müsste der gesamte Feuchtigkeitshaushalt über den Putz reguliert werden.



Luft



Hallo Smartie,

die Betonwand kann hier natürlich nichts zur Feuchteregulierung beitragen, deshalb der Kalkputz. Ganz alleine schafft der das natürlich auch nicht => wie bereits gesagt: Luft. Luft ist bei Wänden und Menschen kein Luxus sondern eine Notwendigkeit.
Ein Fenster ist weitaus Leistungsfähiger als ein Quirl. Wenn so ein Ding benutzt wird muss sichergestellt sein, von wo aus die Luft in den Raum nachströmt und vor allem, dass diese dann weniger Feuchte mit sich trägt als jene die herausgeblasen wird und bestenfalls kälter ist als die Wandoberfläche. Das kann man technisch bestimmt lösen ...

Zur weißen Katze => das war nur eine Anspielung auf einen Hersteller, der sein raumluftregulierendes Produkt mit einer weißen Katze bewirbt, die anscheinend nicht auf das in der Farbe enthaltene Kontaktallergen Isothiazolinon reagiert.

Gemische => Auch gibt es von diesem und anderen Herstellern verschiedene "Zugaben" in die Farben, die diese mit Fähigkeiten neben der Raumluftverbesserung wie Feuchteregulierung usw. bestücken sollen.
Wenn dann ein Hersteller all die Zusatzstoffe und auch die Konservierungsstoffe weglässt, lässt sich das ganze übrigens als Öko- oder Umweltfarbe verkaufen. Ein Schelm wer denkt durch weglassen würde die Farbe billiger ...

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer





Hallo Herr smartie (was natürlich nicht der richtige Name ist – anonym vielleicht auch ein Planer der nach Lösungen sucht),

was würde ich vorschlagen und warum:
1. Lösung: Kalk geht auch für Ihre Zwecke aber Lehm ist ein genialer Baustoff der die Raumfeuchte super reguliert und daher wesentlich besser geeignet. Wenn Sie keine organischen Bestandteile mit in diesem vorsehen und auch die Farbe rein mineralisch (z.B. eine Kalkfarbe im Freskoanstrich oder eine Silikatfarbe oder einen Lehmfarbanstrich oder –putz) vorgesehen wird, ist schon viel gewonnen. Um so dicker der Putz um so besser. Die Schichtdicke hängt etwas von der Rauhigkeit der Betonwand ab. Am besten wäre es natürlich, sie bauen direkt vor die Betonwand noch eine Lehmsteinwand. Logischer Weise Lehmsteine wieder frei von organischen Bestandteilen. Aber dies hängt von der Aufstellung auf dem Fußboden ab. Wie sieht dieser aus?

Die Tapete einschl. dem Kleber müssen natürlich vollständig entfernt werden.

Und natürlich ist besser Zu Lüften. Wie schon angesprochen ist es verkehrt im Sommer tagsüber zu lüften. Besser hier nachts, wenn es draußen kalt ist. Grob gesagt ist die Richtung der Feuchtigkeit gleich der Richtung der Temperatur gerichtet.

Das mit der beheizung der wand ist gar nicht so schlecht. Als Idee könnte vielleicht eine durch solar beheizte Wandschleife dienen. Diese wird nach einem bestimmten System auf die Wand gelegt und dick mit Lehm eingeputzt.

2. Lösung: den Raum mit einem anderen weniger feuchteeinträglichen Raum zu tauschen. Ist es in Ihrem Haus oder nur gemietet?




Außen-Webinar Auszug


Zu den Webinaren